Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

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SammysHP
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von SammysHP » 19. Feb 2015, 13:48

Jup, haben wir hier in Celle auch drei. Also keine Ahnung, inwieweit das richtige Kangals sind, bin da kein Experte. Der lässt sich gerne kraulen, aber auch nur von Leuten, die er kennt und Hunde sollten besser 200 Meter Abstand halten. Die Hündin ist recht gut erzogen, soll aber wohl ein paar Mal Hunde gezwickt haben. Beim dritten (soweit ich weiß auch eine Hündin) gibt es etliche Erzählungen, bin ihr aber nur ein einziges Mal begegnet (war nicht angeleint), ist aber nicht auf meinen Rüden losgegangen, obwohl der ziemlich frech ist.

Gibt also schon recht viele Herdenschutz- und Arbeitshunde in Privathand. Mal mehr, mal weniger gut erzogen und fast immer ohne richtige Aufgabe.

kangal2
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von kangal2 » 25. Feb 2015, 14:26

Hat schon seinen Grund, daß man bei uns die "weicheren" Europäer empfiehlt, also Maremmano und Pyrie.

holsteiner in nrw
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von holsteiner in nrw » 25. Feb 2015, 14:29

@ Kangal : Vielen Dank für den Lesestoff. Sehr aufschlussreich!
holsteiner in nrw und nun in Niedrsachsen ;)

Schattenwolf
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von Schattenwolf » 9. Jan 2016, 06:17

Kangal2:Möchte mich auch mal für den Lesestoff bedanken,habe sogar noch was dazugelernt.

Hätte mir vor Jahren fasst einen Kangalwelpen aus dem Türkei Urlaub mitgebracht,es war eine Familie die wie Nomaden gelebt haben,und Sachen an Touris verkauft haben. Die hatten ca. 6 ausgewachsende Kangals ( der Rüde war brachial) und 4 Welpen. Der Besitzer wollte mir ein Welpen schenken,ging aber leider nicht,ich weiß auch gar nicht ob ich den hätte in Deutschland einführen dürfen.
Auf jeden Fall waren alle Hunde in der Gegend eher grau,einen habe ich gesehen der schwarz war,war aber weiter weg.

Gefüttert wurden die Hunde nach Aussage des Besitzers unter anderem mit Wildschwein,ob es stimmt,und ob die Hunde die selber gejagt haben,keine Ahnung.Die Hunde die bei den Schäfern arbeiten,bekommen ja hauptsächlich eine Mischung aus Getreide und Molke,richtig?

Ein Sivas Kangal wäre auf jeden Fall ein Traum von mir,wenn der Platz mal da sein sollte.
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kangal2
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von kangal2 » 11. Jan 2016, 18:27

Einfuhr nach Deutschland geht, nach Quarantäne, schon. Problematisch ist die Ausfuhr aus der Türkei, da der Kangal als nationales Kulturgut gilt, wäre also das Gleiche, als wenn Du Antiquitäten schmuggelst. Das betrifft allerdings ausschließlich den Kangal.
Davon ab, gibt es noch jede Menge anderere Hirtenhundeschläge in der Türkei, die meisten rasselos.
Wildschweinjagd ist sehr beliebt und man nimmt da manchmal auch Hirtenhunde dafür. Und da die Muslime kein Schwein essen, kann gut sein, daß es Hundefutter wird, schade eigentlich ;).
Die Hunde an den Herden bekommen Getreidemehl mit Molke oder Wasser, richtig.

Schattenwolf
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von Schattenwolf » 11. Jan 2016, 22:15

Das waren denke schon Kangale,die Hunde waren aber sehr tolerant gegen Fremde.Habe auch noch Bilder,kann die CD nur leider nicht finden,wenn ich sie finde lade ich die Bilder mal hoch.

Der große Rüde hat sich dann nachher noch von der Kette gerissen,und hat das ganze Rudel mit in den Wald genommen(war in den Bergen).

Der schwarze Hund war unter an der Küste,wie gesagt er war weit weg,kann aber ja auch ein Mischling gewesen sein.

Geschmuggelt hatte ich ihn na klar nicht! Darf man die Hunde auch nicht mit Genemigung ausführen?

Dann noch mal ne Frage kennst du die Hunde von kangalturk.com ?Ist das ne Vermehrungsstation oder ein guter Züchter?
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kangal2
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von kangal2 » 12. Jan 2016, 12:33

Schwarze Kangals gibt's nicht, war sicher was anderes.
Auch mit Genehmigung wird's schwer, ich würde lieber was in Europa suchen.
Die Hunde der Seite sind teilweise gut, aber eben nicht alle. Man muß sich die Verpaarungen ansehen, das mache ich ohnehin generell so.
Man darf keine europäischen Standards erwarten, HD - Untersuchungen gibt es z.B. so gut wie gar nicht.
3 Rüden und 4 Hündinnen sind KIF registriert, also beim Türkischen Kennelklub, das ist schon mal nicht schlecht.

balin
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von balin » 8. Mär 2016, 19:46

Habe schon eine Weile nicht mehr alles mitgelesen, aber, wenn man ein dutzend kleine Kälber mit rumlaufen hat und auch ein paar Hunde, dann fragt man sich, was Herdenschutzhunde eigentlich für einen Spagat vollbringen sollen. Ich gebe zu, die Aufgabe ist temporär, aber man hat bei Rindern das Problem, daß sich das ziehen kann, es gibt ja keine Saison. Im Gegensatz zu Schafen machen Kühe gnadenlos Jagd auf Hunde, wenn es um ihre Kleinen geht, jedenfalls solange die noch nicht schnell genug laufen können. Man darf da keine altersschwachen Hunde in die Gefahrenzone mitnehmen. und die Kälber kommen ja durchaus auch zu verschiedenen Zeiten auf die Welt.
Ich habe inzwischen Giftzwerge, die jede Herde zum Laufen bringen, auf die Typen, die genau das verhindern, bin ich gespannt und auch auf das Zusammenleben mit genau den anderen. Das ist gewaltige Gruppendynamik und man kann nur hoffen, daß man seine normale Autorität auch da behält.
Von einem sollte man sich bei alledem verabschieden. Der Mensch dabei ist unauswechselbar und muß in die Situation hineinwachsen.
Herdenschutz und Hütewesen gründen auf sehr individueller Beobachtungsgabe und auf angemessenen Reaktionen.
Ich bin nach den vielen jahren immer noch Lehrling und zwar bei den Hunden und den Kühen.
Das ist gut so und trotzdem bekomme ich von meinen Nachbarn ab und zu einen fünfminuten Lehrgang, wie das zu funktionieren hat. :-D
Wir sollten zu unserer Arbeit mit Hunden stehen und da kommt doch der Wolf zur rechten Zeit.
Herdenschutzhunde und Hütehunde sind kein Auswuchs der Tierheimkultur sondern sind in der menschlichen Entwicklungsgeschichte schon archaisch verwurzelt,
Das möge man bitte anerkennen. es sind das keine Sofahunde die am Hundespielplatz sozialisiert werden müssen.
Mit mittleren Naturgewalten muß man angemessenn umgehen. ;-)
Die coole Gang zum Treiben habe ich schon...
In zwei jahren suche ich noch zwei Typen zum beschützen. Dreckskerle als Schützlinge und wenig Zuwendung, aber ein phantastisches Revier.
Kurz gesagt, extrem duldsam, extrem selbständig und sehr bestimmt und mit etwas Humor gegenüber mir und meinen Treibern. ;-)
Wenn es so ist, umarme ich sie jeden Tag.
Gute Hunde sind wie Diamanten, nämlch sehr selten und wir haben unsern Anteil daran.

Schattenwolf
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von Schattenwolf » 18. Aug 2017, 21:57

Ich packs mal hier rein falls es jemanden interessiert,ein Bericht über den Westerwälder Kuhhund. (Bayerischer Rundfunk)
Wolte nicht einen extra Thread aufmachen.
https://www.youtube.com/watch?v=RzpyGYt4mCI
Schattenwolf ehemals Direwolf.

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Grauer Wolf
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Re: Konfliktstrategie bei Hüte- und Herdenschutzhunden u.a.

Beitrag von Grauer Wolf » 19. Aug 2017, 09:51

Schattenwolf hat geschrieben:
18. Aug 2017, 21:57
Ich packs mal hier rein falls es jemanden interessiert,ein Bericht über den Westerwälder Kuhhund. (Bayerischer Rundfunk)
Wolte nicht einen extra Thread aufmachen.
https://www.youtube.com/watch?v=RzpyGYt4mCI
Fehler in der Moderation: Ein Altdeutscher Hüter, also auch der Westerwälder Kuhhund, ist kein "Hütehund" (wie z.B. der Border Collie), sondern ein Herdengebrauchshund.

Gruß
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