Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Über freilebende Wölfe in Deutschland.
zaino
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von zaino » 19. Feb 2018, 12:33

Na obs unnötig war, lässt sich hinterher nimmer so sagen. Wenn die Alternative die ist, drei Tage mit Schaum vorm Mund rumzuliegen und erbärmlich zu leiden, lässt mans dann drauf ankommen?
In Drittweltländern wird der Shot wie gesagt oft gratis ausgegeben, um schlichtweg Leben zu retten. Ok ok ich bin schon ruhig *rausschleich*

Erklärbär
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Erklärbär » 19. Feb 2018, 12:53

Redux hat geschrieben:
19. Feb 2018, 12:16
Ich fasse noch einmal zusammen eine Diskussion über ein hypothetisches zwar mögliches aber äußerst unwahrscheinliches Phänomen. Nicht der Rede wert und kein Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Zahl des zu reduzierenden Wolfsbestandes. Ähnlich gehaltvoll wie Wölfe könnten, wenn sie denn irgenwann mal in Not kommen ein Kind schnappen. Ja und Menschen neigen aus gleichen Gründen zum Kannibalismus.
Naja, kann man doch so oder so sehen. Die Themen Übergriffe, Tollwut etc. stehen ja im Zusammenhang mit Wolfsverhalten weltweit. Klingt dann irgendwie schräg, wenn es heißt, wir haben hier doch nur deutsche Wölfe, die haben mit den anderen nichts zu tun. Der Wolf wird immer auf die Lebensumstände reagieren. Aktuell sehe ich ja auch kein Risiko für den Menschen. Aber es wäre töricht, wenn man nicht das "Später" mitdenkt. Du hast sicherlich schon mal den Begriff "Prävention" gehört. Warum z.B. nicht versuchen, die paar Wölfe hier gegen Tollwut zu impfen. Somit könnte man den Gegnern wieder ein Thema abnehmen.

Aber stimmt, wird aktuell noch nicht in der Breite thematisiert - kann sich noch ändern. Sieh es mal so, dann haben Mitglieder hier einen Informationsvorsprung, wenn später darüber geredet wird. Betroffene Nutztierhalter thematisieren Tollwut oder Übergriffe ja auch nicht, in deren Kampagnen geht es um ihre ökonomische Existenz. Die wollen sich ja nicht so lächerlich machen, wie ich hier. :lol:

Erklärbär
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Erklärbär » 19. Feb 2018, 13:09

BTT:


Niedersachsen: Nutztierrisse je Wolf sinken offenbar deutlich
Die für das Wolfsmonitoring in Niedersachsen zuständige Landesjägerschaft (LJN) veröffentlichte jetzt die Ergebnisse des Monitoringjahres 2016/2017 in einem Abschlussbericht. Demnach gab es zwischen Anfang Mai 2016 und Ende April 2017 insgesamt 2.398 dokumentierte Wolfsmeldungen, darunter 96 Falschmeldungen sowie zusätzlich 399 Telemetrie-Ortungen, die gesondert ausgewertet wurden.
http://wolfsmonitor.de/?p=12563#more-12563

Die pösen pösen Jäger wieder. Jetzt haben sie also schon einen Rückgang bei Nutztierrissen festgestellt.
Vielleicht löst sich hier ja bald mal das Feindbild von dem einen oder anderen auf. :idea:

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Redux
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Redux » 19. Feb 2018, 15:09

Und noch einmal das Thema ist nicht relevant
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Grauer Wolf
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Grauer Wolf » 19. Feb 2018, 15:30

Erklärbär hat geschrieben:
19. Feb 2018, 12:26
Unglaublich, die spinnen doch allesamt. 57000 Dollar für eine womöglich völlig unnötige Sofortimpfung. Kein Wunder, wenn die Leute Panik haben, dass sie sich das gar nicht leisten können. :roll:
https://www.dred.com/de/reiseimpfungen.html
Tollwut-Impfung: 8,01 € für den Impfstoff Rabipur.
Plus das, was der Arzt bekommt, natürlich. Da müßte man je nach Land nachlesen. Und selbst, wenn's einige zig Euro je Teilimpfung wären (es sind 3), immer noch besser, als auf sehr häßliche Art krepieren. M.W. übernehmen aber bei Notfällen die Kassen die Kosten...

Die 57.000 $ sind entweder Internetmumpitz oder da verdient sich einer auf geradezu verbrecherische Art und Weise eine goldene Nase.

Gruß
Wolf
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"Gesegnet ist das Land, in dem viele Wölfe laufen..."
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Old Trapper
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Old Trapper » 19. Feb 2018, 16:08

Erklärbär hat geschrieben:
19. Feb 2018, 13:09
BTT:


Niedersachsen: Nutztierrisse je Wolf sinken offenbar deutlich
Die für das Wolfsmonitoring in Niedersachsen zuständige Landesjägerschaft (LJN) veröffentlichte jetzt die Ergebnisse des Monitoringjahres 2016/2017 in einem Abschlussbericht. Demnach gab es zwischen Anfang Mai 2016 und Ende April 2017 insgesamt 2.398 dokumentierte Wolfsmeldungen, darunter 96 Falschmeldungen sowie zusätzlich 399 Telemetrie-Ortungen, die gesondert ausgewertet wurden.
http://wolfsmonitor.de/?p=12563#more-12563

Die pösen pösen Jäger wieder. Jetzt haben sie also schon einen Rückgang bei Nutztierrissen festgestellt.
Vielleicht löst sich hier ja bald mal das Feindbild von dem einen oder anderen auf. :idea:
Die in wolfsmonitor.de kürzlich zu findende Schlussfolgerung " Nutztierrisse je Wolf sinken offenbar deitlich" finde ich gelinde gesagt abenteuerlich (http://wolfsmonitor.de/?p=12563)
Der hier genannte Bestandszuwachs von bis 83%/Jahr ist mehr als spekulativ und lässt Diejenigen triumphieren, die schon immer von massenhafter Vermehrung der Wölfe faseln.
Zwar sind die Nachweise der jährlichen Bestandszunahmen des Wolfs im Montoring Nds lückenhaft und nicht vollständig,
insgesamt lässt sich jedoch einigermaßen verläßlich eine jährliche Zunahme von ca 30% ableiten.
Was jedoch vor Allem keinen Sinn macht, ist, das man die Anzahl der Wölfe in direkte Korrelation mit der Anzahl der Nutztierrisse setzt. So kann man nicht zu einem wissenschaftlich haltbaren Ergebnis kommen.

Betrachten wir dazu einmal einige nackte Daten aus dem Monitoring der gemeldeten und geprüften Nutztierrisse Niedersachsen.

Anzahl Ereignisse Nutztierrisse nachweislich durch Wolf:
2015 64
2016 68
2017 153

Nun könnte man auf die Idee kommen, die Zunahme der Nutztierrisse mit der zahlenmäßigen Zunahme der Wölfe in direkten Bezug zu setzen. Was dabei schnell unbeachtet bleibt ist,dass man in die Berechnungen einbeziehen muss, dass einige wenige Wölfe für einen überproportionalen Großteil der Nutztierrisse verantwortlich sein können.
Schauen wir uns das einmal etwas genauer an. Die Daten liefert wieder die o. g. Quelle.

2015 entfielen von 64 Nutztierrissen allein 39 auf das Gebiet der Goldenstedter Wölfin/Wölfe.
2016 entfielen von 68 Nutztierrissen allein 19 auf das Gebiet der Goldenstedter und 11 auf das Gebiet der Cuxland Wölfe.
2017 entfielen von 153 Nutztierrissen allein über 70 auf das Gebiet der Cuxlandwölfe und 27 auf die Goldenstedter Wölfe.

Jeder mag da selber einmal nachrechnen, so gut das bei der unvollständigen Datenlage denn überhaupt sinnvoll ist.
Egal, wie das Ergebnis letztendlich aussieht, wenn man zum Wohle von Wolf und Natur argumentiert, dann bitte nicht mit gezinkten Karten. Das kann ganz schnell nach hinten losgehen.
Denke erst bevor du schreibst,
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TheOnikra
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von TheOnikra » 19. Feb 2018, 23:16

Erklärbär hat geschrieben:
18. Feb 2018, 23:53
Aber, was passiert bei einer unkontrollierten Vermehrung. Das weiß hier keiner.
Definiere unkontrollierte Vermehrung. Ab wann sieht du eine unkontrollierte Vermehrung gegenüber einer natürlichen Vermehrung.
Erklärbär hat geschrieben:
18. Feb 2018, 23:53
Es gibt Viele, die zu dem Thema etwas gesagt haben, aber z.T. sind mir da noch zu große Widersprüche.
Welche denn?
Grauer Wolf hat geschrieben:
19. Feb 2018, 15:30
Die 57.000 $ sind entweder Internetmumpitz oder da verdient sich einer auf geradezu verbrecherische Art und Weise eine goldene Nase.
In der USA nicht gerade so abwägig
https://www.welt.de/vermischtes/article ... hoeht.html
Old Trapper hat geschrieben:
19. Feb 2018, 16:08
Die in wolfsmonitor.de kürzlich zu findende Schlussfolgerung " Nutztierrisse je Wolf sinken offenbar deutlich" finde ich gelinde gesagt abenteuerlich (http://wolfsmonitor.de/?p=12563)
Der hier genannte Bestandszuwachs von bis 83%/Jahr ist mehr als spekulativ und lässt Die jenigen triumphieren, die schon immer von massenhafter Vermehrung der Wölfe faseln.Zwar sind die Nachweise der jährlichen Bestandszunahmen des Wolfs im Montoring Nds lückenhaft und nicht vollständig, insgesamt lässt sich jedoch einigermaßen verläßlich eine jährliche Zunahme von ca 30% ableiten.
Nein. Das passt vollkommen in das logistische Wachstumsmodell. Am Anfang ist das keine Seltenheit bis dann der Bestand exponentiell wächst. Wie kommst du auf nur auf 30% wenn man nur Niedersachsen betrachtet. Welche Quelle benutzt du?

Old Trapper hat geschrieben:
19. Feb 2018, 16:08
Betrachten wir dazu einmal einige nackte Daten aus dem Monitoring der gemeldeten und geprüften Nutztierrisse Niedersachsen.

Anzahl Ereignisse Nutztierrisse nachweislich durch Wolf:
2015 64
2016 68
2017 153

Nun könnte man auf die Idee kommen, die Zunahme der Nutztierrisse mit der zahlenmäßigen Zunahme der Wölfe in direkten Bezug zu setzen. Was dabei schnell unbeachtet bleibt ist,dass man in die Berechnungen einbeziehen muss, dass einige wenige Wölfe für einen überproportionalen Großteil der Nutztierrisse verantwortlich sein können.
Schauen wir uns das einmal etwas genauer an. Die Daten liefert wieder die o. g. Quelle.

2015 entfielen von 64 Nutztierrissen allein 39 auf das Gebiet der Goldenstedter Wölfin/Wölfe.
2016 entfielen von 68 Nutztierrissen allein 19 auf das Gebiet der Goldenstedter und 11 auf das Gebiet der Cuxland Wölfe.
2017 entfielen von 153 Nutztierrissen allein über 70 auf das Gebiet der Cuxlandwölfe und 27 auf die Goldenstedter Wölfe.

Jeder mag da selber einmal nachrechnen, so gut das bei der unvollständigen Datenlage denn überhaupt sinnvoll ist.
Egal, wie das Ergebnis letztendlich aussieht, wenn man zum Wohle von Wolf und Natur argumentiert, dann bitte nicht mit gezinkten Karten. Das kann ganz schnell nach hinten losgehen.
Das sind keine gezinkten Karten sondern andere Messzeiträume in der Quelle von wolfsmonitor. Dort wird der gleiche Zeitraum wie zur Feststellung des Wolfsbestandes genutzt.(Mai - Apr)
Aber in dem Punkt gebe ich dir vollkommen recht. Die Daten sind unvollständig und zur Bewertung nicht zu gebrauchen. Herdenschutz taucht da z.B. gar nicht auf.
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Old Trapper
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Old Trapper » 20. Feb 2018, 11:12

@ TheOnikra

Eine jährliche Bestandszunahme von 30%, das ist exponentielles Wachstum! Dass die Wachstumskurve bei Abnahme von Ressourcenverfügbarkeit, Zunahme von innerartlicher Infektionsrisiken ... abflacht und sich eine anfangs exponentielle Kurve in eine logistische Wachstumskurve verändert ist mir bekannt. Nirgendwo allerdings finde ich für die letzen Jahre ein Wachstum des Wolfsbestandes in Niedersachsen oder sonst wo in D über 80% /in einem Jahr belegt (wie von wolfsmonitor.de postuliert).

https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/terr ... -der-rudel
Hier kannst du selber nachrechnen.

Das eben Gesagte hat aber nichts damit zu tun, dass man m. M. n. aus den vorliegenden Daten zum Wachstum der Wolfspopulation und denen der Nutztierrisse keine einfachen proportionalen Ableitungen treffen kann.

Zur Verdeutlichung des Problems:
Nehmen wir einmal an, in Niedersachsen wäre die Wolfspopulation von 2016 bis 2017 nicht gewachsen, sondern stark geschrumpft. Wäre dann die Zahl der Nutztierrisse proportional zurückgegangen?
Nein, auf grund überproportional vieler Nutztierrisse von nur zwei Rudeln (Goldenstedt und Cuxland) hätte man - der von mir kritisierten "Logig" von wolfsmonitor.de folgend zu folgendem Schluss kommen können:
Sinkt der Wolfsbestand, dann erbeuten die Wölfe pro Kopf mehr Nutztiere.
Das ist für jeden erkennbar natürlich barer Unsinn, zeigt aber, wie leicht man Daten falsch analysieren kann.
Auch der Umkehrschluss lässt sich bei unsauberer Auswertung von Daten und Statistiken konstruieren.

Unsauberen Umgang mit Daten und Fakten wirft man hier im Forum oft (mit einigem Recht) Jägern und Weidetierhaltern vor.
Naturschützer im Allgemeinen und Wolfsbefürworter im Besonderen sollten so etwas besser nicht nachahmen.
Man verliert an Glaubwürdigkeit.

Mehr wollte ich dazu nicht sagen.

Unstrittig ist, dass man die Anzahl der Nutztierrisse durch geeignete Präventionsmaßnahmen verringern kann.
Völlig verhindern können wird man Nutztierrisse jedoch nie. Außerdem werden die geforderten Präventionsmaßnahmen sicher niemals flächendeckend in ganz D durchsetzbar sein. Mit dem weiter anwachsenden Wolfsbestand werden daher auf absehbare Zeit Nutztierrisse durch Wölfe und so genannte "Konflikte" mit Wölfen weiter zunehmen. Schon bald könnte daher der Zeitpunkt kommen, an dem die Politik dies nicht länger zu finanzieren und/oder zu tolerieren bereit ist. Dann wird man versuchen zu "regulieren". Ein ausreichend großer und gesunder Wolfsbestand wird allerdings daran nicht zugrunde gehen.

Mit freundlichem Gruß
Old Trapper

Du fragst nach meinen Quellen:
Denke erst bevor du schreibst,
sende erst nachdem du denkst!

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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Erklärbär » 20. Feb 2018, 12:07

Definiere unkontrollierte Vermehrung. Ab wann sieht du eine unkontrollierte Vermehrung gegenüber einer natürlichen Vermehrung.
Unkontrolliert im Sinne von nicht reguliert. Also ungefähr das, was Du unter einer natürlichen Vermehrung verstehst. Sorry, falls ich mich irrtümlich ausgedrückt habe.
Ich gehe davon aus, seit ich hier im Forum bin, dass man durchaus eine Vermehrungsrate von 30 % als Grundlage für Diskussionen nehmen kann. Damit kommt man auf die eingangs erwähnten 3000 Tiere in 10 Jahren. Das ist sicherlich auch im Rahmen der von ausgewiesenen Wolfsexperten erwartbaren Zahlen.
Welche denn?
Widersprüche, z.B. dass es hier in Deutschland doch seit 20 Jahren "nichts passiert" ist. Bei dem aktuellen Bestand kann man doch nicht erwarten, dass es zu Zwischenfällen mit Menschen kommt. Aber es geht bei der ganzen Wolfsmanagementdiskussion doch vor allem auch darum, die künftige Entwicklung zu antizipieren! Mehr Wölfe heißt, dass irgendwann die Wachstumsgrenze erreicht ist, spätestens dann fangen die Probleme doch an. Kampf um Reviergrößen, ausgestoßene hungrige und unerfahrende Jungwölfe etc. die verzweifelt nach Nahrung suchen.

Widersprüche, dass sich der Wolfsbestand in natürlicher Weise von selber regeln soll. Wenn dem so wäre, dann hätte es nicht die Erfahrungen in z.B. Indien gegeben, dass Wölfe in ihrer Not auch über Menschenkinder herfallen (nachweislich nicht lediglich bei Tollwutbefall). Die Abnahme von Wildbeständen hat in Indien auch sicherlich nicht von heute auf morgen stattgefunden. Insofern kann man darüber nachdenken, ob die Anpassung der Wolfspopulation wirklich aufgrund des Nahrungs- und Revierangebots erfolgt, oder ob alle Theorie nichts als Graukäse ist.

Widersprüche z.B. in dem Sinn, dass Wölfe angeblich eine natürliche Scheu vor dem Menschen haben sollen, was dann als Argument für die Verharmlosung herhalten muss. Auf der anderen Seite Wölfe, die vor allem nachts, aber sogar schon tagsüber durch Siedlungen oder Dorfrandbezirke stromern auf der Suche nach der nächsten Katze oder Hund oder Schaf, Kuh, Pferd etc. Also, entweder sind die Wölfe scheu oder eben nicht. Die Wölfe hier können sich wohl nicht so ganz entscheiden. Im Übrigen wimmelt es bei uns im Wald hier von Wildschweinen. Ich bin oft dort, aber mir ist noch nie eine Wildsau begegnet. Die Sauen werden geschossen und ziehen sich anscheinend tief in den Wald zurück. Sind Sauen schlauer als Wölfe? Anscheinend ....

Gruß Erklärbär

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Grauer Wolf
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Re: Anzahl der Wölfe in D soll verringert werden

Beitrag von Grauer Wolf » 20. Feb 2018, 13:13

Erklärbär hat geschrieben:
20. Feb 2018, 12:07
...Ich gehe davon aus, seit ich hier im Forum bin, dass man durchaus eine Vermehrungsrate von 30 % als Grundlage für Diskussionen nehmen kann. Damit kommt man auf die eingangs erwähnten 3000 Tiere in 10 Jahren. Das ist sicherlich auch im Rahmen der von ausgewiesenen Wolfsexperten erwartbaren Zahlen.
Die ungefähr 30% gelten nur dann, wenn die Jungwölfe in unbesetztes Gebiet abwandern können. Sobald die Sättigung erreicht wird, geht die Netto-Vermehrungsrate asymptotisch gegen null: Das Gleichgewicht ist erreicht.
Erklärbär hat geschrieben:
20. Feb 2018, 12:07
...Mehr Wölfe heißt, dass irgendwann die Wachstumsgrenze erreicht ist, spätestens dann fangen die Probleme doch an. Kampf um Reviergrößen, ausgestoßene hungrige und unerfahrende Jungwölfe etc. die verzweifelt nach Nahrung suchen.
Ausgestoßene Jungwölfe? Wo hast Du denn diese Gruselmärchen schon wieder her? Das ist ja zum Haareausraufen! Jungwölfe wandern mit 2...4 Jahren (hierzulande meistens 2) ab, um sich ein eigenes Territorium und eine Gefährtin zu suchen.
Erklärbär hat geschrieben:
20. Feb 2018, 12:07
Widersprüche, dass sich der Wolfsbestand in natürlicher Weise von selber regeln soll. Wenn dem so wäre, dann hätte es nicht die Erfahrungen in z.B. Indien gegeben, dass Wölfe in ihrer Not auch über Menschenkinder herfallen (nachweislich nicht lediglich bei Tollwutbefall). Die Abnahme von Wildbeständen hat in Indien auch sicherlich nicht von heute auf morgen stattgefunden. Insofern kann man darüber nachdenken, ob die Anpassung der Wolfspopulation wirklich aufgrund des Nahrungs- und Revierangebots erfolgt, oder ob alle Theorie nichts als Graukäse ist.
Ich denke eher, daß die Kinder in Indien für die Wölfe eine Art unerwünschter Beifang sind (sofern nicht Tollwut im Spiel ist). Caniden jagen normalerweise nicht auf Menschen (während Großkatzen Primaten durchaus auf der Speisekarte haben). Wölfe lehren ihre Welpen, was Nahrung ist und was nicht, und die geringe Anzahl der Fälle in Indien (ja, die sind wirklich gering, obgleich die Menschen deshalb ein Riesengezeter veranstalten). Ziel der Angriffe sind in Ermangelung natürlicher Beute wohl in erster Linie die Schaf- und Ziegenherden. Dann ist natürlich der Konflikt da und es kann zu entsprechenden Vorfällen kommen...
Erklärbär hat geschrieben:
20. Feb 2018, 12:07
Insofern kann man darüber nachdenken, ob die Anpassung der Wolfspopulation wirklich aufgrund des Nahrungs- und Revierangebots erfolgt, oder ob alle Theorie nichts als Graukäse ist.
Nachdenken kann man über vieles. Du versuchst, schlauer als Leute zu sein, die sich x Jahre damit befassen, und die Gesetze der Populationsdynamik neu zu erfinden ohne das geringste Wissen, wie das bei Wölfen aussieht... Den "Erklärbären" kann man spielen, wenn man in einem Fach richtig firm ist!
Erklärbär hat geschrieben:
20. Feb 2018, 12:07
Widersprüche z.B. in dem Sinn, dass Wölfe angeblich eine natürliche Scheu vor dem Menschen haben sollen, was dann als Argument für die Verharmlosung herhalten muss. Auf der anderen Seite Wölfe, die vor allem nachts, aber sogar schon tagsüber durch Siedlungen oder Dorfrandbezirke stromern auf der Suche nach der nächsten Katze oder Hund oder Schaf, Kuh, Pferd etc. Also, entweder sind die Wölfe scheu oder eben nicht. Die Wölfe hier können sich wohl nicht so ganz entscheiden.
Immer wieder diese Räuberpistolen, gegen die ich seit Jahren anschreibe. Die Wölfe, die sich so offenherzig zeigen, sind fast immer Jungwölfe von "naßforschen" A-Typ auf der Dispersion. Und denen ist die menschliche Infrastruktur herzlich egal, wenn man auf der bequem und energiesparend von a nach b kommt. DAzu kommt noch, daß sie in diesem Alter noch etwas naiv und neugierig sind. Also, laß sie nachts durch die Siedlungsrandbezirke streifen und gut ist. Die gehen auch wieder...
Auf der Suche nach der nächsten Katze oder dem nächsten Hund sind die garantiert nicht.
Ein Imbißschaf wird natürlich gerne genommen (wer schlägt schon eine Gratismahlzeit aus). So ein ungeschütztes Schaf nicht mitzunehmen, eine Chance zu anstrengungsfreier Beute nicht zu nutzen, da hätte ich allerdings Sorgen um den Geisteszustand des jungen Wolfes... :-D
Im übrigen wird kein einzelner Wolf versuchen, eine Kuh oder ein Pferd zu reißen (wir haben hier keine Wölfe vom Kaliber eines "Storm", der mich schon fast an einen gewaltigen Direwolf erinnert und einen mehrere hundert Kilo schweren Bisonjährling alleine stoppen konnte). Beides sind Tiere, die ihn übel verletzen können, und das riskiert kein Beutegreifer. Zumal es genug andere Beute in der Natur gibt.
Erklärbär hat geschrieben:
20. Feb 2018, 12:07
Im Übrigen wimmelt es bei uns im Wald hier von Wildschweinen. Ich bin oft dort, aber mir ist noch nie eine Wildsau begegnet. Die Sauen werden geschossen und ziehen sich anscheinend tief in den Wald zurück. Sind Sauen schlauer als Wölfe? Anscheinend ...
Vielleicht bist Du nicht aufmerksam genug oder Deine Sinne zu stumpf? Ich bin tausende Kilometer durch die Wälder gelaufen und habe eigentlich fast jeden Tag was gesehen, oft genug auch Wildschweine *öfff*... :pleased:
Die riecht man übrigens oft genug, bevor man sie sieht...

Gruß
Wolf
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