Hund getötet

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
Lutra
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Re: Hund getötet

Beitrag von Lutra » 23. Feb 2018, 19:05

Es gibt zwei Varianten von diesem Vorfall:
https://www.jagderleben.de/news/jagdhun ... paign=jagd
http://www.jawina.de/wolfsangriff-auf-b ... undetodes/

und heute kam die PM vom Kontaktbüro dazu (siehe Anhang).
PM_Jagdhund_auf_dem_Truppenuebungsplatz_OL_von_einem_Wolf_getoetet.pdf
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Grauer Wolf
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Re: Hund getötet

Beitrag von Grauer Wolf » 23. Feb 2018, 19:16

Leid tut mir bei dieser Geschichte der Ajax, denn ich mag Hunde. :( Das wäre nicht nötig gewesen...

Gruß
Wolf
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harris
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Re: Hund getötet

Beitrag von harris » 23. Feb 2018, 19:28

Hallo Lutra,
dnake für die Links. Wenn der Vorfall sich so ereignet hat wie in Jagderleben beschrieben, dann ist es mehr als fahrlässig!! Da geht kein Weg drum herum. Aber warum hätte dann ein GPS an? Einen Hund bei Holzarbeiten unbeaufsichtig lassen ist echt nicht gut!! Gerade ein Jagdhund!
Beim Bericht unter jawina sehe ich nur , dass es echt scheiße gelaufen ist mir der Hund und auch der Besitzer echt leid tuen.
Im Bericht vonm Kontaktbüro steht leider nicht vom Abaluf.... schade.

Aber egal wie der Ablauf war, wen einem der Hund stirbt, ob Alter, überfahren, Unfall oder wie in diesem Fall, es ist nicht leicht. Ich glaube viele von uns haben das schon durch...

Gruß Harris

Nina
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Re: Hund getötet

Beitrag von Nina » 15. Mär 2018, 17:29

Der Bundesforstbetrieb Lausitz und das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" haben am 13.03.18 eine gemeinsame Presseerklärung zum Ablauf des Geschehens herausgegeben.
Der Hund, eine Deutsche Bracke, befand sich nicht im jagdlichen Einsatz.
Der Hundeführer, der den Hund während der Abwesenheit des Besitzers in Pflege hatte, ließ diesen frei laufen währenddessen er mit dem Auszeichnen von Bäumen in Vorbereitung von Forstbetriebsmaßnahmen beschäftigt war. Dabei entfernte sich die Bracke, beunruhigte Wild über einen Zeitraum von circa einer Stunde, und kam nicht wieder zurück. Da der Hund mit einem GPS-Halsband ausgestattet war, konnte er später geortet werden. Der Hund war etwa 1500 m vom Hundeführer entfernt durch den territorialen Wolfsrüden, des Daubitzer Rudels, getötet worden
[...]

Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz vom Wolf getöteter Jagdhund war nicht im jagdlichen Einsatz
http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-d ... en-einsatz
harris hat geschrieben:Bei einer Drückjagd laufen die Hunde frei und jagen selbstständig. (Und dürfen das! Der Wandererhund nicht! = Unterschied) Da kann es schon einmal vorkommen, dass eine Rotwildfährte angenommen wird.
Das hat nichts, rein gar nichts mit Verantwortungslosigkeit zu tun. Aber trotzdem scheiße gelaufen!
Der Hund des Wanderers sollte ja auch nicht jagdlich eingesetzt werden. Deshalb die Leine! Sonst, wenn es eben passiert, Wilderei.

Welchen Unterschied macht es für das Wild - und die Konsequenzen - ob nun der Hund eines Wanderers 1,5 km frei und unkontrolliert vom Halter entfernt jagend durch die Gegend läuft oder der eines Jägers? Genau diese "Erhabenheit", dieses geradezu missbräuchliche Zelebrieren der Ungleichheit und der sich selbst verhängten Überlegenheit ist das, was kein rational denkender Mensch ernsthaft versteht.

Offenbar wurde die Gelegenheit von Meinungsmachern aus Jagdkreisen wieder einmal genutzt, um eine Art eigene Wahrheit zu präsentieren.

Oder wie müssen wir den detaillierten Bericht in dem Jagdmagazin JAWINA¹ ("Chronik eines Hundetodes") verstehen, dessen Ungereimtheiten Ulrich Wotschikowsky thematisiert hat?²

Hieß es in dem Bericht des Jagdmagazins nicht, der Hund sei im Jagdeinsatz gemeinsam mit seinem Führer unterwegs gewesen? Es folgte eine detaillierte Aufstellung des Geschehens während dieser "Jagd" und endete nicht, ohne diesen Fall noch einmal für den Hinweis zu nutzen, dass sich "Berichte" darüber "mehren" würden, "dass die Wölfe in verschiedenen Rudeln die Scheu vor dem Menschen verlieren und den Jägern teilweise das erlegte Wild streitig machen, bzw. auch fehlende Scheu vor dem Menschen zeigen."¹

Und mir stellt sich die Frage, warum wir so selten ähnlich heroische Berichte über die Jagdhunde zu lesen bekommen, deren Gesundheit und Leben während der Jagdausübung durch die Kugeln anderer Jäger, durch den Straßenverkehr oder viel, viel häufiger durch Schwarzwild gefährdet oder beendet wurden? Die Jagdforen haben zum Teil sogar Such-Rubriken für verschwundene Jagdhunde. Ist das für den Besitzer, der das Leben seines vierbeinigen Freundes für das Jagdhobby regelmäßig bewusst riskiert, ein leichter zu etragendens Schicksal oder lässt es sich nicht so gut instrumentalisieren?
harris hat geschrieben:Einen Hund bei Holzarbeiten unbeaufsichtig lassen ist echt nicht gut!! Gerade ein Jagdhund!
[...]Aber egal wie der Ablauf war, wen einem der Hund stirbt, ob Alter, überfahren, Unfall oder wie in diesem Fall, es ist nicht leicht.


Du hast noch den Tod durch die Jagdkugel vergessen, der vielen Familien den geliebten Vierbeiner nimmt, der in einem kurzen unkonzentrierten Moment der Halter eine Fährte aufgenommen hat und das Rufen seiner Halter für einen Augenblick nicht mehr wahrnimmt.

Aber hey, Hund ist ja nicht gleich Hund - das ist dann ja bloß der Hund der Wanderer und die haben die Trauer im Gegensatz zu dem Jäger hinzunehmen.

Dieses Messen mit zweierlei Maß ist genauso unerträglich wie die Täuschung mit kreativ veränderten alternativen Fakten zum Erreichen irgendwelcher selbstbezogener Zwecke.

¹ http://www.jawina.de/wolfsangriff-auf-b ... undetodes/
² http://woelfeindeutschland.de/viele-off ... -jagdhund/

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SammysHP
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Re: Hund getötet

Beitrag von SammysHP » 15. Mär 2018, 18:03

Ich sehe die Ungleichheit maximal darin, dass Jäger ihre jagdlich eingesetzten Hunde während der Arbeit unangeleint einsetzten dürfen (was ja durchaus Sinn macht). Meiner Meinung nach muss der Hund aber auch dann jederzeit unter Kontrolle des Führers sein. Der Hund darf also nicht einfach selbstständig entscheiden "dieses Reh jage ich jetzt".

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Re: Hund getötet

Beitrag von Lutra » 15. Mär 2018, 21:46

SammysHP hat geschrieben:
15. Mär 2018, 18:03
Der Hund darf also nicht einfach selbstständig entscheiden "dieses Reh jage ich jetzt".
Er sollte es nicht, tut es aber oft, auch als Jagdhund. Da spricht man nur nicht gerne drüber...

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Re: Hund getötet

Beitrag von holsteiner in nrw » 15. Mär 2018, 21:53

SammysHP hat geschrieben:
15. Mär 2018, 18:03
Ich sehe die Ungleichheit maximal darin, dass Jäger ihre jagdlich eingesetzten Hunde während der Arbeit unangeleint einsetzten dürfen (was ja durchaus Sinn macht). Meiner Meinung nach muss der Hund aber auch dann jederzeit unter Kontrolle des Führers sein. Der Hund darf also nicht einfach selbstständig entscheiden "dieses Reh jage ich jetzt".
Hallo Sammy,

nein, das ist je nach Jagdart und Jagdhundrasse (a) nicht möglich und (b) sogar kontraproduktiv für die entsprechende Jagdausübung. Zum Verständnis einmal die sehr unterschiedlichen Jagdeigenschaften eines Vorstehhundes und eines Stöberhundes.
Der Vorstehhund bewegt sich im Idealfall im engeren Umfeld des Jägers und jagd entsprechend Sichtbereich des Jägers. Wie der Name schon sagt, ist er dazu gezüchtet dem Jäger das Wild anzuzeigen, sprich vorzustehen. Hat vielleicht jeder schon einmal in Filmen, bei Fotos, oder sogar live verfolgt. Der Hund steht ganz ruhig in Richtung des Wildes und hebt die Vorderpfote. Klassische Vorstehrassen sind zum Beispiel großer und kleiner Münsterländer, Magyar Viszla, oder Deutsch Langhaar. Unsere Mila ist eine Mischung aus allen dreien. ;) Klassisch genutzt werden die Rassen zum Bsp. bei der Jagd auf Niederwild.
Dem gegenüber stehen Jagdhundrassen, die für die eigenständige und weiträumige Jagd gezüchtet worden. Sie werden geschnallt (von der Leine gelassen) und suchen eigenständig das Wild auf und sollen es dem Jäger zuführen. Ganz wichtig bei diesen Hunden ist der sogenannte Spurlaut. Das bedeutet, der Hund macht durch ständiges Bellen auf sich aufmerksam. Dadurch ist er auch wenn er aus der Sicht des Jägers ist, durch den Laut lokalisierbar. Klassische Hunderassen für diese Art der Jagd sind zum Beipiel die Bracken, oder auch Spaniels oder der deutsche Wachtelhund.

Grundsätzlich muss man aber anmerken, dass es auch gewisse Überschneidungen gibt. Unser Hund gibt zum Bsp. auch spurlaut.

@ Harris: Ich hoffe, ich habe das einigermassen richtig dargestellt. ;)

@ Nina: Nicht alle Jäger schiessen Hunde. Bei und im Forst gab es zum Bsp. ein Agreement zwischen den Jägern, dass selbst ein hetzender Hund nicht geschossen wird. Da wird das Gespräch gesucht.

Grüße

Lutra
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Re: Hund getötet

Beitrag von Lutra » 15. Mär 2018, 21:56

Nina hat geschrieben:
15. Mär 2018, 17:29
Der Bundesforstbetrieb Lausitz und das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" haben am 13.03.18 eine gemeinsame Presseerklärung zum Ablauf des Geschehens herausgegeben.
Schon merkwürdig ist bei diesem Fall die Chronologie der Berichte einer Redaktion:

1.: https://www.jagderleben.de/news/jagdhun ... paign=jagd
2. und 3.: https://www.jagderleben.de/jagdgebrauch ... hronologie
(zu "3." im Link ganz runterscrollen)

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Re: Hund getötet

Beitrag von holsteiner in nrw » 15. Mär 2018, 22:07

Viel verwunderlicher finde ich, dass der Hundeführer ob der Kenntnis der Ranzzeit den Hund über so eine lange Zeit (über eine Stunde) so weiträumig (150 Hektar) stöbern lässt und ihm nicht sofort per Gps folgt. Erst recht, das er nicht der Besitzer des Hundes war. Schade um den Hund.

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Re: Hund getötet

Beitrag von Lutra » 15. Mär 2018, 22:27

holsteiner in nrw hat geschrieben:
15. Mär 2018, 22:07
Viel verwunderlicher finde ich, dass der Hundeführer ob der Kenntnis der Ranzzeit den Hund über so eine lange Zeit (über eine Stunde) so weiträumig (150 Hektar) stöbern lässt und ihm nicht sofort per Gps folgt. Erst recht, das er nicht der Besitzer des Hundes war. Schade um den Hund.
Ich wollte eigentlich nicht auf das Verwunderliche bei dem Vorfall an sich, sondern bei der Berichterstattung darüber durch ein und die selbe Redaktion hinaus: erst eine Variante liefern, später eine zweite, zur ersten widersprüchliche, dann später verschämt an die zweite Variante noch ein Kästchen dranhängen und zu erstens zurückrudern...
Der Hundeführer hat natürlich ganz schön fahrlässig gehandelt. Dort war ja auch die Bundesstraße ganz in der Nähe. Wenn man sich die GPS-Spur des Hundes ansieht, war er auch ein Kandidat fürs Überfahrenwerden, hätte es dann aber nicht in die Medien geschafft.

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