Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

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Richard M
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Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von Richard M » 10. Okt 2018, 12:45

Im Gebiet des Daubaner Rudels wurden laut folgendem Artikel 40 Schafe und 5 Ziegen von Wölfen getötet: https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goer ... y-100.html
Im Landkreis Görlitz wird die Erschießung von Wölfen als Problemlösung geprüft, obwohl die Geschäftsführerin der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz gegen Abschüsse ist:
einem Wolfsabschuss steht sie dennoch skeptisch gegenüber. Sicher müsse man beide Seiten verstehen und hier einen Kompromiss finden, meint sie im Hinblick auf betroffene Schäfereien. In ihrem Fall bezweifelt sie, ob man bei einer Abschussgenehmigung dann auch das richtige Tier erwischt würde, das über den Zaun gesprungen ist.
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

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maxa67
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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von maxa67 » 10. Okt 2018, 14:57

steht das meiste schon unter Wölfe in Sachsen.
viewtopic.php?f=16&t=2855&start=30

Insgesamt warens laut letzten Infos 151 Tiere, 139 Schafe und 14 Ziegen, davon sind knapp 60 wieder eingefangen worden, 30 kamen freiwillig zurück. So die SZ Recherche von heute morgen.
Der MDR dramatisiert im obigen Bericht, der von gestern nachmittag stammt, wo die SZ gestern schon klarer berichtet hatte. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus, aber vom ÖR ist man da ja schon lange nichts mehr gewohnt.

Und wenn die Herren Politiker nur bei der Entschädigung auch so fix wären wie bei der Großmäuligkeit um den Abschuß.
https://www.sz-online.de/sachsen/behoer ... 29270.html

Vor 3 Wochen hab ich die Herde genau hier gesehen:
https://www.google.de/maps/@51.3067617, ... !1e3?hl=de

Optisch siehts in der Wildnis dann so aus, die Weidefläche befindet sich unmittelbar hinter dem Wald ganz links auf dem Panorama
https://www.fotocommunity.de/photo/der- ... 7/41538492

Wie gesagt, etwa 1 km von der nächsten Behausung entfernt mitten im Biosphärenreservat, ich weiß nicht, ob sie die und wohin sie die inzwischen umgesetzt hatten.

Eigentlich war ich immer ganz stolz drauf, daß unbeaufsichtigte Weidetierhaltung mittels funktionierender E-Zäune inmitten des Wolfsreviers möglich ist. Vor allem weils ja im Wesentlichen jahrelang gut ging. Vor allem, weil man bei den Betreibern ausgerechnet der Naturschutzstation annehmen sollte, daß sie wissen, was sie tun. Es sei denn man beschäftigt studierte praxisferne Grüne, die auch hier eine open boders Praxis zelebrieren :x

Ich horch mich mal bei den mir bekannten Rangern um, die sollten da paar mehr Details kennen.

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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von Lutra » 10. Okt 2018, 16:34

Bei uns hier in der Königsbrücker Heide war das ganz ähnlich. Die Schafsherde stand vor dem GAU schon jahrelang gekoppelt mit Euro-Netz auf dem ehemaligem Truppenübungsplatz. Die Wölfe sind, an ihren Spuren erkenntlich, ab und zu drum herum patrouilliert, bis es dann doch mal geklappt hat.
Wie genau weiß niemand. Ich staune immer, wenn manche dann genau wissen, dass ein Wolf über den Zaun gesprungen sei.
Was die Presse betrifft war in unserem Fall speziell die BILD ganz tüchtig. Die hat dem Schäfer gleich mal Aussagen in den Mund gelegt, die er nie getroffen hatte. "Die spinnen doch, das hab ich nie gesagt!" Naja, er hatte damals andere Sorgen als sich mit Zeitungsschreibern anzulegen.
In Förstgen werden sie sich wohl auch paar Herdenschutzhunde zulegen müssen.

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maxa67
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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von maxa67 » 10. Okt 2018, 19:21

Also ne fachmännische professionelle Meinung - und mein erklärbar wage es dir, das hier arg in Zweifel zu ziehen - besagt, daß wahrscheinlich ne Rotte den Zaun umgerannt hat und damit die Schäfchen, aktuell 37 gefundene Tote und noch 46 Vermisste, freie Bahn ins Wolfsrevier hatten. Die Einschätzung geht dann dahin, daß die Wölfe, die jahrelang den Elektrozaun tunlichst vermieden haben, dann natürlich ebenfalls freie Bahn bei den Panischen hatten. Hier ist noch garnix erwiesen. Am Wenigsten, daß ein Wolf den Zaun übersprungen hat.
Aber sie sind immer in der Nähe und wahnsinnig hungrig...

Und da das hier leider mit dem Bilderupload nicht ganz klappt dann eben vom eigenen Server, so sah die herde samt Schutz vor 3 Wochen aus:

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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von maxa67 » 11. Okt 2018, 08:39

Der sinnlose Populismus geht weiter, das ist Wasser auf die Mühlen der trägen unfähigen Landesregierung.
https://www.sz-online.de/nachrichten/na ... 29826.html

Nix über Ursache und Wirkung und gleichmal pauschal den letzten Riß mit dem aktuellen verschwimmen lassen, Hauptsache die Zahl hört sich noch katastrophaler an. Wie z.B. die vorgestrige Überschrift "Wölfe überfallen Herde".

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TheOnikra
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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von TheOnikra » 18. Okt 2018, 00:18

Hier noch ein paar weiter Möglichkeiten die dazu geführt haben könnten.
Eine obere stromführende Litze ist bis zum Riss nicht angebracht gewesen. Zaunhöfe 1.05 Meter. Der Verein habe bereits nach dem ersten Rissvorfall im Dezember 2017 bessere Zäune als auch Entschädigung angefordert, beides aber bis heute nicht erhalten.
In dem Gebiet wird aktuell Holz mit Hilfe schwerer Maschinen geerntet. Ein Anwohner vermutet, dass das Rudel deshalb aus seinem Kerngebiet vertrieben wurde.
http://wolfsschutz-deutschland.de/2018/ ... sabschuss/
Eine Litze über der Zaunkante war nicht vorhanden
.
Ganz entscheidend sei bei Elektrozäunen die Erdung. Er meint, dass wegen der anhaltenden Trockenheit viele Elektrozäune, die an sich gut aufgestellt seien, nicht funktionieren.
http://woelfeindeutschland.de/vierzig-a ... n-streich/

Letzters ist besonders interessant. Somit wäre einfach technisches Versagen die Ursache, an der man arbeiten. Da würde ein Plus-Minus-Zaun z.B helfen.
Mal sehen ob es überhaupt geklärt wird. Politiker haben ja an der Wahrheit kein interesse mehr.
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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von Erklärbär » 18. Okt 2018, 06:21

Alles nur Vermutungen.

Fakt ist, die Wölfe haben jegliche Scheu und Mass verloren.

Wie der auch hier gerne zitierte Linnell-Bericht schon beschrieb, Wölfe müssen gejagt werden, um sie scheu zu halten. So etwas darf einfach nicht mehr passieren.

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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von maxa67 » 18. Okt 2018, 09:21

In diesem Fall mein liebes Bärchen darfst du durchaus davon ausgehen, daß sowohl der Verein selber, wie auch die Profis vom Wolfsmanagement und die ortsansässigen Ranger des Reservates ausgiebige Analysen des Vorfalls gemacht haben. Und das ist im Wesentlichen stimmig.

Und für mich gibts auch den Aha Effekt, wo genau der Vorfall passiert ist, ich hatte den gut 1-2 km weiter nordöstlich verortet. Aber die Bilder auf der Wolfsschutz seite zeigen direkt das Gehege am Daubaner Wald. Ein einzigartiges Biotop mit Konik Pferden, Elchen und wo Feuersalamander, Kreuzotter und Ziegenmelker heimisch sind. Ein stillgelegter Truppenübungsplatz, sandiger Boden, Heideabschnitte aber auch Feuchtwiesen und Wassergräben, die allerdings in diesem Jahr so ziemlich ausgetrocknet sind. Das sind gut 10 Autominuten von mir weg.
https://www.google.de/maps/@51.2828595, ... !1e3?hl=de

Auch wenn der Fall an sich sehr tragisch ist, besteht hier die reelle Chance, daß Geschädigte und Wolfsexperten, Naturschützer und engagierte Weidetierhalter ZUSAMMEN die echten Probleme herausarbeiten und sowohl die technischen Probleme wie die politischen klar herausarbeiten. Was fehlt, ist eine ojektive Mitarbeit der regionalen Medien, welche in teils opportunistischer Unterwürfigkeit dem abartigen Streben der Landes CDU und deren regionalen Statthaltern in den Landratsämtern nach dem Munde reden. Dann könnte man nämlich Schäfer Just und seinen Hertzern aus der Vorderlausitz auch ganz schnell argumentativ das wasser abgraben.

Aber zwei Sachen haben Woitschi und Wolfsschutz gut rausgearbeitet - daß trotz vollmundiger Versprechen der Landespolitik und dem Engagement der Leute aus dem Verein, einfach Sachen wie immer an der finanziellen Ausstattung scheitern, im speziellen fall an der Bummel-Blockade durch die Landesbehörde bei der fehlenden Auszahlung der letzten Entschädigung.

Hier noch paar Impressionen aus dem betreffenden Gehege

Eines der dort ansässigen und freien Konik Pferde
https://www.fotocommunity.de/photo/es-s ... 7/41445165

und vom mir befreundeten Ranger:

Wildschweine auf dem TÜP
https://www.fotocommunity.de/photo/fami ... 7/27553846

Sehr selten bei uns in der Oberlausitz (weil eher das Dam- und Rehwild dominiert) - der Rothirsch
https://www.fotocommunity.de/photo/roth ... 7/33088213

und ein Daubaner Wolf aufgenommen von der Fotofalle
https://www.fotocommunity.de/photo/laus ... 7/32323544

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TheOnikra
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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von TheOnikra » 18. Okt 2018, 19:37

Erklärbär hat geschrieben:
18. Okt 2018, 06:21
Alles nur Vermutungen.
Lesen will gelernt sein.
Erklärbär hat geschrieben:
18. Okt 2018, 06:21
Fakt ist, die Wölfe haben jegliche Scheu und Mass verloren.

Fake schreibt man aber e hinten! ;-)
Das ist eine reine Behauptung auf Grundlage nicht sachmäßiger Definitionen und Vortäuschung falscher Tatsachen!
Hier mal die Wahrheit wie sie in der Realität zu finden ist:
So werden z.B. Wölfe, die in einer Region mit Ackerland und Waldgebieten leben, generell einen hohen Level an menschlicher Aktivität und Infrastruktur tolerieren. Sie könnten sich Häusern nähern und Hunde töten. Solches Wolfsverhalten muss als "normal" angesehen werden.
Möge der Erklärbär doch mal einen Beleg vorweisen, für seine "Meinung/Märchen"
Erklärbär hat geschrieben:
18. Okt 2018, 06:21
Wie der auch hier gerne zitierte Linnell-Bericht schon beschrieb, Wölfe müssen gejagt werden, um sie scheu zu halten. So etwas darf einfach nicht mehr passieren.
Also entweder kannst du wirklich nicht lesen oder du bist ein Lügner
Streng regulierte Jagd kann in manchen Situationen nützlich sein, die Scheu der Wölfe zu erhalten, und wird gleichzeitig ein Gefühl lokaler Ermächtigung und Kontrolle über die Wolfsituation auslösen.
Das sind Vermutungen und letzteres hat sich als absolut falsch herausgestellt siehe Schweden! Die Situationen sind in Deutschland gar nicht gegeben und derartige Experimente zu wagen. Es ist zureich Wild vorhanden, Müll bzw. Speisereste sind gut abgeschottet und die Gegend ist Tollwutfrei.
Die Welt ist für alle da!

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Re: Nutztierrisse im Bereich des Daubaner Rudels

Beitrag von Erklärbär » 18. Okt 2018, 22:12

Und? Ist das jetzt Wortklauberei oder ernstzunehmende Kritik?

Reichlich Wild vorhanden? Kann sich schnell ändern bei dem Populationswachstum. Siehe Luchse. Nutztierrisse werden eh immer häufiger offensichtlich. Und wenn die weg sind? LOL.

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