Die Original-Pressekonferenz ist hier:
NDR, 04.12.2018: Umweltministerium: Kein Nachweis für Wolfsattacke https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... f3684.html
Ich hab' sie erstmal flüchtig gehört. Lies sagt, es sei eine Empfehlung der DBBW, so lange Wölfe zu schießen, bis man den Richtigen hat. Das kann ich mir so nun auch wieder nicht vorstellen.
Interessant ist die Frage nach den Hybriden: Weil eine Speichelprobe auf dem Pullover sowohl Hund als auch Katze ergab, sieht Lies das als Hinweis auf eine mögliche Hybriden-Thematik, was Senckenberg aber verneint hätte und im Abschlussbericht konkretisiert sein soll.
Ansonsten finde ich es beschämend, wie wenig Herr Lies zum Gärtner sagen kann. Er konnte nicht einmal die Frage beantworten, ob der Mann einen eigenen Hund oder eine Katze habe. Eine Möglichkeit wäre ja auch, dass er vom eigenen Tier gebissen worden ist. Lies konnte nichts zur Verletzung sagen und auch nur spekulieren, warum der Gärtner erst einen Tag später zum Arzt gegangen ist. Eine Frage zielte darauf, dass es sich ja um einen Arbeitsunfall handeln würde, aber auch darauf hatte Herr Lies keine Antwort. (Bei einem Berufsunfall ist nicht der Hausarzt, sondern normalerweise ein Durchgangsarzt zuständig). Nach so vielen erfundenen Geschichten erscheint es schon sehr merkwürdig, dass man die genauen Umstände im Bereich des Gärtners nicht ausführlicher eruiert hat.
Eine Besenderung der Wölfe hält er unababhängig von dem Fall für notwendig, weil wir in Deutschland immer noch auf das Wissen von vor 200 Jahren zurückgreifen müssen und noch niemand das Verhalten von Wölfen in der Kulturlandschaft erforscht hat - offenbar kennt er die Ergebnisse aus Sachsen und Meck-Pomm und auch die von Kurti und seiner Schwester nicht.
Außerdem scheint Herr Lies immer noch von der Notwendigkeit auszugehen, Wölfe schießen zu müssen, sobald der günstige Erhaltungszustand erreicht ist - und will das der Landesjägerschaft übertragen.