Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Alles rund um die wölfischen Vierbeiner zu Hause.
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CleanerWolf
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Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von CleanerWolf » 29. Dez 2013, 02:09

Bin heute per Email drauf aufmerksam gemacht worden:
http://www.weser-kurier.de/region/verde ... 61488.html
Hier das Video dazu:
http://vimeo.com/56970280

Immer wieder erschreckend, was sich so alles "Hundetrainer" nennen darf :x
Überhaupt auf so eine Idee zu kommen... unfassbar :shocked:
"Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."
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balin
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von balin » 29. Dez 2013, 08:29

Weil ich ja heil und heil mit allen Beteiligten, Hunden Nachbarn und Tieren durch den Tag kommen muß, nehme ich mir die Freiheit, meinen Hunden auch einmal einen Knüppel hinterherzuschmeissen, wenn sie meinen, mich nicht verstehen zu müssen. Einmal treffen erspart weitere psychiatrische Behandlung. Danach reicht nämlich die Drohung. Verstehen tun sie mich sowieso, die Frage ist, ob sie dann auch auf mich eingehen. Ich mache es da nicht anders wie die Hunde unter sich selber auch. Zufällig habe ich da kein schlechtes Gewissen. ;-)
Über die Bratpfanne haben wir uns schonmal unterhalten. Sven weiss es.

jurawolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von jurawolf » 29. Dez 2013, 09:04

Die Geschichte ist doch alt... Hatten wir das hier nicht sogar schon mal diskutiert?

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SammysHP
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von SammysHP » 29. Dez 2013, 09:05

Ach ja, diese Sache, ich erinnere mich. Was ist daraus eigentlich geworden?

Erst wollte ich den Thread wegen dieser Sache schon löschen, aber da es nicht um das Wolfscenter geht, wird es wohl in Ordnung sein. Dennoch die Bitte, jegliche Form von verbaler Aggression woanders auszusprechen. Sachliches und Pressemeldungen sollten aber ok sein.

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Grauer Wolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von Grauer Wolf » 29. Dez 2013, 09:48

SammysHP hat geschrieben:Ach ja, diese Sache, ich erinnere mich. Was ist daraus eigentlich geworden?
Nach meinen Infos aus der Hundetrainerszene wurde gegen alle beteiligten Personen Strafanzeige wegen Tierquälerei erstellt und die Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch in dieser Sache und zwar sehr gründlich (was in Deutschland bekannterweise dauert). Ich hoffe, daß diese Geschichte sehr schmerzhafte Folgen für den Hunde"trainer" hat. Brutale Gewalt ist kein Mittel zu Erziehung, absolut inakzeptabel und ein Armutszeugnis für den "Trainer"!

Gruß
Wolf
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balin
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von balin » 29. Dez 2013, 10:49

Weil man sich selber ja zitieren darf, mache ich das mal und das unterschreibe ich auch jetzt noch:
"Als Realist muß ich feststellen, daß Lebewesen untereinander hauptsächlich mit Drohungen arbeiten.
Das spart Energie und vereinfacht das Leben. Aber irgendwann müssen Sender und Empfänger das ausprobiert haben. Die Drohung kann umso leiser sein, je besser der Empfänger versteht, daß sie was zu bedeuten hat. Der Mechanismus ist nicht in jedem Fall angeboren und muß manchmal gelernt werden. Es geht ja nicht um psychopathische Gewaltanwendung sondern um einen situationsbezogenen
Lernprozeß. So funktioniert Herdenschutz bei den Wölfen und hier der Schutz für eine Person, die sich annähert. Im Gegensatz zum Wolf bekommt der Hund beim nächsten Erleben der Situation, in der er sich beherrscht hat sofort Lob. Der darf dann also positiv weiterlernen.
Dem Wolf bleiben mangels Alternative bei richtigem Herdenschutz nur negative Erfahrungen.
Man könnte meinen, das wäre ungerecht.
Wegen mir muß es nicht unbedingt eine Pfanne sein, aber der Hund muß verstehen können um was es geht und zwar unmittelbar.
Mit meinen Hunden habe ich mich darauf verständigt, daß Menschen uninteressant sind und man immer einen gewissen Abstand hält. Die gehen inzwischen weg, wenn jemand zudringlich wird.
Um ehrlich zu sein, ich kann mich über das Video nicht sonderlich aufregen.
Wenn eine Kuh bei mir mit den Hörnern rumstochert, fängt sie eine. Die merkt sich das. Es geht um körperliche Unversehrtheit um um weiteres konliktfreies Zusammenleben.
Für mich ist das ein normaler Vorgang."

Ich verstehe das, was ich da geschrieben habe. Ist eigentlich gut erklärt. ;-)

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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von friloo » 3. Sep 2014, 18:12

Hi,

ich finde es auch nicht besonders schlimm, gut es muß keine Pfanne sein eine Weidenrute würde wahrscheinlich auch reichen. Immerhin wurde dem Hund das Einschläfern erspart. Bin übrigens kein Hundemensch sondern ein Katzenmensch.

Man kann auch Katzen erziehen (natürlich nie zu Sitz, Platz, Komm). Wir haben zwei Katzen (Wohnungskatzen) eine ist meine und die andere fühlt sich eher meiner Frau zugehörig. Meine (Kitty, 9 Jahre) geht mit mir in den Garten und ich halte sie nur mit der Stimme. Was als Ergebnis einer konsequenten Erziehung verstanden werden will.

Genau diese konsequente Erziehung hatte dieser Schäferhund nicht, deswegen wurde die Pfanne notwendig. Man sollte also nicht über den Hundetrainer schimpfen, sondern über den der den Hund (vernachlässigt) aufgezogen hat. Der Hundetrainer hat nur die letzte Chance ergriffen.

Das ist meine Meinung und nun könnt Ihr über mich herfallen :D
Je älter ich werde, um so mehr nervt mich Dummheit.

mfg Hans

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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von Grauer Wolf » 3. Sep 2014, 18:33

friloo hat geschrieben:Das ist meine Meinung und nun könnt Ihr über mich herfallen :D
Warum sollte ich?
Aber ich halte von repressiven Methoden wie Schlägen gar nichts, ob mit oder ohne Bratpfannen. Sie mögen über Meideverhalten durch Angst und Schmerzen kurzfristige Besserung bringen, nachhaltig ändert sich imho nichts. Das sind Uralt-Methoden von Anno Tobak und ein Hund versteht Schläge nicht, weil sie in seinem Verhaltens-Repertoire nicht vorkommen.
Meine jüngste Hündin ist von der herzhaften Sorte, obendrein im Flegelalter und braucht auch gelegentlich etwas deutlichere "Hinweise". Aber die erfolgen canidenspezifisch: Kurzer Griff über die Schnauze, ein Knurren, Zähnefletschen oder Kieferschnappen meinerseits, auch mal runterdrücken o.ä. und die Kompetenzen sind geklärt. Unmittelbar danach muß es wieder gut sein, denn Caniden karten nicht nach. Der Punkt ist, daß sie diese Art Körpersprache versteht und akzeptiert (ihr "Adoptivbruder" verhält sich ihr gegenüber genauso und sie liebt ihn trotzdem heiß und innig) und jederzeit wieder vertrauensvoll zu mir kommt, vor allen Dingen auch dann, wenn sie mal unsicher ist und Schutz sucht. Aber ein Hund, der aus Furcht vor mir gehorcht? Undenkbar!
Sorry, aber mein Hund ist mein Familienmitglied und so behandle ich ihn auch! Bei dem Schäferhund hilft m.E. nur viel Geduld, liebevolle Konsequenz und vor allem Eruieren, wodurch er so geworden ist. Aber das braucht natürlich Geduld und Zeit.

Gruß
Wolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von friloo » 3. Sep 2014, 19:05

Hi Wolf,

Du hast natürlich vollkommen Recht. Blos wenn diese Erziehung (vielleicht besser Sozialisierung) nicht erfolgt ist, was tut man dann?
Je älter ich werde, um so mehr nervt mich Dummheit.

mfg Hans

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Grauer Wolf
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Re: Anti-Agressionstraining durch Schmerzen?

Beitrag von Grauer Wolf » 3. Sep 2014, 19:33

friloo hat geschrieben:Blos wenn diese Erziehung (vielleicht besser Sozialisierung) nicht erfolgt ist, was tut man dann?
Dann hilft nur noch Geduld, Geduld und nochmal Geduld, viel Liebe und viel Wissen über Canidenverhalten. Mit der Brechstange geht nichts.
Es ist immer ein Problem, geradezubiegen, was andere gründlich versaubeutelt haben, besonders dann, wenn der Hund seelisch mißhandelt wurde... :( Und ehrlich gesagt, manche Leute sollten überhaupt keinen Hund halten, denn er taugt weder als Kindersatz noch als Egoprothese. Wer Hunde hält, muß mit ihnen als gemischtes Rudel leben wollen, 24/7, jahrein, jahraus...

Gruß
Wolf
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