Hund getötet

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Grauer Wolf
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Hund getötet

Beitrag von Grauer Wolf » 23. Feb 2018, 11:32

Das war so nötig wie ein Kropf. Die Schuld tragen nicht etwa Wolf oder Hund, sondern ausschließlich der verantwortungslos handelnde "Jäger"! :(


"Das Jagdforum „JAWINA“ berichtete jetzt von dem ersten bei einer Jagd in Deutschland von einem Wolf getöteten Hund. Als der Jagdhund (eine Bracke) Ende Januar auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz etwa 1.500 Meter entfernt von seinem Halter eine Rotwildfährte verfolgte, traf er offenbar auf den Rüden des territorialen Rudels."

http://wolfsmonitor.de/?p=12641

1500 Meter entfernt heißt außerhalb jeglicher Kontrolle. Wenn das der Hund eines Wanderers machen würde, würde es knallen... :x

Gruß
Wolf
Zuletzt geändert von Grauer Wolf am 23. Feb 2018, 11:39, insgesamt 2-mal geändert.
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maxa67
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Re: Hund getötet

Beitrag von maxa67 » 23. Feb 2018, 11:37

Guten Morgen:
Das hatten wir schon im Thema beim Wolfsabschuß:
viewtopic.php?f=23&t=2743&start=10
https://www.tag24.de/nachrichten/war-es ... ter-437696

Und nur weil es jetzt auch mal Eingang in die Jägerschwarte erhalten hat, wirds deswegen nicht besser.

harris
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Re: Hund getötet

Beitrag von harris » 23. Feb 2018, 12:13

Grauer Wolf hat geschrieben:
23. Feb 2018, 11:32
Das war so nötig wie ein Kropf. Die Schuld tragen nicht etwa Wolf oder Hund, sondern ausschließlich der verantwortungslos handelnde "Jäger"! :(


"Das Jagdforum „JAWINA“ berichtete jetzt von dem ersten bei einer Jagd in Deutschland von einem Wolf getöteten Hund. Als der Jagdhund (eine Bracke) Ende Januar auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz etwa 1.500 Meter entfernt von seinem Halter eine Rotwildfährte verfolgte, traf er offenbar auf den Rüden des territorialen Rudels."

http://wolfsmonitor.de/?p=12641

1500 Meter entfernt heißt außerhalb jeglicher Kontrolle. Wenn das der Hund eines Wanderers machen würde, würde es knallen... :x

Gruß
Wolf
Bei einer Drückjagd laufen die Hunde frei und jagen selbstständig. (Und dürfen das! Der Wandererhund nicht! = Unterschied) Da kann es schon einmal vorkommen, dass eine Rotwildfährte angenommen wird.
Das hat nichts, rein gar nichts mit Verantwortungslosigkeit zu tun. Aber trotzdem scheiße gelaufen!
Der Hund des Wanderers sollte ja auch nicht jagdlich eingesetzt werden. Deshalb die Leine! Sonst, wenn es eben passiert, Wilderei.

Gruß Harris

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maxa67
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Re: Hund getötet

Beitrag von maxa67 » 23. Feb 2018, 12:53

Wilderei und der Abschuß von Hunden ist aber auch ganz klar definiert. Zumindest in Sachsen. Bin schon paarmal mit oberlehrerhaften Kunden deswegen aneinandergerasselt...

§ 27 des Sächsischen Jagdschutzgesetzes besagt:
Wildernde Hunde dürfen nur mit vorheriger Genehmigung der Jagdbehörde getötet werden.
Die Jagdbehörde darf die Genehmigung im Einzelfall nur erteilen, wenn der Jagdausübungsberechtigte nachweist, dass sich ein wildernder Hund nicht nur vorübergehend in einem Jagdbezirk aufhält und die Beunruhigung des Wildes nicht auf andere Weise verhindert werden kann.

Widukind

Re: Hund getötet

Beitrag von Widukind » 23. Feb 2018, 13:57

In Niedersachsen wollte der ehemalige grüne Landwirtschaftsminister Christian Meyer das Jagdrecht dahin gehend ändern.

Da aber die Rot-Grüne Landesregierung letzten Herbst abgewählt wurde und er es bis dahin nicht umgesetzt hatte, bleibt alles beim alten.

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maxa67
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Re: Hund getötet

Beitrag von maxa67 » 23. Feb 2018, 16:09

Auch hier gibts keinen wirklich goldenen Mittelweg. Katzen sind ohnehin größere Räuber als Hunde. Aber gerade bei Randgrundstücken haben die schon einen teils enormen Aktionsradius, der über die 300m hinausgeht. Bloß gut haben wir einen kleinen Fluß als südliche Begrenzung am Nachbargrundstück, da kann unser haariges Tier wenigstens nicht in die "Wildnis" und begnügt sich mit Nachbars Wiesen und dem Bauhof und seinen verfallenen Gebäuden. Vorneraus ist Straße und davor hat sie gottseidank Schiß.

Ich hab als Hundehalter kein Problem damit, wenn mir jemand sagt, daß da eine Wildruhezone ist oder wie vor Jahren, daß Straßenunterführungen vom Rehwild endlich angenommen wurden und sich da Hundemarker schlecht machen würden. Oder in selbsterkenntnis, wenn ich weiß, hier steht immer Viehzeugs rum und der Hund wäre dann für die nächsten 3 Minuten nicht zurückurufen, dann bleibt oder kommt er an die Leine. In den meisten Stadtgebieten herrscht Leinenzwang, Hundeplätze gibts auf dem Land sowieso nicht, also läuft er dann auf Feldwegen oder überschaubaren anderen Wegen. Wenn er nervös wird und Witterung aufnimmt, kommt er wieder an die Strippe, aber es klappt eben in 2 von 10 Fällen nicht, da kommt der Tunnelblick und ab gehts Richtung Spielgefährte Rehbock, der sich krumm und schief lacht, wenn der Hund daherhechelt...
In diesen Momenten bin ich dann froh, daß nicht jeder Hundehasser mit Flinte einen Freibrief zum Draufknallen hat. Mich ärgerts immer am meisten, wenn der Hund am Fuß oder in entsprechender Rufweite ist und im Wesentlichen reagiert und so ein Waldschrat kommt an und erklärt mir, er könne meinen Hund abschießen und täte das das nächste Mal. Dann hab ich schon mein grimmiges Standardsprüchel, ob er schon seinen Rolli bestellt hat, weil ich ihn im Abschußfall dort hineinbefördern werde. Immerhin, ich lerne auch dazu und zweimal ist mir noch keiner blöde gekommen. Und der Hund hat mit zwei Rettungen (durch Anschlagen und Signalisieren) von Rehböcken in äußerst mißlicher Lage schon nachgewiesen, daß er die Viecher nicht reißen will.

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Re: Hund getötet

Beitrag von holsteiner in nrw » 23. Feb 2018, 16:44

harris hat geschrieben:
23. Feb 2018, 12:13


Bei einer Drückjagd laufen die Hunde frei und jagen selbstständig. (Und dürfen das! Der Wandererhund nicht! = Unterschied) Da kann es schon einmal vorkommen, dass eine Rotwildfährte angenommen wird.
Das hat nichts, rein gar nichts mit Verantwortungslosigkeit zu tun. Aber trotzdem scheiße gelaufen!
Der Hund des Wanderers sollte ja auch nicht jagdlich eingesetzt werden. Deshalb die Leine! Sonst, wenn es eben passiert, Wilderei.

Gruß Harris
Hallo Harris,

da hast du natürlich recht. In diesem Falle aber nicht relevant, da es sich hier laut diesem Artikel um eine Ansitzjagd handelte. Unabhängig davon ist der Bracke, die natürlich viel weiträumiger jagd als ein Vorstehhund, die fahrlässige Art ihres Hundeführers zum Verhängnis geworden. Obwohl ich mir sicher bin, dass der Hundeführer und seine Familie am meisten darunter leiden. Deswegen ist hier sämtliche Häme fehl am Platz. Ich fühle mit dem HF und bin der Meinung, dass dieser doch sehr frei von Emotionen beschriebene Bericht alle Hochachtung gebührt.
Die Kombination des Ortes ( Kerngebiet des Rudels) plus die Jahreszeit ( mitten in der Ranz) haben wohl zu diesem tragischen Ereignis geführt.

Gruß Holsteiner

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Re: Hund getötet

Beitrag von imago-lupus.de » 23. Feb 2018, 18:14

Viele offene Fragen....lesenswertes von Wotsch

http://woelfeindeutschland.de/viele-off ... -jagdhund/

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Re: Hund getötet

Beitrag von imago-lupus.de » 23. Feb 2018, 18:23

imago-lupus.de hat geschrieben:
23. Feb 2018, 18:14
Viele offene Fragen....lesenswertes von Wotsch

http://woelfeindeutschland.de/viele-off ... -jagdhund/
Kommentar von Wotsch....

„Prignitz gilt mein ganzes Mitgefühl. Ich habe selbst Hunde geführt und weiß, wie schmerzlich der Verlust eines vierbeinigen Jagdkameraden ist. Gerne bekunde ich auch meinen Respekt über den sehr sachlichen, emotionsfreien Bericht. Die Gerüchte werden in den nächsten Tagen und Wochen heftig ins Kraut schießen. Deshalb ist dieser Bericht aus erster Hand besonders wichtig. Allerdings enthält er einige bemerkenswerte Ungereimtheiten.

Schon vor Wochen, als der Vorfall bekannt wurde, hatte es geheißen, die Bracke sei nicht von ihrem Besitzer, sondern einer anderen Person ausgeführt worden und habe sich selbständig gemacht. Der Bericht von Jan Prignitz gibt dazu keine Auskunft. Es ist nur die Rede von dem „Führer“ des Hundes. An keiner Stelle schreibt er von „meinem“ Hund.

Die geschilderten jagdlichen Umstände sind überaus fragwürdig. Da soll also ein Hundeführer seine Bracke „zur Suche nach Wild“ geschnallt haben – in unmittelbarer Nähe zu einer Bundesstraße. Offenbar war er allein unterwegs, es war keine Gesellschaftsjagd. Ich kenne den Jagdbetrieb wie auch den Leiter, Franz Graf Plettenberg (richtig: jener Graf P., dessen Terrierhündin im Jahr 2002 von einer Wölfin getötet worden war, nachdem sie sich von ihm entfernt hatte). Wiederholt habe ich bei Graf P. an Jagden teilgenommen. Solche Einzeljagden mit einem Hund, noch dazu während der Paarungszeit und im Territorium eines Wolfsrudels, kommen bei Graf P. nicht vor.

Es ist – leider muss ich das so deutlich sagen – grobe Fahrlässigkeit, einen Jagdhund allein und während der Paarungszeit im Territorium eines Wolfsrudels frei auf die Suche zu schicken. Der Führer des Hundes hat eine Szene nachgestellt, wie sie in Schweden immer wieder vorkommt: Man schickt einen weit und laut jagenden Hund, z. B. eine Bracke oder einen Elchhund, zur freien Suche. Jedes Jahr werden ein bis zwei Dutzend Jagdhunde in Schweden bei solchen Gelegenheiten von Wölfen getötet. Das weiß bei uns inzwischen jeder Hundeführer – oder er sollte es zumindest wissen.

Ich frage mich allerdings, ob es sich überhaupt um einen jagdlichen Einsatz gehandelt hat. Dieses Unternehmen – Einzelschütze, ein einziger Hund, neben einer Bundesstraße: Das reimt sich nicht zusammen. Und Prignitz spricht kein einziges Mal von „seinem“ Hund. Nichts deutet darauf hin, dass er selbst bei dem Geschehen zugegen war. Ich glaube vielmehr, dass nicht Prignitz, sondern eine andere Person den Hund bei sich hatte und dass dieser nicht „zur Suche nach Wild geschnallt“ wurde, sondern sich selbständig gemacht hat.

Die über 150 Leserkommentare auf JAWINA sind von einer unsäglichen Polemik geprägt. Anstatt sich mit dem Bericht im Detail zu befassen, fällt man bissig übereinander her. Die Unstimmigkeiten sind dagegen keinem (!) aufgefallen.

Wie immer sich die Details auch abgespielt haben – eins ist jedenfalls klar: Die Schuld am Tod dieses Hundes hat nicht der Wolf, sondern jene Person, die den Hund bei sich hatte und auf ihn aufpassen sollte.

Ulrich Wotschikowsky“

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Re: Hund getötet

Beitrag von imago-lupus.de » 23. Feb 2018, 18:47

Die großen Beutegreifer bräuchten mehr Charaktere wie Wotsch


Etwas mehr über Wotsch...

http://www.elli-radinger.de/foerderprei ... chikowsky/

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