Genetik der Wölfe: Hybridisierung, Introgression und Abstammungslinien

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Dr_R.Goatcabin
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Re: Genetik der Wölfe: Hybridisierung, Introgression und Abstammungslinien

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Szewczyk et al. (2021): Genetic support for the current discrete conservation unit of the Central European wolf population. DOI: 10.2981/wlb.00809. Google Translate Volltext

Abstract
Das Verbreitungsgebiet des Grauwolfes Canis lupus Mitteleuropa wächst dynamisch und verbindet zuvor isolierte Populationen wieder. In einem kürzlich erschienenen Papier wurde daher vorgeschlagen, die derzeitigen baltischen und mitteleuropäischen Wolfsmanagementeinheiten (CE) zusammenzuführen, die nicht mehr durch die Entfernung isoliert sind. Neuere genetische Befunde weisen jedoch darauf hin, dass diese beiden Populationen nicht genetisch homogen sind. Hier überprüfen wir die neuesten Daten zur genetischen Struktur von Wölfen in Mitteleuropa und zeigen, dass die Wölfe von CE und Baltikum zwar dieselbe phylogeografische Abstammungslinie darstellen, ihre demografische Vorgeschichte jedoch zu einer signifikanten genetischen Struktur zwischen diesen beiden Populationen geführt hat. Während die Gruppen durch einen moderaten Genfluss miteinander verbunden sind, ist er nicht hoch genug, um das in der CE-Population beobachtete starke Gründersignal [s. Gründereffekt] zu reduzieren, was darauf hindeutet, dass die Populationsdynamik innerhalb des CE-Wolfsbereichs weitgehend unabhängig von der seiner Quellpopulation (baltische Population) ist. Folglich würde eine Managementeinheit, die die Wölfe CE und Baltikum kombiniert, keine demografisch kohärente Einheit bilden. Wir empfehlen daher, dass die [jeweiligen] Einheiten im Schutzmanagement ihren eigenen Status beibehalten.
"Though this be madness, yet there is method in 't ..."
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