Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Die Beziehung zwischen Mensch und Wolf, Zusammenleben, Herdenschutz, Konflikte und Lösungen.

balin
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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von balin » 11. Mär 2016, 01:32

Danke Ulrike!
Sven hat mich auch schon darauf hingewiesen und da es ja nur dreissig Kilometer von mir weg ist, werde ich auch mal persönlich dort nachfragen.
Die sind mit den Überlegungen etwa so weit wie ich selber. Nur habe ich schon länger Hunde bei den Kühen. Zur Zeit kommt jeden Tag ein Kalb auf die Welt und deswegen haben die Hunde einen schweren Stand in der Nähe der Kleinen und die Hunde beunruhigen ja auch die jungen Mütter. So ganz kann ich mir den Trick noch nicht vorstellen, wie vor allem die Kühe die Hunde in dieser Entwicklungsphase akzeptieren könnten. Und dann will ich die Herde ja auch manchmal mit den anderen Hunden umtreiben. Das Programm ist also deutlich schwieriger wie bei den Schäfern.
Wenn alles klappt, kommen meine Kangals Ende 2017. Zur Zeit setze ich Wildzäune aussenrum. Für Hunde und Kälber ist das ziemlich eindeutig, Rinder können aber alles niederwalzen. Man investiert letztlich in die Zäune mindestens so viel wie andere In die Stallanlage. Bei der Konzeption braucht es dann aber in Zukunft auch die Herdenschutzhunde, nicht nur wegen der Wölfe. Wer keine arrondierten Flächen hat, wie ich, der hat in diesem System schlechte Karten.

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Wolfsblut
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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von Wolfsblut » 11. Mär 2016, 06:35

Warum Kangals und keine Pyrenäen Berghunde?

balin
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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von balin » 11. Mär 2016, 07:12

Langes weisses Fell ist nicht so ganz das richtige bei Rindern, die auch in der Matschphase im Freien sind. Das, was im Winter festfriert, bekommt ja im Frühjahr eine andere Konsistenz und Rinder wühlen im Gegensatz zu Schafen bei Nässe auf den Verkehrsflächen den Boden auf. Die Hunde müssen sich da selber sauber halten können.
Man sollte das begünstigen, indem man sich Hunde mit pflegeleichtem Fell aussucht. Meine Hunde lassen sich zb nicht das Fell bürsten, die achten auf ihre Privatsphäre. Es ist manchmal schwer zu erklären, daß ich kein Hundesalon bin, sondern einen Mutterkuhbetrieb mit entsprechend veranlagten Hütehunden betreibe.
Mir haben allerdings die Pyrenäenhundmischlinge, die ich in Thüringen sehen konnte vom Wesen her recht gut gefallen. Dort habe ich auch die Adresse von dem Schafhalter bekommen, der die spanischen Herdenschutzhunde hält. Kangal hat ja hier im Forum schon einen Bericht dazu geschrieben.
Ich werde mir die Zeit nehmen und mir manches anschauen. Man kann ja nur voneinander lernen, aber man muß auch die eigenen Verhältnisse im Auge behalten. Bei mir wären die Herdenschutzhunde das ganze Jahr auf ihren 15 Hektar, aber die muß man erst mal entsprechend einzäunen. Bahnlinie und Autbahnzubringer sind ja in unmittelbarer Nähe und ich habe da eine besondere Sorgfaltspflicht.

Bengali
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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von Bengali » 8. Aug 2016, 11:23

Ja das einzäunen ist immer das große Problem, denn Rinder und Pferde kann man mit einer Litze gut weghalten. Möchte man jetzt einen HSH muss man es komplett einmal einzäunen. Kosten und Zeitaufwand. Bei mir habe ich jetzt einen 1m hohen Wildzaun mit einer Litze drüber was die Hunde weghält.

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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von wolfsam » 8. Aug 2016, 17:52

Ich meine, dass ich in irgendeinem Beitrag einmal eine Herde (allerdings) Schafe gesehen hätte, die von HSH begleitet wurden und es war kein Zaun drum herum. Da sich HSH ja in die Herde eingewöhnen und dann zu einem Teil dieser Herde werden, kann ich mir vorstellen, dass die tatsächlich dann auch dabei bleiben. Hier ist aber die Erfahrung derjenigen gefragt, die mit HSH schon lange arbeiten wie z.B. in Rumänien. Sind da alle Herden eingezäunt?

Nina
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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von Nina » 9. Aug 2016, 12:18

Das DOGS-Magazin hat ein sehr informatives und interessantes Interview mit Ilka Reinhardt und Mirjam Cordt zum Thema Herdenschutzhunde geführt:

http://dogs-magazin.de/wissen/zucht/her ... m-einsatz/

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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von kangal2 » 9. Aug 2016, 14:35

Einzäunen ist in Deutschland schon aus Gründen der Versicherung notwendig.
Wir leben leider nicht in Rumänien oder Anatolien.
Um das Ganze mal in einem kurzen Video zu zeigen:

https://www.facebook.com/83139660022695 ... nref=story

Die beiden Kangals bemerken eine andere geschützte Herde in ihrem Revier. Man sieht diese ab und zu am rechten Bildrand.
Ich denke, man sieht sehr gut, welche Vorstellung die Hunde bezüglich der Größe ihres Reviers haben. ;)
Ein Spaziergänger mit seinem Hund hätte den gleichen Effekt, wie die fremde Herde.

Ansonsten gibt es in der Zwischenzeit genügend erfahrene Schäfer und auch Vereine, welche Erfahrungen mit Schutzhunden in Deutschland haben.
Wenn dann irgendwann Bedarf besteht, kann ich gern vermitteln.

balin
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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von balin » 11. Aug 2016, 18:47

Bis jetzt habe ich mir zwei Betriebe mit HSH und Rindern angeschaut. Das war sehr anschaulich und auch sehr unterschiedlich in der Philosophie.
Mich würden jetzt noch Schäfer interessieren, die gleichzeitig mit HSH und Hütehunden arbeiten. Von einem weiss ich, das es ihn gibt, in der Rhön, aber ich müßte eine Kontaktadresse haben.
Es gibt eine Menge Sachen zu bedenken. Auf vieles kommt man wirklich erst im Laufe der Unterhaltung. Und ich stelle fest, daß der Umgang mit Hunden sich sehr unterscheiden kann und es kommt trotzdem oft was vernünftiges bei heraus.
Zur Zeit fahre ich viel rum um aus den Erfahrungen anderer zu lernen und ich suche ja auch nach geeigneten Hunden für mich. Die Kangals, die ich bis jetzt gesehen habe, gefallen mir eigentlich recht gut. Bei mir ist ja kein Durchgangsverkehr und das soll auch so bleiben. ;-)

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Re: Projekt: Herdenschutzhunde bei Rindern

Beitrag von Bengali » 17. Aug 2016, 21:50

Man kann die Hunde an die Hütehunde gewöhnen. Grade wenn man sie als Welpen bekommt ist es einfacher. wichtig ist das der HSH bei mir Kangal muss den Schäfer oder den Hirten als Chef anerkennen. Er muss Kapieren das die Herde dem Hundehalter gehört. Die Hunde werden gegenüber fremde immer auf der Hut sein. Da kann man nichts gegen machen, alles was sie nicht kennen könnte eine Gefahr sein und hier handeln die selbständig.
Ich spreche jetzt für die Rasse Kangal mit anderen habe ich keine Erfahrung. Jedoch wäre ich auch bereit Gäste zu empfangen um es vor Ort mal zu besprechen am lebendigem Beispiel

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