Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

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Old Trapper
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von Old Trapper » 4. Feb 2018, 08:57

Ich danke dir für die Infos, lutra!

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TheOnikra
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von TheOnikra » 4. Feb 2018, 11:27

Old Trapper hat geschrieben:
3. Feb 2018, 23:17
Für richtig halte ich es allerdings, dass man nach sorgsamer Abwägung (d. h. nach sorgfältiger Prüfung unter Berücksichtigung der gesetzlich vorgegebenen Kriterien) auch unbequeme Lösungen, wie im Einzelfall auch Tötungen zulässt. Dass ich mir mit dieser Ansicht hier im Forum nicht nur Freunde mache, das habe ich schon gemerkt.
Da fällt einem aber schon auf das nicht tödliche Maßnahmen erst gar nicht ins Gespräch kommen. Es wird einfach ignoriert und weggelassen. Genau wie die Sterilisation von den Hybriden. Da wird auch nie auch nur erwähnt das es in Italien genau so praktiziert wird. Es wird bewusst verschwiegen das es möglich ist.
Widersprüche werden hingegen einfach stehen gelassen, oder wo liest man den jetzt den genauen Sachverhalt und warum sich so entschieden wurde.
Wo ist der Abschnitt des Managementplans auf dem sich berufen wird.

Diese sind es wohl dann nicht:
Wolf tötet einen Jagdhund im Jagdeinsatz ) = Natürliches Wolfsverhalten -> Handlungsempfehlungen: Spezifische informationen.
Wolf tötet wiederholt Hunde in Hof oder Garten -> Entfernen
Zu dem wurde gesagt das "der Entschluss zur Tötung nichts mit der Räude zu tun hätte".

Welche Sachlage ergibt sich daraus:Ein Hund wurde im Hof oder im Garten getötet. Beim Zweiten wird es vermutet. Er wurde weit entfernt gefunden, die Ausage des Besitzers ist widersprüchlich. Könnte es den nicht sein das es einfach gestreunt hat und einen Wolf über den Weg lief, so wie ein Jagdhund.
Ein Hund ungleich wiederholt; Vermutlich ungleich Fakt
Nennt man das Berücksichtigung der gesetzlich vorgegebenen Kriterien?

=> Warum wurde er jetzt erschossen und nicht vergrämt? Warum besteht ein großes Interresse daran das die genauen Hintergründe nicht Preis zu geben? Ist es nicht vielleicht so das sie einfach keine Beweise haben und die Gelegenheit genutzt haben. Welche andere Begründung könnte es den sonst geben?
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Old Trapper
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von Old Trapper » 4. Feb 2018, 12:49

#TheOnikra

Weshalb prüfen wir nicht zuerst den genauen Sachverhalt und seine Hintergründe, bevor wir uns mit vagen Vermutungen möglicherweise ins Abseits manövrieren? Ob und welche nicht letalen Alternativmaßnahmen in Erwägung gezogen sind, dass muss man die zuständigen Stellen (und ggf. deren Umkreis) fragen.
Eine juristisch nicht anfechtbare Begründung für die Tötungsmaßnahme werden die zuständigen Stellen liefern können. Sonst würde man sich höchstwahrscheinlich wegen illegalen Handelns vor Gericht verantworten müssen. Kritische Nachfragen wird es sicher zur Genüge geben. Jekami!

Eines sollten wir bei aller Betroffenheit nie vergessen:
"Wer von Wölfen fasziniert ist und ihre Rückkehr in unsere Kulturlandschaft als Geschenk betrachtet, der muss auch den Gedanken ertragen können, dass es zu dieser niemals konfliktfreien, neuen Nachbarschaft von Mensch und großem Beutegreifer gehört, einzelne Tiere zu töten, deren Verhalten nicht nur ein Risiko für Menschen darstellt, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz für die Wölfe ruiniert. ..."
Kommentar von E. Fuhr in www.welt.de 28.04.2016

Liebe Grüße
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Grauer Wolf
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von Grauer Wolf » 4. Feb 2018, 13:08

Old Trapper hat geschrieben:
4. Feb 2018, 12:49
"Wer von Wölfen fasziniert ist und ihre Rückkehr in unsere Kulturlandschaft als Geschenk betrachtet, der muss auch den Gedanken ertragen können, dass es zu dieser niemals konfliktfreien, neuen Nachbarschaft von Mensch und großem Beutegreifer gehört, einzelne Tiere zu töten, deren Verhalten nicht nur ein Risiko für Menschen darstellt, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz für die Wölfe ruiniert. ..."
Kommentar von E. Fuhr in www.welt.de 28.04.2016
Wieviele Menschen sind gleich nochmal in D von Wölfen auch nur schief angeschaut worden? Und damit meine ich nicht gefühlte Ängste von Angsthasen, die einen beiläufigen Blick des Wolfes (was'n das für'n Typ?) für die Jagdfixierung halten und sich {Selbstzensur}.
Fuhr ist "Jäger". Das darf man bei seinen Kommentaren nie vergessen.

Btw., wurden eigentlich mal erfahrene Feldforscher in Sachen Verhalten um Rat oder Stellungnahme gebeten? Nein? Dachte ich mir. Genau wie bei "Kurti".
Aber Politiker wissen ja naturgegeben alles, halt auch über Wölfe. Baaaah...!

Gruß
Wolf
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Grauer Wolf
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von Grauer Wolf » 4. Feb 2018, 13:25

Paßt nahtlos hier hin:
Und genau diesem Minister zufolge, der seitdem vielerorts als „Glyphosat-Minister“ bezeichnet wird, sollen Wölfe künftig – so lautet offenbar ein anderer GroKo-Kompromiss zwischen SPD und CDU/CSU – auch getötet werden dürfen, wenn sie „beispielsweise Weiden überqueren“.
http://wolfsmonitor.de/?p=12410

Kann der überhaupt noch in den Spiegel schauen ohne sich selber anspeien zu wollen?

Naturferne im Extrem oder eine gekaufte Kreatur der Schafhalter und "Jäger"...? :(

Gruß
Wolf
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TheOnikra
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von TheOnikra » 4. Feb 2018, 13:35

Old Trapper hat geschrieben:
4. Feb 2018, 12:49
Weshalb prüfen wir nicht zuerst den genauen Sachverhalt und seine Hintergründe, bevor wir uns mit vagen Vermutungen möglicherweise ins Abseits manövrieren? Ob und welche nicht letalen Alternativmaßnahmen in Erwägung gezogen sind, dass muss man die zuständigen Stellen (und ggf. deren Umkreis) fragen.
Eine juristisch nicht anfechtbare Begründung für die Tötungsmaßnahme werden die zuständigen Stellen liefern können. Sonst würde man sich höchstwahrscheinlich wegen illegalen Handelns vor Gericht verantworten müssen. Kritische Nachfragen wird es sicher zur Genüge geben. Jekami!
Genau das man Nachfragen muss für den genauen Sachverhalt zeigt doch das da etwas schiefläuft.
Der Wolf ist tot, die Lage muss also schon geklärt worden sein. Warum wird die genaue Begründung nicht bekannt gegeben? Es ist doch genau die Absicht das sich Wolfsschützer mit vagen Vermutungen ins Abseits zu befördern. Genau dieses Vorgehen der Informationszurückhaltung hilft einzig und allein den Wolfsgegnern.
Eines sollten wir bei aller Betroffenheit nie vergessen:
"Wer von Wölfen fasziniert ist und ihre Rückkehr in unsere Kulturlandschaft als Geschenk betrachtet, der muss auch den Gedanken ertragen können, dass es zu dieser niemals konfliktfreien, neuen Nachbarschaft von Mensch und großem Beutegreifer gehört, einzelne Tiere zu töten, deren Verhalten nicht nur ein Risiko für Menschen darstellt, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz für die Wölfe ruiniert. ..."
Kommentar von E. Fuhr in www.welt.de 28.04.2016
Die ist in den Managementplanen geregelt, an die sich nach jetztigen Stand nicht gehalten wurde.
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von Caronna » 4. Feb 2018, 14:37

Old Trapper hat geschrieben:
4. Feb 2018, 12:49
#TheOnikra

"Wer von Wölfen fasziniert ist und ihre Rückkehr in unsere Kulturlandschaft als Geschenk betrachtet, der muss auch den Gedanken ertragen können, dass es zu dieser niemals konfliktfreien, neuen Nachbarschaft von Mensch und großem Beutegreifer gehört, einzelne Tiere zu töten, deren Verhalten nicht nur ein Risiko für Menschen darstellt, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz für die Wölfe ruiniert. ..."
Kommentar von E. Fuhr in www.welt.de 28.04.2016
au Mann, Welt! die und konsorten werden schon dafür sorgen dass das nicht geschieht. Immer das gesabbel mit gefährdung für Menschen! bitte, bitte, dann schafft alle Haustiere ab, alle Autos, alle Wildtiere, vor allem alle Menschen so weit so böse.
das die Welt ein Mistblatt ist, erst recht für bestimmte Bereiche sollte bekannt sein
Grüße aus der Eifel
Caronna

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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von Old Trapper » 4. Feb 2018, 15:25

# TheOnikra
Du schreibst: "Die ist in den Managementplanen geregelt, an die sich nach jetztigen Stand nicht gehalten wurde."
Hast du dafür Beweise, dass man sich an die Managementpläne nicht gehalten hat?

# Coronna
Mit dieser Art von Polemik spielst du nur den Wolfsgegnern in die Hände.
Ein guter sachlicher Kommentar bleibt ein guter sachlicher Kommentar, egal wo er veröffentlicht wird, ob in der Süddeutschen, dem Spiegel oder hier (wie du wertest) einem "Mistblatt".

# Grauer Wolf
Sollte man einen Kommentar nicht allein nach Inhalt und Aussage bewerten und nicht,ob der Verfasser Jäger, Tierschützer, Briefmarkensammler, Poliker oder Bäckermeister ist?
Auf jeden Fall helfen uns derartige Kommentare, wie der zitierte von E. Fuhr, die Mehrheit in der öffentlichen Akzeptanz von Wölfen in unserer Kulturlandschaft zu erhalten. Noch haben wir diese Mehrheit.
Wenn wir allerdings weiter so emotional, unsachlich und polemisch argumentieren:
Wie lange noch?

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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von TheOnikra » 4. Feb 2018, 17:18

Old Trapper hat geschrieben:
4. Feb 2018, 15:25
# TheOnikra
Du schreibst: "Die ist in den Managementplanen geregelt, an die sich nach jetztigen Stand nicht gehalten wurde."
Hast du dafür Beweise, dass man sich an die Managementpläne nicht gehalten hat?
Habe ich doch aufgeführt..
TheOnikra hat geschrieben:
4. Feb 2018, 11:27
Wolf tötet einen Jagdhund im Jagdeinsatz ) = Natürliches Wolfsverhalten -> Handlungsempfehlungen: Spezifische informationen.
Wolf tötet wiederholt Hunde in Hof oder Garten -> Entfernen
Zu dem wurde gesagt das "der Entschluss zur Tötung nichts mit der Räude zu tun hätte".
Nach zu lesen unter Punkt 8.5 Tabelle 2

Da Zweifel daran bestehen das der zweite Hund sich auf dem Hof befand kann ja von wiederholt keine Rede sein. Da fehlen mir die Beweise dafür das der Hund sich tatsächlich auf dem Hof befand als er angeriffen wurde.

Desweiteren steht unter Punkt 5.4
Die Entfernung von Wölfen ist immer das letzte Mittel der Wahl und nur vorzunehmen, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind oder aber Gefahr für Menschen besteht.
Wie würdest du das denn lesen?


Was mich hier am meisten stört ist eben genau dieses (absichtliche) nicht erwähnen. Es könnte ja bei der Bevölkerung hängen bleiben, das es noch nicht letale Mittel gibt.
Der Nabu hat sowas entsprechend gemacht:
Im aktuellen Fall hatte sich ein Wolf wiederholt tagsüber in Siedlungen gezeigt und teilweise gezielt Haustiere auf Grundstücken attackiert. Das Herbeiführen einer Verhaltensänderung durch Vergrämung ist in diesem Fall nicht möglich und scheidet als alternative Maßnahme aus.

https://www.nabu.de/news/2018/01/23779.html

Allein durch dieses Weglassen ist es eine Verfällschung an der Richtigkeit dieses Urteils.(Wenn es dann überhaupt gerechtfertigt war.)
Gefährlich auf Hinblick für weitere Abschussverfügungen. Das kann und sollte man nicht stehen lassen. Sonst wird aus Wiederholt einmalig und aus letztem Mittel das einzige Mittel der Wahl.
Darauf wird sich dann beruht und genau deshalb muss darauf bestanden werden das es zeitig und vollständig dagelegt wird!

Übrigends tolle Begründung warum Vergrämung nicht möglich ist.
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Re: Auffälliger Wolf bei Görlitz erschossen

Beitrag von Old Trapper » 4. Feb 2018, 17:21

Auf Basis der mir vorliegenden Datenlage kann ich den Verantwortlichen für die Tötung des hier genannten Wolfes keinen Vorwurf machen.
Der Managementplan Wolf in Sachsen dient nicht der Auslöschung, sondern der Entwicklung und Erhaltung der Wolfspopulation im Lande. Er wurde nicht von Politikern, sondern maßgeblich von Fachleuten erstellt.
An diesen Managementplan sollten und müssen sich die Verantwortlichen halten. Sonst wäre er nicht das Papier wert, auf das er gedruckt ist.

In diesem Managementplan heisst es u. A.:

8.5 Wolfsverhalten: Ursachen und Handlungsbedarf

Verhalten: Wolf tötet mehrfach Hunde in Höfen oder Gärten
Einschätzung:Kritisch, großer Schaden für die Akzeptanz von Wölfen
Handlungsempfehlung: Entfernen

Was also hat man falsch gemacht? Auf Basis des Managementplans kann ich da vorerst nichts erkennen.
Die weitere Entwicklung des Wolfsbestandes wird hier von der Tötung eines Einzelindividuums eher profitieren.
Das Kriterium für die Einschätzung als Problemwolf ist in diesem Fall eindeutig definiert, genau wie die daraus abzuleitende Handlungsempfehlung. In diesem Fall (leider) Tötung.

Man mag dem Managementplan zustimmen oder nicht.
Er gilt! Und das ist gut so, weil er eben nicht nur dem Menschen, sondern vor allem auch dem Wolf dient.

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