Östereich- und wieder "vertan"

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Wolfsblut
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Re: Östereich- und wieder "vertan"

Beitrag von Wolfsblut » 10. Jun 2015, 18:44

Alpenwolf hat geschrieben:
SammysHP hat geschrieben: Die Länder treten also bestimmte Rechte (Rechtsbereiche) an den Bund ab und ab da an ist der Bund zuständig. Beispielsweise was den Schutz von Wölfen anbelangt.
Nein, für den Schutz der Wölfe sind die Länder zuständig, was aber durchaus ein Teil des Problems ist.
Erstens hat er vermutlich gemeint das es Ländersache ist. Zweitens ist eben gar kein Problem. Auf Länderebene kann viel besser auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen werden, die Kommunikationswege sind kürzer und und und. Sie leben nicht in diesem Land wenn ich richtig der Annahme bin, also sollte man sich diesbezüglich raushalten. Denn als Nichtdeutscher maße ich mir auch nicht an die Arbeit der Kantons in der Schweiz anzuzweifeln. Ich wohn da nicht, also halt ich hier die Klappe. Ganz einfach.

Alpenwolf
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Re: Östereich- und wieder "vertan"

Beitrag von Alpenwolf » 11. Jun 2015, 04:25

Wolfsblut hat geschrieben:Erstens hat er vermutlich gemeint das es Ländersache ist. Zweitens ist eben gar kein Problem. Auf Länderebene kann viel besser auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen werden, die Kommunikationswege sind kürzer und und und. Sie leben nicht in diesem Land wenn ich richtig der Annahme bin, also sollte man sich diesbezüglich raushalten. Denn als Nichtdeutscher maße ich mir auch nicht an die Arbeit der Kantons in der Schweiz anzuzweifeln. Ich wohn da nicht, also halt ich hier die Klappe. Ganz einfach.
Ich habe nicht vermutlich gemeint, dass der Wolf in DE Ländersache ist, sondern es dezidiert festgestellt, da die Regelungstiefe nicht im Bundesnaturschutzgesetz als Rahmengesetz liegen darf, sondern den einzelnen Landesnaturschutzgesetzen vorbehalten ist.

Nachdem ich auch in einem föderalen Bundesstaat lebe, sind mir die Vor-und Nachteile eines solchen Konstrukts durchaus geläufig. Den von ihnen ganz richtig angeführten Vorteilen stehen aber auch die Nachteile des klientelorientierten Wildwuchses und der Kleinstaaterei gegenüber. Wenn ich z.B. in allen österr. Bundesländern jagen will, brauche ich 9 Jagd"scheine". Wenn ich das in allen deutschen Bundesländern jagen will brauche ich nur einen.

Aber bleiben wir konkret beim Wolf: Wenn, wie sie sagen, auf Länderebene besser auf die Bedürfnisse eingegangen werden kann, dann verstehe ich z.B. nicht die Aufregung hier, wenn z.B. Idaho auf seine Bedürfnisse eingeht und den Wolf abschießt. Nein, hier dreht man opportunistisch den Spieß sofort um und schreit nach dem Bundesstaat. Damit machen sie sich ihre Welt wie Pippi Langstrumpf. Und selbstverständlich maßt sich hier jeder an, die Arbeit eines fremden "Kantons" anzuzweifeln.

Alpenwolf
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Re: Östereich- und wieder "vertan"

Beitrag von Alpenwolf » 11. Jun 2015, 04:42

Wolfsblut hat geschrieben:
Erklären sie mal bitte was das mit dem vor 70 Jahren zu tun hat?

Erklären sie uns bitte nicht unsere Rechte... Das müssen wir uns von ihnen nicht bieten lassen. Was sind sie Österreicher? Also ich darf dann doch sehr bitten!!!

Und noch mal zum mitmeißeln: Bundesrecht geht vor Landesrecht! Punkt!
Ich erkläre ihnen nicht ihre Rechte, sondern erhelle die deutsche Rechts- und Verfassungsgeschichte seit 1945, die sie aber natürlich selbst nachlesen sollten. Das Grundgesetz war keine Verfassung, sondern wurde zu einer, womit hier nichts zu meißeln, sondern zu analysieren ist.
Ein Bundeswolfsgesetz kann es somit nicht geben.

Alpenwolf
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Re: Östereich- und wieder "vertan"

Beitrag von Alpenwolf » 11. Jun 2015, 05:02

Miscanthus hat geschrieben:
Alpenwolf hat geschrieben:Eben, das müssten sie aber um mitreden zu können. So liegen sie bei allem falsch.
Naja, jetzt wird´s doch denkbar primitv. Da sollten wir die Diskussion jetzt doch beenden. :roll:
Dass ich nicht tiefer einsteigen wollte bezog sich darauf, dass ich nicht die ganzen Links, die es zu dem Thema gibt, raussuchen und hier posten wollte, ebensowenig wie Referenzen auf die Zeitungsartikel und die Threads hier im Forum (im Archiv gibt es einen netten Thread zur Bärenwilderei in Österreich z.B.). Das hätten sie ja auch selbst gekonnt. Gekonnt, wenn auch sicher nicht gewollt.
Sie verstehen offensichtlich noch immer nicht, dass es bei der Frage der Bären in AT immer um 2 völlig unabhängige Populationen geht. Die eine, die südalpine wurde hier angeschnitten, der Fall Roznik ist im Gegensatz zu ihrer Vorverurteilung nie aufgeklärt worden, der einzige Tatverdächtige
wurde freigesprochen.

Die andere Population ist die zentralostalpine, die 300 km von der südalpinen entfernt liegt und das de facto unvernetzt. Die südalpine Population
prosperiert, die zentralostalpine gilt offiziell als ausgelöscht. Der eine Fall des ausgestopften Jungbären im Haus eines verstorbenen Jägers bei letzterer ist zwar als solcher gegeben, der Nachweis der "Wilderei" konnte aber trotz immensen sicherheitsbehördlichen Aufwands nicht erbracht werden. Die billige These, dass am Aussterben dieser Population die Jäger schuld gewesen wären ist Kompost. Schuld daran war einzig und allein der Naturtierschutz, der diese Population in der Form gar nicht hätte aufbauen dürfen.

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Re: Östereich- und wieder "vertan"

Beitrag von SammysHP » 11. Jun 2015, 08:04

Und nochmals: Der Wolf ist durch Bundesgesetz geschützt. Die Länder haben die Aufgabe, diesen Schutz umzusetzen.

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Re: Östereich- und wieder "vertan"

Beitrag von Miscanthus » 11. Jun 2015, 09:47

Der Angeklagte im Fall „Roznik“ ist ja wohl „im Zweifel für den Angeklagten“ freigesprochen worden, weil es dem Verteidiger gelungen ist Lücken in der Indizienkette glaubhaft zu machen.
Trotzdem ist der Bär gewildert worden! Was sollen also die Haarspaltereien! Selbstmord wird er ja wohl kaum begangen haben, ebensowenig wie der ausgestopfte! Und vermutlich ebensowenig wie die paar Dutzend anderen, die einfach so verschwunden sind. Die sind aber wahrscheinlich abgewandert, weil sie sonst verhungert wären – so wie die Yellowstone Wölfe. Und nochmal, der beste Beweis dass es in Kärnten (Ich hatte Südtirol vergessen, das gebe ich zu, ist aber belanglos!) keine nennenswerte Bärenpopulation mehr gibt, sieht man doch schon daran, dass in Kärnten seit einiger Zeit kein einziger Schaferer, Jäger, Landwirt, Dorfbürgermeister jault – so wie es damals war, als es noch Bären gab und so wie es heute in Südtirol die Dorfbürgermeister tun, unterstützt auch noch von Reinhold „Yeti“ Messner.
Ja klar, alles Bärenfreunde (und Wolfsfreunde) im Märchenwunderland Österreich, nur die bösen, bösen Naturschützer, die sind an allem Schuld!
Naja, so halten sie uns wenigstens alle hier schön beschäftigt.

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Re: Östereich- und wieder "vertan"

Beitrag von Alpenwolf » 11. Jun 2015, 11:49

Miscanthus hat geschrieben:Der Angeklagte im Fall „Roznik“ ist ja wohl „im Zweifel für den Angeklagten“ freigesprochen worden, weil es dem Verteidiger gelungen ist Lücken in der Indizienkette glaubhaft zu machen.
Trotzdem ist der Bär gewildert worden! Was sollen also die Haarspaltereien! Selbstmord wird er ja wohl kaum begangen haben, ebensowenig wie der ausgestopfte! Und vermutlich ebensowenig wie die paar Dutzend anderen, die einfach so verschwunden sind. Die sind aber wahrscheinlich abgewandert, weil sie sonst verhungert wären – so wie die Yellowstone Wölfe. Und nochmal, der beste Beweis dass es in Kärnten (Ich hatte Südtirol vergessen, das gebe ich zu, ist aber belanglos!) keine nennenswerte Bärenpopulation mehr gibt, sieht man doch schon daran, dass in Kärnten seit einiger Zeit kein einziger Schaferer, Jäger, Landwirt, Dorfbürgermeister jault – so wie es damals war, als es noch Bären gab und so wie es heute in Südtirol die Dorfbürgermeister tun, unterstützt auch noch von Reinhold „Yeti“ Messner.
Ja klar, alles Bärenfreunde (und Wolfsfreunde) im Märchenwunderland Österreich, nur die bösen, bösen Naturschützer, die sind an allem Schuld!
Naja, so halten sie uns wenigstens alle hier schön beschäftigt.
Ist schon klar, sie hätten den Beschuldigten im Zweifel natürlich verurteilt - in einem Rechtsstaat geht so eine Politjustiz halt nicht. Dass der Roznik gewildert wurde habe ich ja oben schon erwähnt und das war vom Sachverhalt auch ganz klar ( Schußwunde) , ob sich der Vorfall nun in AT oder SLO ereignet hatte, konnte dagegen nicht festgemacht werden. Wie auch immer, Kärnten hat den historischen Bärenhöchststand seit mindestens 100 Jahren und ich kann auch nichts dafür, dass es in Deutschland keine Bären gibt. Dafür haben sie mehr Wölfe, was ja auch sehr schön ist.

Da sie dort wo sich die Bären in Kärnten bewegen wahrscheinlich einen Hubschrauber brauchen würden, halten sich auch die Schäden in Grenzen, wenn es sie auch regelmäßig gibt. Die betroffenen Landwirte und Imker werden mit Rechtsanspruch und nicht nach Billigkeit wie in DE übrigens von den Jägern und das durchaus großzügig entschädigt. Die Aufstände halten sich daher noch in Grenzen, z.B.:

http://kurier.at/chronik/oesterreich/ba ... 83.265.282

Die Naturtierschützer sind in AT übrigens an gar nichts mehr schuld, da sie hier schlicht und einfach nichts mehr mitzureden haben. Die haben ihre Chance, wie schon erwähnt, aus Unfähigkeit und Ignoranz verspielt.

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