Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Alles rund um die wölfischen Vierbeiner zu Hause.
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Lone Wolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von Lone Wolf » 6. Sep 2014, 17:42

@Kangal2
ich glaube nicht, dass dies Sinn machen würde... ;-) Die Schäfer Horn/Klose und ihr Umfeld in ihren Dörfern haben sich bereits affektiv radikalisiert zu diesem Thema. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für einen interessanten, offenen, kompromissbereiten Gedankenaustausch. Leider...

Die Hauptursachen sind aus meiner Sicht: Zum einen in dem zu suchen was der Graue so beschreib: Bespaßung ohne Risiko mit Fitness-Strecke, Reitweg und Waldcafé. Wirkliche Natur, geschweige den Wildnis wollen die meisten nur noch im Fernseher. Rehlein und Häschen sind ja o.k., aber der Rest...?

Deine Antwort darauf war:
Dann wohnst Du in einer Gegend, die vorwiegend von Idioten bevölkert ist
Ich wäre beleidigt, würde ich in Berthelsdorf und Oberottendorf wohnen ;-)

Nein im Ernst, genau das ist es was viele Menschen wollen, was sie auch in die Arme dieser Schäfer oder auf Trockenmaurers Seite und zur Unterschriftenleistung trieb . Einer davon, ein nicht nur regional bekannter Kartograph und Verleger, nannte als Grund für seine Gegnerschaft zu Wölfen die Angst nicht mehr ohne Gefahr wandern und in der Sächsischen Schweiz boofen zu können... Gerade bei ihm, wäre ich von einer echten Naturverbundenheit ausgegangen, die sich offensichtlich allerdings jenseits des eigenen Spaßes doch schnell reduzierte.

und zum anderen: Im absoluten Unwillen sich auf neue Gegebenheiten einzustellen, die obendrein noch mit einem gewissen finanziellen und auch manuellen Mehraufwand verbunden sind...
Letzteres kann ich menschlich absolut nachvollziehen, hier hätte man die betroffenen Tierhalter, wir hatten das Thema kürzlich, im Sinne einer breiteren Akzeptanz und für eine Übergangszeit mit mehr Hilfe und Beratung im Vorfeld sowie auch mit mehr finanziellen/materiellen Mitteln unterstützen müssen.
Ich denke das kommt in Sachsen, auch bei den hier besprochenen Schäfern schon in Gang. Besser spät als nie, allerdings das Banner aber hängt immer noch (siehe dein Bild) und hier schliesst sich der Kreis wieder zu meinen Eingangssätzen...

Grüße
LW
In der ganzen Natur ist kein Lehrplatz, lauter Meisterstücke
Johann Peter Hebel

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Grauer Wolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von Grauer Wolf » 6. Sep 2014, 18:03

kangal2 hat geschrieben:Ironie zu verstehen, gehört offenbar nicht zu Deinen Stärken.
Nein, tatsächlich nicht. Ich bin ein sehr ernster Typ. Ich verstehe auch keine Witze und kann nicht drüber lachen.
Aber versuchen wir's noch mal sachlich.
kangal2 hat geschrieben:Und ich betone noch einmal, daß ich sehen möchte, wie er mit seinen Methoden einen aggressiven Kaukasen auch nur ansatzweise beeindrucken will.
Ich übe das nicht als Beruf aus (falls Du den Eindruck hast), aber bisher bin ich mit allen aggressiven Hunden immer noch klargekommen. Erzieherisch hat das für andere insofern wenig Wert, da ich meine "Methoden" nicht an andere vermitteln kann (es nützt nix, wenn ein Hund auf mich positiv reagiert, aber bei seinem Eigentümer weitermacht wie gehabt). Da spielt sehr viel Instinkt meinerseits eine Rolle, den ich nicht mal erklären kann. In dem Augenblick, an dem rohe Körperkraft eine Rolle spielen muß, ist der Zug doch schon abgefahren, gerade auch bei sehr massigen Hunden, der Fehler wurde viel früher gemacht. Außerdem krieg ich die Krise, wenn ich sehe, wer hier in der Gegend mit Kaukasen rumläuft, die (menschengemacht!) ebenfalls nicht ohne sind: Diese Hunde werden als Ego-Prothese gehalten, 2 Stück in einer Etagenwohnung! Diese Leute haben Spaß daran, wenn andere wegen denen die Straßenseite wechseln oder einen Umweg machen (ich setze meine Hunde auch nicht dieser Gefahr aus, dafür sind sie mir zu lieb und teuer!). Diese Hunde gehören m.E. ausschließlich in fachlich qualifizierte Hände und nicht in ein Hochaus zu Laien mit Minderwertigkeitskomplexen. Ich denke, daß wir uns zumindest da einig sind.
kangal2 hat geschrieben:Dann wohnst Du in einer Gegend, die vorwiegend von Idioten bevölkert ist, hier ist das nämlich nicht der Fall.
Ne ganz gewöhnliche, gut bürgerliche Vorstadt, mit Menschen, die zwar ganz nett sind, aber keinerlei Bezug zur wirklichen Natur haben. Es muß eben immer alles schmuck und gepflegt sein, auch die Waldwege. Wildnis oder wenigstens naturnahe Wälder? Ach nee, lieber nicht... :mrgreen: Da wird selbst die Nordlandreise im Sternehotel verbracht oder per Hurtigruten absolviert, nicht mit Rucksack und Zelt.
kangal2 hat geschrieben:Und noch ein Nachtrag zu Deinen nicht möglichen Reisen, da das finanzielle Polster fehlt...
Wenn ich das mal mache, dann will ich die Wölfe kennenlernen und natürlich gute Aufnahmen bekommen und das dauert ggf. Wochen, wenn nicht Monate. Das werde ich garantiert noch irgendwie hinkriegen, aber halt nicht jetzt, zumal ich noch ein gewaltiges, privates Problem am Hals habe, das mich hier bindet (es ist nicht immer alles so einfach wie es scheint und ich lebe nicht freiwillig hier). Also: Kommt Zeit, kommt Wolfsreise, dann aber richtig! :pleased:
Lone Wolf hat geschrieben:ich glaube nicht, dass dies Sinn machen würde... ;-) Die Schäfer Horn/Klose und ihr Umfeld in ihren Dörfern haben sich bereits affektiv radikalisiert zu diesem Thema. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für einen interessanten, offenen, kompromissbereiten Gedankenaustausch. Leider...
Dazu kommt noch, daß ich nicht aussehe wie Mamas Liebling mit Schlips und Kragen, sondern 'ne ziemlich "wilde" Erscheinung bin, die für solche Typen genau in's Klischee vom Wolfsfreund paßt. Aber wie gesagt, ich ziehe die Gesellschaft der Wölfe eh vor, so gesehen stellt sich das Problem erst gar nicht. Wie ich ja selber schon öfter schrieb, aus meiner Sicht ist da jede Diskussion sinnlos, denn je mehr man diesen Menschen, die Ängste vor dem Wolf kultivieren, mit harten Fakten kommt, desto störrischer werden sie.

Gruß
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von Lutra » 7. Sep 2014, 19:43

kangal2 hat geschrieben: Ich vermittel Dir eine preiswerte Unterkunft am Rande des Hohwalds, Du kannst mit dem Wirt des Hotels über seine Ängste reden (er ist kein Pilzsucher), mit dessen Tochter, der beim Ausführen ihres Hundes Wölfe am Waldrand begegneten und mit Schäfer Klose (der mit dem Plakat) :mrgreen: .

http://files.homepagemodules.de/b117037 ... 060n11.jpg

Du kannst Überzeugungsarbeit leisten und damit etwas für die Wölfe tun, die Leute fühlen sich nämlich teilweise verarscht und vom Wolfsbüro findet man offenbar höchst selten den Weg in die betroffenen Gebiete.
Hallo! Gehört nicht zum Thema, aber kommst Du aus der Gegend?

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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von kangal2 » 9. Sep 2014, 18:04

Nö, aber ich war ein paar Tage dort.
Wolfsinteressiert, wie ich nun mal bin. :mrgreen:
Eigentlich hatte ich gehofft, arbeitende Schutzhunde am Rand des Hohwaldes zu treffen, doch meine Hündin war die einzige weit und breit, die Schafe standen allein im Gatter, direkt am Waldrand. Man merkte allerdings, daß sie bereits "heimgesucht" wurden, sie reagierten extrem scheu.

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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von kangal2 » 9. Sep 2014, 18:13

Lone Wolf hat geschrieben:@Kangal2
ich glaube nicht, dass dies Sinn machen würde... ;-) Die Schäfer Horn/Klose und ihr Umfeld in ihren Dörfern haben sich bereits affektiv radikalisiert zu diesem Thema. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für einen interessanten, offenen, kompromissbereiten Gedankenaustausch. Leider...
Ich glaube es auch nicht. :mrgreen:
Ehrlich gesagt, war ich etwas verwundert, wie tief die Ablehnung in den Dörfern bereits ist, im Hotel lag eine Unterschriftenliste aus, der Wirt erzählte mir die Geschichte seiner Tochter (14), die ihren Golden am Waldrand ausführte, ihr begegneten offenbar 2 Wölfe, nehme an, es waren Jungtiere. Nun, passiert ist nichts, wie zu erwarten, wahrscheinlich war der Hund auch eher das auslösende Moment, doch der Wirt war fest davon überzeugt, daß der Retriever das Mädel vor Schlimmeren bewahrt hatte.
Die Schäfer beklagten den Mehraufwand, daß die Zäune bei hohem Schnee keinen Schutz bieten und das die Politiker doch bitte mal ihren Arsch hierher bewegen sollten (war, bevor Kupfer da aufschlug).

Auf dem Heimweg fuhr ich durch ein anderes Dorf, dort gab es einen Gasthof "Zum Wolf". :mrgreen:

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Grauer Wolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von Grauer Wolf » 9. Sep 2014, 20:03

kangal2 hat geschrieben:Ehrlich gesagt, war ich etwas verwundert, wie tief die Ablehnung in den Dörfern bereits ist, im Hotel lag eine Unterschriftenliste aus,...
Wär für mich ein Grund, lieber im Auto zu schlafen.
kangal2 hat geschrieben:...der Wirt erzählte mir die Geschichte seiner Tochter (14), die ihren Golden am Waldrand ausführte, ihr begegneten offenbar 2 Wölfe, nehme an, es waren Jungtiere. Nun, passiert ist nichts, wie zu erwarten, wahrscheinlich war der Hund auch eher das auslösende Moment, doch der Wirt war fest davon überzeugt, daß der Retriever das Mädel vor Schlimmeren bewahrt hatte.
Und solche Leute soll ich wirklich ernstnehmen? Einmal in die "Wolfsregion-Lausitz" reinschauen und er hätte sich informieren können. Mit solchen Wolfsphobikern zu reden, ist verschwendete Zeit.
kangal2 hat geschrieben:Auf dem Heimweg fuhr ich durch ein anderes Dorf, dort gab es einen Gasthof "Zum Wolf". :mrgreen:
Na also, geht doch! Vielleicht hat der ja Zimmer. Würde auch besser passen... :pleased:

Gruß
Wolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von kangal2 » 10. Sep 2014, 12:55

Grauer Wolf hat geschrieben: Wär für mich ein Grund, lieber im Auto zu schlafen.
Wenn Du einen Kangal im Auto hast, ist nicht mehr viel Platz, um darin zu schlafen. :-D

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