Wölfe in Sachsen

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
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maxa67
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 12. Dez 2018, 08:36

Schafe in Grünberg gerissen
https://www.saechsische.de/schafe-in-gr ... 10477.html

Hier die location im nordwestlich von Dresden in der Einflugschneise des Dresdner Flughafens
https://www.google.de/maps/place/Ortsve ... 1996?hl=de

Machen wir uns nix vor, auch wenn dort Hunde ins Spiel gebracht werden sollen, für mich stellt sichs doch recht eindeutig als Wolfsriß dar. Die Umstände sind natürlich aufgrund der Verzögerungen sehr verwässernd und ohnehin vorverurteilend. Und wenn man als Nutztierhalter im oder am rande von Wolfsrevieren noch nichtmal die einschlägigen Nummern und Prozeduren parat hat, dann sehe ich, daß bei den Viehhaltern nichts aber auch garnichts ankommt, was an Präventivaktionen unternommen wird. Mindestens André Klingenberger oder die Mädels vom Wolfsbüro, deren Handynummern sogar veröffentlich sind sollte man ergoogeln können.
Und was mich bei der Unerreichbarkeit der Landratsämter am Wochenende noch umtreibt, inwiefern man diese Sachen an freie Träger auslagern könnte. Ämter halte ich in solchen Fällen für ungeeignet, die können Informationen empfangen und weiterbearbeiten.

Lutra
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Lutra » 12. Dez 2018, 10:16

maxa67 hat geschrieben:
12. Dez 2018, 08:36

Und was mich bei der Unerreichbarkeit der Landratsämter am Wochenende noch umtreibt, inwiefern man diese Sachen an freie Träger auslagern könnte. Ämter halte ich in solchen Fällen für ungeeignet, die können Informationen empfangen und weiterbearbeiten.
Die Sache ist die, dass "Wolfsriß" oder "Wolf nicht auszuschließen" amtlich bestätigt werden muß um Schadensersatz zahlen zu können. Also müssen die bestätigten Rißgutachter ran. Der Anruf bei der Polizei war schon richtig. Die hätten nur die Leitstelle Hoyerswerda informieren müssen, die laut Landratsamt an Wochenenden für die Rißmeldungen zuständig ist. Die Leitstelle informiert dann den Rißgutachter und der fährt auch am Wochenende raus. LUPUS-Büro oder Kontaktbüro haben damit nichts zu tun.
Na ja, der arme Polizist am Telefon weiß eben auch nicht alles.

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maxa67
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 17. Dez 2018, 07:46

Nicht Dürrefolgen, nicht Förderungen, nicht Ackerbaustrukturen stehen in der Überschrift beim Interview mit dem Präsidenten des Regionalbauernverbandes nein...
Der Wolf entscheidet Wahlen
https://www.saechsische.de/der-wolf-ent ... 12480.html

Erklärbär
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Erklärbär » 17. Dez 2018, 13:17

So ist das eben mit den Überschriften.
Der Interviewte kann da auch nix dafür.

Nina
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Nina » 17. Dez 2018, 16:21

Aber entscheidet der Wolf wirklich Wahlen? Und wenn ja, zu wessen Gunsten?

Darf ich noch einmal auf ein paar Beispiele aus Niedersachsen verweisen? Die CDU, größter Vorreiter im künstlichen Aufbauschen des Wolfsthemas in Niedersachsen, hat bei den letzten Landtagswahlen das schlechteste Wahlergebnis seit 1959 eingefahren. Die Wähler hatten sich für die SPD entschieden.
Ministerpräsident Stephan Weil hatte noch vor den Wahlen hervorgehoben, dass die Behauptung, die Bejagung von Wölfen könne auch nur ein einziges Problem lösen, "einer Verdummung der Bürgerinnen und Bürger" gleichkäme. Wie wir wissen, hat die SPD die Wahlen in Niedersachsen gewonnen.

Da konnte allerdings noch niemand ahnen, dass die SPD in der niedersächsischen GroKo ihr Profil komplett aufgeben und in CDU-Politik verschmelzen würde. Nun praktiziert der SPD-Umweltminister Olaf Lies also genau die "Verdummung der Bürgerinnen und Bürger", für die die CDU nicht gewählt worden ist.

Wolfsmonitor-Blogger Jürgen Vogler hatte noch zwei andere Beispiele ausgegraben, wo die Thematisierung des Wolfs durch die CDU ordentlich in die Hose gegangen ist: Frank Oesterhelweg und Thimo Röhler verloren nach einem offensiven Anti-Wolfs-Wahlkampf ihre Wahlkreise. Aber das System ist natürlich so ausgeklügelt, dass beide - obwohl ihre Politik abgewählt wurde - mit Plan B über die Landesliste in den Landtag einziehen konnten und die Politik trotzdem weiter mitbestimmen können.

Wolfsmonitor, 16.10.2017: Wahlkampffalle Wolf https://wolfsmonitor.de/?p=10896

In der am Truppenübungsplatz Munster angrenzenden Samtgemeinde Amelinghausen hat der CDU-Kandidat für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters, Dominik Wehling, im Wahlkampf ordentlich Stimmung gegen den Wolf gemacht. Der Wolf würde die Attraktivität der Gemeinde gefährden und Touristen vergraulen. Die unabhängige Kandidatin Claudia Kalisch dagegen weigerte sich, den Wolf zu Wahlkampfzwecken zu instrumentalisieren und forderte einen sachlichen Umgang mit dem Thema. Die Wähler vertrauten ihr daraufhin das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin mit satten und deutlichen 65,1% der Stimmen an.

NDR, 28.08.2016: Kommunalwahl: Mit dem Wolf auf Stimmenfang https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... f2618.html

Auf die neuen Bundesländer ist das sicher nicht übertragbar, denn da stehen ja noch einmal ganz andere Themen im Vordergrund.
Aber man fragt sich schon, wie Kleinstminderheiten wie die Erwerbstätigen in der Landwirtschaft (2% Bevölkerungsanteil) oder die Jagdscheininhaber (0,4% Bevölkerungsanteil) das Gros der Wählerstimmen herbeizaubern sollen.

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maxa67
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 18. Dez 2018, 06:21

Ich würde ohnehin nicht soviel auf solche Aussagen geben. Sowohl Niedersachsen wie auch Sachsen sind ja nun für Deutschland nicht wirklich repräsentativ. 37 % SPD dürften (abgesehen von Hamburg, was ja territorial auch eher Niedersachsen ist) so ziemlich die letzte große Marke der einstmal so stolzen Partei gewesen sein. Und ich wage auch mal zu behaupten daß Länder mit Gebirgsbevölkerung bzw. selbige als solches, ein komplett anderes Wahlverhalten an den Tag legen als agrargeprägte Flachländer. Die besten Beispiele sind Bayern und Sachsen, wo konservative Parteien, zumindest vom Papier her, immernoch 2/3 Wählerpotential haben. Insofern ist es in Sachsen auch egal, weil nur diese beiden Parteien sich den Kampf gegen den Wolf auf die Fahnen geschrieben haben. Andererseits sollte man dann auch mal die Realitäten zwischen Wahlversprechen und dem Tun in Amt und Würden vor Augen führen, da werden auch unter roter Herrschaft die Hatz auf den Wolf weiter betrieben. Insofern sind auch da die Parteien recht beliebig austauschbar. A der Landesebene abwärts hol die Realität immernoch die meisten Politiker schnell ein, wenn der Druck zu groß wird. Die sind eben näher dran. Ein sehr gutes Beispiel für diese Diskrepanz ist ja auch die Schuloffensive bei Investitionsbeteiligungen, wo die Länder, mit 16:0 gegen die geplante Grundgesetzänderung bei der Bildung gestimmt haben. Was auch vollkommen in Ordnung geht.

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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 21. Dez 2018, 09:33

und im Görlitzer Kreistag fliegen die Fetzen wegen dem Wolf...
https://www.saechsische.de/landrat-lies ... 14803.html

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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 21. Dez 2018, 10:00

und Sebnitz als immer mehr verwahrlosende Stadt "schießt" gegen den Wolf.
Natürlich die Bauern und CDUler wieder vorneweg...
https://www.saechsische.de/sebnitz-schi ... 14853.html

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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Erklärbär » 21. Dez 2018, 10:20

maxa67 hat geschrieben:
21. Dez 2018, 09:33
und im Görlitzer Kreistag fliegen die Fetzen wegen dem Wolf...
https://www.saechsische.de/landrat-lies ... 14803.html
Da werden künftig noch viel mehr Fetzen fliegen.
Das ist alles vorprogrammiert. Sobald eine gewisse Grenze überschritten ist, vermutlich ab ca. 1000 amtlich bestätigten bestandserhaltenden Wölfen kann man ohne regulierende Massnahmen nicht mehr auskommen.

Falls doch der worst case eintritt, wird natürlich schon viel früher reguliert werden.

Ich habe das Prozedere bei den Kormoranen verfolgt, die zum Glück dem Menschen nicht gefährlich werden können. Zuerst Komplettschutz, dann exponentielles Wachstum und nun Regulierung, zumindest in den vernünftig regierten Bundesländern.

Wie leben in einer Kulturlandschaft, in der nun mal der Mensch mit seinen Anliegen auch seinen Platz hat. Oder?

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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Dr_R.Goatcabin » 22. Dez 2018, 23:43

Erklärbär hat geschrieben:
21. Dez 2018, 10:20
Wie leben in einer Kulturlandschaft, in der nun mal der Mensch mit seinen Anliegen auch seinen Platz hat. Oder?
So der Mensch bisher großzügig <3% der Fläche Deutschlands für Nationalparke eingeräumt hat, muss jetzt aber auch mal Schluss sein mit Natur sein lassen und so ... wo kämen wir denn da auch mit unseren Anliegen sonst hin.
"Though this be madness, yet there is method in 't ..."

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