Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
Antworten
Benutzeravatar
Richard M
Beiträge: 628
Registriert: 31. Jan 2015, 17:13
Wohnort: Landkreis Augsburg

Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von Richard M » 10. Okt 2018, 12:45

Im Gebiet des Daubaner Rudels wurden laut folgendem Artikel 40 Schafe und 5 Ziegen von Wölfen getötet: https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goer ... y-100.html
Im Landkreis Görlitz wird die Erschießung von Wölfen als Problemlösung geprüft, obwohl die Geschäftsführerin der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz gegen Abschüsse ist:
einem Wolfsabschuss steht sie dennoch skeptisch gegenüber. Sicher müsse man beide Seiten verstehen und hier einen Kompromiss finden, meint sie im Hinblick auf betroffene Schäfereien. In ihrem Fall bezweifelt sie, ob man bei einer Abschussgenehmigung dann auch das richtige Tier erwischt würde, das über den Zaun gesprungen ist.
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

Benutzeravatar
maxa67
Beiträge: 265
Registriert: 16. Jan 2018, 12:57
Wohnort: Oberlausitz/Sachsen

Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von maxa67 » 10. Okt 2018, 14:57

steht das meiste schon unter Wölfe in Sachsen.
viewtopic.php?f=16&t=2855&start=30

Insgesamt warens laut letzten Infos 151 Tiere, 139 Schafe und 14 Ziegen, davon sind knapp 60 wieder eingefangen worden, 30 kamen freiwillig zurück. So die SZ Recherche von heute morgen.
Der MDR dramatisiert im obigen Bericht, der von gestern nachmittag stammt, wo die SZ gestern schon klarer berichtet hatte. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus, aber vom ÖR ist man da ja schon lange nichts mehr gewohnt.

Und wenn die Herren Politiker nur bei der Entschädigung auch so fix wären wie bei der Großmäuligkeit um den Abschuß.
https://www.sz-online.de/sachsen/behoer ... 29270.html

Vor 3 Wochen hab ich die Herde genau hier gesehen:
https://www.google.de/maps/@51.3067617, ... !1e3?hl=de

Optisch siehts in der Wildnis dann so aus, die Weidefläche befindet sich unmittelbar hinter dem Wald ganz links auf dem Panorama
https://www.fotocommunity.de/photo/der- ... 7/41538492

Wie gesagt, etwa 1 km von der nächsten Behausung entfernt mitten im Biosphärenreservat, ich weiß nicht, ob sie die und wohin sie die inzwischen umgesetzt hatten.

Eigentlich war ich immer ganz stolz drauf, daß unbeaufsichtigte Weidetierhaltung mittels funktionierender E-Zäune inmitten des Wolfsreviers möglich ist. Vor allem weils ja im Wesentlichen jahrelang gut ging. Vor allem, weil man bei den Betreibern ausgerechnet der Naturschutzstation annehmen sollte, daß sie wissen, was sie tun. Es sei denn man beschäftigt studierte praxisferne Grüne, die auch hier eine open boders Praxis zelebrieren :x

Ich horch mich mal bei den mir bekannten Rangern um, die sollten da paar mehr Details kennen.

Lutra
Beiträge: 1889
Registriert: 5. Okt 2010, 21:30
Wohnort: Pulsnitz

Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von Lutra » 10. Okt 2018, 16:34

Bei uns hier in der Königsbrücker Heide war das ganz ähnlich. Die Schafsherde stand vor dem GAU schon jahrelang gekoppelt mit Euro-Netz auf dem ehemaligem Truppenübungsplatz. Die Wölfe sind, an ihren Spuren erkenntlich, ab und zu drum herum patrouilliert, bis es dann doch mal geklappt hat.
Wie genau weiß niemand. Ich staune immer, wenn manche dann genau wissen, dass ein Wolf über den Zaun gesprungen sei.
Was die Presse betrifft war in unserem Fall speziell die BILD ganz tüchtig. Die hat dem Schäfer gleich mal Aussagen in den Mund gelegt, die er nie getroffen hatte. "Die spinnen doch, das hab ich nie gesagt!" Naja, er hatte damals andere Sorgen als sich mit Zeitungsschreibern anzulegen.
In Förstgen werden sie sich wohl auch paar Herdenschutzhunde zulegen müssen.

Benutzeravatar
maxa67
Beiträge: 265
Registriert: 16. Jan 2018, 12:57
Wohnort: Oberlausitz/Sachsen

Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von maxa67 » 10. Okt 2018, 19:21

Also ne fachmännische professionelle Meinung - und mein erklärbar wage es dir, das hier arg in Zweifel zu ziehen - besagt, daß wahrscheinlich ne Rotte den Zaun umgerannt hat und damit die Schäfchen, aktuell 37 gefundene Tote und noch 46 Vermisste, freie Bahn ins Wolfsrevier hatten. Die Einschätzung geht dann dahin, daß die Wölfe, die jahrelang den Elektrozaun tunlichst vermieden haben, dann natürlich ebenfalls freie Bahn bei den Panischen hatten. Hier ist noch garnix erwiesen. Am Wenigsten, daß ein Wolf den Zaun übersprungen hat.
Aber sie sind immer in der Nähe und wahnsinnig hungrig...

Und da das hier leider mit dem Bilderupload nicht ganz klappt dann eben vom eigenen Server, so sah die herde samt Schutz vor 3 Wochen aus:

Bild
Bild

Benutzeravatar
maxa67
Beiträge: 265
Registriert: 16. Jan 2018, 12:57
Wohnort: Oberlausitz/Sachsen

Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von maxa67 » 11. Okt 2018, 08:39

Der sinnlose Populismus geht weiter, das ist Wasser auf die Mühlen der trägen unfähigen Landesregierung.
https://www.sz-online.de/nachrichten/na ... 29826.html

Nix über Ursache und Wirkung und gleichmal pauschal den letzten Riß mit dem aktuellen verschwimmen lassen, Hauptsache die Zahl hört sich noch katastrophaler an. Wie z.B. die vorgestrige Überschrift "Wölfe überfallen Herde".

Antworten