Jagdgesetz und Hund

Alles rund um die wölfischen Vierbeiner zu Hause.
Timber

Skandal!

Beitrag von Timber »

Nina hat geschrieben:Zu [...] Prof. Dr. Klaus Hackländer von der "Universität für Bodenkultur Wien" sei gesagt, dass der Mann selbst Jäger ist [...]
Vor diesem Hintergrund lässt sich die Sichtweise sicher leichter einordnen.
Wildtierforscher und Jäger?! Nein! Dass sich die Leute heutzutage auch für gar nichts mehr schämen ... : /

Endlich jemand der die wahren Hintergründe aufdeckt, jetzt macht alles Sinn:

David Mech, Ulrich Wotschikowsky und Bob Hayes bei den Wolfsspezialisten, Prof. Sven Herzog, Prof. Klaus Hackländer (bestimmt auch die Forscher, die als Quellen für seine Hauskatzen-Studie dienten), Dipl. Biol. Christof Janko (den du selbst zum Thema Räude zitiert und dem Fachpersonal zugeordnet hast) uvm. in der Wissenschaft, dazu der Naturschutzbund Österreich (der Hackländer als Experten befragte) als Proxy
- allesamt unseriöse sogenannte "Jäger", die als Agenten von der Hobbyschießer-Lobby eingeschleust wurden, um ihr verabscheuungswürdiges Freizeitvergnügen zu propagieren und der Öffentlichkeit gegenüber den Blick auf DIE Wahrheit zu vernebeln!

Sogar im Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz hat sich ein Subjekt eingeschlichen, das die grüne Pappe der Lustschießer besitzt. Perfider Weise handelt es sich dabei auch noch um eine sympathisch wirkende junge Frau (da steckt sicher noch mehr dahinter) ...



Gruß
Timber
*Dieser Beitrag könnte Spuren von Sarkasmus enthalten.
harris
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Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von harris »

Grauer Wolf hat geschrieben:
Direwolf hat geschrieben:...Ich denke auch das hier die Singvögel die kleinere Rolle spielen...
Vögel spielen bei verwilderten Katzen oder Freigängern kaum eine Rolle beim Nahrungserwerb. Hier die Dorfkatzen sieht man immer nur beim Mausen auf den umliegenden Weiden.
Viel gefährlicher für die Vögel sind ausgeräumte Landschaften ohne Hecken, kleine Gehölze u.ä., Gärten mit gepflegtem, englischem Rasen, fein gekrümmelten Beeten, bepflanzt mit Exoten, und Ligusterhecken, die kaum Nistmöglichkeiten bieten und fast keine Nahrungsquellen.

Gruß
Wolf
auch auf die Gefahr hin, dass es nachher heißt: "Das muss ja von dir kommen" habe ich mal einen Bericht vom NABU zufällige gefunden. Natürlich gibt es noch viel mehr Berichte darüber, aber einer sollte erst einmal reichen ;-) Stimmt nur einseitig zu recherchieren ist auch nicht gut.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 15537.html

Aber ich glaube das leidige Katzenthema hatten wir hier eh schon einmal, wenn auch schon etwas her ist...

Schönen Tach noch

Gruß Harris
northlynx

Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von northlynx »

Schon klar :roll:
Direwolf hat geschrieben:
Ich denke auch das hier die Singvögel die kleinere Rolle spielen [...]
NABU-Vogelexperte Lars Lachmann im Interview

Bis zu 200 Millionen Vögel jedes Jahr sollen in Deutschland Katzen zum Opfer fallen.
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Nina
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Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von Nina »

Timber: Selbstverständlich kann man auf Kritik an bewusst herbeigeführten Haustiertötungen durch Freizeitjäger mit "Sarkasmus" (?) reagieren und Zitaten die entscheidenden Kernelemente entnehmen, um im Folgezug die auf diese Weise reduzierten und damit sinnentstellten Aussagen ins Lächerliche zu ziehen. Ob damit der eigenen Argumentation und letztendlich auch der ursprünglich offensichtlich beabsichtigten Imagepflege gedient ist, beantwortet sich vermutlich von selbst.

Wenn Herr Prof. Dr. Klaus Hackländer "Universitätslehrgänge" zum "akademischen Jagdwirt" anbietet und als eine der Zielsetzungen selbst die Weiterbildung zu "Multiplikatoren und Meinungsbildnern für eine nachhaltige Jagd der Zukunft" benennt, dürfen wir sicher fragen, ob und inwieweit diese jagdlichen Interessen möglicherwiese auch in seinen Arbeiten eine Rolle spielen könnten.

Einen sehr detaillierten Einblick gewährt z. B. der ausführliche Bericht über die "14. Österreichische Jägertagung Raumberg-Gumpenstein 2008" unter dem Titel: "Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft".

Herr Hackländer ist hier gleich im Eingangsbeitrag unter dem Titel "Das Bild von Jagd und Jäger in der Gesellschaft" vertreten.¹

Dort beschreibt er folgende Problematik:
Viele ahnen es schon längst: Jagdgesellschaften überaltern, der Nachwuchs bleibt aus.
Überall muss sich der Jäger für sein Tun und seine Leidenschaft rechtfertigen. Argumentativ stehen die Jäger oft mit dem Rücken an der Wand. Von allen Seiten wird gegen die Jagd gewettert: Tierschutz, Naturschutz, Politik, Verwaltung.


(Prof. Dr. Klaus Hackländer: Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft, a.a.O.)
Hackländer beklagt, dass es für die Jagd in Österreich eigentlich "schon fünf vor zwölf" sei. Als Ursache nennt er u. a. die veränderte Medienlandschaft, in der Informationen nicht mehr lokal durch "Wirtshaus" oder "Kirchgang", sondern global verbreitet würden und "mittlerweile die schlechten Nachrichten", z. B. über Jagdunfälle, "sogar aus den entlegensten Ecken Österreichs bis in die Zeitungsredaktionen in Wien" gelangten. Er spricht sogar von einer "gesellschaftlichen Zeitbombe", die "ohne Gegensteuern schwer zu beherrschen" sei. Hackländer sieht die Jägerschaft in der Rolle einer "gefährdeten Minderheit":
Sie zeigt das typische Verhalten einer Minderheit, die eng zusammengeschweißt ist, weil die Mehrheit sie ignoriert oder gar ablehnt. Wir leben in Demokratien, bei denen Minderheiten wie die Jägerschaft leicht überrollt werden.
Es waren demokratische Entscheidungen, die vor ca. 30 Jahren im Kanton Genf die Jagd abgeschafft und später in den Niederlanden oder im Raum Berlin die Zahl der jagdbaren Wildarten stark eingeschränkt haben. Einst war es normal, mit der Waffe selbstbewusst durch den Ort auf die Jagd zu gehen.

Prof. Dr. Klaus Hackländer: Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft, (a.a.O)
Hackländer beklagt, dass die Jäger es versäumt hätten, eine Nutzung der Medien im Wandel der Zeit mit ihren eigenen Traditionen und Werten zu verknüpfen und schreibt wörtlich: "„Wenn ich meinen „Feind“ (Medien) nicht besiegen kann, dann muss ich mich mit ihm verbünden.“"

Als Lösung des Problems nennt Hackländer neben des "guten Beispiels" des lokalen Jägers direkt vor Ort, der "wiederholt
mit notwendigen Argumenten pro Jagd geschult" werden sollte: "Zusätzlich bedarf es einer gezielten und langfristigen Medienkampagne
seitens der Jagdverbände mit professioneller Unterstützung
" und resümiert, dass "Lobbyisten, Wahlkampfmanager und Markenproduzenten ein Lied davon singen" könnten, wie "steinig und teuer" der Weg zu einem "guten Image" sei.

Aus Jägersicht mögen diese Argumente allesamt begründet und nachvollziehbar klingen, jedoch vernachlässigen sie aus meiner Sicht die nicht schön zu redenden Mängel des "Produkts" Freizeitjagd, mit dem die Bevölkerung so unzufrieden ist - und das nun ausgerechnet durch professionell gestützte Werbe- und Medienkampagnen eine Imagepolitur erhalten soll.

Es zeichnet unsere demokratische Gesellschaft aus, dass jeder Einzelne von uns die größtmöglichen Freiheiten genießt. Dabei bleibt es aber auch nicht aus, dass die Freiheit des Einzelnen dort endet, wo die Beeinträchtigung anderer beginnt. In diesen Grenzbereichen muss die Gesellschaft abwägen, welches der Güter jeweils höher zu bewerten ist.

Die Aufnahme des Tierschutzes in Grundgesetz und Tierschutzgesetz ist auf demokratischem Weg erfolgt und schafft mit der Kollision mit dem Jagdgesetz ein Paradoxon:

Mit dem Abschuss eines Hundes oder einer Katze würden 99,6% der Bevölkerung eine strafbare Handlung begehen, während sich 0,4% für dieselbe Tat auf eine Ausnahmeregelung berufen dürfen - und das eben nicht auf einer fachlichen Begründung, sondern auf einem vor allem historisch und traditionell gewachsenem Gesetz beruhend, das den Stellenwert der Haustiere und des Tierschutzes allgemein in der modernen, gesellschaftlichen Entwicklung bislang gar nicht berücksichtigt hat. Die zunehmend kritische Diskussion über die Jagd und erste Jagdgesetznovellierungen in mehreren Bundesländern zeigen jedoch, dass die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist.

Als Vergleich könnte man auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau blicken, die bereits 1949 grundgesetzlich verankert wurde.
Dennoch bekamen die Frauen erst 1957 mehr Mitbestimmungsrecht in der Ehe. Es dauerte sogar bis 1977, bis Frauen auch ohne Erlaunis ihres Ehemannes einer Arbeit nachgehen durften - solche Missstände lassen auch sich nicht durch Imagekampagnen schön reden, sondern nur durch Gesetzesänderungen, die der Gesamtgesellschaft und nicht nur einer Minderheit Rechnung tragen.

¹ http://www.bundesforste.at/fileadmin/ja ... gsband.pdf
14. Österreichische Jägertagung Raumberg-Gumpenstein 2008: Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft
Prof. Dr. Klaus Hackländer: Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft, S. 1-2
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Nina
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Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von Nina »

northlynx hat geschrieben:
NABU-Vogelexperte Lars Lachmann im Interview

Bis zu 200 Millionen Vögel jedes Jahr sollen in Deutschland Katzen zum Opfer fallen.
Das vollständige Zitat von NABU-Vogelexperte Lachmann klingt aber irgendwie anders:
Inzwischen kursieren außerdem grobe Schätzungen, die für Deutschland von 200 Millionen von Katzen getöteten Vögeln pro Jahr ausgehen.

Über diese absoluten Zahlen kann man lange diskutieren. Tendenziell halte ich sie aber für zu hoch. Ausgehend von nach der Brutzeit etwas mehr als 400 Millionen Vogelindividuen in Deutschland müsste dann jeder zweite Vogel von Katzen getötet werden. Geht man dazu davon aus, dass Katzen meistens im Siedlungsbereich jagen, müsste nach diesen Zahlen dort jeder Vogel von Katzen gefressen werden.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 15537.html
Und zu der Belastbarkeit der Zahlen aus der amerikanischen Studie sagt Lachmann:
Es ist jedoch müßig, die absoluten Zahlen zu diskutieren, denn man kann von einer Anzahl getöteter Tiere ohnehin nicht direkt auf eine Bestandsgefährdung einer oder mehrerer Arten schließen. Um in dieser Frage ein wissenschaftlich belastbares Ergebnis zu erhalten, müsste man ein Populationsmodell entwickeln, das Vogelbestandszahlen, Reproduktionsraten und andere Todesursachen mit einschließt. Das ist bei dieser Studie nicht geschehen.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 15537.html
northlynx

Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von northlynx »

Nina hat geschrieben:
Das vollständige Zitat von NABU-Vogelexperte Lachmann klingt aber irgendwie anders:
Inzwischen kursieren außerdem grobe Schätzungen, die für Deutschland von 200 Millionen von Katzen getöteten Vögeln pro Jahr ausgehen.

Über diese absoluten Zahlen kann man lange diskutieren. Tendenziell halte ich sie aber für zu hoch. [...]
Ob nun 200 Mio. , oder 100 Mio. , oder 50 Mio. , das ist doch nicht das Thema. Es ist und bleibt - wie ich schon weiter o. sagte, ein Ärgernis.
Wenn mein Hund nun umherginge und diese vielen Katzen töten würde, wäre das Geschrei riesengroß. Warum eigentlich? Wieso müssen so viel Leute x-viel Katzen halten (oft noch unkastriert und / oder aus dem Urlaub mitgebracht, aus südosteuropäischen "Tierheimen" gerettet usw. /usf.)

Das sind nun mal keine Wildtiere. Sondern ich sag es mal etwas despektierlich: Spaßtiere. Aber selbst dann hat man für so ein Tier die Verantwortung zu übernehmen. Vllt. wenigstens ein Glöckchen um den Hals legen, wenn das Tier auf Streifzug geht. Auf jeden Fall sollte man aber den Blödsinn unterbinden, dass Leute 8, 12, oder mehr Katzen (unkastriert) draußen rumlaufen lassen, aus denen dann spater 3 X soviele werden. Geschieht immer noch, obwohl die Gemeinden ja schon die ein - oder andere Verordnung dagegen erlassen. Aber wird das auch kontrolliert. Beim Hund dagegen sind wir sogar schon beim Hundeführerschein angekommen. Also Verhältnismäßigkeit ist was anderes in meinen Augen.
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Nina
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Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von Nina »

northlynx hat geschrieben:Ob nun 200 Mio. , oder 100 Mio. , oder 50 Mio. , das ist doch nicht das Thema. Es ist und bleibt - wie ich schon weiter o. sagte, ein Ärgernis.
Wenn mein Hund nun umherginge und diese vielen Katzen töten würde, wäre das Geschrei riesengroß. Warum eigentlich? Wieso müssen so viel Leute x-viel Katzen halten (oft noch unkastriert und / oder aus dem Urlaub mitgebracht, aus südosteuropäischen "Tierheimen" gerettet usw. /usf.)

Das sind nun mal keine Wildtiere. Sondern ich sag es mal etwas despektierlich: Spaßtiere. Aber selbst dann hat man für so ein Tier die Verantwortung zu übernehmen. Vllt. wenigstens ein Glöckchen um den Hals legen, wenn das Tier auf Streifzug geht. Auf jeden Fall sollte man aber den Blödsinn unterbinden, dass Leute 8, 12, oder mehr Katzen (unkastriert) draußen rumlaufen lassen, aus denen dann spater 3 X soviele werden.
Deine Äußerungen sind schon bemerkenswert, northlynx. Auf der einen Seite äußerst du dich radikal und pauschalisierend über Katzenhalter, obwohl du die genauen Zahlen der tatsächlichen gefiederten Beute ihrer Tiere in keinster Weise abschätzen kannst ("Ob nun 200 Mio. , oder 100 Mio. , oder 50 Mio. , das ist doch nicht das Thema") und die Situation so darstellst, als ob "8, 12 und mehr Katzen (unkastriert)" quasi der Regelfall pro Haushalt wären, während du diese Tiere auch noch abwertend und abfällig als "Spaßtiere" bezeichnest...

Auf der anderen Seite aber - wie im Thread "Antrag den Wolf ins Jagdrecht zu übernehmen in Niedersachsen 10.02.16" beschwerst du dich über das allgemeine "Jäger-Bashing" und reklamierst dieses "verbotene Thema" des Forenbetreibers für dich ganz allein in deinem Sinne. Wenn du das Zitat des Foren-Betreibers "Ähnliches betrifft das "Jäger-Bashing", das teilweise (u.a. durch Verallgemeinerungen) schon ziemlich grenzwertig ist" für deine Argumentation in Anspruch nimmst, solltest du selbst in anderen Themen mit Verallgemeinerungen, Herabsetzungen, Abwertungen und pauschalen Mutmaßungen über andere Bevölkerungsgruppen auch entsprechend zurückhaltend verfahren, denn sonst wird deine Argumentation unglaubwürdig.

Übrigens: Da niemand zur Jagd gezwungen wird, ist der Faktor "Spaß" auch hier entscheidend. Wer bestimmt darüber, dass Katzen als "Spaßtiere" für Menschen weniger gewichtig sind als "Spaßhunde" oder der "Jagdspaß"? Du persönlich? Denk mal nach: Food for thought! :roll:
harris
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Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von harris »

Es beißt doch keine Maus den Faden ab, dass die Katzen die Vögel fangen liegt doch klar auf der Hand. Um das zu sehen darf man eben nicht nur aus dem Küchenfenster schauen oder irgendwelche Links von irgendwelchen Profs aus dem Netz (natürlich nur die, die einem selbst nur gefallen) ziehen und seitenweise verlinken :-x , sondern da sollte man schon mal mit offenen Augen durch die Natur laufen. Und nicht nur Sonntags Nachmittag wenn die Sonne schein! Und vielleicht mal die Scheuklappen absetzten und das Ganze sehen und sich nicht immer nur seine "Lieblingsspezies" raussuchen und die speziell als besonders schützenswert darstellen...

Gruß Harris
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Nina
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Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von Nina »

harris hat geschrieben:Es beißt doch keine Maus den Faden ab, dass die Katzen die Vögel fangen liegt doch klar auf der Hand.
Stimmt, Katzen fangen Vögel. Menschliche Jäger töten übrigens auch Vögel: In den vergangenen drei Jahren waren es laut Deutschem Jagdverband bundesweit 32.437 Waldschnepfen, 1.172.825 Wildenten, 9.133 Rebhühner, 361.921 Fasane und 1.835.226 Wildtauben.¹

Über andere Vogelarten gibt es leider keine offiziellen bundesweiten Veröffentlichungen, aber ein Blick in die relativ transparente Jagdstatistik von Nordrhein-Westfalen² - gerade einmal eines von 16 Bundesländern - lässt die Dimensionen der Abschüsse für die vergangenen drei Jahre im Bundesgbiet erahnen (Fallwild nicht mitgerechnet). Nicht vergessen- Zahlen bitte mindestens verdreizehnfachen (Stadtstaaten mal außen vor) +X, um den Hauch einer Vorstellung der Dimensionen zu erhalten:

Höckerschwäne: 304
Graugänse: 27.219
Kanadagänse: 14.604
Nilgänse: 22.626
Blässhühner: 6.214
Lachmöwen: 4.267
übrige Möwen: 1.239
Grauheiher: 5
Aaskrähen: 353.361
Elstern: 103.463
Eichelhäher: 7

Und das sind nur die in Deutschland legal geschossenen Vögel - dabei ist die illegale Greifvogelverfolgung zusätzlich ein großes Problem.³
Das Komitee gegen den Vogelmord e.V. beziffert die in Deutschland jährlich geschossenen Zugvögel auf 1,5 Mio.
In Italien werden von Menschen im Namen der Tradition jährlich rund 17 Mio. Wildvögel getötet, darunter Feldlerchen und Singdrosseln.⁵
Malta gilt als größte Vogelfalle Europas.⁶ In Spanien beträgt die Vogelstrecke rund 11 Mio. Tiere jährlich.⁷ Zypern und Frankreich sind weitere Hochburgen der Vogeljagd.

In Europa kommen einer Studie aus 2003 zufolge jährlich zwischen 350.000 und 27 Millionen Vögel durch den Straßenverkehr ums Leben.⁸

Auch Igel fressen Gelege und Jungvögel. Erst im Jahr 1997 und nur aufgrund öffentlicher Proteste zog der Deutsche Jagdverband sein Merkblatt Nr. 2 zur Fasanenhege zurück, in dem zur Tötung der Igel, beispielsweise mit dem Jagdmesser, aufgerufen wurde.⁹

Angesichts dieser Zahlen erscheint mir die Fokussierung auf die Katzen einseitig und rein interessengeleitet, zumal die Problematik bereits auf politischem Wege gelöst wird (z. B. Paderborner Modell), der Katzenabschuss zudem in den ersten Bundesländern bereits gesetzlich verboten und der Hundeabschuss an strengste Auflagen geknüpft worden ist.
Um das zu sehen darf man eben nicht nur aus dem Küchenfenster schauen oder irgendwelche Links von irgendwelchen Profs aus dem Netz (natürlich nur die, die einem selbst nur gefallen) ziehen und seitenweise verlinken :-x , sondern da sollte man schon mal mit offenen Augen durch die Natur laufen. Und nicht nur Sonntags Nachmittag wenn die Sonne schein! Und vielleicht mal die Scheuklappen absetzten und das Ganze sehen und sich nicht immer nur seine "Lieblingsspezies" raussuchen und die speziell als besonders schützenswert darstellen...
Tja, harris, es liegt mir generell fern, deine Kompetenzen in welcher Richtung auch immer zu beurteilen. Aber auf einem Gebiet kann ich dir jegliche Kenntnis guten Gewissens komplett absprechen: Über mein Berufs- und Freizeitverhalten in der Natur und am Küchenfenster bei unterschiedlichem Wetter. Da kannst du dir noch so viel über mich ausdenken und meine Beiträge mit noch so bösen Smileys beantworten: Wenn ich so einen Mumpitz lese, fällt mir dazu nur ein Gesicht ein: :lol:

¹ https://www.jagdverband.de/node/3304
² https://www.umwelt.nrw.de/natur-wald/ja ... statistik/
³ http://www.komitee.de/content/aktionen- ... verfolgung
http://www.komitee.de/content/aktionen- ... eutschland
http://www.komitee.de/content/aktionen- ... te/italien
http://www.komitee.de/content/aktionen- ... /vogelfang
http://www.komitee.de/content/aktionen- ... te/spanien
http://www.landtag-niedersachsen.de/ps/ ... attachment Drucksache 17/5350, Frage 45, S. 92
Bode/Emmert: Jagdwende - Vom Edelhobby zum ökologischen Handwerk, Beck 2000, S. 77
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SammysHP
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Re: Jagdgesetz und Hund

Beitrag von SammysHP »

Langsam entartet diese Diskussion hier aber doch etwas.

PS: Wenn Hunde nicht wildern dürfen, sollten Katzen es auch sein lassen. Man kann seiner Katze beibringen, das Grundstück nicht zu verlassen. Alternativ schafft man sich keine Katze an. Hunde laufen in Deutschland ja meistens auch nicht alleine durch die Gegend.
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