Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
Lutra
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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von Lutra » 17. Jan 2018, 20:38

Die Seite ist nicht so beliebt hier, aber lest Euch das ruhig mal durch.
http://wolfsschutz-deutschland.de/2018/ ... n-sachsen/
Das Foto, was veröffentlicht wurde, ist offenbar ein Archivbild, was auch die grünen Bäume erklären würde. Die Behörden bei uns hier in Sachsen wollen sich offensichtlich die "Probleme" möglichst schnell vom Hals schaffen und den Druck aus einigen Angriffen gewisser Kreise nehmen. Momentan entsteht oftmals der Eindruck einer gewissen Kopflosigkeit in Politikerkreisen unserer Region, hervorgerufen durch das Abschneiden bei der Bundestagswahl. Der Wolf bietet sich da an als Ventil, wenn man in anderen Bereichen nichts zu Stande bringt.

gelöscht_1

Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von gelöscht_1 » 17. Jan 2018, 20:45

Hey

@maxa67

So richtig "durch" sehe ich da ehrlich noch nicht!
Deine These ist naheliegend, gen Norden ist es doch echt ne`Kraxelei von lückenlosen Rudelgebieten, wo sie durch müßen/müßten!
Diese Südwärts-gerichtete Ausbreitung..... Hm, scheint aber nicht ganz zu funzen.
Die Rudel Niesky, Biehain, Königshainer Berge, haben nun schon 3 Generationen und mehr gezeugt, trotzdem ist nur Cunewalde "entstanden".....komisch!
Nun haben wir ja einfach mal verschiedene "Verluste", Strasse, evt. im ersten Winter und eben...... mein Verdacht: hier wird ganz locker "angelegt" und heimlich verbuttelt, also ohne Tara!
Mir kommt es zumindest manchmal so vor, weil eben sooo wenig Wölfe neue Rudel gründen.

Wie bekommt man es raus?
Ganz einfach: Das Monitoring, DNA, Lupus....die sammeln das und können eben sagen, welche Rudel m/w aus Tieren von woher stammen.
Ich weiß nicht, wie lückenlos die da sind, ich schau immer nur auf dieser MAP24-Karte. Dort sammelt der Typ alles, auch von Lupus bekommt er die Info`s.
Allerdings stelle ich fest, dass die ganzen letzten Rudel kaum noch DNA verraten.
Es ist auch extrem schwer, immer an DNA zu kommen.
Dazu bedarf es..... JA...... LESEN, liebe Super-Wolfsbefürworter..... dazu bedarf es eben Stalker, wie mich. Ohne ständige Präsenz in Rudelgebiet ist nix mit DNA.
DNA muß extrem frisch sein, kein Regen, keine Sonne, nicht zu warm.... es wird ja der frischeste Teil des Kot gebraucht, also der letzte in Richtung Magen gesehen.
Nun wackel ich ja doch schon recht viel in "meinem" Rudel herum, aber ganz frischer Kot..... das ist extrem selten. Tage, Wochen und Älter....Null Problem. Den ganz frischen, duftenden....den habe ich auch nur wenige Male gefunden. Dann habe ich derzeit noch 8 (9) Tiere hier..... Wahnsinn. Nur ganz selten, wenn man Rudelstreitigkeiten sind, kann man mal aus dem "Vollen" schöpfen, da wird in kurzer Zeit ein Stück Weg extrem zu-ge-sch.....!
Ne` Zeitlang hatte ich auch immer Glas, Alkohol, Handschuhe mit..... jetzt nicht mehr. Das lasse ich jetzt aber, weil ich nicht mehr mag.... also diese L....-Nummer!

Trotzdem, "MEINE" Lieblings-Fan`s!!!! Es geht nicht ohne Stalking, ohne die ist kein Monitoring, keine wissenschaftliche Arbeit möglich.
Wenn man will, also verläßliche Daten von Menge und Ausbreitung und Richtung der Wölfe, herausgeben/prognostizieren will .... geht es nicht ohne.
Ich finde schon, dass man das wissen sollte, ja doch.....Unbedingt!
Das mal am Rande.....

Ich glaube aber, dass die letzten Rudel in Richtung Nord-West, also in Richtung Nordsachsen, Leipzig..... das das ehern schon Nachkommen der o.g. Rudel sind.
In wie weit die Jungtiere gefahrlos und ohne Stress durch angestammte Rudelgebiete ziehen können/dürfen/es auch tun..... Hm....schwierig!
Dort versuche ich ja auch einzuhaken, also möglichst viel Wolf auf die WK zu bekommen und mit etwas Übung kann man schon Tiere auseinanderhalten. Also nicht jedes Einzelne, aber schon Jungtiere 2017 oder 2016, manchmal Alttiere und den Altrüden kann man auch gut ansprechen.
Durchzügler wäre in der Regel immer allein, denk ich mal und sie würden alles tun, um möglichst nicht in Kontakt mit dem etablierten Rudel zu kommen.
Mal schaun..... Einzeltiere hab ich schon auch sehr oft, Zeiten sind auch manchmal komisch..... aber das war es ja dann auch. Die k..... mir ja nicht vor die WK! *grins*

Summa Summarum bin ich mir mit der Ausbreitung nach Süden nicht so ganz sicher.
Klar, der Wolf ist mega-Anpassungsfähig, ohne Frage....! Aber, diese Richtungen, also in Richtung Tschechien.... dort werden überall die Wälder größer, dichter, die Wiesen in den Wäldern, am Wald z.T. weniger. Intensivste Forstwirtschaft! Deshalb hat man ja in Sachsen auch festgelegt, das Rotwild immer und kpl. zu dezimieren. (Ausnahme Kb.Heide und Nordsachsen)

Unser Wolf-Jäger/Jäger-Wolf, also Bitte getrennt betrachten.... weil man weiß ja nun nicht, was er lieber ist, weil er es selber nicht weiß!!!
Also, der sagt ja..... überall wo es Wild gibt, wird er auftauchen....! Also..... da gehe ich so pauschal nicht mit, das reicht einfach nicht!
Auch variiert ja der Wildbestand, Rehe nehmen ab, Rotwild nimmt zu, Wildschweine nehmen auch ab, wenn weniger Landwirtschaft ist .... usw. usf.!
Hier in der Offenlandschaft ist viel Reh und massenhaft Wildschwein, das ist wirklich exorbitant in welchen kleinen Gebieten und riesengroße Rotten leben.

Fragen über Fragen, also........!

Rudi

Lutra
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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von Lutra » 17. Jan 2018, 21:08

rollofi hat geschrieben:
17. Jan 2018, 20:45

So richtig "durch" sehe ich da ehrlich noch nicht!
Deine These ist naheliegend, gen Norden ist es doch echt ne`Kraxelei von lückenlosen Rudelgebieten, wo sie durch müßen/müßten!
Diese Südwärts-gerichtete Ausbreitung..... Hm, scheint aber nicht ganz zu funzen.
Die Rudel Niesky, Biehain, Königshainer Berge, haben nun schon 3 Generationen und mehr gezeugt, trotzdem ist nur Cunewalde "entstanden".....komisch!
Nun haben wir ja einfach mal verschiedene "Verluste", Strasse, evt. im ersten Winter und eben...... mein Verdacht: hier wird ganz locker "angelegt" und heimlich verbuttelt, also ohne Tara!

Rudi
Über die Richtung der Ausbreitung hab ich mir auch schon oft Gedanken gemacht. Beute gibt es Richtung Süd-West eigentlich genug. Ich vermute allerdings, dass die ruhigen Ecken für die Nachwuchsaufzucht doch eine gewisse Rolle spielen. Ich wohne ja im Gebiet des Laußnitzer-Heide-Rudels. Da war es voriges Jahr schon zweifelhaft, ob das überhaupt noch existiert. Ich hab auch bei mehreren Rundfahrten durch die Heide (mit Fahrrad) keine Losungen mehr auf den Wegen gesehen, die früher da oft recht auffällig da präsentiert lagen. Allerdings ist dort forstwirtschaftlich ganz schön was los, und Harvester und Wurfhöhle werden wohl nicht so recht zusammenpassen. In unserer ganzen Gegend hatten wir letztes Jahr große Sturmschäden in den Wäldern und dadurch entsprechende Aufräumarbeiten. Es ist allerdings nun doch in Richtung Süden was in Bewegung, Massenei, Stolpen, Hohnstein. Mal sehn.
Was die "Verluste" betrifft, da wundere ich mich auch, wie wenige Nachkommen der Rudel wo anders nachgewiesen werden, vom Königsbrücker Rudel wohl nur die Fähe in der Laußnitzer Heide...(SSS? :evil: )

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TheOnikra
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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von TheOnikra » 17. Jan 2018, 22:00

rollofi hat geschrieben:
17. Jan 2018, 20:45
...
Also, der sagt ja..... überall wo es Wild gibt, wird er auftauchen....! Also..... da gehe ich so pauschal nicht mit, das reicht einfach nicht!
Auch variiert ja der Wildbestand, Rehe nehmen ab, Rotwild nimmt zu, Wildschweine nehmen auch ab, wenn weniger Landwirtschaft ist .... usw. usf.!
Hier in der Offenlandschaft ist viel Reh und massenhaft Wildschwein, das ist wirklich exorbitant in welchen kleinen Gebieten und riesengroße Rotten leben.
Das hat harris doch gar nicht geschrieben.
harris hat geschrieben:
17. Jan 2018, 07:04
Was helfen große dichte Wälder oder Offenlandschaften wenn keine Nahrung da ist?
Ich glaube, das ausschlagende Argument (natürlich muss das Umfeld auch passen) ist erst einmal das Nahrungsangebot...
MEINE Meinung....
Richtig ist das minimale Faktor der limitirende/ausschlagende Faktor ist und das kann überall ein anderer sein. Das heißt sobald ein Kriterium ungenügend ist, sind die Größen der anderen Faktoren egal.
Die Welt ist für alle da!

gelöscht_1

Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von gelöscht_1 » 17. Jan 2018, 22:28

Hey

@ Onikra

hat mir endlich mal wieder einer das Gesetz der Natur, vom begrenzendem Minimal-Faktor erklärt! Kurz: Gesetz des Minimum.......
(Warum ist mir das als Fischer, Fischzüchter/Aquarianer, Pflanzenzüchter... Kakteen, Orchideen.... warum hab ich das nicht schon früher gemerkt! Ich dummes ungebildetes 10 Klassen-Ost-Kind!)

Nun kann ich zufrieden Schlafen gehn......!

ICH sagte damit: das die These "Wo es Wild gibt, taucht er auf" nicht so gesehen werden darf! Dann könnte sich ja neben jeder großen Schafherde, also 250 - 500 Stk., ein Wolf/Rudel niederlassen!
Egal wie man es dreht: auch wenn der Wolf sehr anpassungsfähig ist..... hat er "Vorlieben" ein Ideal-Habitat. Dieses ist abweichend von ihren Vorfahren in Westpolen, wo große und viel Wälder sind..... sind es hier bei unseren Wölfen die Offenlandschaften.
Wie gesagt: ich war nicht im Yellowstone..... aber da jagen die auch nicht IM Wald!
Hier in Deutschland meiden sie eigentlich doch die großen Wälder, warum auch immer. Thüringen .... fast nix...! Bayern..... nix! nur wieder ein wunderschöner TÜP!
Da ist definitiv ein Muster erkennbar! Wilddichte hin oder her!

Rudi

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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von maxa67 » 18. Jan 2018, 11:03

Schonmal was von Markierung der Territorien gehört? Immerhin haben Jungwölfe 2 Jahre Zeit, sich von ihren Eltern "erzählen zu lassen", wer rechts, links, unten und oben wohnt :D
Du weißt hoffentlich, wie ich das meine...

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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von TheOnikra » 18. Jan 2018, 18:20

maxa67 hat geschrieben:
18. Jan 2018, 11:03
Schonmal was von Markierung der Territorien gehört? Immerhin haben Jungwölfe 2 Jahre Zeit, sich von ihren Eltern "erzählen zu lassen", wer rechts, links, unten und oben wohnt :D
Du weißt hoffentlich, wie ich das meine...
Ja eben. Wölfe wissen nur wie es in ihrem Revier und evtl. angrenzenden Revieren aussieht. Dann ist aber auch Schluss, denn Rest müssen sie erst mal erkunden und nicht alle werden solche Wanderwölfe die erst weite Strecken zurück, bevor sie sich niederlassen.
Du weißt hoffentlich, wie ich das meine ;)
Die Welt ist für alle da!

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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von maxa67 » 18. Jan 2018, 18:49

siehste und da haben wir wieder die angrenzenden Reviere, die dann quasi alle im Norden, Osten und teils im Westen sind. Was bleibt also übrig?

Schattenwolf
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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von Schattenwolf » 18. Jan 2018, 21:20

Es wird immer dubioser.
Wir waren mit drei Mitarbeitern vor Ort. Der betroffene Hundehalter hat auch mit uns gesprochen und sich in Widersprüche verwickelt. Nachbarn sagen, dass der Hund immer herum gestreunert sei. Das Anwesen ist im Bereich der Hundehütte nicht eingezäunt. Selbst wenn tatsächlich ein Wolf den Streuner getötet hat, ist dies doch nicht der Beweis, dass es der Wolf war, der in Krauschwitz in die Kamera gelaufen ist, oder?
Die Genehmigung zur Entnahme, wurde ausschließlich aufgrund von Aussagen von Privatpersonen verfügt. Diese Menschen haben also lediglich behauptet, dass sie den Wolf mit einer Katze im Maul gesehen hätten. Da im sächsischen Managementplan aufgeführt ist, dass Wölfe, die Katzen und Hunde beißen oder fressen, abgeschossen werden dürfen, öffnet dieser Aspekt der Verleumdung Tür und Tor.
Mit den Fotos ist wohl auch einiges schiefgegangen.
Kurz darauf hat uns Frau Liehn vom Kontaktbüro zurückgerufen und mitgeteilt, dass es sich um ein bedauerliches Missverständnis handeln würde. Man hätte sowohl private, als auch Bilder von LUPUS gehabt. Allerdings hätte die Privatperson Bilder, die von LUPUS erstellt worden sind, ohne Genehmigung vorab weiterverteilt. Diese seien dann in diversen Zeitungen und auch bei uns gelandet. Auf unsere Rückfrage hätte unser Mitarbeiter wohl ihre Aussage verwechselt, dass LUPUS nicht die privaten Bilder genommen hätte, sondern die eigenen. Dadurch, dass die Bilder vorab verteilt worden wären, seien viele Missverständnisse entstanden. Sogar ein falsches Copyright, wie in Falle der sächsischen Zeitung, seien dadurch entstanden, dass die Fotos unerlaubt überall verteilt worden seien.
http://wolfsschutz-deutschland.de/2018/ ... n-sachsen/
AKA Direwolf.

Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.
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maxa67
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Re: Hunde in Weißkeißel und Krauschwitz angegriffen

Beitrag von maxa67 » 19. Jan 2018, 10:05

Das ist ne ziemlich dubiose Geschichte. Ich Naivling bin wirklich davon ausgegangen, daß das Landratsamt in enger Zusammenarbeit mit Lupus und dem Kontaktbüro hier eine gewissenhafte Entscheidung auf Basis gesicherter Erkenntnisse getroffen hat. Zumindest hatte das jahrelange unauffällige und akribische Wirken von Gesa Kluth und Ilka Reinhard den Eindruck vermittelt, daß sich die Behörde an ein paar Spielregeln hält. Aber im aktuellen Hype ist ein Druck entstanden, wo man eben schnell umfällt. Ich finde das ein starkes Stück WIE das gelaufen ist. Die Desinformation und oberflächliche Recherche und das Einstreuen von politisch motivierten Bewertungen auch von Lobbygruppen lassen die Situation gegebenenfalls eskalieren.
Zwei gesicherte Wolfsrisse von Hunden in der Nähe von Grundstücken, auffälliges Verhalten in bebauten Gebieten und das offensichtlich kranke Erscheinungsbild des Wolfes im Zusammenspiel können eine "Entnahme" schonmal rechtfertigen, vor allem bei unserer doch recht dichten und stabilen Population. Wenn aber alle vermeintlichen Beweise nicht im Ansatz sattelfest sind, ist die Abschußgenehmigung absolut nicht zu rechtfertigen.

Hier noch ein Lobbyartikel aus der lausitzer Rundschau von gestern
https://www.lr-online.de/lausitz/weissw ... id-7079264

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