Südtirol

Über freilebende Wölfe in Europa.
Erklärbär
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Re: Südtirol

Beitrag von Erklärbär » 15. Sep 2018, 23:57

Plausibel genug jedenfalls für den Betreiber des Wolfsmonitor.
Zurück zur Ausgangsfrage: Welcher Maßstab kann nun also verwendet werden, wenn es darum geht, frühzeitig verhaltensauffällige Wölfe zu identifizieren?
Der renommierte kanadische und am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie unter Konrad-Lorenz forschende – jedoch in Wolfskreisen nicht unumstrittene – Ethologe Valerius Geist (bereits emeritiert) präsentiert in einem Artikel einige Vorschläge, ich nenne den wichtigsten Vorschlag mal die „Siebenstufige Geistsche Eskalationsspirale“, die er auf der Basis realer Wolfsangriffe in der Vergangenheit und eigener Erfahrungen in Wolfsgebieten entwickelte und die ich einmal – frei übersetzt – hier vorstellen möchte.
Geist geht davon aus, dass es sichere Anzeichen des Wolfsverhaltens gibt, die – lange bevor etwas passiert –  Rückschlüsse darauf zulassen, dass es auch für Menschen gefährlich werden könnte. Diese Anzeichen gliedert er in 7 Stufen:
usw.

Weiter hier!
So lange wir in Deutschland keinen anderen anerkannten Maßstab für das vermeintlich gefährliche oder ungefährliche Wolfsverhalten haben, halte ich es für fahrlässig, diese Erkenntnisse im Wolfsmanagement nicht in die Betrachtungen einzubeziehen. Mit der „Siebenstufigen Geistschen Eskalationsspirale“ liegt bereits seit einiger Zeit ein Maßstab vor, der gewöhnliches vom gefährlichen Wolfsverhalten unterscheiden hilft. Man muss Valerius Geist weder mögen noch folgen, ignorieren sollte man seine Erkenntnisse allerdings nicht, so lange ihnen keine schlagkräftigeren und wissenschaftlich stichhaltigeren Argumente entgegenstehen.
Du siehst, ich muss mir nicht mal selber die Finger fusselig schreiben. ^^


https://www.thenorthernview.com/news/wo ... ids-trail/

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TheOnikra
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Re: Südtirol

Beitrag von TheOnikra » 16. Sep 2018, 02:14

Erst mal wieder aufs Datum schauen. Das war einer der ersten Beiträge auf der Seite, währenddessen hat sich so einiges getan. Außerdem spricht das nur für diese Seite. Also vonwegen Propagandaseite und so.
Vorweg wir haben bereits einen Maßstab für gefährliches oder ungefährliches Wolfsverhalten. Z.B. die Handlungsempfehlungen im Managmentplan Sachsen.
Aber trotzdem ich muss dich auch mal loben. Anstatt selbst eine Einteilung zu versuchen hast du genau eine Quelle herrausgesucht die das schon vor 3 Jahren versucht hat.
Und was ist daraus geworden. Die unpraktisch anwendbaren Stufen wurden sofort entfernt. Übrig blieb Unbedenklich ; Beobachten und Ursachen bekämpfen ; Vergrämen und Abschuss. Eine Trennung zw. Vorfälle mit Haustieren und Menschen. Später wurde dann Geists Spirale nur noch als Anzeichen für die Ursachen hergenommen. Habitation ist einer der wichtigsten und relevantesten Faktoren, aber auch das erkennen von Aggression gegenüber Menschen.
Genau gegen diese wesentlichen Merkmale wird bereits vorgegangen. Sein Modell hat in der praktischen Umsetzung versagt. Aber auch ein Punkt von Geist bleibt bestehen:
...dass es sichere Anzeichen des Wolfsverhaltens gibt, die – lange bevor etwas passiert...
Also nach dem bräuchte man doch keine allg. Bejagung von Wölfen, da man ohne hin reichlich Zeit hat mit Vergrämung oder Abschüssen zu reagieren.
Ja das klingt für mich auch sehr plausibel!
Die Welt ist für alle da!

Erklärbär
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Re: Südtirol

Beitrag von Erklärbär » 16. Sep 2018, 11:02

Okay, das macht alles Sinn, was Du sagst. Bin ja erst seit diesem Jahr hier! Ein Lob, v.a. von unerwarteter Seite ist auch nicht zu verachten! Danke!

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