Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Über freilebende Wölfe in Europa.
holsteiner in nrw
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von holsteiner in nrw »

maxa67 hat geschrieben: 16. Nov 2018, 15:32
Also meine Empfindung zum Schalenwild ist, daß ein gewisser Standortwechsel samt Splittung von Herden vollzogen wurden. Zumindest bei uns hier hinten. Reh- und Damwild sind vorsichtiger geworden. Aber in den letzten Monaten haben die Stürme und die damit zusammenhängenden Aufräumarbeiten ohnehin sehr zur Beunruhigung der Wildtiere beigetragen.
Ich denke, das ist genau der Punkt. Schalenwild wird wieder mobiler, ändert häufiger die Einstände und reagiert so auf die Anwesenheit von Beutegreifern. Sehr interessant sind auch die Erkenntnisse Stiers, dass die Wölfe selten im Kerngebiet und in der Nähe des Rendevouzplatzes/ der Wurfhöhle jagen, sondern eher bis zu 10 Kilometer davon entfernt. Ebenfalls variieren sie die Schwerpunkte der Jagd im Revier.
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Dr_R.Goatcabin
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

( *murmelt* Klimawandelleugner auch? Check. :) )
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Lutra
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Lutra »

maxa67 hat geschrieben: 16. Nov 2018, 15:32
Nun werden aber harte Winter in letzter Zeit seltener.
Ein wunderschönes Spielen mit Zeitformen. Hab ich so auch noch nicht gelesen :lol:
Meine persönlichen Beobachtungen. Die zwölf Jahre Altersunterschied zwischen uns beiden dürften eigentlich nicht so die Rolle spielen, dass Du da andere Erfahrungen hättest. Fakt ist, der letzte "richtige" Winter war bei uns hier vor 12 Jahren. Ich bin auch der Meinung, dass mal wieder so einer kommen müßte, zumal ich jetzt die ganze Woche Zeit habe, Spuren zu suchen.

Was das Verhalten des Wildes betrifft bei Wolfsanwesendheit, da hab ich auch so meine Beobachtungen. Der frische Riß von letzter Nacht liegt auf der Wiese und morgens äsen die Rehe dort in Sichtweite, zwei mal gesehen. Einmal rannte das Damwildrudel schon recht aufgeregt durch den Wald, kein Wunder, es jagten ja dort drei Wölfe. Trotzdem ist die Ecke dort beliebt bei Damwild und wird nicht gemieden.
Anhand der Spuren bei einigen Rissen war zu erkennen, dass der Wolf das Wild nicht gehetzt hatte. Er hatte sich angepirscht und mit einigen Sprüngen seine Beute erreicht und gerissen.
Es gibt viele Filmaufnahmen, die zeigen, dass potentielle Beutetiere keineswegs sofort panisch flüchten, wenn sich der Wolf zeigt.
Erklärbär
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Erklärbär »

^^
holsteiner in nrw hat geschrieben: 16. Nov 2018, 15:29 Dr. Norman Stier von der TU Dresden untersucht das Verhältnis von Wolf zu Schalenwild, Schwerpunkt Damwild als Beutetiere. Ist hier bestimmt bekannt, ansonsten hier ein Link:

https://tu-dresden.de/bu/umwelt/forst/f ... mwild-wolf

Darüber hinaus sprechen die Schalenwildstrecken schon eine eindeutige Sprache und lassen eine Tendenz zu. Hier das Bsp. aus Sachsen:
https://wildundhund.de/sachsen-schalenw ... echstwert/
Danke für den Link. Wenn ich das richtig gelesen habe, nix genaues weiß man noch nicht. Die Schalenwildstrecken lassen m.E. keine eindeutigen Schlüsse zu.
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SammysHP
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von SammysHP »

Zumindest für Niedersachsen hilft dir vielleicht diese Seite weiter: https://www.wildtiermanagement.com/
maxa67

Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von maxa67 »

Lutra, da gibts ein ganz klares veto von mir.
Schau dir einfach mal z.B. die Kältestatistik fürs das Erzgebirge an. So absurd das angesichts einiger rekordwarmer Wintermonate in den letzten jahren war, die Kurve zeigt gegenüber den 2000ern nach unten! Und den Ausnahmedezember 2010 schon vergessen? Den Märzwinter 2013? Auch den diesjährigen Februar, wo JEDER Tag ein Frosttag war, ein Novum mindestens der letzten 15 Jahre. Sicher, der uns in Erinnerung geblieben Schneereichtum mancher Winter in den 70ern und 80ern findet in diesen jahren so kaum noch statt, aber Meßwerte und teils verklärtes Empfinden sind eben 2 unterschiedliche paar Schuhe, da nehme ich mich selber auch garnicht aus.
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Dr_R.Goatcabin
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Dr_R.Goatcabin »

Lutra hat geschrieben: 16. Nov 2018, 16:44 Die zwölf Jahre Altersunterschied zwischen uns beiden dürften eigentlich nicht so die Rolle spielen, dass Du da andere Erfahrungen hättest. Fakt ist, der letzte "richtige" Winter war bei uns hier vor 12 Jahren.
Lutra, hilf ihm mal mit der Unterscheidung "lokales Wetter", "Klima" und dem Trend "Verstärkung von Extremen". ;) Am besten im Smalltalk. Auch wenns müßig wird.
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Lutra »

maxa67 hat geschrieben: 18. Nov 2018, 11:46 Sicher, der uns in Erinnerung geblieben Schneereichtum mancher Winter in den 70ern und 80ern findet in diesen jahren so kaum noch statt,
Na ja, genau das meine ich ja! Lang anhaltende hohe Scheeverhältnisse, vielleicht noch verharscht, machen dem Schalenwild zu schaffen. Die Temperatur spielt doch nicht die Rolle.
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Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von Lutra »

Dr_Goatcabin hat geschrieben: 18. Nov 2018, 12:05
Lutra, hilf ihm mal mit der Unterscheidung "lokales Wetter", "Klima" und dem Trend "Verstärkung von Extremen". ;) Am besten im Smalltalk. Auch wenns müßig wird.
Ist schon klar. Und ja, eine Klimaänderungsdiskussion brauchen wir hier nicht anfangen.
maxa67

Re: Polen: Mit Wölfen gegen die afrikanische Schweinepest

Beitrag von maxa67 »

Keine Angst Herr Doktor, ich kenne schon den Unterschied, ziemlich genau sogar. Allerdings, vorausgesetzt, dein Querlesungsvermögen läßt dies zu, solltest du mich soweit kennengelernt haben, daß ich immermal gut für ne sarkastisch-populistische Einflechtung bin :lol:
Das periodisch-aperiodische Auftreten von Extremen wird allerdings durch die Dichte der Beobachtungen, besonders im Informationszeitalter in unserer Wahrnehmung verzerrt.
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