Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

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Schattenwolf
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Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Schattenwolf » 14. Mai 2018, 16:40

Das möchte ich dann doch mal hier posten.Vielleicht hat es ja auch schon der ein oder andere gehört. Leider ist der Artikel nicht Online. Kann sich jeder selber seinen Teil denken. Die letzten Spuren vom Rüden habe ich hier auf einem Feld auch vor ein paar Wochen gefunden.
Man muss den Artikel mit dem wissen lesen, das der hier genannte Jäger als größter Wolfhasser Barnstorfs gilt.

Was nicht heißt das Wildtierstalking kein Problem darstellt.
Die Spuren der Goldenstedter Wölfin und ihrer Familie sind für kenner leicht zu identifizieren. Die Krallen dringen deutlich erkennbar in den Boden. Die Laufspuren in einer Linie, dem sogenannten geschnürten Trab, lassen sich gut von Hunden unterscheiden.
Doch seit einigen Wochen fehlen im Moor zwischen Barnstorf und Goldenstedt die sichtbaren Spuren,die das Wolfsrudel bisher beim Durchstreifen seines Reviers hinterlassen hat. Auch der letzte Nutztierriss ist jetzt schon zwei Monate her.

Wolfsberater der Region und auch für das Wolfsmonitoring zuständige Landesjägerschaft haben keine Kenntnisse über den derzeitigen Aufenthaltsort des Rudels, das zuletzt aus zwei Eltern- und zwei Jungtieren des Vorjahres bestand. Möglicherweise haben die Raubtiere sich andersweitig orientiert und ein Revier mit besseren Bedingungen gefunden.
Egon Schumacher kennt das Wolfsrudel wie kaum ein anderer. Der Unternehmer und Jäger aus Barnstorf ist davon überzeugt, dass sich das Rehwild wieder offener zeigt und sich nicht mehr so versteckt. Er weiß auch von einem kranken Rehbock, der eigendlich für die Wölfe eine leichte Beute wäre-aber sich weiter unbeschadet durch die Landschaft schleppt. Wären Wölfe da, wäre der sofort dran, sagt Schuhmacher.

Ausgerechnet auf seinem Firmengelände in Mäkel richtete die Wölfin ihre sogenannte Wurfhöhle ein, um vor einem Jahr ihre vier Jungen auf die Welt zu bringen. Erst im Juni 2017 hat Schuhmacher die Welpen zu Gesicht bekommen. Als ich ein paar Handyfotos machte, drehte sie die Wölfin um und sah mich kurz an. In der gleichen Nacht brachte sie die Jungtiere ins Moor und war weg, erinnert sich der Unternehmer. Dort entdeckte der Jäger später zwei Ausweichhöhlen, die das Raubtier für seinen Nachwuchs angelegt hatte.
Präsent war die Goldenstedter Wölfin bei uns, seit dem April 2014 das erste Handyfoto auf dem Acker nebenan geschossen wurde, berichtet Schuhmacher. Immer wieder haben sie sich auf dem eingezäunten Gelände aufgehalten, das einst ein Munitionsdepot der Bundeswehr war. Um Wildwechsel zu ermöglichen, habe es damals Öffnungen im Zaun gegeben. Ende 2016 sei der Rüde dazu gekommen. An dem LKW-Verkehr auf dem Gelände hätten sich die Raubtiere nicht gestört. Die haben sogar beim Beladen zugeschaut, berichtet der Unternehmer. Mitarbeiter hätten aus 30 bis 40 Metern Entfernung Fotos von den Tieren machen können.

Die bisher bekannten Rückzugsorte sind inzwischen vom Wolfsrudel verlassen worden. Dabei hätten Jäger und Wolfsfreunde gespannt gewartet, ob die Wölfin ihre angelegten Wurfhöhlen erneut aufsucht. Denn jetzt, zwischen Ende April und Anfang Mai, werden die nächsten Welpen der Wölfe geboren. Während der Paarungszeit im Februar waren die Elterntiere noch im Moor präsent.

Schuhmacher ist davon überzeugt, dass die Wölfe aus zweierlei Gründen weggezogen sind: der Trubel durch die Holländer war zu groß und das Nahrungsangebot ist geringer geworden. Tatsächlich wurden niederländische und deutsche Gruppen von Wolffreunden früh auf das neue Wolfrudel aufmerksam. Nach Schuhmachers angaben brachen Unbekannte sogar in das Firmengelände ein und stahlen auch Wildtierkameras. Später drangen Neugierige im Moor zum engeren Aufenthaltort der Wölfe vor Das war zu viel Trubel. Das ist nicht zu unterschätzen, erklärt der Barnstorfer.

Zudem gebe es deutlich weniger Rehe. Insgesamt 13 Böcke durften in seinem Revier pro Jahr geschossen werden. Im vergangenen Jahr hätten aber nur vier erlegt werden können. Nutztierhalter hätten zu dem entweder aufgegeben oder würden wegen der Risse keine Tiere mehr aus die Weide lassen. Das Nahrungsangebot habe sich reduziert erklärt der Jäger.

Fraglich ist, wie viele Wölfe des Rudels noch leben. Ein Jungtier wurde bei Barnstorf vom Zug überfahren, ein zweiter Rüde in Belgien von einem Auto getötet. Wie es den Elterntieren und den beiden anderen Jungtieren geht, ist derzeit unklar. Der letzte verzeichnete Nutztierriss eines Schafes, der zum Rudel passen könnte, war Anfang März in Cornau. Auch Raoul Reding, Wolfsberater der Landesjägerschaft, weiß nicht mehr: Der derzeitige Aufenthaltsort des Rudels ist uns nicht bekannt.
AKA Direwolf.

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Erklärbär » 14. Mai 2018, 18:15

Interessant! Durch Wolfsstalking werden die Gesellen anscheinend vertrieben. Und Nahrungsmangel. Dabei heisst es doch stets, dass durch Wölfe der Wildtierbestand nicht bedroht würde...
Wohin die wohl gegangen sind? Irgendwie können sie einem leid tun, werden entweder nicht geduldet oder dauernd begafft...

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Lupo » 14. Mai 2018, 18:23

Nahrungsmangel war es garantiert nicht !

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Schattenwolf » 14. Mai 2018, 19:10

Richtig Lupo es gibt hier bestimmt keinen Nahrungsmangel, aber auf jeden Fall zu viele Hobby-Jäger.
Ich tippe eher auf was anderes. Kann man nur hoffen das es irgend wann ans Licht kommt.
Bin aber nicht der einzige der das glaubt.
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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Nina » 15. Mai 2018, 15:51

Erklärbär hat geschrieben:Und Nahrungsmangel. Dabei heisst es doch stets, dass durch Wölfe der Wildtierbestand nicht bedroht würde...
Der von Schattenwolf zitierte Jäger hat sich also "überzeugt" gegeben, dass "das Nahrungsangebot geringer" für die Wölfe geworden sei. Es gäbe "deutlich weniger Rehe".

Schaut man sich aber die Streckenzahlen der vergangenen 6 Jagdjahre aus den Landesjagdberichten Niedersachsen* für die Landkreise Diepholz und Vechta an, zeichnet sich ein völlig gegenteiliges Bild: Die Streckenzahlen haben im Jagdjahr 2016/17 ein Höchstniveau erreicht.

Landkreis Diepholz:

Rehwild:

2011/12: 4703
2012/13: 5027
2013/14: 5220
2014/15: 4710
2015/16: 4979
2016/17: 5331

Damwild:

2011/12: 394
2012/13: 349
2013/14: 370
2014/15: 379
2015/16: 343
2016/17: 438

Schwarzwild:

2011/12: 369
2012/13: 436
2013/14: 316
2014/15: 468
2015/16: 417
2016/17: 628

Landkreis Vechta:

Rehwild:

2011/12: 2277
2012/13: 2303
2013/14: 2403
2014/15: 2134
2015/16: 2131
2016/17: 2305

Damwild:

2011/12: 4
2012/13: 9
2013/14: 11
2014/15: 11
2015/16: 16
2016/17: 17

Schwarzwild:

2011/12: 81
2012/13: 134
2013/14: 84
2014/15: 152
2015/16: 115
2016/17: 225

Die Barnstorfer Fähe wurde 2014 erstmals nachgewiesen, die Paarbildung Ende 2016 und die erste Reproduktion 2017.

Vielleicht kann der Erklärbär ja mal den Erklärungsversuch wagen, wie das angeblich deutlich geringer gewordene Nahrungsangebot für die Wölfe und die deutlich steigenden Jagdstrecken zusammenpassen. ;-)

* https://www.ml.niedersachsen.de/service ... -5156.html

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Lupo » 15. Mai 2018, 18:02

Danke Nina !!!!
Ich hoffe noch immer das sich das Revier evtl. nur verschoben hat....

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Lutra » 15. Mai 2018, 19:20

Das ist eigentlich logisch. Wenn die Wölfe gestört werden, von wem auch immer, suchen sie sich einen neuen Aufenthaltsort. Das erklärt auch die bevorzugte Nutzung von Truppenübungsplätzen und sonstigen Sperrgebieten. Die sind einfach die optimalen Territorien. Wenn die besetzt sind, kommen die suboptimalen dran und zuletzt die eigentlich ungeeigneten. Genau das wird auch mal den Wolfsbestand begrenzen bzw. die derzeitige Zuwachskurve abflachen.

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Erklärbär » 15. Mai 2018, 23:31

Vielleicht kann der Erklärbär ja mal den Erklärungsversuch wagen, wie das angeblich deutlich geringer gewordene Nahrungsangebot für die Wölfe und die deutlich steigenden Jagdstrecken zusammenpassen
Interessante Zahlen! Das hätte man nach der Äußerung dieses Jägers nicht vermutet.

Allerdings kann ich nicht beurteilen, ob diese Statistik dann auch auf ein betroffenes Gebiet übertragbar ist.

Allgemein scheinen diese Zahlen allerdings die Aussagen der Jäger zu widerlegen. Wenn man weniger Wild dem Wolf in die Schuhe schiebt, sollte man das auch belegen können. Da bin ich ganz bei Dir. ^^

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von harris » 16. Mai 2018, 22:34

Na, die liste von Nina müsst ihr doch schon auswendig kennen, die was doch min. schon 3-4 mal hier auf geführt.
@ Lutra, da gehe ich mit. Man sollte nicht unbedingt unbedingt immer vom Schlimmsten ausgehen. Warum sollten sie sich nicht ein neues zu hause suchen? Sollte vorkommen.
vielleicht ist auch ein Rudelmitglied eines natürlichen Todes gestorben... ist in der Natur auch schon öfters mal vorgekommen. Und daher evtl. ein Grund abzuwandern.

Gruß Harris

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Re: Von Goldenstedter Wölfin und Barnstorfer Rudel fehlt jede Spur

Beitrag von Schattenwolf » 17. Mai 2018, 19:03

Vielleicht stehen gewisse Leute auch einfach nur gerne als große Experten im Mittelpunkt. Soll ja bei einer bestimmten Minderheit des Öfteren vorkommen.
Leute die mehr draußen sind wissen eventuell mehr. Man munkelt das sie sich einfach eine neue Wurfhöhle gebaut haben. Wer hier jetzt der störende Faktor war, gibt es wohl mehrere Meinungen zu.

Die Spuren hier habe ich auch nicht vor 3 Monaten gefunden.
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