Wolfsheuler hat geschrieben:Holzplantagen am besten ohne Tiere. Die stören nur.

Die Waldbesitzer und Jäger machen sich Sorgen... So, so...
Vielleicht sollten die Herrschaften mal drüber nachdenken, daß eine jahrzehntelange Mißwirtschaft genannt "Hege" den Karren erst gründlich in den Dreck gefahren hat:
10 Eliminierung der letzen großen Beutegreifer vor ca. 100 Jahren.
20 Hätscheln und Päppeln der Wildbestände, damit man was zum Schießen hat (tunlichst natürlich starke Trophäen), was dann dazu führte, daß der Wald starke Verbißschäden erlitt, was verständlicherweise die Waldbauern verärgerte.
30 Winterfütterung, um das Wild zu konzentrieren und den Verbiß zu stoppen, was andererseits dazu führt, das zuviel eigentlich zu schwaches Wild die Winter überlebt...
40 Goto 20
Und damit beißt sich die Schlange in den eigenen Schwanz.
Jetzt kommt der Wolf dazu und bedient sich am Happy Hour Angebot verhausschweinten Rot- und Rehwildes und wirft das ganze, ohnehin auf tönernen Füßen stehende Kalkül über den Haufen...
Fazit meinerseits:
Ein Wolf ist natürlich zu wenig. Wenn sich jedoch komplette Familienverbände bilden könnten und die unsinnige Winter-Fütterung eingestellt wird, sollte das über die Jahre dazu führen, daß
1. Schwaches Wild im Winter wieder verhungert oder gefressen wird.
2. Daß das Wild in Bewegung gehalten wird, was einerseits Verbißschäden minimiert und ebenfalls zum Verhungern überlebensuntüchtigen Wildes führt.
3. daß alleine die Anwesenheit der Wölfe schon die Reproduktionsrate des Schalenwildes senkt.
Wenn dazu noch die tatkräftige Unterstützung ökologisch denkender Jäger kommt, könnte das ganze über die Zeit wieder einigermaßen ins Lot kommen, auch wenn wir hier wohl nie mehr ein perfektes, natürliches Gleichgewicht zwischen Beute und Beutegreifer erreichen werden.
Leider habe ich keinen eigenen Wald, aber
wenn dem so wäre, wäre mir eine tüchtige Wolfsfamilie mehr als willkommen, denn meiner Meinung nach ist der Wolf der natürliche Verbündete von Forstleuten und Waldbesitzern...
Oder um mal wieder das alte, russische Sprichwort zu zitieren: "Wo der Wolf läuft, wächst der Wald!"
Es wird einfach allerhöchste Zeit, daß mal wieder wildbiologisches und ökologisches Denken in die Amtsstuben und an die Stammtische Einzug hält und nicht nur in den Bahnen von "Rendite" gedacht wird, dann klappt's auch mit dem Wolf, dem Schalenwild und dem Wald und unter dem Strich gewinnen alle: Die Natur, aber auch die Menschen. Letztere vielleicht nicht an Euros, aber an Lebensqualität in einer gesunden Umgebung...!