Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Über freilebende Wölfe in Deutschland.
zaino
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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von zaino » 26. Dez 2018, 17:19

Maxa, Wildsau hatte ich auch schon 2 Meter vor mir, sind beide total erschrocken, Wildsau sauste davon. Respekt habe ich aber vor den Teilen.

Der Erklärbär nervt nur. Letztlich lässt er ja keinen Spielraum für die gesamte Spezies, denn der Wolf frisst nun mal keinen Salat und es bleibt ein "Restrisiko", das man beim Feldhasen eher nicht hat. Über die Unverhältnismässigkeit dieses Gedöns in unserer Welt habe ich mich schon des Öfteren ziemlich aufgeregt, aber ich glaube, gegen Betonköpfe hat keiner 'ne Chance. Und [er] hat ja überall seine Pfoten drin. *ermüdetbin*
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Redux
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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von Redux » 4. Jan 2019, 23:53

haha da war man 5 Monate im Wald und hier schlägt man sich immer noch mit den gleichen 4 Phrasen des Erklärbaren rum. Ja wenn wenn wenn.Den abnehmenden Wildbestnd sehe ich übrigens nicht aber ich glaube ja auch nicht an eine explosionsartige Vermehrung der Wölfe. Tja all das ändert auch immer noch nichts daran daß es keine Attacken gibt.
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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von Dr_R.Goatcabin » 5. Jan 2019, 10:44

"Drastisch" (O-Ton bei der letzten Pressekonferenz viewtopic.php?f=15&p=37452#p37452 ) oder "explosionsartig" ist die Vermehrung vom Wolf nur für Leute, die ihn als Bedrohung und Pest wahrnehmen (oder sich just verholpert ausdrücken). Ansonsten folgt es schlicht den Regeln, die die Natur vorgibt. Weiß man. So auch Du, und ist deshalb mitnichten Kritik an Dir; ich muss nur immer schnaufen, wenn ich sowas lese. ^^
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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von Redux » 5. Jan 2019, 11:15

Das tut mir leid bin aber durchaus deiner Meinung. Logistisches Wachstum eben
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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von Nina » 5. Jan 2019, 17:42

maxa67 hat geschrieben:3 Wochen -20 Grad über einem Meter Schnee und ich ziehe in Erwägung, daß Wölfe sich aus Überlebensinstinkt - weil hungrig - massiv Behausungen nähern könnten, dann würde ich aber auch kein Kind unbeaufsichtigt irgendwo spielen lassen. Aber gottseidank haben wir ja Klimawandel in Mitteleuropa und Mojib Latif hat ja gesagt, daß es sowas bei uns nicht mehr gibt.
Selbst wenn wir 3 Wochen -20 Grad und über einem Meter Schnee bekommen würden - warum sollte das ausgerechnet für Wölfe ein Problem sein?

Das entspricht eigentlich eher dem typischen skizzierten Bild der Wolfsgegner: Der ausgehungerte Wolf, der bei Schnee und Kälte keine Nahrung findet und sich deshalb Siedlungen nähert und zum Menschenfresser mutiert. Offensichtlich verfängt sich dieses Szenario selbst auch mal ungewollt bei einem rational denkenden Wolfsfreund und darf damit als Erfolg erfolgreicher subtiler Beeinflussung aus der Ecke der Wolfsgegner gewertet werden. ;-)

Warum sollte der Wolf als Beutegreifer unter harten winterlichen Bedingungen hungriger sein? In Nöte kommt allenfalls seine Lieblingsbeute - das Schalenwild - das als Pflanzenfresser am ehesten unter Nahrungsmangel aufgrund von hartem Frost und dicker Schneeschicht leidet. Es verschwindet ja nicht bei Wintereinbruch, sondern hat besonders mit den geänderten Bedingungen zu kämpfen. Geschwächtes Schalenwild = besonders leichtes Festmahl für die Wölfe. Zudem ist die Fortbewegung für Wölfe bei hoher Schneedecke aufgrund ihrer Anatomie leichter als für die auf ihrem Speisezettel stehenden Huftiere.

Bevor sich die Wölfe also gezielt in Siedlungen begeben, werden sie das Schalenwild wohl eher an den "Notzeiten"-Winterfutterstellen der Jäger aufsuchen, an denen sich die Beutetiere versammeln. Und das geschwächte Schalenwild, dass die Bedingungen nicht überlebt, ist als "Fallwild" noch leichter zu haben.

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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von maxa67 » 5. Jan 2019, 20:21

O.k. da war ich jetzt sicher im Jack London Wahn :lol:

Aber nur zum Grundverständnis - ein Kind fällt ggf. durchs Raster der menschlichen Abschreckung, wobei die Wahrscheinlichkeit, daß so ein 8 Jähriger bei den Umständen allein unterwegs ist, gegen Null geht. Ich weiß, es ist ein Problem unserer Zeit, irgendwo etwas zu interpretieren, was garnicht da ist. Aber da Wölfe eine Risikoabwägung vornehmen und bei -20 Grad nicht so ein "Begängnis" auf dem Lande ist, kann ich mir sehr lebhaft vorstellen, daß da eher paar Exkursionen stattfinden. Bissel mehr Vorstellungskraft und Realitätsahnung solltest bitte auch entwickeln Nina. Und das mit der Fortbewegung bzw. Beweglichkeit zwischen Wolf und Schalenwild wie von Dir dargestellt zweifle ich einfach mal an.

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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von zaino » 5. Jan 2019, 20:26

maxa67 hat geschrieben:
5. Jan 2019, 20:21
Und das mit der Fortbewegung bzw. Beweglichkeit zwischen Wolf und Schalenwild wie von Dir dargestellt zweifle ich einfach mal an.
Da hat Nina recht, früher lag ja oft viel mehr Schnee, und je länger der lag, desto eher entwickelte sich eine harte gefrorene Kruste obenauf. Selbst die zarten kleinen Rehe brachen da oft ein und verletzten sich an den Läufen, bzw. rieben sich die wund. Tiere mit breiten Pfoten blieben eher "obenauf".
ist Fakt.

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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von maxa67 » 6. Jan 2019, 09:05

Naja, der Wolf ist in der Regel aber auch doppelt so schwer wie ein Reh. In den wenigsten Szenarien ist es also leichter für den Wolf, Schalenwild im Schnee zu erbeuten. In einem Schneewinter also Beute zu machen, wo Alternativen wie Kleinsäuger, Beeren und Obst (ja auch das nimmt der Wolf mit) fehlen, ist der Weg des geringeren Widerstandes das Aufsuchen der Nähe von Gehöften. Haushunde, Kaninchen oder in Stallungen befindliche Weidetiere sind angesichts strapaziöserer Wildtierbeute dann eher eine Alternative. Kucken kostet ja erstmal nix. Wir können nicht bei den Weidezäunen über Hemmschwellen und Risikoabwägung der Wölfe fabulieren und dann in solchen Situationen wie von mir benannt die Argumentation umkehren. Zumal es wie schon geschrieben, Ausnahmesituationen sind. Auch das ist Fakt.
Mit den Wildsauen bleibe ich dabei, mich hat mal so ein Viech, weil ich wahrscheinlich unbewußt der Rotte samt Frischlingen zu nahe gekommen bin, als Jugendlicher auf nen Baum getrieben. Erst nach ner Viertelstunde hat die sich dann davongetrollt. Vor Jahren brach mal beim wandern ein kapitaler Keiler 5 m vor uns aus dem Dickicht durch und querte unseren Weg und stampfte donnernd davon. Wahrscheinlich war der ein Ablenkungsmanöver. Da gabs bei uns Kopfkino was wäre, wenn der sich gegen uns gewendet hätte. Ein, zweimal im Jahr haben wir sonst immer ne Rotte in wenigstens 100 m Entfernung im Unterholz davonhuschen sehen. Der letzte Vorfall war vor 4 Jahren, da hatten wir unseren Hund noch leichtsinnigerweise gelegentlich im Wald frei, da trieb er nen Überläufer vor sich her. Der war aber schneller. Da haben wir uns ausgemalt, wenn der plötzlich stehenbleibt und sich mal umwendet. Seitdem hab ich kein Wildschwein mehr bei uns gesehen, der Hund ist seit 3 Jahren im Wald nun immer an der Leine sowohl wegen des gelegentlichen Ungehorsams, wenn Rehe auftauchen, sinnvollerweise aber auch wegen den Wölfen und Schweinen.

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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von SammysHP » 6. Jan 2019, 10:27

maxa67 hat geschrieben:
6. Jan 2019, 09:05
Naja, der Wolf ist in der Regel aber auch doppelt so schwer wie ein Reh. In den wenigsten Szenarien ist es also leichter für den Wolf, Schalenwild im Schnee zu erbeuten. In einem Schneewinter also Beute zu machen, wo Alternativen wie Kleinsäuger, Beeren und Obst
Eben weil die Alternativen - vor allem das Gras - fehlen, hat es der Wolf leichter. Rehe haben nicht mehr so viel Nahrung, sind geschwächt und dadurch leichter zu erbeuten. Während also die geschwächten Rehe kaum voran kommen, geht es dem Wolf richtig gut, da er gut genährt ist und leicht Beute machen kann.

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Re: Wie gefährlich der Wolf für den Menschen wirklich ist

Beitrag von zaino » 6. Jan 2019, 11:12

... Nahrung haben die Tiere genug, grad in unseren schlapp gewordenen Wintern. Aber: Es gibt immer kranke oder durch Parasitenbefall o. ä. geschwächte Tiere. Und einen uferlosen Schwarzwildbestand. Für den Wolf ist es in manchen Revieren viel einfacher, sich da was zu greifen (und besser zu selektieren als der Jäger!) als mit Zäunen und Gehegen zu experimentieren.
Das tun m. E. dann eher unerfahrene Tiere und/oder verzweifelte Einzelgänger. Denn 2 oder 3 werden fix und problemlos mit einem schwachen Stück Schwarzwild, Rot- oder Rehwild fertig.
Und von wg unerfahren: Deswegen ist das Geplärr nach Abschuss ja so übel. Man erlege die Eltern- und Leittiere eines halbwüchsigen Wurfes und schon hat man mehr probleme als vorher. Denn die Restfamilie probiert dann eben jeden Sch*** aus und wehe, sie haben einmal Erfolg damit, finden 1x rein in eine Schafweide o. ä.

Also lasst die Rudel intakt.

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