Der nächste Bruno?

Themen über frei lebende Bären und Luchse in Europa (keine Gehegetiere).
Lämmchen
Beiträge: 272
Registriert: 12. Jul 2015, 17:47

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Lämmchen » 3. Nov 2016, 01:59

Die Bezeichnung "Problembär", "Problemwolf" finde ich auch nicht gut, wohl aber bin ich der Ansicht, dass es Raubtiere gibt, die sich zu nah und zu oft in menschliche Nähe begeben, und dann kann ein Problem entstehen.
Bei Bären ist die Gefahr für den Menschen wesentlich höher als bei einem Wolf, und ein Bär lässt sich nicht so einfach vom Grundstück vertreiben. Da kann es schon passieren, dass man nicht ins Haus oder aus dem Haus kann, weil sich ein Bär draußen rum treibt. Ich möchte weder Wölfe noch Bären um mein Haus schleichen sehen.
Übrigens, dort wo Bären leben sind die Menschen oft bewaffnet, um sich wehren zu können.

Benutzeravatar
Grauer Wolf
Beiträge: 4514
Registriert: 6. Okt 2010, 17:04

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Grauer Wolf » 3. Nov 2016, 08:14

Lämmchen hat geschrieben:Übrigens, dort wo Bären leben sind die Menschen oft bewaffnet, um sich wehren zu können.
Ja, Schußwaffen ist das einzige, was den Leuten einfällt.
In Bärenland hätte ich für alle Fälle Bärenspray am Mann und gut ist. Und wer Bienenstöcke hat, sollte vielleicht einen E-Zaun drum herumziehen, aber einen mit ordentlich "Bums". Dann vergeht Meister Petz auch das Naschen.

Ich wünsche mir beim Umgang mit Wildtieren einfach mehr ruhige Gelassenheit und weniger Pressegeilheit. Dann regelt sich so manches von selbst. Hysterie verstellt nur den Blick auf das Machbare resp. Sinnvolle.

Gruß
Wolf
"Lernt mit uns zu leben, denn wir sind nicht mehr viele..."
Canis lupus

"Gesegnet ist das Land, in dem viele Wölfe laufen..."
Sprichwort der Comanches

Lämmchen
Beiträge: 272
Registriert: 12. Jul 2015, 17:47

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Lämmchen » 3. Nov 2016, 09:34

Grauer Wolf hat geschrieben:
Lämmchen hat geschrieben:Übrigens, dort wo Bären leben sind die Menschen oft bewaffnet, um sich wehren zu können.
Ja, Schußwaffen ist das einzige, was den Leuten einfällt.
Habe ich von Schusswaffen gesprochen?

Bärenspray ist auch eine "Bewaffnung", und bei der Konfrontation mit einem Bären am effektivsten.

Keiner, der etwas von Bären versteht, geht mit "Schusswaffen" auf ihn los, diese kommen nur bei einer ausgewiesenen Bärenjagd zum Einsatz und dabei handelt es sich dann um spezielle Waffen, einfache Schusswaffen - Jagdwaffen - wären beim Bären lebensgefährlich, vor allem, wenn man nicht ständig mit Waffen Umgang hat, und ihm alleine im Busch plötzlich gegenüber steht.
Einen Bären, der ernsthaft angreift, kannst du mit einem Schuss nicht unbedingt stoppen, auch nicht, wenn du sehr gut zielen kannst - was ich in der Situation bezweifle.

Im "Bärenland" greift man zum Bärenspray.
Die Menschen dort können aber damit umgehen. Hier hätte wohl keiner die Nerven, einen Bären auf vier bis fünf Metern herankommen zu lassen und dann das Spray zu benutzen. In größerer Entfernung wirkt es aber nicht.
Wegrennen kannst du vor einem Bären auch nicht. Er ist schneller als du, auf Bäume klettern, sofern welche da sind, würde ich dir auch nicht empfehlen, ein Schwarzbär folgt dir.
Menschen, die mit Bären leben müssen, ziehen als erste Maßnahme den geordneten Rückzug vor, d.h. langsam
zurück gehen und den Bären dabei unbedingt im Auge behalten. Natürlich sollte man dann nicht so ungeschickt sein und rückwärts stolpern.

Wenn er sich auf dem Grundstück befindet, wartest du am besten, bis er sich von selbst wieder entfernt, machen Menschen im Bärenland auch so.

Gruß Lämpchen

zaino
Beiträge: 1004
Registriert: 20. Mai 2015, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von zaino » 3. Nov 2016, 10:35

Bärenspray ist richtig. Bewusst Abstand halten ist auch richtig. Höllenkrach machen ist richtig. Dem Bären nachsteigen auf Deibelkommraus für ein Selfie ist ganz ganz großer Schmarrn und kann sehr bös ausgehen. Schon eine nur mittelmässig grantige, beiläufige Watschen vom Bären lässt unsereinen beim Arzt landen...
Den Bären grundsätzlich eliminieren weil er ein Bär ist, dafür hab ich wieder kein Verständnis. Und ich trau nun mal den Menschen nicht, die bestimmen, was ein "Problembär" ist. Denn ich seh es ja hier - ein Rehbock, der im Frühling an einem Minibäumchen sein Geweih sauber fegt, ist ein "Problembock" und ein Mufflon, der mal eine Baumrinde annagt, ist ein "Problem-Widder" - allesamt sind sie ganz schröckliche Schädlinge, die den Weltuntergang herausfordern und daher weg müssen. Während der Mensch weiter an dem Aste sägt, auf dem er sitzt, aber der darf das.

balin
Beiträge: 1281
Registriert: 10. Okt 2010, 06:53

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von balin » 3. Nov 2016, 20:38

Ich fürchte, ich muß über große Tiere und Bewaffnung völlig neu nachdenken. Habe ich doch jetzt zwei Westerwälder Kuhhunde, die überhaupt keine Angst vor großen Tieren haben, obwohl sie doch höchstens zweimal so groß sind wie ein Fuchs. Den zwei kleinen Monstern traue ich sogar zu, daß sie einem Bär die Zähne ziehen. Es ist schon phänomenal, mit welchem Terror die Zwei auch riesige Tiere überziehen können. Mich nervt das zur Zeit etwas, aber wenn ich ein Bär wäre, würde mich das noch mehr nerven. Solche Irrwische umkreisen ihr Objekt oder ihre Objekte und da ist kein Entkommen.
Logo, das ist der Hütetrieb und die Herde muß zusammenbleiben. Es macht mich baff, wie die das drauf haben. Als Bär wollte ich da nicht gehütet werden und ich bin mir sicher, daß sie den als Herausforderung annehmen würden. :-D
Ich lerne zur Zeit ständig über Hunde dazu, und zwar über solche, die für einen bestimmten Zweck gezüchtet worden sind.

Lämmchen
Beiträge: 272
Registriert: 12. Jul 2015, 17:47

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Lämmchen » 3. Nov 2016, 22:24

balin hat geschrieben:Ich fürchte, ich muß über große Tiere und Bewaffnung völlig neu nachdenken. Habe ich doch jetzt zwei Westerwälder Kuhhunde, die überhaupt keine Angst vor großen Tieren haben, obwohl sie doch höchstens zweimal so groß sind wie ein Fuchs. Den zwei kleinen Monstern traue ich sogar zu, daß sie einem Bär die Zähne ziehen. Es ist schon phänomenal, mit welchem Terror die Zwei auch riesige Tiere überziehen können. Mich nervt das zur Zeit etwas, aber wenn ich ein Bär wäre, würde mich das noch mehr nerven. Solche Irrwische umkreisen ihr Objekt oder ihre Objekte und da ist kein Entkommen.
Logo, das ist der Hütetrieb und die Herde muß zusammenbleiben. Es macht mich baff, wie die das drauf haben. Als Bär wollte ich da nicht gehütet werden und ich bin mir sicher, daß sie den als Herausforderung annehmen würden. :-D
Ich lerne zur Zeit ständig über Hunde dazu, und zwar über solche, die für einen bestimmten Zweck gezüchtet worden sind.
Möglich, dass der Bär genervt das Weite sucht, verlassen würde ich mich aber nicht darauf. Es könnte umgekehrt auch sein, dass der Bär sich angegriffen fühlt - reizen sollte man sie nicht, schon gar keine Bärin, die möglicherweise Junge mit sich führt.

zaino
Beiträge: 1004
Registriert: 20. Mai 2015, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von zaino » 4. Nov 2016, 08:48

Nur witzig, wenn die Leut hier wg. ein paar Wölfen schon so ein Theater machen - der an sich friedliche, seine Ruh haben wollende Bär kann viel schneller und effektiver BÖSE werden als Wölfe. Dennoch gibts zahlreiche Länder, in denen man vernünftig (meistens) ko-existiert. Die Hosensch*** hierzulande versuchens leider nicht mal.

Schätze, in 9 von 10 Fällen hat der Bär die Nase voll vom Krach und zieht ab. Bei 2 Hunden die in von 2 Seiten anspringen und nicht ablassen, könnte es für die Hunde allerdings etwas eng werden. *schwitz*
Und schwierig, dem Hütehund in Aktion dann noch Kommandos nachzuplärren oder zu -pfeifen.

Miscanthus
Beiträge: 1295
Registriert: 8. Okt 2010, 10:54

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Miscanthus » 10. Nov 2016, 08:20

Die Behauptung, dass die Leute in Gebieten, in denen Bären leben, gerade wegen der Bären, bewaffnet sind, ist Unsinn. Da soll etwas suggeriert werden, was so einfach nicht ist! Es sind halt Gegenden, in denen ohnehin jeder zur Jagd geht und somit ein Gewehr im Haus hat. Keinesfalls wird da, egal ob Spanien, Slowakei, oder sonstwo dauernd auf Bären geballert - Ausnahme USA wo der Schwarzbär ja stark bejagt wird. Das Bärenspray ist keinesfalls standard Haushaltsgegenstand. Im Gegenteil, in den USA werden jedes Jahr wieder Wanderer und Jaeger bekniet, doch endlich mal vermehrt Bärenspray mitzunehmen.

zaino
Beiträge: 1004
Registriert: 20. Mai 2015, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von zaino » 10. Nov 2016, 10:53

Einer der Effekte des Bärensprays ist durchaus positiv, egal ob z. B. eine Frau, die Schichtdienst hat, nächtliche Parkplätzen überqueren muss oder ob eins im Wald wandern geht: Man kriegt eine sichere Ausstrahlung. Bei menschlichen Bösewichten läuft viel über die Ausstrahlung. Und auch Tiere reagieren auf "Schwäche". Das Zeug allein in der Tasche drückt direkt mal die Brust raus und den Bauch rein :) - ganz ohne dass mans benutzt.
Ganz irre wäre natürlich, dem Bären mit der Kamera nachzustellen, in der Hoffnung, man könnt ihm dann ja was auf die Schnauze sprühen, wenn er sich zu ärgern anfängt. So wars auch nicht gemeint, bitte.

Antworten