Der Deutsche Wald

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Lutra
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Der Deutsche Wald

Beitrag von Lutra »

Ich war heute vormittag in unserem privatem Waldstück bißchen sägen. Eine halb umgefallene Fichte ist Brennholz geworden. Habe sie gleich entrindet und große Mengen Borkenkäferlarven freigelegt. Wahrscheinlich holt unsere Fichten auch noch das Käferchen, falls es nicht mal richtig naß wird. Unsere Nachbarn beiderseits haben schon fast kompletten Kahlschlag, Folge von Schneebruch, Sturmschaden, Käfer. Es sieht grausam aus in unserer ganzen Umgebung. Eigentliche Ursache ist ja die Forstplantagenwirtschaft.
Wie sieht es bei Euch aus?
maxa67

Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von maxa67 »

Also bei uns Hohe Dubrau, Mücka, Biosphärenreservat siehts bei den Kiefern, Fichten und Lärchen nicht minder grauselig aus. Gottseidank ist da schon ne Menge rausgeholt worden, aber da sind Lücken entstanden und Waldwege zerstört worden, hör mir auf. Mit den Käfern scheints nicht ganz so drastisch zu sein, wie in der Vorderlausitz bei dir oder im Oberland und um Bautzen herum.
Wenigstens rechnen die jetzt fürs Wochenende ne Vb artige Lage mit bis zu 30 mm übers Wochenende, das sollte ein bißchen wirtschaften helfen. Und gottseidank ist die Pilzschwemme endlich vorbei, wir haben wieder blecheweise getrocknet, das Sammeln ist ja schön, aber putzen, schneiden, trocknen, da sind wieder einige Sonntagnachmittage draufgegangen.
Redux

Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von Redux »

In unserem Wald (äh im Wald meiner Freunde mir gehört da nix) im Schwarzwald ist alles geplantert. Wenig Fichten viele verschiedene Baumarten in verschiedenen Altersklassen. Wenn Nadelbaum vor allem Weißtanne. Es gibt Auerhühner und einen Luchs wenn er sich mal in diesem Teil des Reviers rumtreibt. Und trotzdem sieht es grausig aus, weil mittlerweile selbst die Buchen die angeblich die best angepaßtesten Bäume darstellen mit der klimawandelbedingten Trockenheit nicht mehr klarkommen. Quellen versiegen, die noch letztes Jahr Wasser geführt haben die Bäche führen erstickte Bachforellen, die Salamander flüchten unter die Viehtränken. Gibt also noch andere Auslöser als die Plantagen wirtschaft. Aber sämtliche Waldbesitzer der Region wollen jetzt im großen Stil plantagenartig Douglasien pflanzen , weil diese eine Pfahlwurzel besitzen und besser mit Trockenheit zurecht kommen. Und da sie wissen, daß das eine Umweltsauerei ist wollen sie dieses schnell tun bevor es die EU verbietet. Das dürfte dann der letzte Akt der Waldwirtschaft sein. Wird aber erst die Enkel betreffen.
Erklärbär
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Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von Erklärbär »

Heute im Wald mit meiner Großen (3):
Rumänische Forstwirte fällen eine große Fichte. Die fiel trotz Keilen nicht um. Die nächste blieb woanders hängen. Die Dritte hat dann alle umgerissen. So ne Technik habe ich auch noch nie gesehen geschweige denn angewendet. 3 Fichten im Dominoeffekt.

Fichten sind bei uns fast alle tot mitsamt Borkenkäfer. Buchen auch schlimm.

Wölfe gab's diesmal keine, dafür den letzten Steinpilz der Saison.
Will you walk out of the air, my lord?
maxa67

Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von maxa67 »

Redux, auch wenn du den Blödsinn noch so oft wiederholst, ich kanns nicht mehr hören mit der klimawandelbedingten Trockenheit.
Wir hatten 2018 ein zugegebenermaßen Dürrejahr und dieses Jahr war auch bisher deutlich unter dem Schnitt.
Der Niederschlagstrend in Deutschland sieht aber einfach mal so aus... (Quelle Bernd Hussing)
http://www.bernd-hussing.de/30-Jahre-Da ... 0RRJah.jpg

Der Klimawandel begünstigt auch keine Wetterextreme, auch wenn noch soviele jeden Tornado, jede Hagelzelle in Europa dem Klimawandel andichten will. Es ist schlichtweg falsch und statistisch durch nichts zu belegen.
Redux

Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von Redux »

Ja ist aber eine langfristige Sache nicht nur 2018 oder dieses das auch zu trocken war, kann man da gut sehen. Und wie gesagt die Trockenheit kann man da nicht wegleugnen (Von Schnee und Winter wollen wir gar nicht reden). Selbst wenn das eine offizielle Statistik noch nicht hergeben mag. Ich kenne den Laden da erst 5 Jahre und in denen ist es schlimmer geworden, was nichts heißen muß, da wie gesagt 2018. Aber alle Leute die da länger wohnen und wirtschaften (selbst wenn sie alles andere als links sind und die AfD so von wegen Heimatschutz sonst ganz toll finden) sagen , daß die Wetterbedingungen (um das Wort Klima zu meiden) gänzlich andere sind als sie waren und diese mittlerweile voll aufs Wirtschaften durchschlagen. Hier in meiner Heimat gibt es seit ein paar Jahren Gottesanbeterinnen und Bienenfresser, die es hier seit dem Mittelalter hier nicht mehr gegeben hat und wohl kaum weile s mehr Lebensraum gäbe. Auch kann ich mich an den ersten Jahrhundertsommer seit 1911 nämlich 1976 erinnern in dem meine Oma nach einem längeren Aufenthalt in der Schweiz zu mir sagte, was ist denn hier los ? Hier ist ja das Gras vertrocknet, das sieht ja aus wie am Mittelmeer. Und dabei hatte die Halme lediglich braune Spitzen. Wahrscheinlich hätte sie die Welt nicht mehr verstanden, wen die die Rasenflächen hier 2003 und 2018 gesehen hätte. Aber auch durchschnittliche Jahre wie 2008 lassen die Landschaft austrocknen wie die Aufzeichnungen von Google Earth und Streetview in Bezug zu Köln eindrücklich zeigen.
Lutra
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Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von Lutra »

Ich bin nun schon über 64 Jahre hier vor Ort mit fast 60 Jahren Erinnerung. Früher gabs ja im Forst die Altersklassenbewirtschaftung mit Kahlschlägen und Anpflanzung/Schonungen. An solche große Kahlflächen im Forst, wie sie jetzt unbeabsichtigt entstehen, kann ich mich aber nicht erinnern. Der Wald sieht insgesamt grausig aus. Dazu tragen noch die Harvester und Forwarder bei. Es gibt kaum noch ruhige Ecken.
maxa67

Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von maxa67 »

Über unsere Bewitrtschaftung sowohl von Sachsenforst wie von den Privaten brauchen wir uns nicht zu streiten. Daß da gewaltig was schiefläuft, da sind wir uns sicher einig. Ich kenne aus meiner Kindheut noch das kahle Isergebirge, Riesengebirge, den Kahleberg im Osterzgebirge der seinem namen alle Rechnung trug. Da lag mit dem sauren Regen aus dem Böhmischen und unserem Elbtal und den Stüprmen der 60er richtig viel daneben. Und die Situation durch die Stürme, die Trockenheit ist in spätestens seit dem letzten Jahr teils dramatisch. Keine Negierung, keine Widerrede. Aber es war heilbar!
Ich hasse es nur, wenn jemand hier was reindeutet, nur weils gerade chic ist. Um mehr gings mir nicht. Ich erwarte von Interessenten an der Lage einfach mehr Differnziertheit statt Plattitüden.
Im Normalfall kannste einen Großteil des Waldes nur mit ordentlich Chemie vor noch Ärgerem bewahren. Aber damit killste eine Unmenge "unschuldige" Insekten im Habitat. Das ist ne ganz böse Sache für die Entscheider.
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Dr_R.Goatcabin
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Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

maxa67 hat geschrieben: 4. Nov 2019, 16:09 Redux, auch wenn du den Blödsinn noch so oft wiederholst, ich kanns nicht mehr hören mit der klimawandelbedingten Trockenheit.
[...]
Der Klimawandel begünstigt auch keine Wetterextreme, auch wenn noch soviele jeden Tornado, jede Hagelzelle in Europa dem Klimawandel andichten will. Es ist schlichtweg falsch und statistisch durch nichts zu belegen.
Einfachste Lösung: dann höre halt nicht hin, und erspare allen hier die stets diesselbe ignorante Sülze. :roll:
"Though this be madness, yet there is method in 't ..."
Lutra
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Re: Der Deutsche Wald

Beitrag von Lutra »

maxa67 hat geschrieben: 4. Nov 2019, 19:32
Im Normalfall kannste einen Großteil des Waldes nur mit ordentlich Chemie vor noch Ärgerem bewahren. Aber damit killste eine Unmenge "unschuldige" Insekten im Habitat. Das ist ne ganz böse Sache für die Entscheider.
Die Förster sagen, es hilft nur eine längere, naß-kalte Witterungsperiode. Dann verpilzen die Käfer und ihre Larven. Muß vor einiger Zeit schon mal eine ähnliche Situation gegeben haben. Damals hat mans mit Chemie versucht, nicht viel geholfen, mehr Schaden angerichtet. Erst die entsprechende Wetterlage hats dann gerichtet.
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