Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Auf ein interessantes Buch oder Internetseite über Wölfe gestolpert? Dann her damit!
wasserwerker

Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von wasserwerker »

Wolfsfährten: Alles über die Rückkehr der grauen Jäger von Andreas Beerlage.

Nicht ganz so polarisierende wie Zur Hölle mit den Wölfen. Dafür genau so teuer!

TheOnikra

Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von TheOnikra »

Aber das wurde doch auf einer Propagandaseite vorgestellt. ;-)

https://wolfsmonitor.de/?p=11195

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Dr_R.Goatcabin
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Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Buchvorstellung beinhalt .. genau das, was das Wort sagt. Eine Vorstellung / Rezension und nicht bloße Erwähnung eines Buches, das längst bekannt ist. Wenns nur danach ginge, könnte ich meine eigene Literaturliste chronologisch durchgehen und jeden Tag mindestens einen neuen Thread hier erstellen.
"Though this be madness, yet there is method in 't ..."

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Dr_R.Goatcabin
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Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

TheOnikra hat geschrieben:
16. Mai 2019, 12:44
Aber das wurde doch auf einer Propagandaseite vorgestellt. ;-)

https://wolfsmonitor.de/?p=11195
Hihi .. und hat den Text seines Blogs da auch 1:1 in die Kundenrezensionen bei Amazon reingesetzt. :mrgreen:

Auszug aus dem Schlusswort im Buch, das sich alle Aufgeregten bitte zu Herzen nähmen:
Auch Wildschweine können Menschen töten. Und das tun sie gelegentlich sogar. Trotzdem kommt kein Mensch auf die Idee, eine Krimireihe namens "Wildschweinland" zu drehen. Oder das Buch "Wildschweinfährten zu schreiben.

Ich wünsche dem Wolf von Herzen solche Normalität.
Off-topic: Außerdem auf S.92:
Jahrzehntelang haben wir uns als Tierfilmkonsumenten daran gewöhnt, dass die Wölfe in einem knallhart durchierarchisiertem Gruppengebilde leben, in dem man nach oben buckelt und nach unten tritt. Darin erkannte sich der Deutsche der 80er und 90er-Jahre wieder Doch solche Beobachtungen wurden a Wolfsrudeln in Gehegen gemacht. Auf engem Raum, in vergleichsweise großer Zahl, bei rationiertem Futter, verhalten sich Wölfe eben genau wie die Insassen eines Gefängnisses in jedem beliebigen Hollywood-Ausbrecherfilm: Da sitzt der böse Alpha-Glatzkopf mit den hässlichen Tattoos auch in einer Ecke der Ausgehfläche und hat alles im Griff.
Ich wollte zuerst schreiben - "Wäh!", dass ich da noch zu jung war, um es mitzubekommen, aber nach einigem Nachdenken muss man wohl unwohl feststellen, dass solche archaische Mistigkeit sich durchaus weiter an zuvielen Stellen erhalten hat. :(
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Erklärbär
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Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von Erklärbär »

Der große Unterschied ist dummerweise, dass Wildschweine den Menschen nicht aus Gründen des Hungers töten. Das macht endfaktisch vielleicht keinen Unterschied, doch in der emotionalen Beurteilung eben schon. Wer will schon gerne aufgefressen werden?

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Dr_R.Goatcabin
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Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

.. Und wer seine Meinung und Beurteilungen offensichtlichst allein oder hauptsächlich durch Emotionen bildet, entfernt sich selbst aus sachlicher Debatte. q.e.d.

Wer sich ob Rezension von Neuerscheinung verdient machen will, kann sich den Hackländer (2019) holen - Der Wolf Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz, ISBN 978-3-7020-1791-0. Für den gibt es noch keine Meinung. Scheint aber ähnlich wie E.Fuhr zu ticken.

http://www.meine-freizeit.at/freizeit-t ... aucht-jagd
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Erklärbär
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Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von Erklärbär »

Dr_R.Goatcabin hat geschrieben:
16. Mai 2019, 22:00
.. Und wer seine Meinung und Beurteilungen offensichtlichst allein oder hauptsächlich durch Emotionen bildet, entfernt sich selbst aus sachlicher Debatte. q.e.d.

Wer sich ob Rezension von Neuerscheinung verdient machen will, kann sich den Hackländer (2019) holen - Der Wolf Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz, ISBN 978-3-7020-1791-0. Für den gibt es noch keine Meinung. Scheint aber ähnlich wie E.Fuhr zu ticken.

http://www.meine-freizeit.at/freizeit-t ... aucht-jagd
Sachliche Debatte ohne Emotionen! Ich lach mich weg! Da bist Du sicherlich der Erste! LOL.

wasserwerker

Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von wasserwerker »

Da lache ich gerne mit. Besonderes am frühen Morgen. So fängt der Tag gut an und er wird gleich noch besser. Frohes Schaffen Erklärbär.

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Dr_R.Goatcabin
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Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Dr_R.Goatcabin hat geschrieben:
16. Mai 2019, 22:00
.. Und wer seine Meinung und Beurteilungen offensichtlichst allein oder hauptsächlich durch Emotionen bildet, entfernt sich selbst aus sachlicher Debatte. q.e.d.

Wer sich ob Rezension von Neuerscheinung verdient machen will, kann sich den Hackländer (2019) holen - Der Wolf Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz, ISBN 978-3-7020-1791-0. Für den gibt es noch keine Meinung. Scheint aber ähnlich wie E.Fuhr zu ticken.

http://www.meine-freizeit.at/freizeit-t ... aucht-jagd

Klaus Hackländer ist Leiter des Instituts für Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung an der Universität für Bodenkultur Wien - scheinbar nur im Ehrenamt; anders kann ich mir nicht erklären, wie man Bücher in solch kurzer Folge herausbringen kann. Ob das vorige mit so heißer Nadel gestrickt wurde, dass man gleich noch eins nachschieben muss? Oder die ehrenamtliche Position am Freitagnachmittag bringt eben einfach kein Geld ein. ;)


Hackländer, Klaus (2020): Er ist da: Der Wolf kehrt zurück. 240S., ISBN: 978-3-7110-0258-7.
»Schafe gerissen« oder »Wolf im Garten gesichtet«: Es vergeht kein Tag, an dem nicht eine »Wolfs-Meldung« in den aktuellen Nachrichten auftaucht. Viehhalter schlagen Alarm und fordern den Abschuss des Räubers, Menschen in ländlichen Gebieten stimmen in den Kanon ein. Tierschützer verteidigen ihn und begrüßen seine Wiederkehr. Der Wolf steht im Fadenkreuz von Landwirtschaft, Waldbewirtschaftung, Tierschutz und den jeweiligen gesetzlichen Regelungen. Das Thema wird emotional diskutiert, die Fakten gehen dabei unter. Der Wildbiologe Klaus Hackländer kennt sie und weiß, dass in Zukunft mehr Wölfe die Wanderung aufnehmen werden. Was das bedeutet, worüber wirklich geredet werden muss und welche Optionen es für den Umgang mit dem Wolf gibt, steht in diesem Buch.
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Nina
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Re: Alternative Zur Hölle mit den Wölfen. "Alles über die Rückkehr der grauen Jäger

Beitrag von Nina »

Der Autor Univ.Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat. Klaus Hackländer ist Leiter des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Jagdverbandes. Er leitet den Universitätslehrgang Jagdwirt am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft.¹

In der Vorschau seines Buches "Der Wolf Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz" (s.o.) fällt die Hypothese ins Auge, dass nicht bejagte Wölfe angeblich ihre Scheu verlören (Seite 13-14). Das entspricht zwar der Einschätzung vieler Jagdvertreter, ist allerdings wissenschaftlich nicht bewiesen.
Eine häufig vertretene Meinung ist, dass Wölfe in unbejagten Populationen früher oder später ihre Vorsicht gegenüber dem Menschen verlieren und in Konsequenz für den Menschen gefährlich werden. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Wölfe in der Kulturlandschaft gefährlicher sind als ihre Artgenossen, die in menschenleeren Gebieten leben oder bejagt werden. Dreiste Individuen können in jeder Population auftreten (Fritts et al. 2003, McNay 2002). [...] Die wenigen nach 1950 aus Europa bekannten Fälle, in denen nicht tollwütige wilde Wölfe Menschen getötet haben, geschahen in einer bejagten Population (Spanien).

Ilka Reinhardt, Petra Kaczensky, Jens Frank, Felix Knauer und Gesa Kluth: Konzept zum Umgang mit Wölfen, die sich Menschen gegenüber
auffällig verhalten - Empfehlungen der DBBW - , Bundesamt für Naturschutz, BfN-Skripten 502, 2018, Seite 14
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/servic ... ipt502.pdf
Es ist weiterhin bisher nicht wissenschaftlich belegt, dass eine Bejagung die Scheu der Wölfe dem Menschen gegenüber erhöhen würde. Seitens der zumeist jagenden Befürworter wird dabei häufig ein Vergleich zwischen dem Verhalten ihnen bekannter jagdbarer Tiere (Reh-RotSchwarzwild) gezogen, die sich auf intensivierte Jagdaktivitäten (z. B. im Winter nach Bewegungsjagden) mit erhöhter Vorsicht (Scheu) einstellen. Dieser Vergleich ist in meinen Augen fachlich kritisch zu hinterfragen. Beutetieren liegen von Natur aus etwas andere Handlungsprioritäten zu Grunde als großen Beutegreifern. Sie besitzen ein ausgeprägtes (Fress-) Feindvermeidungsverhalten, das dem großen Beutegreifer möglicherweise nicht im gleichen Maße eigen ist, da er es nicht benötigt. [...] So beruht die sogenannte „Scheu“ des Wolfes m. E. nicht prioritär in der „Angst vor dem Menschen aufgrund von Bejagung“, sondern es liegt ihr vielmehr eine natürliche Vorsicht zu Grunde, die dieses Tier besitzen muss, wenn es sich nicht durch eine unvorsichtige Annäherung an unbekannte Objekte in Gefahr begeben will.

Dr. med. vet. Dipl. biol. Birgit Mennerich-Bunge: Eine amtstierärztliche Sicht auf die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland, Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle, 23. Jahrgang – 4 / 2016, Seite 226 https://www.vetimpulse.de/fileadmin/use ... Wolfes.pdf
Das bisher beobachtete Verhalten von Wölfen in Deutschland ist grundsätzlich normal und natürlich. Die kaum zu beeinflussende Habituierung des Wolfes gegenüber dem Menschen im dicht besiedelten Deutschland und sein charakteristisches Verhalten als besonnener, nicht kopflos flüchtender Beutegreifer führen zu vermehrten Sichtungen von Wölfen auch in Siedlungsnähe. [...] Es besteht keine Not und auch kaum Erfolgschancen, ihm dieses Verhalten durch gezielte Maßnahmen abzugewöhnen. Ein Verlust an Scheu innerhalb der Wolfspopulation in Deutschland durch mangelnde Bejagung kann somit nicht angenommen werden. Den Wölfen in Deutschland allgemein kann weder durch Bejagung noch durch einzelne Vergrämungsaktionen Respekt vor dem Menschen und seinen Nutztieren „beigebracht“ werden und muss es auch nicht.

Dr. med. vet. Dipl. biol. Birgit Mennerich-Bunge: Muss der Wolf Respekt lernen? Erfahrungen aus Niedersachsen, Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle 25. Jahrgang – 2 / 2018, Seite 6 https://www.elli-radinger.de/wp-content ... lernen.pdf


¹Deutsches Jagdlexikon http://deutsches-jagd-lexikon.de/index. ... der,_Klaus

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