Pferd und Wolf: Spannende Informationen

Themen, die den Wolf im Allgemeinen betreffen.
zaino
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Re: Pferd und Wolf: Spannende Informationen

Beitrag von zaino »

Tihihi, wie war das mit den 15 Minuten für 700 Meter? Selbst das gemütlichste Pferd braucht für 700 Meter keine Viertelstunde, es hätte denn ein Holzbein. Nur, solcher Hysteriker schaden dem Wolf, und Journalisten, die sich an sowas festbeißen, schaden noch mehr.
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Nina
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Re: Pferd und Wolf: Spannende Informationen

Beitrag von Nina »

Ist ja ein Showpferd, wer weiß, was der auf den 700m da alles veranstaltet hat: Spanischer Schritt in Slow Motion, Piaffe auf der Stelle, Handstand, Purzelbaum rückwärts... :lol:

Eine meiner weiteren Lieblingsstellen aus dem Artikel, da ungemein spannungsaufbauend:
Dunkelheit schien besonders schnell hereinzubrechen

MK Kreiszeitung, 14.11.2021: Unheimliche Begegnung in Groß Ippener - „Wölfe wirkten hungrig, nicht entspannt“ https://www.kreiszeitung.de/lokales/old ... 04313.html
Da muss man schon stutzig werden, wenn Mitte November zur besten Winterzeit um 17:20, mehr als eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, plötzlich ganz überraschend die Dunkelheit hereinbricht - da können ja wirklich nur Wölfe am Lichtschalter rumgefummelt haben. :mrgreen:

Gut finde ich auch den hier:
Passiert ist Anke Söker und ihrem Pferd trotz der ausgestandenen Ängste nichts. Für eine unerfahrene Reiterin hätte die gleiche Situation aber nach Überzeugung der 43-Jährigen richtig schlimm ausgehen können.

MK Kreiszeitung, 14.11.2021: Unheimliche Begegnung in Groß Ippener - „Wölfe wirkten hungrig, nicht entspannt“ https://www.kreiszeitung.de/lokales/old ... 04313.html
Ich bin froh, dass der Frau nichts passiert ist - für eine unerfahrene Reiterin, die mutterseelenallein auf einem Pferd bei Dunkelheit ins Gelände reitet, dürfte die Situation aber so oder so schlimm ausgehen können, dazu bedarf es keiner hungrigen Wölfe. Dafür bedarf es nicht mal der Dunkelheit, die an einem Novemberabend um halb sechs so plötzlich und überraschend hereinbricht wie jedes Jahr dieses völlig unvorhersehbare Weihnachten.

Macht man das bei Euch in Bayern etwa nicht so? In Niedersachsen werden Reitanfänger immer vor ihrer allerersten Reitstunde bei Dunkelheit auf irgendeinen Gaul gesetzt, breit grinsend mit einem motivierenden Klaps auf das Hinterteil ins Gelände verabschiedet und dann wartet man ab, was passiert - kommen Reiter und Pferd zusammen zurück oder getrennt? Überleben beide oder nur einer oder keiner?

Blutige Anfänger, die diese natürliche Selektionsauslese überleben, haben sich als würdig für den Reitunterricht erwiesen und dürfen dann mit der ersten Unterrichtsstunde an der Longe im Round Pen beginnen. :mrgreen:

Scherz beiseite. Für Nicht-Pferdekenner, die Gefahr laufen, die Story vom Oldenburger Showfriesen detailgetreu für bare Münze zu nehmen, nochmal zusammengefasst. Von Wölfen ist bei dieser Faktensammlung keine Rede:
Der Umgang mit einem Pferd kann gefährlich werden und sogar im Rollstuhl enden. Die Risiken des Reitsports werden häufig unterschätzt, warnt die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme. [...] Reiten gehört zu den drei unfallträchtigsten Sportarten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. [...] Dabei ist die Schwere der aus Reitunfällen resultierenden Verletzungen im Vergleich zu anderen Sportarten besonders hoch. Im Durchschnitt weisen lediglich Kinder und Jugendliche, die von einem Auto angefahren wurden, schwerere Verletzungen auf als diejenigen, die beim Reiten verunglücken. [...] Die Gefährlichkeit des Umgangs mit Pferden ergibt sich unter anderem aus der mit der Größe und Kraft eines Pferdes entstehenden kinetischen Energie und seiner Unkontrollierbarkeit. Die Stiftung Kindergesundheit rechnet vor: Ein Pferd besitzt eine Masse von ca. 500 kg und ist bis zu zwei Metern hoch. Der Kopf des Reiters befindet sich bis zu drei Meter über dem Boden.
Ein Pferd kann bis auf 65 km/h beschleunigen und bringt bei einem Tritt eine Kraft von bis zu einer Tonne auf. Es ist ein Flucht-, Herden- und Steppentier und benimmt sich oft entsprechend.


Stiftung Kindergesundheit, 14.09.2016: Reiten für Kinder - ein Spaß mit hohem Risiko https://idw-online.de/de/news659029
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Nina
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Re: Pferd und Wolf: Spannende Informationen

Beitrag von Nina »

Nina hat geschrieben:Ist ja ein Showpferd, wer weiß, was der auf den 700m da alles veranstaltet hat: Spanischer Schritt in Slow Motion, Piaffe auf der Stelle, Handstand, Purzelbaum rückwärts... :lol:
Vielleicht hat er auf der Strecke aber auch dies hier getan; schließlich soll es an diesem Nachmittag ja auch eine Einstandsparty auf dem Hof gegeben haben:

Youtube, bigSmileCologne, 01.10.2017: Das alte Zirkuspferd gibt Partytipps https://www.youtube.com/watch?v=5WAxh0Ql1-Y

Die MK Kreiszeitung lässt offen, ab wann die Einstandsparty begann:
Zunächst versuchte die 43-Jährige zweimal, eine Freundin vom Reiterhof zu erreichen, die dort gerade ihren Einstand feierte. Niemand ging ran.

MK Kreiszeitung, 14.11.2021: Unheimliche Begegnung in Groß Ippener - „Wölfe wirkten hungrig, nicht entspannt“ https://www.kreiszeitung.de/lokales/old ... 04313.html
Deshalb hier - natürlich auch nur als reine Spekulation - eine mögliche Erklärung, warum

a) niemand mehr ans Telefon gehen konnte
b) auf dem Ausritt so seltsame Dinge beobachtet wurden

Analog zu Valerius Geists " die Sieben Stufen zur Eskalation" - die "fünf Stufen des Betrunkenseins":

Richtig Saufen mit dem Hai
"Stufe eins: Sie sehen alles doppelt"
"Stufe zwei: Sie sehen alles doppelt doppelt"
"Stufe drei: Sie sehen alles doppelt doppelt, aber mit FEHLERN"
"Stufe vier: Sie sehen nur noch dummes Zeug"
"Stufe fünf: Sie sehen nur noch saudummes Zeug"
"Aber das allerschlimmste ist, wenn Sie irgendwann DAS sehen - arrrgh, dann sind Sie nämlich wieder nüchtern und müssen ganz schnell was trinken"


Youtube, bigSmileCologne, 06.10.2017: Richtig Saufen mit dem Hai https://www.youtube.com/watch?v=PPE9vhV5dD0
Zwei Wölfe könnten ein Hinweis auf Stufe eins sein... :mrgreen:
zaino
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Re: Pferd und Wolf: Spannende Informationen

Beitrag von zaino »

:lol: :D
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Nina
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Re: Pferd und Wolf: Spannende Informationen

Beitrag von Nina »

Warum schützt niemand diese armen knuddligen Dinger?

Die Wölfe in NRW lassen sich wohl ganz gern alte, leicht erreichbare Shettys schmecken - und offensichtlich kommt niemand der Besitzer auf die Idee, sich mal nach einem vernünftigen Zaun zu erkundigen. Was hatten wir da nicht schon alles? Knotengeflechtzaun (11.10.21, 20.10.21, 21.10.21 [auf derselben Weide!], Maschendrahtzaun (02.11.21).

Jetzt hat es Shetty Nr. 6 erwischt - eingezäunt unter anderem mit Wildgatter!
Das 35-jährige braun-schwarze Shetlandpony Lilly – mit einem Stockmaß von 80 cm – stand artgerecht mit einem weiteren Shetty sowie drei Großpferden auf einer Weide mit Offenstall in Kirchhellen Auf dem Espel. Dieser war mit Halbhölzern, elektrischem Weidezaun und teilweise auch mit Wildgatter – wie zur Pferdehaltung weitgehend üblich – eingezäunt.

Schermbeck online, 14.12.2014: Wölfe reißen das sechste Pony in diesem Jahr – diesmal in Kirchhellen https://schermbeck-online.de/woelfe-rei ... rchhellen/
Ein Sammelsurium, indem "teilweise auch Wildgatter" integriert ist, klingt mehr als abenteuerlich und ist von "zur Pferdehaltung weitgehend üblich" meilenweit entfernt:
Immer wieder sieht man auch abenteuerliche Zaunkonstruktionen. Stacheldraht ist auf Pferdeweiden aufgrund der hohen Verletzungsgefahr verboten. „In Drahtgeflechten oder Wildschutzzäunen können Pferde zudem mit den Hufen hängen bleiben“, erklärt Förster. „Stahlglattdraht oder dünne Litzen zur Stromführung können, wenn sie nicht vor Holzlatten oder Ähnlichem gespannt sind, extreme Schnittverletzungen verursachen“.

Reitsportmagazin St. Georg, 10.04.2018: Der perfekte Pferdezaun: hoch, stabil und gut sichtbar https://www.st-georg.de/wissen/der-perf ... -sichtbar/
Schon ohne Wolf ist das eine verletzungsträchtige Angelegenheit.
Die Einzäunung muss gut sichtbar, stabil und möglichst ausbruchsicher sein. Die Bedeutung der Stabilität wird bisweilen unterschätzt; sie muss z. B. bei älteren Holzzäunen oder bei alleiniger Verwendung von Elektrozäunen besonders beachtet werden. Defekte oder unzureichende Einzäunungen, freiliegende Spiralen bei Torgriffen und Torfedern sowie die Verwendung von Stacheldraht und anderen Metalldrähten, ausgenommen gut sichtbare Elektrodrähte, sind tierschutzrelevant. Als alleinige Einzäunung ist Stacheldraht oder Knotengitter bei Pferden tierschutzwidrig.

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Verbraucherschutz , BMEL, 09.06.2009: Leitlinien zur Beurteilung von
Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten
https://www.bmel.de/SharedDocs/Download ... onFile&v=3
Und das war zu einem Zeitpunkt, als der Wolf noch gar kein Thema war.

Die Tiere, die so gehalten werden, können einem nur leid tun. Wann kommt endlich der verpflichtende Pferdeführerschein für Pferdehalter, in dem man wenigtens ein Minimum an Wissen über artgerechte Pferdehaltung belegen muss?

Ich frage mich auch, wieviel jemand von Pferden versteht, der behauptet, ein Großpferd würde automatisch ein Shetty schützen? Vor einem Hund, einem Pferde-Ripper oder vor einem Wolf? Das mag ja für manche Stuten und ihre Fohlen gelten, vielleicht noch für manche Hengste, die "ihre" Stuten oder Jungtiere verteidigen - nur stehen die selten zusammen, wenn es nicht fortlaufend Nachwuchs geben soll - und das war's dann auch schon.
„Wir haben jetzt wieder eine neue Eskalationsstufe erreicht, weil die Ponys, wie empfohlen, von Großpferden geschützt waren. Es ist trotzdem zum Übergriff gekommen“, so Stefan Steinkühler vom Gahlener Bürgerforum.

Schermbeck online, 14.12.2014: Wölfe reißen das sechste Pony in diesem Jahr – diesmal in Kirchhellen https://schermbeck-online.de/woelfe-rei ... rchhellen/
"Wie empfohlen" ... Wer hat das empfohlen? Niedersachsens Olaf Lies? Selbst schuld, wenn man auf populistische Äußerungen eines "Umweltministers" hereinfällt, die in der Wissenschaft keine Entsprechung finden und vornehmlich dem Ziel dienen, eine Wolfsbejagung durchzusetzen. Würde dem Shetty ohne vernünftigen Zaun aber auch nix helfen.

Ob die völlig vermatschten Ausläufe der Gesundheit eines Pony-Methusalems, der rund um die Uhr draußen steht, so zuträglich sind, wage ich auch zu bezweifeln. Ich habe diese Odyssee durch diverse Pensionsställe selbst mitgemacht, in denen Pferde im Winter "artgerecht" stundenlang bis zu den Fesseln im Matsch stehen (bewegen mag sich da keiner) und ohne Witterungsschutz der nasskalten Jahreszeit überlassen werden. Mauke, Milben und Hautpilz inklusive.
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