Goldschakal

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Richard M
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Goldschakal

Beitrag von Richard M »

Der kleinere Verwandte des Wolfes, der Goldschakal, besiedelt vom Balkan aus neue Lebensräume u.a. Mitteleuropa. Jetzt las ich vorhin diesen Artikel auf Merkur.de: https://www.merkur.de/lokales/starnberg ... 51976.html
Darin fordert Hartwig Görtler, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Starnberg die Jäger auf, Goldschakale beherzt zu erschießen, wenn sie einen sichten, weil sie zusammen mit Waschbären und Marderhunden die Natur umkrempeln und bestimmte Vogelarten ausrotten. Vielleicht meint er ausgewilderte Hühner und Laufenten, die nicht davonfliegen können ;) .

Dürfen diese Menschen überhaupt Goldschakale erschießen?
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland
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Old Trapper
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Re: Goldschakal

Beitrag von Old Trapper »

Recht gute Info zum Thema hier:

https://grosstrappe.at/files/content/pd ... chakal.pdf

Zu Deiner abschließenden Frage:
Ja und nein....
Vergleiche Bundesjagdgesetz und Landesjagdgesetze. Landesjagdgesetze stehen über Bundesjagdgesetz. Das gilt auch für Jagdverordnungen.
Denke erst bevor du schreibst,
sende erst nachdem du denkst!
Wolfs-Theoretiker
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Re: Goldschakal

Beitrag von Wolfs-Theoretiker »

Hallo Richard M,
warum schießen, warum Schießen, da gibt es doch den Prädator. Wenn der Schakal ähnliche Beutetiere ergreift,
wie ein Fuchs, dann ist er nicht nur dem Fuchs, sondern auch dem Wolf ein Konkurent, also überlebt der Schakal nicht lange bei uns.
Aber wenn nun ein Wolf(männlich und vor Kraft strotzen versteht sich) der keine Wolfsfähe zugelaufen ist,
nun auf eine Schakaldame trifft, welche in der Ranz ist, dann kann es passieren, daß bei dem Wolf der Geschlechtstrieb stärker ist,
als die Konkurenzbeseitigung. Dann wird wahrscheinlich die Schakalfähe vergewaltigt oder so. Dann haben wir auch noch den Ärger mit
dem Wogosch(soll heißen "Wolf-Gold-Schakal" oder so. Wenn die Gene des Wolfes sich durchsetzen, dann werden diese Mischlinge stärker
als Goldschakele nicht nur die Figur, sonder auch Kopf und Gebiss, was zur Folge hat, das noch ein weitere Wolfsmischling, so eine Art von
Prädator bei uns rumläuft, aber dafür gibt es ja Gesetze, denn Mischlingswölfe sind auffällig und können entnommen werden.

Nächstes Mal mehr.

Grüsse

W.T.
"Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen." Jean-Jacques Rousseau
TheOnikra

Re: Goldschakal

Beitrag von TheOnikra »

Wolfs-Theoretiker hat geschrieben: 10. Mai 2019, 12:02Wenn der Schakal ähnliche Beutetiere ergreift,
wie ein Fuchs, dann ist er nicht nur dem Fuchs, sondern auch dem Wolf ein Konkurent, also überlebt der Schakal nicht lange bei uns.
Jeder hat seine ökologische Nische und auch wenn diese sehr ähnlich sind zeigt die Evolution doch das geht. Sonst wäre eine der Arten schon längst Opfer der Selektion geworden.
Wolfs-Theoretiker hat geschrieben: 10. Mai 2019, 12:02 Aber wenn nun ein Wolf(männlich und vor Kraft strotzen versteht sich) der keine Wolfsfähe zugelaufen ist,
nun auf eine Schakaldame trifft, welche in der Ranz ist, dann kann es passieren, daß bei dem Wolf der Geschlechtstrieb stärker ist,
als die Konkurenzbeseitigung. Dann wird wahrscheinlich die Schakalfähe vergewaltigt oder so.
Das entspicht nicht der Realität
Die Paarungszeit (Ranzzeit) bei Wölfen ist einmal im Jahr (monöstrischer Zyklus), im Zeitraum Januar bis März, je nach Region. Eine Wölfin wird nur 1x im Jahr läufig und auch ein Wolfsrüde ist nur zu dieser Zeit zeugungsfähig, die restliche Zeit des Jahres werden in den Hoden keine Spermien gebildet. Nicht wie Hunderüden, die das ganze Jahr über eine läufige Hündin decken können.
In der Vorranzzeit steigt der Östrogenspiegel der Fähe (Weibchen) stark an. Die Läufigkeit eines Weibchens und damit seine Paarungsbereitschaft, werden dem Rüden in Form von Pheromonen (Duftbotenstoffe) im Urin des Weibchens angekündigt. Dies löst schon in der Vorranzzeit beim Rüden eine vermehrte Testosteron-Ausschüttung aus, es kommt zur Spermatogenese (Bildung von Spermien) und zu einem entsprechenden Sexualverhalten
https://chwolf.org/woelfe-kennenlernen/wolfshybriden

Das Hybribe bei Wölfen vorkommen ist in erster Linie ein Mangel an wölfischen Geschlechstpartnern und reichlichen Angebot an Zeugungsfähigen Ersatz
Wolfs-Theoretiker
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Re: Goldschakal

Beitrag von Wolfs-Theoretiker »

Hallo TheOnikra,
danke für Dein Feedback.
Das mit der Ranzzeit kommt hin, denn beim Goldschakal ist es auch Januar und Februar.
Die Jungenaufsucht ist ähnlich wie bei Wölfen, also steht einer Rudelbildung nichts im Weg.

https://www.goldschakal.at/biologie/

Ich selbst kann zum Schakal leider nichts anderes beitragen
und nur mal auf die Verhältnisse in den USA hinweisen,
da sind nicht die Schakale, welche durch die Städte ziehen,
es sind auch Hybriden von Wolf und Schakal entstanden,
welche mehr dem grösserem Wolf ähneln
und dort für Probleme sorgen.

Grüsse

W.T.
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Richard M
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Re: Goldschakal

Beitrag von Richard M »

Wolfs-Theoretiker hat geschrieben: 10. Mai 2019, 22:37 Ich selbst kann zum Schakal leider nichts anderes beitragen
und nur mal auf die Verhältnisse in den USA hinweisen,
da sind nicht die Schakale, welche durch die Städte ziehen,
es sind auch Hybriden von Wolf und Schakal entstanden,
Wenn Du von USA schreibst, meinst Du wohl eher Kojote statt Schakal?
In Sachsen gibt es auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz den ersten Goldschakal-Nachweis: https://www.saechsische.de/plus/neue-ti ... 07274.html
Und ganz aktuell ist der erste Nachweis in Thüringens Nationalpark Hainich vom 1. August: https://www.spiegel.de/wissenschaft/nat ... 82209.html
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland
Redux

Re: Goldschakal

Beitrag von Redux »

Ausgerechnet in der Lausitz ? Normalerweise heißt es das Wölfe die Goldschakale ziemlich kurz halten.
maxa67

Re: Goldschakal

Beitrag von maxa67 »

Also das finde ich natürlich sensationell, vor allem weil sie wirklich inmitten verschiedener Wolfsreviere auftreten. Der TÜP Oberlausitz beherbergt ja mindestens 2 Rudel. 100 km südlich wurden im Bezirk Liberec der Schakal nachgewiesen. In Nordmähren sind sie ja schons seit Jahren sesshaft.
Wolfs-Theoretiker
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Re: Goldschakal

Beitrag von Wolfs-Theoretiker »

Hallo Richard M,
sorry, ja Danke auf Deinen Hinweis,
natürlich sollten es Kojoten sein,
auf welche ich hinweisen wollte.
Da es schon eine Weile her ist,
deswegen weiß ich nicht mehr,
warum ich den Steppenwolf
als Schakal benannt habe.

M.f.G. WT
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zaino
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Re: Goldschakal

Beitrag von zaino »

Fatal, fatal, ich hatte hier nur mal nachgefragt wg. einer Großkatze, die ich am Bild nicht gleich richtig angesprochen hatte, und wurde zerrissen. ;) Während andere lustig Wolf und Schakal vermischen oder Koyoten verwechseln dürfen und auch sonstigen Blödsinn in Serie und gereimt verfassen dürfen? *duckundrenn*
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