Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Themen, die den Wolf im Allgemeinen betreffen.
Nina
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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von Nina » 1. Mai 2018, 17:29

Was lehrt uns der Fall?

Sollte tatsächlich ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden können, zeigt uns dieser Riss, dass die Zahl der Wölfe für solche Ereignisse irrelevant ist. Auch ohne nachgewiesene Rudel und einer geringen Zahl von Nachweisen sind solche Vorfälle möglich. Würde man die Zahl der Wölfe beispielsweise in Brandenburg, Sachsen oder Niedersachsen auf das Niveau von Baden-Württemberg durch Bejagung verringern, gäbe es trotzdem keine Garantie, dass sich solche Vorfälle nicht mehr auftreten würden.

Andererseits wäre es hilfreicher, die Ergebnisse erst einmal abzuwarten, als das Geschehen mal wieder voreilig als Wolfsriss in die Welt hinauszuposaunen. Ich erinnere mal an den Fall 20 aus dem Jahr 2013 in Niedersachsen (Heidekreis), als 90 tote Schafe entdeckt worden waren. Ergebnis: Kein Wolf - die Tiere waren nur unvollständig eingezäunt, wurden ins Wasser getrieben und ertranken.

Im Fall 234 (Wesermarsch) war 2015 ein Hund ursächlich für den Verlust von 26 Schafen.

Leider gerät bei den medialen Aufbereitungen solcher Fälle - die für den betreffenden Halter durchaus als katastrophal empfunden werden mögen - die Relationen ins Ungleichgewicht. Herden mit 150 Schafen und mehr dienen sicherlich nicht lediglich dem Kuschelbedürfnis der Halter, sondern sind in der Regel knallhartes Geschäft. Diese Tiere sind meist nicht für ein langes Leben bestimmt, an dessen Ende der natürliche, "friedliche" Tod steht, sondern früher oder später dienen die Schafe dem Erwerb und werden verkauft - zur Schlachtung, bestenfalls innerhalb der EU.

Rund 1,6 Mio. Schafe werden in Deutschland gehalten. Mehr als eine Mio. Schafe werden jährlich geschlachtet, was zwangsläufig bedeutet, dass der jährliche Zuwachs durch Schlachtung oder Export abgeschöpft wird oder in unbekannter Zahl durch vorzeitiges Verenden in der Tierkörperverwertung landet.

Sind die Schafe erst einmal an Händler zur Schlachtung verkauft, wird kaum noch jemand Zeuge, was dann mit ihnen geschieht. In der Schlachtung werden sie auch zerlegt, nur dass das dann niemanden mehr interessiert. Bestenfalls sterben sie durch Ausbluten nach vorheriger Betäubung, mit behördlicher Genehmigung auch ohne. Wie oft präsentieren uns Medien denn die Bilder vom betäubungslosen Schlachten? Das Tierleid wird spätestens dann geradezu unvorstellbar, wenn die Schafe in Drittländer außerhalb der EU verkauft werden. Wenn sie den langen Transport unter widrigsten Bedingungen überleben, folgt meist ein noch qualvolleres Sterben mit ungeeigneten Werkzeugen, unzureichend ausgebildeten Menschen und unnötigen Quälereien wie dem Durchtrennen der Beinsehnen und/oder dem Ausstechen der Augen noch vor der eigentlichen Schlachtung ohne Betäubung.¹

Die Fleischwirtschaft freut sich über die boomenden Lebendexporte:
Noch größer als bei den Rindern ist bei den Schafen der Anteil des Lebendexports an den Gesamtausfuhren. Laut EU-Kommission wurde im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 2,62 Millionen Schafen und Lämmer, ohne die Berücksichtigung von reinrassigen Zuchttieren, in Drittländer verkauft.

Fleischwirtschaft, 03.12.2017: EU importiert weniger http://www.fleischwirtschaft.de/wirtsch ... iger-35832
Der Anteil der von Wölfen gerissenen Schafe lag dabei beispielsweise 2016 bei nicht einmal 0,1%.

Und während beim Wolf alle Zahlen akribisch gesammelt und dokumentiert werden, hält es die Bundesregierung nicht für nötig, die Zahlen der vorzeitig verendeten Nutztiere, die zum Teil nach langem Leiden und mit deutlich sichtbaren Beeinträchtigungen in den Tierkörperverwertungsanstalten landen, zahlenmässig zu erfassen.

Lediglich zu Rindern liegen Zahlen vor, nach denen die Zahl der verendeten oder notgetöteten Tiere, die es nicht mehr bis zur Schlachtung geschafft haben, 2015 gegenüber 2013 um rund 2% und 2016 gegenüber 2013 um rund 8% auf 579.111 verendete Tiere gestiegen ist.

Zu den Ursachen verweist der Bund lediglich aus Studien zu Schweinen und Rindern aus Deutschland und Österreich.
Nach der in Deutschland durchgeführten Studie [...] stellte der Befund einer hochgradigen allgemeinen Auszehrung einen der häufigsten Hinweise auf länger anhaltende Leiden dar. Häufig waren auch chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates (v. a. eitrige Gelenkentzündungen) oder der Haut (v. a. infizierte Bissverletzungen) festzustellen.

Bundestagsantwort 19/1756 vom 19.04.2018 auf die Kleine Anfrage 19/1523 http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/017/1901756.pdf
Oder wie es ein Amtsveterinär in einem Beitrag von Report Mainz ausgedrückt hat:
Tiefgreifenden Vereiterungen, Abschürfungen, das geht hin bis zum Abmagern, bis zum Verhungern. Sowas finden wir hier alles.

Report Mainz, 20.03.2018: Millionen Schweine sterben für den Müll http://www.ardmediathek.de/tv/REPORT-MA ... d=50999848
Die tiefreichenden eitrigen Wunden des gezeigten sezierten Rindes wurden übrigens verpixelt dargestellt - anders als bei Wolfsrissen, wo die Verletzungen in vielen Medien geradezu genüsslich herangezoomt werden.

Auch die Ergebnisse der Studie der Tierärtzlichen Hochschule in Hannover, auf deren Ergebnis sich auch die Bundestagsantwort der Bundesregierung stützt, legen nahe, welchem Ausmaß an Leid Nutztiere in Deutschland generell ausgesetzt sein müssen. Demnach wurden beispielsweise nur 38,2% der notgetöteten Schweine fachgerecht und korrekt getötet - bei 61,8% wurden "erhebliche" Mängel hinsichtlich Betäubung und/oder Tötung festgestellt.²
Bei fast 12% der Zucht- und mehr als 13% der Mastschweine wurden zudem Befunde dokumentiert, die "mit länger anhaltenden erheblichen
Schmerzen und/oder Leiden verbunden waren".²

Wenn man jetzt also nicht einmal 0,1% durch den Wolf getötete Schafe als zu hoch bewertet, wäre es nur transparent, Zahlen und Gründe für die sonstigen Todesfälle von Schafen, die in den Tierkörperverwertungsanstalten landen, zu dokumentieren und in ein Verhältnis zu setzen.

Indizien wären z. B. Feststellungen, wie sie der Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser getroffen hat:
Häufigste Mängel in der Schafhaltung sind einerseits die nicht rechtzeitige Schur von Schafen. Kommen diese Tiere in Seiten oder Rückenlage kann es dazu führen, dass diese Tiere sich nicht mehr aufrichten können und festliegen. [...] In Rücken- oder gekippter Seitenlage festliegende Tiere gasen schnell auf, was zum raschen Tod durch Kreislaufversagen führen kann.

Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser: Tierschutz in der Schafhaltung http://www.jade-weser.de/Tierschutz/Lan ... fault.aspx
Dieses Phänomen ist bekannt und lässt sich eigentlich nur minimieren, wenn die Schafe beaufsichtigt werden (Behirtung!):
„Wenn die Schafe sehr dicke Wolle haben, weil sie kurz vor der Schur stehen oder wenn sie hochtragend sind, klappt es mit dem Aufstehen manchmal nicht. Das hat nichts mit ihrem Alter zu tun oder mit einer Krankheit, es ist einfach nur ihr Gewicht” [...] „Sie versuchen dann sich hochzuschaukeln und kippen dabei manchmal auf den Rücken. Aus dieser Lage kommen sie ohne Hilfe nicht mehr alleine hoch.” Zwar fahren die Landwirte jeden Tag zu ihren Schafherden raus und sehen nach dem Rechten, doch solche „Unfälle” können sie nicht vermeiden. Bis sie am nächsten Morgen wieder bei der Herde sind, kann es mitunter schon zu spät sein.

shz, 03.08.2016: Warum "Schafe-Schubsen" Leben rettet https://www.shz.de/lokales/sylter-runds ... 39476.html
Jüngst war in den einschlägigen sozialen Medien von so einem Fall zu lesen, bei dem das Muttertier vor seinen beiden Lämmern auf genau diese Weise verendete. Die Wolfsgegner monierten tatsächlich, dass eine wolfsabweisende Einzäunung es unbeteiligten Spaziergängern nun unmöglich machen würde, den Schafen wieder aufzuhelfen. Damit sei wieder einmal der Wolf schuld an der Misere.

Die Frage ist ja, ob nicht der Halter Vorkehrungen treffen müsste, das bekannte Risiko zu minimieren. Sich auf zufällig vorbeikommende Passanten zu verlassen, ist mehr als fragwürdig.
Von Februar bis Mai kommt es besonders häufig vor, dass man Schafe sieht, die auf dem Rücken liegen.Hilft man ihnen nicht, sind ihre Stunden gezählt.

NOZ, 21.02.2018: Jede Minute zählt: Wie "Schafe-Schubsen" Leben retten kann https://www.noz.de/video/35595/jede-min ... etten-kann
Nicht behandelte Ektoparasiten sind "ein weiterer häufiger Mangel":
Ein weiterer häufiger Mangel ist der nicht behandelte Parasitenbefall der Schafe. Schafe sind sehr empfindlich gegenüber Endoparasiten (innere Parasiten) und Ektoparasiten (äußere Parasiten wie zum Beispiel die Schaflausfliege). Bei starkem Parasitenbefall verlieren die Tiere soviel Blut und Eiweißstoffe, dass sie sterben. Parasitenbefall ist eine der häufigsten Todesursachen bei Schafen.

Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser: Tierschutz in der Schafhaltung http://www.jade-weser.de/Tierschutz/Lan ... fault.aspx
Auch sie fördern das Festliegen:
Verharren Schafe längere Zeit in dieser unnatürlichen Position, kann es im geringsten Fall zu erheblichen Verletzungen am Kopf, insbesondere Anschwellungen im Augenbereich (sogenannte Hämatome) kommen, da die Tiere durch Kopfschlagen versuchen, sich aus dieser misslichen Situation zu befreien. Auch Aborte und Todesfälle infolge Kreislaufversagens werden beschrieben.

Ursächlich handelt es sich um einen meist durch Ektoparasiten, in der Regel Haarlinge, provozierten Juckreiz im Rückenbereich, den die hochtragenden Tiere durch Wälzen in seichten Bodenwellen oder Fahrrinnen versuchen zu stillen. Die Trägheit des Fruchtwassers in der Gebärmutter verhindert ein rasches Drehen des Körpers um die Längsachse.

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Kleine Tiere mit großer Wirkung: Festliegende Schafe auf der Weide https://www.landwirtschaftskammer.de/la ... iegend.htm
Neben dem Lammen bei nasskalter Witterung, bei dem die Jungtiere durch Unterkühlung verenden können, wird ein weiteres Problem beobachtet:
Ein weiterer Missstand in einigen Schafhaltungen ist häufig die mangelhafte Weidebeaufsichtung. Dann stellen wir fest, dass sich beispielsweise Lämmer in den Zäunen verfangen haben und dort unentdeckt elendig verendet sind.

Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser: Tierschutz in der Schafhaltung http://www.jade-weser.de/Tierschutz/Lan ... fault.aspx
Auch das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat in einem Merkblatt die Tücken der Schafhaltung auch ohne Wolf und deren Abhilfe zusammengefasst. Es sieht eine deutliche Verschiebung von der Berufs- zur Hobbyschäferei und damit einen zunehmenden Mangel an Ausbildung und Fachkompetenz der Schafhalter:
Die Haupterwerbsschäfereien mit ausgebildeten Fachkräften haben abgenommen, dafür ist die Zahl der Nebenerwerbs- und Hobbyschaf
haltungen, deren Betreiber das Schäferhandwerk i. d. R. nicht erlernt haben, stark gestiegen. Fehlende Erfahrung, mangelndes Fachwissen und eine zeitlich unzureichende Betreuung können zu erheblichen Problemen in der Schafhaltung führen.

LAVES: Empfehlungen für die ganzjährige und saisonale Weidehaltung von Schafen http://www.jade-weser.de/Portals/0/Down ... 090305-940
In Uferbereichen, an Gräben und Grüppen sind Schafe besonders gefährdet. Zum einen nutzen gebärende Schafe die schrägen Ränder als Sicht- und Windschutz zum Ablammen, wobei die Lämmer ertrinken können. Zum anderen können auch erwachsene Schafe bei dem Versuch, aus dem Gewässer zu trinken, dort abrutschen:
Die Wolle saugt sich voll Wasser, die Schafe liegen fest und verenden, wenn sie nicht rechtzeitig gefunden
und geborgen werden. Todesursache bei ausgewachsenen Schafen ist neben Ertrinken häufig Unterkühlung und totale Erschöpfung.

LAVES: Empfehlungen für die ganzjährige und saisonale Weidehaltung von Schafen http://www.jade-weser.de/Portals/0/Down ... 090305-940
Übrigens dürfen männliche Lämmer unter vier Wochen ohne Betäubung (und nicht einmal zwingend durch einen Veterinär) kastriert werden. Den Schwanz darf eine "sachkundige Person" bei unter acht Tage alten Lämmern ohne Betäubung kupieren.

Häufig sieht man auch Schafe hinter Stacheldraht.
Eine alleinige Einzäunung mit Stacheldraht ist aus Tierschutzgründen nicht zulässig, da sich Schafe beim Unter- oder Durchschlüpfen erheblich
verletzen oder aber mit der Wolle verfangen können.

LAVES: Empfehlungen für die ganzjährige und saisonale Weidehaltung von Schafen http://www.jade-weser.de/Portals/0/Down ... 090305-940
Und die Beschaffenheit der Wolle stellt für sich schon einen hohen Anspruch an die Hütesicherheit des Elektrozaunes:
Problematisch ist bei Schafen der hohe Übergangswiderstand zwischen Tierkörper und Zaundraht. Dieser „Wollwiderstand“ ist abhängig von
Länge und Zustand der Wolle. Tiere mit kurzer, feuchter Wolle sind empfindlicher für den Strom als Tiere mit langer, trockener Wolle.
Erfahrungsgemäß sollte bei Schafen eine Hütespannung von 4000 V nicht unterschritten werden.

LAVES: Empfehlungen für die ganzjährige und saisonale Weidehaltung von Schafen http://www.jade-weser.de/Portals/0/Down ... 090305-940
Das mal als kleine Übersicht dazu, dass Schafhaltung bei einer Bejagung von Wölfen für sich genommen eigentlich ganz easy wäre.

Die Wölfe sind wohl eher das geringere Problem für die Schafe...

¹ https://presseportal.zdf.de/pressemitte ... /seite/13/
² Bundestagsantwort 19/1756 vom 19.04.2018 auf die Kleine Anfrage 19/1523 http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/017/1901756.pdf

Erklärbär
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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von Erklärbär » 1. Mai 2018, 23:30

Das sind ja unerträgliche Zustände, die Du da beschreibst. Habe ich so noch nie gehört. Idylle klingt anders. :roll:

Das Phänomen Masse macht halt Presse. Ein elend gestorbenes Schaf wird nicht wahrgenommen. Aber wenn 40 durch einen Wolfsangriff sterben, macht das was her und eignet sich zum Vermarkten. So holt der Journalist auch noch was raus. Das funktioniert eben so.

Ökonomisch betrachtet sind nicht die gerissenen Schafe das Problem. Aber das Aufstellen von wolfsicheren Zäunen und das Anschaffen von Hütehunden. Teilweise auch gar nicht durchführbar für Freiland-Tierhalter.

Widukind

Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von Widukind » 2. Mai 2018, 15:20

Nina hat geschrieben:
1. Mai 2018, 17:29

Leider gerät bei den medialen Aufbereitungen solcher Fälle - die für den betreffenden Halter durchaus als katastrophal empfunden werden mögen - die Relationen ins Ungleichgewicht. Herden mit 150 Schafen und mehr dienen sicherlich nicht lediglich dem Kuschelbedürfnis der Halter, sondern sind in der Regel knallhartes Geschäft. Diese Tiere sind meist nicht für ein langes Leben bestimmt, an dessen Ende der natürliche, "friedliche" Tod steht, sondern früher oder später dienen die Schafe dem Erwerb und werden verkauft - zur Schlachtung, bestenfalls innerhalb der EU.

Rund 1,6 Mio. Schafe werden in Deutschland gehalten. Mehr als eine Mio. Schafe werden jährlich geschlachtet, was zwangsläufig bedeutet, dass der jährliche Zuwachs durch Schlachtung oder Export abgeschöpft wird oder in unbekannter Zahl durch vorzeitiges Verenden in der Tierkörperverwertung landet.

Sind die Schafe erst einmal an Händler zur Schlachtung verkauft, wird kaum noch jemand Zeuge, was dann mit ihnen geschieht. In der Schlachtung werden sie auch zerlegt, nur dass das dann niemanden mehr interessiert. Bestenfalls sterben sie durch Ausbluten nach vorheriger Betäubung, mit behördlicher Genehmigung auch ohne. Wie oft präsentieren uns Medien denn die Bilder vom betäubungslosen Schlachten? Das Tierleid wird spätestens dann geradezu unvorstellbar, wenn die Schafe in Drittländer außerhalb der EU verkauft werden. Wenn sie den langen Transport unter widrigsten Bedingungen überleben, folgt meist ein noch qualvolleres Sterben mit ungeeigneten Werkzeugen, unzureichend ausgebildeten Menschen und unnötigen Quälereien wie dem Durchtrennen der Beinsehnen und/oder dem Ausstechen der Augen noch vor der eigentlichen Schlachtung ohne Betäubung.¹
So sieht´s aus. Und angesichts dieser Tatsachen ist das "sich erschüttert und entsetzt geben" wegen ein paar Wolfsangriffen nur reine Heuchelei.
Allein der Mensch ist hier das Raubtier, die Bestie. Eine verzogene Kreatur namens Homo sapiens, der Mutter Natur jeden Tag mit Füßen tritt. :!:

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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von Richard M » 3. Mai 2018, 20:00

Etwas knapp, aber vielleicht schaut noch jemand rein: Gleich um 20:15 Uhr kommt in SWR BW die Sendung zur Sache Baden-Württemberg, wo unter anderem über diesen Fall berichtet wird.
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von Erklärbär » 4. Mai 2018, 13:16

Schaut nicht so aus, als ob der Wolf was zu befürchten hat.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 5a7d5.html

Die Wölfe sind dennoch eine Bedrohung für die gesamte Weidewirtschaft. Hier äußerte sich ein Betroffener.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 11fcd.html

Die Politik stellt die Weichen. Es wird spannend, wie sich das weiterentwickelt.

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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von TheOnikra » 6. Mai 2018, 12:49

Erklärbär hat geschrieben:
4. Mai 2018, 13:16
Die Wölfe sind dennoch eine Bedrohung für die gesamte Weidewirtschaft. Hier äußerte sich ein Betroffener.
In welchen Teil Deutschland, Land oder Welt haben oder werden Wölfe die gesamte Weidewirtschaft beenden?
Es ist keine Bedrohung, sondern ein zusätzlicher Aufwand, dessen Lösung für Weidetierhalter recht unterschiedlich ausfallt. Bestimmte Zäune, Herdenschutzhunde, oder nachts einstallen ect. Ebenso kombinationen daraus.
Wenn der Staat seine romantischen Weiden haben will, dann muss er halt auch den Landwirten dafür die entsprechenden Mittel geben. So einfach ist im Grunde.
Erklärbär hat geschrieben:
4. Mai 2018, 13:16
Die Politik stellt die Weichen. Es wird spannend, wie sich das weiterentwickelt.
Politik drückt sich und will es einfach aussitzen. Der Wolf wird wie immer als politischer Spielball missbraucht.
Die Welt ist für alle da!

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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von Erklärbär » 6. Mai 2018, 13:20

Was soll man da sagen? Ich habe nicht von Beenden gesprochen, sondern von Bedrohen. Und, klar, je mehr sich die Wölfe rasant vermehren, desto bedrohlicher wird es für die potentiellen Beutewesen. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein. Anfangs gab es keine Wölfe mehr und dann haben sie angefangen, sich in Deutschland auszubreiten. Bisher mit ca. 30 % Vermehrungsrate und Vorkommen in mittlerweile mindestens 5 Bundesländern.

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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von TheOnikra » 6. Mai 2018, 14:26

Erklärbär hat geschrieben:
6. Mai 2018, 13:20
Was soll man da sagen? Ich habe nicht von Beenden gesprochen, sondern von Bedrohen. Und, klar, je mehr sich die Wölfe rasant vermehren, desto bedrohlicher wird es für die potentiellen Beutewesen.
Und was ist da der Unterschied wenn du sagts das der Tod aller Weidetiere droht?
Die gesamten Weidewirtschaft vom Aussterben bedroht = Das Ende der Weidewirtschaft ist Nah
Von was für eine Bedrohung sprichst du?
Und warum sollen jetzt Wölfe die sich vermehren "bedrohlicher" sein. Sind die jetzt in Sachsen hamloser weil die keine 30% mehr schaffen?
Rasante Vermehrung? Wohl noch nie von R-Strategen gehört. Schau dir mal die Vermehrungsrate von Kaninchen an dann weise was wirklich rasant ist.
Erklärbär hat geschrieben:
6. Mai 2018, 13:20
Anfangs gab es keine Wölfe mehr und dann haben sie angefangen, sich in Deutschland auszubreiten. Bisher mit ca. 30 % Vermehrungsrate und Vorkommen in mittlerweile mindestens 5 Bundesländern.
Ob nun ein Wolf da ist oder ein ganzes Rudel, geschützt werden muss doch auf die gleiche Weise, der Schaden wird sonst so oder so fatal sein, wie dieser Fall doch eindrucksvoll beweist.
Die Welt ist für alle da!

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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von Erklärbär » 6. Mai 2018, 14:38

Siehst Du, warum sollte man schützen, wenn keine Bedrohung da wäre? Du verdrehst mir nur die Worte, aber im Prinzip stimmst Du mir ja zu! :lol:

Für Dich liegt die Bedrohung doch darin, dass die Wölfe bedroht sind, wenn keine Bedrohungsabwehrstrategien eingesetzt werden. Wenn ein Wolf zu häufig zuschlägt, wird er über kurz oder lang sehr wahrscheinlich entnommen. Der Wolf bedroht sich damit selber. Alles klar? :pleased:

Edit: Für mich ist 30 % rasant genug. Rechne mal 10 Jahre weiter...

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Re: Mehr als 40 tote Schafe in BW am Tag des Wolfes, Wolf unter Verdacht

Beitrag von TheOnikra » 6. Mai 2018, 15:24

Erklärbär hat geschrieben:
6. Mai 2018, 14:38
Siehst Du, warum sollte man schützen, wenn keine Bedrohung da wäre? Du verdrehst mir nur die Worte, aber im Prinzip stimmst Du mir ja zu! :lol:
Das hat was mit Verantwortung zu tun und mit Einzelschicksalen und nicht mit der Gesamtheit der Weidetierwirtschaft, da ja schon längst einige schützen und somit nicht die gesamte Weidewirtschaft betroffen ist.
Von Bedrohung zu sprechen ist hier einfach fehl am Platz. Reine Polemik ohne Blick auf Lösungen wie Herdenschutz. Daher rede ich von einer Belastung der Weidetierhalter mit Blick auf die finanzielle Unterstützung. Ist das so schwer zu verstehen.
Wollest du nicht eine sachliche Debatte, dann lass doch diese politischen medialen Außerungen weg.
Erklärbär hat geschrieben:
6. Mai 2018, 14:38
Für Dich liegt die Bedrohung doch darin, dass die Wölfe bedroht sind, wenn keine Bedrohungsabwehrstrategien eingesetzt werden.
Wenn ein Wolf zu häufig zuschlägt, wird er über kurz oder lang sehr wahrscheinlich entnommen. Der Wolf bedroht sich damit selber. Alles klar? :pleased:
Bedrohung ist wohl für dich ein weitdehnbarer Begriff. Aber in Wirklichkeit hat es nun ein anderes Gefährdungsspektrum, das nicht angemessen zur Situation passt. Umschreibe es einfach um Missverständnissen vorzubeugen.
Erklärbär hat geschrieben:
6. Mai 2018, 14:38
Edit: Für mich ist 30 % rasant genug. Rechne mal 10 Jahre weiter...
Immer noch logistisches Wachtumsmodell. Und wenn schon das ist im Vergleich zu allen anderen Tieren sehr gering. Deine subjektiven Äußerungen kannst du dir sparen. 30% sind nicht im entferntesten als rasant zu sehen. Das entspricht nicht der reelen Relation.
Die Welt ist für alle da!

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