Wolf Gefahr für den Tourismus?

Die Beziehung zwischen Mensch und Wolf, Zusammenleben, Herdenschutz, Konflikte und Lösungen.
maxa67

Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von maxa67 »

Es kommt ja auch keiner auf die Idee Flugzeuge oder Autos oder Jagdwaffen der Jäger zu verbieten, weil es da ab und zu mal zu (tödlichen) "Zwischenfällen" kommt. Wer sich vom Wolf abhalten läßt, in irgendeine Region zu fahren, auf den kann man getrost verzichten, denn diese Unaufgeklärten werden locker durch diejenigen kompensiert, die wegen dem Wolf herkommen.
Und er Tourismus in der Hohen Tatra brummt trotz dutzender Bärenvorfälle und des 2004 durch Quimburga 2 zerstörten Mittelwaldes ungebrochen.
Das ist alles Kaffeesatzleserei was die Leute da betreiben.

@LoneWolf, auf die Rückkehr des Luchses nach Sachsen bin ich sehr gespannt. Das Vogtland, Osterzgebirge und Sächsische Schweiz sowie ganz vereinzelt in der Oberlausitz scheinen bisher anhand der Sichtungen die besten Möglichkeiten dafür zu bieten.
Im Übrigen hat eine Freundin von mir vor ca. 8 Wochen anhand einer leider überfahrenen Katze, diese als Wildkatze identifiziert und sie vom Senkenberg Institut abholen alssen. Das wäre dann der östlichste Fund seit Jahrzehnten in Deutschland. Nur mal so als Info.
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Lone Wolf
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Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von Lone Wolf »

Erklärbär hat geschrieben: 22. Aug 2018, 23:05 Abgesehen von kulturellen Unterschieden muss einem auch klar sein, dass die Amis bis an die Zähne bewaffnet sind. Im Schnitt hat dort jeder ein Gewehr. Mit dem Gefühl der Unbesiegbarkeit können die locker durch die Wälder trotten...
Zumindest im Yellowstone dürfen Schußwaffen zwar transportiert, aber auf gar keinen Fall auf Tiere abgeschossen werden, auch nicht im Falle einer Selbstverteidigung! Dafür werden Bärenspray (aus gutem Grund heisst diese Art Pfefferspray in der Grösse eines kleinen Feuerlöschers nicht Wolfsspray :) ) und andere Massnahmen wie Geräuscherzeugung und wandern mit mehreren Personen empfohlen.

@Maxa, ich freue mich auf die Tage, wenn es auch in Sachsens Waldgebieten wieder eine umherstreifende Luchs - und Wildkatzenpopulation gibt
Viele Grüsse...
In der ganzen Natur ist kein Lehrplatz, lauter Meisterstücke
Johann Peter Hebel
Erklärbär
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Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von Erklärbär »

Ich bin mir sicher, dass die Amis sich weniger schutzlos fühlen, wenn sie eine Knarre mit sich führen dürfen. Ob sie spätestens bei einem Selbstverteidigungsfall eingesetzt wird, steht für mich außer Frage, auch wenn es untersagt ist. Ich glaube schon, dass die Nationalparkwächter alles dafür tun, dass da nicht wild rumgeballert wird. Aber wie das eben so ist mit Waffen. Wer sie hat, wird sie früher oder später auch mit hoher Wahrscheinlichkeit einsetzen.
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maxa67

Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von maxa67 »

Dann leg dir schonmal etwas Geist als Waffe zu, vielleicht kommt sie ja bei dir dann auch früher oder später zum Einsatz. :lol:

Sicher hat der Besitz einer Waffe einen psychologischen vorteilhaften Effekt, aber als Hauptgrund, warum die Amis (gibts eigentlich "die Amis" so pauschal?) diesbezüglich so ticken.
Erklärbär
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Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von Erklärbär »

Geist ist gut!

Der hat mehr Sachverstand als 95 % der User hier.
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Lutra
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Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von Lutra »

Erklärbär hat geschrieben: 24. Aug 2018, 23:14 Geist ist gut!

Der hat mehr Sachverstand als 95 % der User hier.
...und die restlichen 5% nennen sich "Erklärbär"! :lol: :lol: :lol:
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Nina
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Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von Nina »

Wie CDU-Politiker mit frei erfundenen Geschichten Angst schüren - und was die Realität darauf antwortet

Wir erinnern uns:
Agrarministerin fordert: Wolf zum Abschuss freigeben

Der Streit um die Ausbreitung der Wölfe in Niedersachsen verschärft sich. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) spricht sich für den Abschuss der Tiere aus – zum Schutz der Nutztierhalter und des Tourismus.
[...] Otte-Kinast beklagte, dass sich vor allem in der Lüneburger Heide viele touristische Betriebe wie Hofcafés oder Reiter-Pensionen durch die Ausbreitung des Wolfes eingeschränkt fühlten. „Urlaubsgäste sagen dann einfach: Wir fahren auf die ostfriesischen Inseln, aber im Moment mal nicht in die Heide.“

HAZ, 16.05.2018: Agrarministerin fordert: Wolf zum Abschuss freigeben https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/ ... on-Woelfen
Schon damals konterte der Tourismusverband Lüneburger Heide GmbH:
Dagegen betonte der Tourismusverband „Lüneburger Heide“, dass es bisher keine Auswirkungen gebe. Die Übernachtungszahlen stiegen weiter.

HAZ, 16.05.2018: Agrarministerin fordert: Wolf zum Abschuss freigeben https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/ ... on-Woelfen
Und nun: Nehmen Sie das, Frau Otte-Kinast! :lol:
Lüneburger Heide rechnet mit bis zu zehn Millionen mehr Tagestouristen

In der Lüneburger Heide sei der Zuspruch sogar besser als erwartet. Man rechne inzwischen mit 35 bis 40 Millionen Tagestouristen. In der Vergangenheit seien es rund 30 Millionen gewesen. "Bei uns waren die Sommerferien Granate. Die waren richtig, richtig gut", sagte Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Jüngere Reisende und Wanderurlauberinnen und -urlauber hätten die Region mit Bedacht ausgewählt, so von dem Bruch. Teilweise habe es "kein einziges freies Bett" gegeben - und das, obwohl die Hochsaison erst mit der Heideblüte später beginnt und in der Regel bis Mitte September dauert.


NDR, 28.08.2021: Urlaub in Niedersachsen: Teils "kein einziges freies Bett" https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... s1156.html
Lutra
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Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von Lutra »

So ist das eben, wenn die Realität die Sprücheklopfer niederwalzt.
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Nina
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Re: Wolf Gefahr für den Tourismus?

Beitrag von Nina »

Lüneburger Heide wird "besonders von Wanderern angesteuert"

Wie, die haben gar keine Angst vorm Wolf? Nee, höchstens vor den Einschränkungen einer vierten Corona-Welle:
Auch die LÜNEBURGER HEIDE werde im Herbst besonders von Wanderern angesteuert, sagte der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, Ulrich von dem Bruch. Noch seien einige Urlauber wegen der ungewissen Pandemieentwicklung abwartend. Die Buchungen kämmen auch für diesen Herbst kurzfristig mit einem Vorlauf von etwa sechs Wochen herein. Im September gebe es noch einige freie Betten. Die Auslastung insgesamt sei aber nach wie vor hoch zwischen 90 und 95 Prozent.

Süddeutsche Zeitung, 12.09.2021: Tourismusverbände blicken zuversichtlich auf den Herbst https://www.sueddeutsche.de/leben/touri ... -99-185531
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