Norwegen will Großteil der Wölfe umbringen lassen

Norwegen, Schweden, Finnland
Schattenwolf
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Re: Norwegen will Großteil der Wölfe umbringen lassen

Beitrag von Schattenwolf » 21. Dez 2016, 16:54

Kann man auch nicht verstehen.Ich bin auch großer Schweden und Dänemark Fan.Wollte auch immer mal nach Norwegen,jetzt bin ich mir nicht mehr sicher.
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Redux
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Re: Norwegen will Großteil der Wölfe umbringen lassen

Beitrag von Redux » 21. Dez 2016, 17:29

Direwolf hat geschrieben:Kann man auch nicht verstehen.Ich bin auch großer Schweden und Dänemark Fan.Wollte auch immer mal nach Norwegen,jetzt bin ich mir nicht mehr sicher.
In Norwegen ist die Angst vor und der Haß auf Wölfe absurder Weise eher noch größer als bei uns.
Ebenso wie deren Verhältnis zu Fischen, Robben und Walen.
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Re: Norwegen will Großteil der Wölfe umbringen lassen

Beitrag von TheOnikra » 22. Dez 2016, 17:07

Damit wären vielen Wölfen ein weiteres Lebensjahr geschenkt. Die geben aber bestimmt nicht so leicht nach und versuchen es nächstes Jahr aufs neue. :(
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HOWL
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Re: Norwegen will Großteil der Wölfe umbringen lassen

Beitrag von HOWL » 9. Jan 2018, 22:46

... und so ist es auch. Mordwegen will diesen Winter ganze 75% (!!) der Wolfspopulation ermorden lassen. Erste Fotos für schlaflose Nächte kursieren schon in den sozialen Netzwerken.

Weiß jemand Genaueres über die Schein-Argumente dahinter?
Gibt es - ähnlich wie in Schweden - Proteste im Inland dagegen oder wird das schon als standardmäßiger ,,Winterspaß" von allen dort akzeptiert?

Zählen Washingtoner Artenschutzabkommen und Berner Konvention noch irgendetwas?
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Schattenwolf
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Re: Norwegen will Großteil der Wölfe umbringen lassen

Beitrag von Schattenwolf » 22. Jan 2018, 17:23

Ein echter Skandal was da in Schweden und Norwegen stattfindet, hätte die beiden Länder gerne noch mal besucht.
2 komplette Rudel wurden ausgelöscht.

https://www.facebook.com/FreundeskreisW ... 0100309082
Norwegen und die Wölfe - kein Ruhmesblatt für eine sympathische Nation. Die Bilder gleichen sich, aber die Bürger wehren sich.
Ein Bericht von Henrike Wangenheim von der Demonstration am 20.01.2018 gegen den Abschuss von Wölfen in Oslo:
"Hallo Kalle,
gestern haben wir in Oslo demonstriert, zusammen mit ca. 3000 anderen Demonstranten dort und insgesamt über 4000 landesweit.
Es ging darum, dass die norwegische Regierung die Lizenzjagd auf insgesamt 42 Wölfe erlaubt hat, davon zwei komplette Rudel, die das Pech hatten, dass ihr Territorium teilweise außerhalb der politisch festgelegten Wolfszone lag.
Norwegen hat zurzeit unter 100 Wölfe, die sich permanent in Norwegen aufhalten. Die Wolfszone umfasst nur 5% der gesamten Landesfläche und dort werden nur drei bis vier Würfe per Jahr erlaubt. Norwegen hat sich durch eigene Gesetze und internationale Vereinbarungen (Bernkonvention) dazu verpflichtet, eine eigene tragfähige Wolfspopulation zu beherbergen. Alle Wissenschaftler und Forscher sind sich einig, dass es dafür mindestens 300 Exemplare geben müsste.
Die Population leidet unter Inzucht, das ist wissenschaftlich erwiesen, da der Bestand eng überwacht wird. Streifwölfe aus Finnland, Russland oder Schweden erreichen selten die Populationen in Norwegen. Oft werden sie schon auf dem Weg durch die samischen Rentiergebiete erlegt.
Jetzt sind zwei Rudel ausgelöscht worden. In der Praxis haben ca. 200 Jäger über eine Woche lang die Wölfe umzingelt, mit Flaggenleinen eingekreist und einen nach dem anderen erschossen. Dabei wurde keine Rücksicht auf Familienstrukturen genommen und in beliebiger Reihenfolge getötet: Alphatiere, Jährlinge und Welpen wild durcheinander.
Jagdethik? Nicht vorhanden. Diese beiden Rudel waren weder Verhaltensauffällig, noch haben sie sich an Haustieren vergriffen, sie haben sich nur dort aufgehalten, wo sie nach dem Willen der Politiker nichts verloren hatten: außerhalb der Wolfszone, die nicht etwa ein Schutzgebiet ist, sondern nur ein Bereich, in dem sich die gewünschte Anzahl Wölfe aufhalten darf. Deswegen wurde auch teilweise in der Wolfszone gejagt.
Waldbesitzer, Bauern und Jäger machen Front gegen den Wolf. Die Waldbesitzer, weil sie den Elch für sich beanspruchen und Elchjagd verkaufen (jedes Jahr werden 30.000 Elche erlegt, für den Wolf ist aber keiner über), die Jäger, weil sie um ihr Hobby fürchten (ca. 2% der Bevölkerung jagen) und die Bauern, weil sie auf ihr altes Recht pochen, Schafe über den Sommer frei in die Wälder zu jagen, wo sie unbeaufsichtigt 4 Monate weiden sollen.
150.000 Schafe sterben jedes Jahr durch Ertrinken, Abstürzen, Fliegenlarven, weil sie auf dem Rücken liegen bleiben oder im Moor festsitzen. Ca. 2000 von ihnen werden nachweislich von Raubtieren gerissen, da aber von allen Raubtieren gesammelt, nicht nur vom Wolf.
Es liegen zurzeit ca. 3000 Tonnen Schafsfleisch unverkauft in den Gefrierlagern, weil weit über den Bedarf produziert wird. Die Entschädigung bei erwiesenem Riss durch Raubtiere ist wesentlich höher, als das, was der Bauer bekommt, wenn er die Tiere zum Schlachter fährt. Er hat also keinen Anreiz, besser auf seine Tiere aufzupassen.
Das Parlament hat die maximalen Bestandszahlen von 60-70 Wölfen aufgrund politischer Mehrheitsverhältnisse festgelegt, nicht aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen und bereits existierenden rechtlichen Grundlagen. Deswegen ist die derzeitige Raubierverwaltung zurzeit rechtswidrig.
Der WWF hat den Staat verklagt und das Urteil wird demnächst erwartet. Die Mehrheit der Norweger ist laut Forschungsergebnissen für den Wolf, wird aber nicht gehört, weil eine Minderheit von Landbesitzern lauter und aggressiver agiert.
Darum wurde gestern demonstriert und das sehr hohe Konfliktniveau zwischen Natur- und Tierschützern und Waldbesitzern/Bauern/ Jägern wird weiter eskalieren, da die stumme Mehrheit weniger und weniger dazu bereit ist, stumm zu bleiben.
Es gibt natürlich eine Unmenge von Forschungsergebnissen, Statistiken und Veröffentlichungen von Seiten der staatlichen Verwaltungen, die unsere Position stärken und stützen, die werden zur Zeit aber von Regierung und Parlamentsmehrheit ignoriert."
Foto: Henrike und Jonna Wangenheim
meine Enkeltöchter bei der Demonstration in Oslo - der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
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Re: Norwegen will Großteil der Wölfe umbringen lassen

Beitrag von HOWL » 27. Jan 2018, 21:09

Ich kann gar nicht sagen wie froh es mich macht zu wissen, dass so viele Menschen in einem verloren geglaubten Land auf die Straße gehen für ein Tier, das die meisten von ihnen wohl noch nie persönlich gesehen haben ... Hut ab. Das berührt mich schon etwas und gibt mir Hoffnung, dass es nicht immer so schlimm sein wird.

Edit. Danke fürs Teilen, Schattenwolf.
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