Hirsche haben Covid-19

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Nina
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Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Nina »

Und da wundert einen dann gar nichts mehr: Wildlebende Hirsche positiv auf Covid-19 getestet
Hirsche mit Covid-19 infiziert

Gemäß einer Studie aus den USA, die in dem Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wurde, können Hirsche ein Reservoir für Covid-19 darstellen. Von 360 in Ohio geschossenen Weißwedelhirschen wurden 139 positiv auf Covid-19 getestet, was einer Quote von 36 Prozent entspricht. Dabei wurde keines der Tiere als erkrankt befunden, aber nach Aussage der Forschenden könnten die Hirsche als Ansteckungsquelle fungieren, da es Hinweise auf eine Übertragung der Tiere untereinander gäbe. Zwar sei kein Fall einer Übertragung des Virus von Hirschen auf Menschen nachgewiesen worden, aber weil ein so hoher Prozentsatz das Virus in sich trage, sei dies für die Zukunft denkbar, sollte sich das Virus weiter ausbreiten
[...].

Svensk Jakt, 04.01.2022: Hjortar smittade med covid-19 https://svenskjakt.se/start/nyhet/hjort ... -covid-19/
Dabei ist die Erkenntnis gar nicht so neu:
Weißwedelhirsche in mehreren US-Staaten mit SARS-CoV-2 infiziert

Fort Collins/Colorado – Nordamerikanische Weißwedelhirsche, die sich gerne in der Nähe von mensch­lichen Siedlungen aufhalten, sind einer Studie in bioRxiv (2021; DOI: 10.1101/2021.07.29.454326) zu­folge zu 40 % mit SARS-CoV-2 infiziert. Das Rotwild könnte zu einem neuen Reservoir des Pandemie­virus geworden sein.
[...] Um so überraschender ist die Nachricht, dass SARS-CoV-2 offenbar Rotwild infizieren kann. Der Weiß­wedelhirsch (Odocoileus virginianus) ist von Südkanada bis Peru und Nordbrasilien verbreitet. Allein in den USA soll es 30 Millionen Tiere geben. Diese sind weniger scheu als ihre europäischen Verwandten und halten sich häufig in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf. [...] Insgesamt wurden 624 Blutproben aus der Zeit vor und während der aktuellen Pandemie untersucht. Die Proben aus der Präpandemiezeit waren mit Ausnahme einer vermutlich falsch positiven Probe negativ. Unter den Proben von 2021 waren jedoch 152 (40 %) positiv. Die Blutproben stammen von Tieren aus den Staaten Illinois, Michigan, New York und Pennsylvania. Dies bedeutet, dass es sich nicht um einen lokalen Ausbruch handelt. Das Virus scheint sich unbemerkt unter dem Rotwild ausgebreitet zu haben. Da es bislang nicht in verendeten Tieren gefunden wurde, könnte die Infektion bei den Tieren asympto­matisch verlaufen. [...] Wenn sich die Viren von selbst unter den Weißwedelhirschen verbreitet haben, wovon wohl auszugehen ist, dann wären alle Voraussetzungen für ein dauerhaftes Reservoir des Virus in der freien Natur gegeben. SARS-CoV-2 könnte sich dort ausbreiten, sich genetisch verändern und später wieder auf den Menschen übertragen werden.
Unklar ist, wie das Virus zu den Hirschen gelangt sein könnte. Die Tiere könnten sich durch den Kontakt mit Menschen, mit Haustieren oder auch durch kontaminierte Abwässer infiziert haben.

Ärzteblatt, 04.08.2021: Weißwedelhirsche in mehreren US-Staaten mit SARS-CoV-2 infiziert https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... -infiziert
Warum das jetzt nicht wirklich überrascht?
"Während viele auf der Welt von Covid-19 überrascht waren, waren wir es nicht", sagt Delia Randolph, Veterinär-Epidemiologin beim ILRI. "Dies war eine höchst vorhersehbare Pandemie." Seit den 1930er-Jahren zeichne sich eine deutliche Tendenz ab: Die Zahl menschlicher Krankheiten steigt. Laut dem am Montag veröffentlichten Bericht von UNEP und ILRI stammen ungefähr 60 Prozent der menschlichen Krankheiten ursprünglich von Tieren. [...]

In vielen Regionen der Erde werden Wildtiere gejagt, verkauft und verzehrt. Über diesen Handel mit Wildtieren können sich Zoonosen leicht vom Tier auf den Menschen übertragen – Jägerinnen und Jäger kommen in direkten Kontakt mit den Tieren, aber auch Menschen, die auf Frischemärkten arbeiten, wo die lebenden Tiere vor Ort geschlachtet werden. So sind SARS und SARS-Cov-2 wahrscheinlich durch engen Kontakt mit Fledermäusen und anderen Wildtieren direkt auf Menschen übergesprungen.

Durch den großen internationalen Markt für Wildtiere werden manche Arten immer stärker bejagt, ihr Bestand kann sich nicht erholen und das Überleben der Art ist gefährdet. Mit dem allmählichen Verschwinden solcher Tiere dringen Jägerinnen und Jäger immer tiefer in Ökosysteme vor, mit denen Menschen vorher kaum Kontakt hatten. Auch so erhöht sich das Risiko der Infektion mit Zoonosen.


mdr, 10.07.2020: Wie der Mensch neue Pandemien produziert https://www.mdr.de/wissen/studie-zoonos ... g-100.html
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Nina
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Nina »

Verdacht: Covid-19 wurde durch Jäger in den Hirschbestand eingetragen

Norwegische Veterinärwissenschaftler vermuten, dass Jäger Covid-19 in die amerikanische Weißwedelhirsch-Population eingetragen haben könnten.
Nach dem Fund von Covid-19 in Weißwedelhirschen in Ohio und vier anderen Bundesstaaten hat das norgwegische Veterinärinstitut ein Monitoring des SARS-CoV-2-Virus in norwegischen Hirschen gestartet. Die Forschenden fürchten, dass Hirsche als Wirte des Coronavirus fungieren könnten, welches in ihnen möglicherweise mutieren und sich auf den Menschen zurückübertragen könnte. [...] Es war eine große Überraschung, dass in 35 Prozent der untersuchten Weißwedelhirsche Antikörper gegen SARS-CoV-2 gefunden wurden. [...] SARS-CoV-2 ist ein Virus, das in erster Linie Menschen befällt, aber nun auch zu hohen Anteilen in Weißwedelhirschen in den USA und zuletzt auch bei der selben Art in Kanada nachgewiesen wurde. [...] Es gibt mehrere Möglichkeiten, die noch näher untersucht werden müssen. Wir wissen, dass das Virus draußen in der Natur gut überleben kann und sich die Tiere z. B. über das Wasser infizieren können. Eine andere Möglichkeit, die in einer publizierten Studie diskutiert wird, ist der Zusammenhang zwischen dem Anstieg positiv auf Covid-19 gestesteter Tiere mit dem Beginn der Jagdsaison im Herbst, welcher die Vermutung nahelegt, dass die Hirsche durch Jäger infiziert worden sind. Durch Sequenzierung hat man herausfinden können, dass es sich um dasselbe Virus handelt, das sowohl unter Menschen als auch unter Hirschen in Nordamerika zirkuliert [...].

Veterinærinstituttet, Norwegian Veterinary Institute, 12.01.2022: Podcast: Undersøker hjortedyr i Norge for covid-19 https://www.vetinst.no/nyheter/podcast- ... r-covid-19
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SammysHP
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von SammysHP »

Aha, husten die Jäger die Hirsche an und lassen sie dann wieder gehen? Die kommen doch nicht zum Kuscheln. Dass die Virenkonzentration im Wald durch Menschen ausreichend ansteigt, bezweifle ich.

Andererseits ist der Übertragungsweg auf Wildtiere schon recht interessant.
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Dr_R.Goatcabin
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Die kommen schon gern zum Kuscheln, aber eher mit dem dann schon erschossenem Wild; für's Posing. :grumpy:
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zaino
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von zaino »

au weia, lasst das nicht unsere irre Regierung lesen, sonst wird auch noch der Wald für uns verboten. Wg unserem tööödlichen Pesthauch.
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Dr_R.Goatcabin
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Ich vermisse noch immer irgendeine plausible Begründung, in welcher Form da Jäger für den Eintrag an Covid-19 in Hirschpopulationen verantwortlich sein sollen. Das ergibt irgendwie keinen Sinn. Oder husten Erkrankte noch schnell das Futter an, bevor es zu den Lockstellen ausgebracht wird?

Der Weg über die Aufnahme von Essbarem aus den Siedlungen, oder kontaminierte Wässer scheint mir offensichlicher. Vielleicht gibt es ja auch einen (bisher unsichtbaren) Träger, der das Virus zu den Hirschen bringt. ( Aber ich will den süßen Trash-Panda nicht auch dafür noch verantwortlich machen ... :dead: Und der Fuchs ist auch so schon der Buhmann für alles. )
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Nina
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Nina »

Jäger kommen deshalb in die engere Auswahl, weil es eine zeitliche Verbindung zur Jagdsaison auf Hirsche gibt. Generell diskutiert wird kontaminiertes Futter, Abwässer oder von Jägern in die Natur eingebrachte Substanzen wie "der Klecks Kautabak", von dem der Hirsch auch mal gern probiert. Wenn die angegrabbelte Munition im Tierkörper und damit im Gewebe landet, ist das ja vielleicht auch eine Möglichkeit, wenn der Hirsch verletzt entkommt. Da kriegt das Wort "krank geschossen" nochmal 'ne richtig neue Bedeutung. Oder wenn viele Jäger unterwegs sind und den Hirschen auf die Futterpflanzen pullern... Unabhängig davon, wie das Virus zu den Hirschen gelangte, verbreitet es sich unter ihnen erfolgreich. Wenn dann Jäger die Tiere schießen, ausnehmen, Aufbrüche u. ä. zurücklassen, steigt die Kontaminationsgefahr auch wieder für die Jäger. Und ob die da draußen tatsächlich so genau mit Maske und Desinfektionsmittel arbeiten, sei mal dahingestellt. Zwar tötet eine gewisse Gartemperatur - 165 °F - im Inneren des Bratens die Viren ab, jedoch ist es bis dahin ja noch ein weiter Weg der Verarbeitung. Und der Genuss ist auch nicht sicher, wenn man's gerne blue oder rare mag.
The virus can spread when people feed deer in their backyard, through sewage discharges or maybe when an animal licks a splotch of chewing tobacco left behind by an infected hunter. “Perhaps it doesn’t take much of a loading dose to get deer infected,” she said. [...] In the meantime, several states have advised deer hunters to take precautions when dealing with white-tailed deer: wear rubber gloves and perhaps a mask when field dressing and processing; sanitize hands and instruments after dressing; and bag carcass remains before disposing in trash. Health officials say eating cooked venison carries little risk as long as it reaches an internal temperature of 165°F.

The New York Times, 02.11.2022: Widespread Coronavirus Infection Found in Iowa Deer, New Study Says https://www.nytimes.com/2021/11/02/scie ... ction.html
Erinnert Ihr Euch noch an den angeblich vom Wolf angeknabberten (Jäger-)Jogger, der sich nach dem "Entbeinen" eines Hirsches - ohne die Hände zu waschen - auf Jogging-Runde durch den Gartower Forst begeben hat?
Die Tatsache, dass der Jogger unmittelbar vor dem Joggen eine Hirschkeule entbeint hatte und losgejoggt war ohne sich vorher die Hände zu waschen (neben der Bewegung) ist besonders erwähnenswert.

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Hintergrundinformationen zum Vorfall: Meldung einer Begegnung eines Joggers mit Wölfen im Gartower Wald (Stand: 13.01.2016) http://www.umwelt.niedersachsen.de/download/103731
Wuhan ist überall!
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Dr_R.Goatcabin
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Nina hat geschrieben: 30. Jan 2022, 15:15 Wenn die angegrabbelte Munition im Tierkörper und damit im Gewebe landet, ist das ja vielleicht auch eine Möglichkeit, wenn der Hirsch verletzt entkommt. Da kriegt das Wort "krank geschossen" nochmal 'ne richtig neue Bedeutung. Oder wenn viele Jäger unterwegs sind und den Hirschen auf die Futterpflanzen pullern...
Soso, Jäger bewerfen Hirsche mit schmierigen Patronen zu Tode. The Touch of Evil könnte ich im spirituellen Sinne gelten lassen, nicht aber im streng medizinisch-rationalen. ;) Da müssen auch echt eine Menge Pullermänner unterwegs sein, hm.

...

Nur gut, dass diese Diskussion schon im Smalltalk angefangen wurde. :D

P.S. Niemand in Europa misst (noch) in Fahrenheit. ^^
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Nina
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Nina »

The Tradition of Deer Camp

Vacation days are put in at the beginning of each year with anticipation building for the next cup of Grandpa’s “Joe” and maybe a shot at the big one Uncle Scott missed last year. Small towns close school the day before opener and sales for HotHands and propane soar. Gas stations staff up for the big push and supermarket delis are fully stocked to supply the masses. Step outside the eve before opening day and draw a deep breath, the smell of burning log fires infuse the air from chimneys of nearby deer camps around each bend, over the next hill, and across the way.
[...] Deer Camp is something to look forward to, it’s something everyone can count on. Friends and family come together for more than the hunt, they do it for the comradery of doing something different than the everyday norm.

Legendary Whitetails, S. Ubl: The Tradition of Deer Camp https://community.legendarywhitetails.c ... deer-camp/
Hunting health: COVID-19 risks during gun deer season

With gun deer hunting season quickly approaching, UW Health officials are reminding hunters to make sure their own health is up to snuff before they take to the woods.
[...] If someone comes to deer camp and they have COVID and other folks aren’t vaccinated, in that enclosed space with the laughing and good times that are had, the likelihood that those other hunters would be infected is pretty high,” said Dr. Jeff Pothof, UW Health emergency medicine physician, chief quality officer, and associate professor of emergency medicine at UW School of Medicine and Public Health.

WSAW TV, 15.11.2021: Hunting health: COVID-19 risks during gun deer season https://www.wsaw.com/2021/11/15/hunting ... er-season/
Hunters spread COVID to deer, Penn State study says

[...] A report from the Pennsylvania State University (PSU) found 80% of white-tailed deer sampled in Iowa tested positive for SARS-CoV-2, the virus that causes COVID-19, last year. Suresh Kuchipudi, a PSU researcher and biology professor who co-led the study, said the report showed that humans are spreading the disease to deer. [...] More research is needed to see how the virus spreads in an ecosystem, like a deer’s habitat, he said, and that’s why it’s important for people who are around deer frequently, like hunters, to be vaccinated and wear a mask. The Pennsylvania Game Commission (PGC) recommends that hunters practice good hygiene by wearing disposable gloves and masks, and washing their hands after handling harvested game. The agency says equipment, tools or surfaces should be disinfected with a 10% bleach solution for a minimum 10-minute contact time before rinsing with clean water and allowing the area to dry. PGC says deer meat should be cooked to the proper internal temperature before consuming. PennState Extension offers tips for proper field dressing and handling of wild game.

WSKG, 26.11.2021: Hunters spread COVID to deer, Penn State study says https://wskg.org/uncategorized/covid-deer-hunters/
Here are the best practices they outline for reducing COVID-19 risk when hunting deer:

> Wear a face covering when in close contact with a breathing deer.
> Wear gloves while field dressing deer.
> Wash hands thoroughly after hunting, handling any part of the deer carcass and/or handling raw meat.
> Keep raw meat and other carcass parts away from ready-to-eat food.
> Cook deer meat to a minimum internal temperature of 158°F


NC State University, 02.12.2021: Deer Can Catch COVID. Here’s What Hunters Should Know. https://news.ncsu.edu/2021/12/hunters-deer-and-covid/
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Dr_R.Goatcabin
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Re: Hirsche haben Covid-19

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Einfach Zitate einwerfen, die nur bedingt bis gar nichts mit der Übertragung vom Menschen auf die Tiere zu tun haben, lässt in der Tat Fragen offen, ja.

1. Zitat: führt erst einmal an, dass viel Fleisch auf den Markt gelangt, und Jagdsaison populär ist. Die tatsächliche "Durchsetzung" eines Gebietes mit dieser Aktivität kenne ich dadurch nicht.

2. Zitat: behandelt allein Ansteckungsrisiko der Jäger untereinander.

3. u. 4. Zitat: behandelt generelles Risiko der Übertragung von Krankheiten des Tieres auf den Jäger, nicht anders herum.

Ich will ja nicht abstreiten, dass Jäger mitverantwortlich sind; mir geht es um die relevanten Eintragswege. Auch dort wird es Zeiten mit weniger Blei in der Luft geben, und deswegen ist meiner Meinung nach dieser angeführte Faktor größer: generell höhere Nähe zu Menschen.
“The viral lineages we identified correspond to the same lineages circulating in humans at that time,” said Kapur. “The fact that we found several different SARS-CoV-2 lineages circulating within geographically confined herds across the state suggests the occurrence of multiple independent spillover events from humans to deer, followed by local deer-to-deer transmission. This also raises the possibility of the spillback from deer back to humans, especially in exurban areas with high deer densities.”

Penn State University, 03.11.2021; https://www.psu.edu/news/research/story ... udy-finds/
Jagdsaison ist dort im Herbst. Das originale Paper besagt, dass (Kontroll-)Proben vor und während der Pandemie genommen worden, während es am Beginn der Pandemie leider vage bleibt:
The three positive samples from 2020 were collected in January, very early in the pandemic. In fact, the majority of the 2020 samples that were available for testing were from January-March, with only 21 samples collected later in the year, 20 of which were collected in October from a single location. Consequently, we have limited information on prevalence over time in 2020.
Wir haben also auch keine Information darüber, wie sich das Virus im Laufe des Jahres von selbst verbreitet hat, und auch im Folgejahr ist das Zeitfenster der Proben eher schmal. Somit bleiben Effekte unklar, in welchem Maße Jagd und der Alltag (gewöhnliche Nähe der Tiere zu Siedlungen) beitragen.
From January-March 2021, we received 385 wild white-tailed deer serum samples from four states: Michigan (MI, N = 113), Pennsylvania (PA, N = 142), Illinois (IL, N = 101), and New York (NY, N = 29, Table 1).
Zwar werden akademisch natürlich auch hier alle möglichen Wege aufgezählt, wo eben Wild in Kontakt mit Menschen kommt, aber nur wenige dürften eine Rolle spielen. Die Autoren hüten sich freilich, ohne irgend weitere Ahnung hierzu sich mit Theorien aus dem Fenster zu lehnen.
Multiple activities could bring deer into contact with people, including captive cervid operations, field research, conservation work, wildlife tourism, wildlife rehabilitation, supplemental feeding, and hunting (10). Wildlife contact with contaminated water sources has also been offered as a potential transmission route (11), although transmissibility of SARS-CoV-2 from wastewater has yet to be conclusively demonstrated (26). Transmission from fomites or other infected animal species cannot be discounted.
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