Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Über freilebende Wölfe in Europa.
zaino
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von zaino »

maxa67 hat geschrieben: 18. Sep 2018, 19:49 Deswegen isser ja auch mein Bärchen, einfach nur knuddelig, man muß ihn für seine Statements einfach liebhaben, zaino hats nur noch nicht begriffen :lol:
Begriffen ja, aber knuddelig finden und die Statements liebhaben? :mrgreen: Echt jetzt? :shocked:

Das Blöde ist, dass er in jeden Fred reingrätscht, damit man IHN mental knuddelt statt sich weiter über das Thema zu unterhalten.

Schweinepest: Früher (oder jetzt noch?) bringen Bauern manchmal eine tote Wutz in den Wald. Wir fanden mal eine in einer Doline... Natürlich gehen die Wildsauen dran, wenn sie hinkommen. Und natürlich infizieren sie sich dann.

Das Blöde ist, sie sterben nicht unbedingt containerweise da daran, sie erholen sich, verbreiten das Zeuch aber lustig weiter und weiter... genau da könnte der Wolf ansetzen. Weil der alle 'rausfiltert, die kränkeln. Klar bleiben dann auch Reste im Wald, aber je mehr der Schwarzwildbestand einschrumpft, weil die kranken Wutze leichte Beute sind, umso geringer die Gefahr, dass andere Wutze diese Reste fressen und das Virus weitertragen.
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Nina
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Nina »

Erklärbär hat geschrieben:Vielleicht wird die Schweinepest über Wölfe ja erst richtig verbreitet!
Such Dir doch einfach mal seriöse Quellen für Deine Informationen, damit Fakten auch mal die Chance haben, bis zu Dir durchzudringen.

Eine Stellungnahme der Tierärztlichen Hochschule Hannover zum Beispiel:
Seit einigen Wochen kursiert in den sozialen Medien ein Schreiben, in dem behauptet wird, der Wolf würde die Afrikanische Schweinepest (ASP) übertragen. Das Schreiben entbehrt jeglicher Sachkenntnis und enthält frei erfundene Behauptungen.

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 26.01.2018:
Stellungnahme zu Gerüchten, der Wolf wäre für die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest verantwortlich

https://www.tiho-hannover.de/aktuelles- ... hten-de-1/
Na, Erklärbärchen, findest Du Dich da wieder? :lol:

Und hier nun die Fakten:
Wissenschaftlich belegt ist, dass die Afrikanische Schweinepest direkt von Schwein zu Schwein oder über Schweinefleisch und Schweineprodukte übertragen werden kann. [...] Das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest am Friedrich-Loeffler-Institut hat bisher keine Hinweise darauf, dass Raubtiere oder Aasfresser wie Fuchs, Marderhund, Greifvögel, Raben, Krähen oder Wölfe bei der Verbreitung der ASP eine wesentliche Rolle spielen. [...] Das Virus kann sich in oder auf den genannten Tieren genau wie im Menschen nicht vermehren.

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 26.01.2018:
Stellungnahme zu Gerüchten, der Wolf wäre für die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest verantwortlich

https://www.tiho-hannover.de/aktuelles- ... hten-de-1/
Ulrich Wotschikowsky hat die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts so ausgedrückt:
Andere Tiere, auch Beutegreifer, spielen bei der Verbreitung des Virus keine Rolle. Das hat das Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Sitz in Greifswald) jetzt unmissverständlich klar gestellt. Dafür war es höchste Zeit – denn ein paar Querdenker aus dem jagdlichen Umfeld waren schon (und sind immer noch) emsig dabei, den Wolf als möglichen Vektor (Verbreiter) des Virus ins Spiel zu bringen.

Ulrich Wotschikowsky, Wolfsite 17.02.2018: Der Wolf und die Afrikanische Schweinepest
http://woelfeindeutschland.de/der-wolf- ... weinepest/
Erklärbär
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Erklärbär »

Schon wieder mich missverstanden. Ich schrieb nirgends, dass Wölfe Direktverbreiter sind. Sie fressen Schweine und lassen die Überreste rumliegen, was wiederum Schweine anlockt, die sich dann infizieren.

Aber wenn ich das richtig verstanden habe, infizieren die sich auch so. Danke für die Links, endlich mal was, dem man glauben kann.
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TheOnikra

Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von TheOnikra »

Erklärbär hat geschrieben: 18. Sep 2018, 16:46 Die fressen ja nicht alles, manchmal beissen die nur tot!


Das ist in der freien Natur sehr selten der Fall. surplus-killing tritt fast ausschließlich bei Nutztierhaltung auf.
Meist bleibt nur wenig übrig und Aasfresser können dann sich um den Rest kümmern.
Erklärbär hat geschrieben: 18. Sep 2018, 16:46 und Kannibalismus ist bei Schweinen auch anzutreffen! Vielleicht wird die Schweinepest über Wölfe ja erst richtig verbreitet!
Erklärbär hat geschrieben: 19. Sep 2018, 15:35 Schon wieder mich missverstanden. Ich schrieb nirgends, dass Wölfe Direktverbreiter sind. Sie fressen Schweine und lassen die Überreste rumliegen, was wiederum Schweine anlockt, die sich dann infizieren.
Das ist Unsinn. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung steigt mit der Anzahl der verfügbaren Tiere und mobilen Verbreitungsmöglichkeit in der verfügbaren Zeit.
Soll heißen Wölfe reduzieren erst en mal die Anzahl der Wildschweine. Durch Krankheit geschwächte Tiere werden gejagd und getötet und unterbindet weitere Ansteckung zeitlich als auch mobil. Das Schwein hat schlichtweg weniger Möglichkeiten die Krankheit unter seinen artgenossen zu verbreiten. Indirekte Ansteckung durch zurückgelassene Kadaver sind vernachlässigbar gering. Eine Ansteckung durch ein infiziertes Schwein das mitten in seiner Rotte noch länger verweilt bevor es Tod umfällt ist das wesentlich höher.
Also Eindeutig eine Verbesserung der Situation.
Außerdem sind die Hauptverbreiter immer noch der Mensch. Mobile Verbreitung durch Fahrzeuge und Massen an tierischen Waren aus Schweinen stellen allein von der Großenordnung die größte Gefahr dar.
Erklärbär hat geschrieben: 18. Sep 2018, 16:46 Die Anwesenheit von Wölfen soll eben mit allen Mitteln schöngeredet werden.
Sieht mir eher wiedermal so aus als würde mit allen Mitteln versucht werden Wölfe schlecht zu reden.
Erklärbär
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Erklärbär »

Ich habe ja nichts von Wahrscheinlichkeiten geschrieben, weil ich davon keine Ahnung habe. Es geht um Grundsätzliches. Ausserdem schrieb ich ja, dass Du das besser kannst - zumindest hier. 8-)
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TheOnikra

Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von TheOnikra »

Grundsätzlich ist auch nur das was auch tatsächlich zum Tragen kommt und nicht ob die Möglichkeit besteht.
Erklärbär
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Erklärbär »

Naja, das ist jetzt Haarspalterei.

Ich halte den Glauben daran, dass Wölfe die Schweinepest aufhalten helfen können, für töricht und naiv. Wieviele Schweine gibt es und wieviele Wölfe? Klare Rechnung. Die Wölfe würden das nie schaffen...

Es halten sich aber immer wieder Mythen, dass Wölfe unabdingbar für das Ökosystem wären. Ich glaube nicht daran, aber auch von wissenschaftlicher Seite wurde diese These glasklar widerlegt, zumindest in den USA.

https://m.accuweather.com/en/weather-ne ... s/70004699
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maxa67

Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von maxa67 »

Mit Glauben alleine kommste bei der Wissenschaft sicher nicht sehr weit. Einesteils verurteilste einen "Glauben" als töricht und naiv, andererseits glaubst du selber an wissenschaftliche Erkenntnisse, die irgendwas belegen oder widerlegen sollen. was denn nun: Wird etwas widerlegt oder belegt, dann ist das keine Frage des Glaubens mehr sondern eine Frage der Fakten. Sicher ist kein Lebewesen unabdingbar für ein Ökosystem. Wobei der begriff Ökosystem auch noch zu definieren wäre. Heißt das Ökosystem z.B. Wald, dann sind höchstens Bäume dafür unabdingbar.
Zur Schweinepest: Sehr sicher hält eine gesunde Population Wölfe infizierte Wildschweine auf. Nicht lückenlos, aber spürbar. Einfach weil sie die Wanderbewegungen erschweren, andererseits, weil Wölfe die schwächsten Glieder - und das sind zumeist kranke und schwache Tiere - von Herden und Rotten "entnehmen". Das ist ganz sicher nicht "Nichts". Insofern tragen sie einen relevanten Anteil an der Eindämmung der Schweinepest. Predatoren und Aasfresser sind genau wie Bakterien quasi die wesentlichen Bestandteile der biologischen Müllabfuhr.
zaino
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von zaino »

.... hätte hätte Fahrradkette.... HÄTTEN wir eine tragfähige Wolfspopulation statt permanent die Hosen voll, wären die Unmengen Schwarzwild kein so großes Problem mehr. Sage ich mal, rein als Hypothese.

Und ach ja, ist das wirklich eine verlässliche Quelle für Deine Zwecke, Nervbär?
Jaja, die Jäger ... ganz sicher machen die anderen Prädatoren viel aus. Ganz sicher lassen sich viele Veränderungen nicht simpel und linear erklären, insoweit hat er zitierte Artikel wieder recht, es ist alles viel komplexer.
Es ist aber auch wieder zu simpel, zu sagen, och nöö, der Wolf spielt da so gar keine Rolle. ;)
harris
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von harris »

Tja wie kommt die ASP von Polen oder Tschechei nach Belgien? Die direkte Übertragung von Schwein zu Schwein kann man ja wohl ausschließen. Da ein infiziertes Wildschwein sich wohl kaum über solch eine Strecke fortbewegen könnte. Ein infiziertes Schwein wird innerhalb einer Woche an der Krankheit sterben. Durch die Symptome wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme wird die „Wanderlust“ auch nicht unbedingt gesteigert. Dadurch, das auch Hautblutungen, blutiger Durchfall und Nasenbluten auftreten können, ist natürlich auch dadurch eine Verbreitung des Virus auch möglich. Was sogar die effizienteste Übertragung ist (Körperflüssigkeit und Blut). Also überträgt sich die Krankheit von Tier zu Tier (Schwein) oder indirekt über kontaminierte Gegenstände. Das können auch Reifen, Schuhe oder Kleidung sein. Zur Info: Das Virus kann sich auch über mehrere Monate im Erdreich halten, auch bei tiefen oder hohen Temperaturen.
Man sagt, dass sich die Verbreitung über Wildschweine nur langsam verbreitet. Ca. 25 Km pro Jahr.
Wenn aber der Mensch ins Spiel kommt, kann sich das Virus im Durchschnitt mit 90 km/h verbreiten. wie eben schon beschrieben durch den infizierten Schlamm an den Reifen oder dem Dreck unter den Schuhen. Auch Lebensmittel aus Schweinefleisch wie Schinken oder Salami könne das Virus haben. Wenn jetzt z.B ein LKW Fahrer aus Ost Polen sein „Pausenbrot“ aus der Heimat nicht gegessen hat und in Belgien aus dem Fenster schmeißt, ist das Virus in Belgien (vorausgesetzt es war infiziert). Da ein Wildschwein nun ein Allesfresser ist, ist das „Pausenbrot“ nun mal eine leckere Abwechslung die zum Tod und zur Verbreitung der Krankheit führt. Leider…
Somit meine, ich dass die Verbreitung nicht auf die Wildschweine zurückzuführen sind (tragen ihren Beitrag natürlich im „Engen Bereich“ dazu bei), aber das Hauptproblem ist nun mal (wie meistens) der Mensch, der sich aber einen Sündenbock (Das Wildschwein) raus gesucht hat.
Ja leider werden dann alle Hausschweine im Umkreis von 30km (Von Region zu Region unterschiedlich) gekeult, Fleisch darf nicht vertrieben werden, wird verbrannt und auch die Wildschweine müssen (staatliche Auflage zur Seuchenbekämpfung) bejagt werden. Somit werden die Jäger in die „Pflicht“ genommen!! Stimmt, und jetzt haben die ganzen Jagdgegner recht, es wird rumgeballert und alles MUSS abgeschossen werden. Schön ist das bestimmt nicht… :oops:
Und Prädatoren oder Greifvögel haben nur geringen Einfluß auf die Verbreitung, das die ihre Beute (meistens) an Ort und Stelle verputzen ;)
Gruß Harris
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