ARD Rabiat- Auf der Jagd

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Nina
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ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Nina »

ARD, 21.10.2019 um 22:45 Uhr aus der Sendereihe "Rabiat": Auf der Jagd

Der Wolf kommt auch drin vor:

Aus der Sequenz "Wozu dient die Jagd?"
Tiere schießen für eine Trophäe? Dient die Jagd tatsächlich vor allem dem Schutz des Waldes? Roderich Götzfried, Jäger seit mehr als 60 Jahren, sieht das eher nüchtern. Besser, die Menschen essen das Fleisch als der Wolf.

[Reporterin:] Wenn man jetzt wirklich jagen geht aus Naturschutzgründen oder aus dem Grund, dass man das jetzt alles versucht zu regulieren und so - dann wäre doch die Idealvorstellung eines Jägers eigentlich eine Natur, die sich selber regelt, wo man nicht mehr jagen muss. Ist das eine schöne Vorstellung für Sie?

[Jäger:] Ich bin der Meinung, Jagd ist auch genauso zu bewirtschaften wie z. B. ein Bauer seine Felder. Wieso soll ich z. B. auf die Ernte verzichten? Das heißt, wenn ich im Herbst in dem Revier, sagen wir mal, 50 Hasen schießen kann, ohne dass ich dem Bestand weh tue? Die 50 Hasen kann ich ja an Gastwirtschaften geben. Die kann man essen, warum soll ich die meinetwegen verludern lassen, dass der Wolf oder die Füchse die frisst?

[Reporterin:] Ah, dann ist das, okay, dann ist das vielleicht genau sozusagen der Unterschied. Weil es wird oft argumentiert mit: Das ist Naturschutz. Aber für Sie ist es eher Bewirtschaftung des Wildes?

[Jäger:] Wir bewirtschaften das. Wir bewirtschaften auch das Schalenwild, Rehe und so. Wir müssen das Schalenwild in Grenzen halten, damit sie net zuviel im Wald Schaden machen. Aber wir schießen das auch und verwerten das zu 100 Prozent. Es ist doch ein Unterschied, ob ich oder Sie einen Rehbraten essen oder ob ihn der Wolf frisst. Muss denn das sein?

ARD, Sendereihe "Rabiat": Auf der Jagd, 21.10.2019 https://www.daserste.de/information/rep ... 2-100.html
Bevor einige Leser jetzt Schnappatmung bekommen - der Film soll sehr neutral gehalten sein und das Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachten.
Sagt jedenfalls die "Mittelbayerische":
Der Film arbeitet sich an einem echten Dauerbrennerthema ab und liefert ein treffliches Stimmungsbild zum Aufreger Jagd, ohne Partei zu ergreifen.

Mittelbayerische, 27.09.2019: Rabiat - Auf der Jagd: "Früher hatten die Leute mehr Respekt vor uns" https://www.mittelbayerische.de/panoram ... 31293.html

zaino
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Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von zaino »

:shock: :?
Futterneid gegenüber dem Wolf? Muss das denn sein?

Aber gut, wenn man die Tiere, die man schießt, auch selber aufisst, meinetwegen. Nur, müssen solche Argumente sein, dass die sonst wer anderst frisst?

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Dr_R.Goatcabin
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Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Nu hast Du den Wald vor der Tür, dann musst Du auch alles rausholen, wenn es halt da ist. Pauschalreisen im Hotel: die letzte Keule am Bufett MUSS mitgenommen werden, selbst wenn Dir schon schlecht ist. Bevor es weggeworfen, oder schlimmer noch - von einem Anderen geholt wird. ;)

Wo kämen wir denn da hin, die guten Keulchen im Wald den Schädlingen zu überlassen.
"Though this be madness, yet there is method in 't ..."

zaino
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Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von zaino »

*örgs*.... so kann man "living off the land" auch definieren.... irgendwie erbärmlich....

Erinnert an Leute, die die letzte Keule und die Brötchen vom Buffet nimmer essen können und heimlich EINSTECKEN.

Weiss nicht, habe da her die Einstellung von "Danke, dass ich was geschenkt kriege" - ob vom Obstbaum, Kräuterbusch oder Tomatenstrauch im Garten.

Ach ja, richtig... in der Bibel stand was von "sich die Erde untertan machen" und das Buffet ratzekahl abräumen. Hatte ich wohl nicht richtig verstanden...

Schattenwolf

Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Schattenwolf »

Passt ganz gut zu der Aussage von Hubert Aiwanger.
Deutschland: In Bayern liegt der Hobby-Jäger-Nerv blank
“Die Jagd ist die natürlichste Form der Nahrungsmittelgewinnung. Gott hat den Menschen zum Allesfresser geschaffen. Es wäre sogar eine Sünde, wenn man Rehen dabei zusehen würde, wie sie nur natürlich sterben. Ein Tier zu jagen, um es anschliessend zu essen, sei „genauso, wie einen Apfel zu ernten“
Im Visier von Aiwangers militanter Rede, die wie eine Generalabrechnung anmutete, standen auch die Klimaschützer. Schliesslich sei die Jagd angewandter Naturschutz. Jagdgegnern unterstellte er hingegen immer grösseren Populismus. „Die Jäger sind die Naturschützer – und nicht die radikalen Klimaschützer, die sich auf die Strasse setzen.“ Darum forderte er seine Jagdkollegen auf, die Verfasser von kritischen Kommentaren im Internet gemeinsam zu konfrontieren – das seien zum Beispiel Veganer, „denen man das meist schon von aussen ansieht“, wetterte der Politiker der Freien Wähler.
https://wildbeimwild.com/kunterbunt/deu ... nerv-blank

Erklärbär
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Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Erklärbär »

So ein Käse. Hinter der Seite Wildbeimwild steckt eine vegane Psychosekte, die u.a. Fleischesser im Restaurant in ein Separee stecken wollen. Die schrecken vor keiner Lüge, vor keiner unwahren Behauptung zurück, um ihre abstrusen Forderungen zu untermauern.

Ähnlich wie bei PETA geht es aber vornehmlich um Spendengelder, von denen die sektiererischen Hetzer leben wollen. Scheint gut zu funktionieren, das Geschäftsmodell.

Früher lebten in dem Tessiner Bergdorf Schmuggler, heute eben vegane Wegelagerer. Die Zeiten ändern sich, aber die Geschäftsmodelle nicht.Kenne das Dorf sehr gut, hatte dort Freunde, die jetzt woanders leben.
Will you walk out of the air, my lord?

Schattenwolf

Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Schattenwolf »

Erklärbär hat geschrieben:
20. Okt 2019, 12:50
So ein Käse. Hinter der Seite Wildbeimwild steckt eine vegane Psychosekte, die u.a. Fleischesser im Restaurant in ein Separee stecken wollen. Die schrecken vor keiner Lüge, vor keiner unwahren Behauptung zurück, um ihre abstrusen Forderungen zu untermauern.

Ähnlich wie bei PETA geht es aber vornehmlich um Spendengelder, von denen die sektiererischen Hetzer leben wollen. Scheint gut zu funktionieren, das Geschäftsmodell.

Früher lebten in dem Tessiner Bergdorf Schmuggler, heute eben vegane Wegelagerer. Die Zeiten ändern sich, aber die Geschäftsmodelle nicht.Kenne das Dorf sehr gut, hatte dort Freunde, die jetzt woanders leben.
Sagt unser lügendes Propagandabärchen. :D Kann gerne in ein anderes Thema verschoben werden.
Das heisst, wenn ein Jäger mit etwas Unangenehmem oder bedrohendem konfrontiert ist, wird das betreffende Objekt (Person, Tier, Idee, Gruppe, was auch immer) in die “absolut böse” Kategorie gesteckt, denn, wenn der Jäger es nicht leiden kann, kann es einfach nicht gut sein!
https://wildbeimwild.com/psychologie/se ... nen-jaeger

Redux

Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Redux »

Na ja also die Seite ist schon ziemlich verstrahlt.

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Nina
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Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Nina »

In einer anderen Sequenz aus dem Film hinterfragt die Journalistin den Trophäenkult bei dem selben Jäger, der in der Jagd eher eine Bewirtschaftung des Wildes sieht statt Naturschutz.
[Jäger:] Heute ist der Geweihkult nimmer so.
[Reporterin:] Ne.
[Jäger:] Heute schießt man viele Böcke. Wenn Sie vielleicht mal Jägerin werden - schießt man viele Böcke und macht sie gar net auf. Wir haben uns jeden Knopfbock aufgemacht am Anfang. Ihren ersten Bock werden Sie wahrscheinlich so auch machen. Ja, das müssen Sie schon. Das wäre ja pietätlos, wenn Sie's net machen würden.
[Reporterin:] Wäre das pietätlos?
[Jäger:] Naja, respektlos, wenn Sie den Bock, Ihr erster Bock, das ist - wie soll ich sagen - wie mein erster Mann oder mein erster Hund und so, da tut man sich doch eine Erinnerung dran halten, oder etwa net?

ARD, Sendereihe "Rabiat": Auf der Jagd, 21.10.2019 https://www.daserste.de/information/rep ... 2-100.html
Der erste Bock ist wie der erste Mann oder der erste Hund? :shock:

Mein erster Mann lebt noch, ist immer noch mein Mann und erfreut sich glücklicherweise bester Gesundheit. Aber selbst wenn dem nicht so wäre, würde ich mir den Schädel eher ungern ins Wohnzimmer hängen - zumal ich ihn auch nicht zuvor willentlich eigenhändig und vorsätzlich zur Strecke gebracht hätte.

Auch bei meinem ersten Hund, der in der leidvollen Endphase seines langen Lebens durch unseren Tierarzt per Injektion erlöst wurde, hatte ich nicht das Bedürfnis, den Schädel auszukochen und an die Wand zu nageln. Der erste Hund hat ein friedliches Plätzchen unter der Erde in meinem ersten Garten. Mal ganz davon abgesehen, dass ich das, was ich liebe, auch nicht vorsätzlich zu töten gedenke. Tut mir leid, aber das ist echt schräg. :roll:

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Nina
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Re: ARD Rabiat- Auf der Jagd

Beitrag von Nina »

Ein weiterer, sehr nachdenklich stimmender Beitrag in dem Film ist das Interview mit einem sichtlich bewegten Schweißhundeführer unter dem Titel: "Wo bleibt die Moral?"

Die Reporterin sitzt mit ihrem Interviewpartner über einem Buch, auf der das Foto eines Wildtiergesichtes doppelseitig unter der Überschrift "Die bewirtschafteten Augen" den Leser quasi direkt "anschaut".
[Schweißhundeführer:] Soll ich da nun hineinschießen? Zwischen diese Augen? Ich habe mich erstmal mit ihm auseinandergesetzt und mir selbst die Frage gestellt, ob ich in diesem Falle ein Mittäter bin? Mittäter mit dem, der dieses Tier leichtfertig schwer verletzt hat? Das war ein Muttertier - das hat irgendwo ein Kalb. Soll ich die Mutter vom Kalb wegschießen? Oder soll ich es leben lassen, in der Hoffnung, Mutter und Tier könnten wieder zusammenfinden? Und das Kalb und Mutter könnten beide überleben? Da muss ich überlegen, wie schwer die Verletzung ist, die dieses Tier hat. Das sind Gewissenskonflikte, die der Schweißhundführer mit sich ausmachen muss.

[Reporterin:] Ist es Ihnen über die Jahre nicht leichter gefallen, sich dann zu distanzieren und zu denken: Okay, ich muss es jetzt tun, und beende das Leid ohne groß darüber nachzudenken - oder ist das nie einfacher geworden?

[Schweißhundeführer:] Es ist eigentlich nie einfacher geworden, im Gegenteil - es ist schlimmer geworden, in meinem Verhältnis zu den Menschen, die dieses vielleicht leichtfertig herbeigeführt haben - oder aus purer Jagdlust. Der Jäger ist nach wie vor immer noch selbst verantwortlich. Denn jeder Jäger hat unabhängig von der gesetzlichen Lage immer die freie Entscheidung, ob er sich dem Tier gegenüber anständig verhalten will oder nicht. Mit anderen Worten: Ob er schießen will oder es lässt.

[Reporterin:] Und Sie haben zu oft mitbekommen, dass Jäger die falsche Entscheidung treffen und dann schießen, wenn sie nicht schießen sollten, ist das richtig? Kann man das so sagen?

[Schweißhundeführer:] Ja, das ist richtig. Und da ist der Einfluss des Kommerz entscheidend, weil heute Jagdgelegenheit gehandelt und verkauft wird. Da kommt jemand hierher, der zum Revier und zu den Tieren keinerlei Bezug hat. Der hat aber bezahlt, hier schießen zu dürfen - zwei, drei Stunden lang - der wird sich kaum zurückhalten aus Gründen der Waidgerechtigkeit. Der sagt sich: Wenn ich bezahlt habe, dann will ich auch schießen.

ARD, Sendereihe "Rabiat": Auf der Jagd, 21.10.2019 https://www.daserste.de/information/rep ... 3-100.html

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