Vertragen sich Wanderwölfe?

Themen, die den Wolf im Allgemeinen betreffen.
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Wolfs-Theoretiker
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Vertragen sich Wanderwölfe?

Beitrag von Wolfs-Theoretiker » 7. Jul 2019, 00:12

Guten Abend zusammen,
Meine Frage richtet sich an die Mitforisten, welche mit der Wolfsforschung zu tun haben.
Wie sich Rudel in ihrem Terittorium gegenüber fremden Wölfen verhalten, das ist hinreichend bekannt.
Meine Frage zielt auf die Situation, wenn sich z.B. zwei (oder auch mehr) Wölfe, welche noch kein eigenes Territorium haben
und sich auch nicht im elterlichen Teriritorium befinden, also weit weg von zu Hause, irgendwo in der Fremde auf neutralem Boden treffen.
Unabhängig vom Geschlecht und nicht in der Ranzzeit. (dies nur, um keine Konflikte aufkommen zu lassen)
Es geht mir nur um diese eine Frage, denn ich rätzele, ob sich da vorübergehend eine Interessengemeinschaft bildet oder nicht.

Für Antworten danke im Voraus

Grüsse, WT
"Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen." Jean-Jacques Rousseau

Wolfs-Theoretiker
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Re: Vertragen sich Wanderwölfe?

Beitrag von Wolfs-Theoretiker » 7. Jul 2019, 23:29

Guten Abend zusammen,
sind Wanderwölfe so gut wie nicht in die Wolfsforschung mit einbezogen worden.
Ok, es gibt natürlich noch die nicht seßhaften Wölfe(ohne feste Reviere), welche auch in Rudel leben und den wandernden Wildtierherden folgen.

Aber die Letztgenannten sind nicht die Wanderwölfe, welche meine Frage betreffen. Ich meine die Wölfe, welche sich aus dem elterlichem Rudel
verabschieden und durch die Lande ziehen, dies sind meiner Berechnung zu Folge z.Z. 1188 Nachwuchswölfe (ohne die Eltern) aus der Zeit von
2014/15 bis 2018/19, also aus den letzten 5 Jahren. Alles was davor war ist so gut wie mehr zu berücksichtigen, denn viel älter als durchschnittlich
5 Jahre werden Wölfe in freier Wildbahn selten. Wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt. Wenn jeman der Meinung ist, daß es mehr als die von mir
zitierten 5 Jahre sind, dann wären es also nur ein paar mehr Wanderwölfe, welche noch dazu kommen würden.
Aber da braucht man wirklich nicht zu kleinlich sein, denn ein paar mehr oder ein paar weniger sind ja auch nicht die Frage.

Meine Frage aus dem 1. Beitrag in diesem Thread ist noch offen. Ich bin sehr gespannt, was ich als Antwort erhalte.

Also bis dahin,

Grüsse, WT
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zaino
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Re: Vertragen sich Wanderwölfe?

Beitrag von zaino » 8. Jul 2019, 09:21

Ich schätze mal, das ist von der Natur so vorgesehen, dass sich aus einzelnen Wanderwölfen neue Rudel bilden - mit Partnern aus 2 verschiedenen Gen-Pools. Doch bei weitem nicht alle schaffen es, sich entsprechend zusammenzufinden. Ein sehr interessanter Film hat so einen Wanderwolf verfolgt und seine weite Reise von Rumänien bis Nordspanien nachgestellt - dort heißt es, dass nicht viele Wanderwölfe überhaupt überleben. Ein Einzelwolf lebt gefährlich, ein junges Tier ist obendrein unerfahren. Hier im Forum ist der aktuelle Link dazu..
Ein anderer Film ("Der Berg der Wölfe" auf Youtube) zeigt, wie so ein Jungspund sich einem Altwolf anschließt. Wölfe sind soziale Tiere - ob sie einen Fremden ins Rudel integrieren? Eher nicht. Aber Einzeltiere freuen sich sicher über Gesellschaft und einen Jagdkumpel.

Kann man sich alles mit etwas Nachdenken gut vorstellen, denn so ein Einzeltier tut sich beim Jagen schwer: Von der wütenden Wildsau bis zum "Wildschützen", Auto oder Bahn bei Nacht, Gift oder Krankheiten killen ihn - in einem Rudel würde er vermutlich gefüttert, wenn er mal schwächelt.

Idealerweise treffen sich also ein Wolf und eine Wölfin und bilden ein neues Rudel.
Nur trifft dieser Idealfall nicht immer ein.

Irgendwo gabs einen Wurf mit 8 Welpen - aber im gleichen Jahr 7 Totfunde von Wölfen.

Die Befürchtung, dass uns eine Flut von Wanderwölfen überschwemmen wird, ist also ziemlich lächerlich. ;)

wolfsam
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Re: Vertragen sich Wanderwölfe?

Beitrag von wolfsam » 8. Jul 2019, 18:06

Frei nach Günther Bloch: Kennst Du einen Wolf, so kennst Du noch lange nicht alle Wölfe. Kennst Du mehrere Wölfe, wie sie ticken usw., kennst Du dennoch nicht alle Wölfe. Jeder Wolf ist anders und verhält sich anders. In seinem Buch "Die Pipestone-Wölfe" hat er es sinngemäß so geschrieben: Die Wölfe schaffen es immer wieder, uns, die schon so lange in der Freiland-Verhaltensforschung tätig sind, immer wieder mit neuem Verhalten zu überraschen.
Mit anderen Worten: Die Frage ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich zu beantworten. Und ich denke auch, dass es darauf ankommt, wie viele "Nahrungstiere" zur Verfügung stehen.
Aber mal nachgefragt: Wie kommst Du, Wolfs-Theoretiker, denn auf die Zahl 1188. Wie viel Mortalität hast Du da eingerechnet? Und welche Wanderrouten hast Du angenommen? Mit anderen Worten, welche Grundannahmen stecken hinter der Zahl?

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Re: Vertragen sich Wanderwölfe?

Beitrag von zaino » 8. Jul 2019, 18:49

Tausende von Wanderwölfen treffen sich alljährlich im Juli auf dem Gipfel des Blocksbergs im Harz zu einem Picknick mit Hexern, Ghulen, Vampiren und Zombies, um sich gemeinsam über die neuesten Rezepte zur Zubereitung kleiner Kinder zu beraten... oder so....
Ja aber selbstverfreilich vertragen sich die.... nachzulesen u. a. beim Bram Stoker et alii...

*duckundrenn*

Tschuldigung. War stärker als ich. :twisted:

TheOnikra

Re: Vertragen sich Wanderwölfe?

Beitrag von TheOnikra » 8. Jul 2019, 18:57

Wolfs-Theoretiker hat geschrieben:
7. Jul 2019, 23:29
Meine Frage aus dem 1. Beitrag in diesem Thread ist noch offen. Ich bin sehr gespannt, was ich als Antwort erhalte.
Wolfs-Theoretiker hat geschrieben:
7. Jul 2019, 00:12
Meine Frage richtet sich an die Mitforisten, welche mit der Wolfsforschung zu tun haben.
Adressat falsch. Hier tragen nur welche dessen Ergebnisse zusammen.
Wolfs-Theoretiker hat geschrieben:
7. Jul 2019, 23:29
Guten Abend zusammen,
sind Wanderwölfe so gut wie nicht in die Wolfsforschung mit einbezogen worden.
Ok, es gibt natürlich noch die nicht seßhaften Wölfe(ohne feste Reviere), welche auch in Rudel leben und den wandernden Wildtierherden folgen.
Reviere sind niemals fest, ihre Grenzen verschieben sich.
Wolfs-Theoretiker hat geschrieben:
7. Jul 2019, 23:29
Aber die Letztgenannten sind nicht die Wanderwölfe, welche meine Frage betreffen. Ich meine die Wölfe, welche sich aus dem elterlichem Rudel
verabschieden und durch die Lande ziehen, dies sind meiner Berechnung zu Folge z.Z. 1188 Nachwuchswölfe (ohne die Eltern) aus der Zeit von
2014/15 bis 2018/19, also aus den letzten 5 Jahren. Alles was davor war ist so gut wie mehr zu berücksichtigen, denn viel älter als durchschnittlich
5 Jahre werden Wölfe in freier Wildbahn selten. Wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt. Wenn jeman der Meinung ist, daß es mehr als die von mir
zitierten 5 Jahre sind, dann wären es also nur ein paar mehr Wanderwölfe, welche noch dazu kommen würden.
Aber da braucht man wirklich nicht zu kleinlich sein, denn ein paar mehr oder ein paar weniger sind ja auch nicht die Frage.
Gegenfrage Was zählt du, wenn du Kastanienbäume zählen willst. Die Kastanien, die jungen Triebe, oder etwa doch nur Bäume.
Warum etwas einrechnen wo man nicht mal sicher ist ob es ein Baum wird?

Außerdem werden die ja mit Hilfe von Differenzen miteinberechntet. Wanderwölfe bleiben auch nicht ewig Wanderwölfe, wenn sie ein Rudel gegründet haben werden sie auch leichter entdeckt und rückwirkend eingetragen.

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