Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

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Richard M
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Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

Beitrag von Richard M » 14. Aug 2019, 13:29

Ein Förster aus dem Raum Basel spricht sich offen für Wölfe und Luchse in den Wäldern aus:
https://www.bzbasel.ch/basel/baselbiet/ ... -135397752
Finde ich sehr gut, dass sich der Förster so positiv gegenüber Wölfen und Luchsen äußert. Wäre schön, wenn sich ihm viele weitere Förster anschließen. Denn wo der Wolf heult wächst der Wald.
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

Erklärbär
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Re: Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

Beitrag von Erklärbär » 14. Aug 2019, 13:55

Also wirtschaftliche Interessen.

Schäfer und Landwirte dürfen keine haben.

So ist das immer, stets stecken wirtschaftliche Interessen hinter Überzeugungen. BTW: Wo steckt eigentlich Dr. Ziegenkabine? Hat er endlich eine Stelle in der Wolfsforschung?
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zaino
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Re: Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

Beitrag von zaino » 14. Aug 2019, 14:35

Ach ja, und die Wildbrücken über die Autobahnen/Fernstraßen dienen dann auch nur den schießwütigen Jägern, die auf der anderen Seite auf der Lauer liegen oder wie oder was?
(Wer behauptet, Männer könnten schon per sé logisch denken?)

Erklärbär
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Re: Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

Beitrag von Erklärbär » 15. Aug 2019, 23:34

Förster sind i.d.R. auch Jäger. Das ist meist Einstellungsvoraussetzung in Forstverwaltungen.
Sind Jäger doch nicht alle böse? Erzähl das mal jemand Nina. LOL.
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Wolfs-Theoretiker
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Re: Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

Beitrag von Wolfs-Theoretiker » 9. Nov 2019, 23:13

Hallo Erklärbär,
guten Abend.
Lese dies und das im Forum und stosse auf diesen Thread, welcher vom Mitforisten Richard M eröffnet wurde.
Er findet es gut, daß sich ein Förster, welcher natürlich auch ein Heger und Pfleger der Tiere in seinem Forst ist,
so positiv zu Wolf und Luchs in der Öffentlichkeit äussert.
Mit "seinem" Forst ist nicht Eigentum, sondern sein Dienstbereich gemeint.
Doch vorrangig ist er zur Überwachung und Gesunderhaltung des Waldes zuständig.
Hierzu gehört das Abholzen und das Wiederaufforsten, sowie alle damit in Zusammenhang stehenden Dinge.
Natürlich hat er hat eine vorausgegangene Jägerprüfung bestanden oder diese war ein Teil sein Ausbildung zum Förster.

Doch um auf den letzten Satz im ersten Beitrag zu kommen, worin es heißt: "Denn wo der Wolf heult wächst der Wald".

Nun frage ich mich, könnte man nicht Wolfsgeheul auf einen Rekorder aufnehmen und an eine Stelle abspielen/wiedergeben,
wo ein Wald entstehen soll. Dafür müßte noch nicht mal ein Wolf anwesend sein. :x
Denn durch die Anwesenheit des Wolfes wächst der Wald auch nicht, selbst wenn auf weniger Verbiss durch das Schalenwild
angespielt wird, dann ist es nur an der Stelle im Wald, wo sich das Schalenwild bevorzugt aufgehalten hatte,
bevor sich der Wolf dort etablierte. Das Schalenwild steht nun an anderer Stelle im Wald und tätigt dort seinen Verbiss.
Also wo sich der Wolf aufhält, da könnte es zu weniger Verbiss führen, aber dafür ebend an anderer Stelle, wo nun Verbiss stattfindet.
In der Winterzeit, in der, zum Beispiel Hirsche, sich in enen Ruhemodus begeben, hierzu schrumpfen die Hirsche ihr Inneres,
vor allem den Verdauungstrakt. Zur Verdauung der kargen Winterkost reicht auch ein Schrumpfmagen. Um Enegie nicht unnötig
zu verschwenden, reduziert der Rothirsch seine Bewegung nur auf das Notwendigste. Nur zur Nahrungsaufnahme rafft er sich auf.
Dadurch ist es für Rotwild sehr kritisch, wenn es durch den Wolf (oder auch durch den Mensch) aufgeschreckt wird.
Denn es flüchtet über große Strecken und dabei ist der Verbrauch an Energie bis zu 10 mal höher als im Ruhemodus.
Der Ruhemodus ist so eine Art Kurzzeit-Winterschlaf für das Rotwild. Es verbringt täglich 8 bis 9 Stunden in Ruhe, wobei die Herzschläge auf unter 30 pro Minute gesenkt werden und der äußere Körperbereich wird von 35° auf ca. 15° abgesenkt.
Hierdurch werden ca. 40 % Energie gespart.
Wenn nun der Hirsch von Wölfen hochgeschreckt wird, dann muß er umgehen umschalten in den Fluchtmodus.
Dabei wird eine Menge Energie verbraucht, wovon eh nicht alzuviel da ist, also muß anschließend wieder Energie beschafft werden.
Das heißt, da sich der Hirsch in ein Waldstück geflüchtet hat und der Boden nichts hergibt, deshalb wird geschält was die Bäume
hergeben. So wie ich es sehe, ist es auch im Winter nicht von Vorteil für die Bäume des Waldes, wenn die Hirsche in ihrem Ruhemodus
gestört werden. Aber dem Wolf ist die Jahreszeit egal, er braucht ja auch Energie-Nachschub um zu überleben. :D
Nun beende ich mal wieder, was mir so durch den Kopf geht.
Ich denke nicht, daß wirtschaftliche Interesse hinter der publizierten Meinung des Försters stecken.
In dem Sinn machs gut und bis bald mal wieder in einem anderem Thema.

Grüsse, WT
"Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen." Jean-Jacques Rousseau

Erklärbär
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Re: Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

Beitrag von Erklärbär » 9. Nov 2019, 23:57

Hallo WT,

der Spruch mit dem Wolfsgeheul bezieht sich vermutlich eher auf die Annahme, dass Wölfe das Schalenwild massiv reduzieren. Da dem - bisher zumindest - eher nicht so ist, ist das eine etwas naive Sichtweise.

Dass die Tiere so reagieren, wie Du es beschreibst, kann man logisch nachvollziehen.

Gruß Erklärbär
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Wolfs-Theoretiker
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Re: Schweiz: Förster für Wölfe + Luchse

Beitrag von Wolfs-Theoretiker » 10. Nov 2019, 18:38

Hallo Erklärbär,
danke für Dein Feedback.

Grüsse, WT
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