Kangal - Festival / Sivas

Alles rund um die wölfischen Vierbeiner zu Hause.
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SammysHP
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von SammysHP » 10. Sep 2014, 21:02

Vielleicht möchtest du ja noch ein bisschen was dazu schreiben. ;)

balin
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von balin » 11. Sep 2014, 01:58

Also, manches versteht man auch so. Für solche Hunde braucht man eine stabile Psyche, eine stabile Leine und einen stabilen Stand, wenn man
sie in Massenaufläufen herzeigen will. In gewisser Weise sagt das dann auch etwas über ihre Tauglichkeit für den vorgesehenen Einsatzzweck aus. ;-)

kangal2
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von kangal2 » 11. Sep 2014, 07:59

Na viel gibt es nicht zu schreiben. Das Festival findet jedes Jahr in Kangal statt, es kommen Hunde aus der ganzen Türkei, die Richtung der Tiere erfolgt nicht nach FCI - Regeln. Die Hunde sind Ausstellungen nicht gewohnt, manche kommen direkt von der Herde und gehen dann wieder an ihre Arbeit. Viele kennen keine Leine.
Sivas ist der Ursprung der Kangals, deswegen das Festival. Jedes Jahr ein großes Ereignis.

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Grauer Wolf
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von Grauer Wolf » 11. Sep 2014, 10:54

kangal2 hat geschrieben:Das Festival findet jedes Jahr in Kangal statt, es kommen Hunde aus der ganzen Türkei, die Richtung der Tiere erfolgt nicht nach FCI - Regeln.
Ah, daher die kupierten Ohren, die mir sofort auffielen. Hab mich schon gewundert, weil das hierzulande nach dem Tierschutzgesetz verboten ist...

Gruß
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kangal2
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von kangal2 » 11. Sep 2014, 11:16

Sind eben vorwiegend Arbeitshunde, die werden überall kupiert (Kaukasus, Zentralasien, Kleinasien), man bügelt die unerwünschten Nebeneffekte der Domestizierung aus, gibt ja auch keine Wildcaniden mit Schlappohren.
Zum anderen wäre es für diesen Burschen recht unangenehm, würden sich die Ohren ständig im Halsband verfangen.

http://files.homepagemodules.de/b117037 ... 968n21.jpg

Ja, hier ist es verboten, denke aber die hiesigen Rassen haben mehrheitlich gravierendere Probleme, als kupierte Ohren.
Demzufolge darf ein arbeitender Herdenschutzhund aus der Türkei oder dem Kaukasus nicht gegen seine deutschen Vorgarten - Kollegen antreten.

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Caronna
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von Caronna » 11. Sep 2014, 17:24

Von wegen Kupieren, ich habe mal ne ganz obskure Begründung gehört, weil *ein* Ohr ganz abgeschnitten wurde. Haben die so lange Ohren das die sich Im Halsband verfangen?
Grüße aus der Eifel
Caronna

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balin
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von balin » 11. Sep 2014, 18:43

Glaube ich gerne, ...wissen wohl die wenigsten, was beim Kampf unter Caniden als erstes leidet. Der Hund aus meinem ehemaligen Avatar, ungefähr ein altdeutscher Schäferhund mit aufrechten schwarzen Ohren, stolzer Kerl und absolut unverträglich, der hat ein gewaltiges Schlappohr bekommen, als er sich mit einem roten Riesen um eine Dame angelegt hat. Das ist schon mit den Wolfsscharmützeln vergleichbar und wenn kein
Ohr als Anpackende vorhanden ist, dann hat einer schon eine Angriffsfläche weniger.
Ich kann mir vorstellen, daß ungefähr das die Logik der Schafsverteidiger ist. Wo der Hund seine Ohren läßt ist im nachhinein nicht mehr so wichtig, aber hoffentlich nicht in der Situation, wo es um sein Leben geht.
Um Überlebenskampf geht es aber schon, und man muß sich mal vergegenwärtigen, daß die Herdenschutzhunde ihres für die Schafe in die Waagschale werfen.
Und jetzt mal im Ernst, die Ohrmarken bei den heutigen EU-Wiederkäuern sind dreimal viel schlimmer. Alleine die Schlitze in den Ohren meiner Kühe müßten schon für lebenslänglich für die Erfinder dieser Foltermethode ausreichen.
Wenn man alles in Bezug setzt, dann kommt man schon dahinter.

kangal2
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Re: Kangal - Festival / Sivas

Beitrag von kangal2 » 12. Sep 2014, 09:39

Es gibt viele Begründungen, u.a. auch das von Balin angesprochene Verletzungsrisiko. Man muß natürlich bedenken, daß diese Hunde in ihrem Leben nie einen Tierarzt sehen, weder geimpft, entwurmt oder groß behandelt werden, wenn sie Verletzungen haben. Bestenfalls mit einigen Hausmittelchen, Apotheken sind da nicht.
Ein für mich sehr plausibler Grund ist auch die bessere Belüftung bei Stehohren (Entzündungen usw.) und ich denke nach wie vor, daß die Natur etwas im Sinn hatte, daß sie Wildcaniden nicht mit Hängeohren versah. Der Umstand, daß die Hirten in ganz Asien und im Kaukasus kupieren, ist sicher auf einige hundert Jahre Erfahrung zrückzuführen. Üblicherweise wird da nichts getan, was die Funktion oder Gesundheit des überaus wichtigen "Arbeitsmittels" Hund gefährdet. Ohne diesen kann der Hirte nämlich einpacken.

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