Luchse im Harz

Themen über frei lebende Bären und Luchse in Europa (keine Gehegetiere).
Schattenwolf
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von Schattenwolf » 11. Apr 2016, 18:09

harris hat geschrieben:Natürlich muss der Fuchs auch bei Räude nicht bejagt werden. Erst wenn die ersten Wölfe dran sterben...

http://www.goettinger-tageblatt.de/Welt ... uchsraeude :evil:

Gruß und schönen Tach noch

Harris
Über solche Berichte freuen sich die Hobbyjäger immer ganz besonders,gelle. ;-)
Endlich wieder ein Vorwand mehr Füchse zur Strecke zu bringen zu dürfen,was daran schön sein soll,keine Ahnung.
Die Lösung aller Probleme der Götter in Grün,sind die Flinte und die Büchse. :shock:
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harris
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von harris » 11. Apr 2016, 22:15

Direwolf hat geschrieben:
harris hat geschrieben:Natürlich muss der Fuchs auch bei Räude nicht bejagt werden. Erst wenn die ersten Wölfe dran sterben...

http://www.goettinger-tageblatt.de/Welt ... uchsraeude :evil:

Gruß und schönen Tach noch

Harris
Über solche Berichte freuen sich die Hobbyjäger immer ganz besonders,gelle. ;-)
Endlich wieder ein Vorwand mehr Füchse zur Strecke zu bringen zu dürfen,was daran schön sein soll,keine Ahnung.
Die Lösung aller Probleme der Götter in Grün,sind die Flinte und die Büchse. :shock:
Nein anders, der Hobbyjäger ist findet nichts schön daran, dass auch der Luchs an der Räude qualvoll sterben musste!!

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SammysHP
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von SammysHP » 11. Apr 2016, 23:37

Krankheiten gehören nunmal zur Bestandsregulierung dazu. Ist die gleiche Frage wie bei der Jagd im Allgemeinen: Wie weit greift der Mensch ein, wie viel würde die Natur selbst regulieren.

Schattenwolf
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von Schattenwolf » 12. Apr 2016, 00:29

SammysHP hat geschrieben:Krankheiten gehören nunmal zur Bestandsregulierung dazu. Ist die gleiche Frage wie bei der Jagd im Allgemeinen: Wie weit greift der Mensch ein, wie viel würde die Natur selbst regulieren.
Stimmt.Aber könnte man die Tiere nicht auch gegen die Räude behandeln,anstatt sie zu schießen?
Z.B. Ivomec in Futterködern soll wirken.
http://www.fuechse.info/index.php?navTa ... html#3.3.1
Die Jagdverbände propagieren angesichts des Auftretens von Fuchsräude einmal mehr intensivere Fuchsbejagung als Allheilmittel zur Bekämpfung der Infektion. Ähnlich wie bei Tollwut und Fuchsbandwurm gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt, warum noch erbarmungslosere Fuchsjagd die Ausbreitung der Räude eindämmen sollte - immerhin hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Reduktion der Fuchsdichte mit jagdlichen Mitteln nicht möglich ist. Zudem fördert die Bejagung Wanderbewegungen in Fuchspopulationen, wodurch die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Erkrankung - ähnlich, wie es für die Tollwut nachgewiesen ist und für den Fuchsbandwurm vermutet wird - eher steigen als sinken dürfte.
Da die Räude herdförmig auftritt und in einigen Gebieten deutlich schlechter Fuß fassen kann als in anderen Regionen, vermuten Epidemiologen übrigens, dass sich mancherorts weitestgehend gegen die Räude immune Fuchspopulationen herausbilden.
Ich habe schon einen Fuchs am Tag im Winter am Feldrand sitzen sehen,scheinbar angeschossen.
Da fragt man sich was bedeutet weniger Leid für das Tier.
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von SammysHP » 12. Apr 2016, 11:00

Direwolf hat geschrieben:
SammysHP hat geschrieben:Krankheiten gehören nunmal zur Bestandsregulierung dazu. Ist die gleiche Frage wie bei der Jagd im Allgemeinen: Wie weit greift der Mensch ein, wie viel würde die Natur selbst regulieren.
Stimmt.Aber könnte man die Tiere nicht auch gegen die Räude behandeln,anstatt sie zu schießen?
Aber wenn Krankheiten den Bestand regulieren, man gegen solche Krankheiten impft, dann muss man umso mehr schießen. Räude ist kein schöner Anblick und erst recht nicht schön für das betroffene Tier. Aber dann könnten wir ja auch dafür sorgen, dass die Welpensterblichkeit gegen Null sinkt. Und dann?

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Grauer Wolf
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von Grauer Wolf » 12. Apr 2016, 11:13

SammysHP hat geschrieben:Aber wenn Krankheiten den Bestand regulieren, man gegen solche Krankheiten impft, dann muss man umso mehr schießen. Räude ist kein schöner Anblick und erst recht nicht schön für das betroffene Tier. Aber dann könnten wir ja auch dafür sorgen, dass die Welpensterblichkeit gegen Null sinkt. Und dann?
Das wage ich zu bezweifeln. Der Punkt ist, daß gerade bei Tieren mit fest gefügter Sozial- und Revierstruktur das Zerschießen derselben immer zu verschärfter Reproduktion und Migration und damit zur Proliferation von Krankheiten und Parasiten führt. Die Verbreitung der Tollwut ist ein Lehrbeispiel dafür: Die Problematik war hausgemacht. So wie hohe Verluste zu verstärkter Reproduktion führt, führen geringe Verluste im Umkehrschluß zu verminderter Reproduktion. Die FÜchse wurden gegen Tollwut geimpft und die damit hierzulande ausgerottet. Trotzdem explodiert der Fuchsbestand nicht, ebensowenig durch Nichtbejagung.

Gruß
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Nina
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von Nina » 12. Apr 2016, 23:22

In aller erster Linie zerstört die Räude beim Fuchs den wertvollen Balg ;)

Hier einmal ein paar Stellungnahmen vom Fachpersonal:

Technische Universität München, Infos zur Fuchsräude:
Die Hautmilbe kann dem Fuchs so massiv zusetzten, dass er daran stirbt. Unsere Studie an Füchsen mittels Radiotelemetrie hat aber gezeigt, dass Füchse die Räude ausheilen können. [...] Bei Raubtieren ist die Krankheit vor allem beim Rotfuchs bekannt und gilt als klassisches Dichteregulativ.

http://wildbio.wzw.tum.de/index.php?id=42
Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung zur Räude bei Wölfen:
„Aber seit zwei Jahren registrieren wir immer mehr Fälle bei Wölfen“, sagt Claudia Szentiks, Pathologin am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Die Expertin spricht von einer „großen Welle“, die aber mit Sicherheit auch wieder abebben werde. „Das sind ganz natürliche Vorgänge. [...] Jenen Wölfen in der Region, die diese Auslese überstehen, gehe es sehr gut, betont Claudia Szentiks vom Leibniz-Institut. Dieses Wissen hat sie durch die Untersuchung von überfahrenen Wölfen, deren Zahl immer mehr zunehme.“

http://www.svz.de/regionales/brandenbur ... 63741.html
Landesumweltamt Brandenburg zur Räude bei Wölfen:
Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamts, verweist darauf, dass im vergangenen Winter bei dem Welzower Rudel Räude beobachtet worden sei, aber die Tiere hätten es überstanden. Ähnliche Nachrichten gibt es aus Sachsen. Mittels so genannter Fotofallen konnte das beobachtet werden. [...] „Steigt die Zahl der Wölfe, setzen Regulationsmechanismen ein. Das ist Natur“, sagt Freude. Krankheit, Hunger, Konkurrenz mit anderen Wölfen, all das begrenze das Wachstum. Die Sterblichkeit bei jungen Wölfen liege bei 50 Prozent.

http://www.svz.de/regionales/brandenbur ... 63741.html

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Richard M
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von Richard M » 25. Apr 2016, 12:26

Luchs-Wilderei jetzt auch im Harz, eine trächtige Luchsin wurde von einem Menschen umgebracht:
http://www.focus.de/panorama/welt/krimi ... 65537.html
Hoffentlich ist die Strafverfolgung dort effektiver als im Bayerischen Wald.

northlynx
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von northlynx » 25. Apr 2016, 13:08

Zum ersten Mal seit der Wiederansiedlung des Luchses im Harz hat ein Wilderer eine Raubkatze erschossen. Es handele sich um ein trächtiges Weibchen, sagte der Leiter des Harzer Luchs-Projektes, Ole Anders [...] Der Leiter des Nationalparks Harz, Andreas Pusch, habe von einem "krassen Fall von Wilderei" gesprochen. [...] Luchse sind streng geschützt. Die Nationalparkverwaltung hat Strafanzeige erstattet. Jagdwilderei kann mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden. In besonders schweren Fällen drohen bis zu fünf Jahre Haft.
Ja dann muss man das auch mal machen. Und nicht nur theoretisch androhen. :evil:

Miscanthus
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Re: Luchse im Harz

Beitrag von Miscanthus » 27. Apr 2016, 10:35

Heute stand in der Zeitung, dass eine Belohnung von € 25000 ausgesetzt wurde. Mal sehen, ob das motiviert!

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