Landrat fordert Wolfsabschuß

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maxa67
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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von maxa67 » 14. Feb 2018, 10:38

Die großfressigen Ankündigungen der Landesregierung nach schneller unbürokratischer Hilfe werden durch genau solche Vorfälle wieder ad absurdum geführt. Wenn ich das richtig herauslese wurde noch nie wirklich Elektrizität an den Zaun gelegt. Das soll erst durch Litze oben erfolgen?
Ich frag mich, warum man nicht im oberen Bereich sowas hier einsetzt.
https://www.amazon.de/Elektrischer-Gart ... B003TEL1SE
Macht unser Pfarrer seit Jahren mit seinem Dutzend Schafe im Sommer, mutterseelenallein im Wolf Durchzugsgebiet.

Lutra
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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von Lutra » 14. Feb 2018, 18:49

Wenn der Festzaun 1,20m hoch ist, wird Entschädigung für Risse gezahlt, und der Zaun ist höher. Die Landesregierung wird da nichts machen. Das ist allein Sache des Schafshalters. Es klappt ja auch den ganzen Sommer über. Da hat er seine Herde irgendwo hinter E-Netz stehen. Nur im Herbst/Winter kommen die wieder in die Koppeln mit festem Zaun und da bedienen sich dann die Wölfe. Für die anderen Schafshalter in der Region ist es natürlich nicht so prickelnd, wenn bei einem die Wölfe an leicht zu bekommende Schafsspeise gewöhnt werden.

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TheOnikra
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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von TheOnikra » 14. Feb 2018, 19:16

Lutra hat geschrieben:
14. Feb 2018, 18:49
Wenn der Festzaun 1,20m hoch ist, wird Entschädigung für Risse gezahlt, und der Zaun ist höher. Die Landesregierung wird da nichts machen. Das ist allein Sache des Schafshalters. Es klappt ja auch den ganzen Sommer über. Da hat er seine Herde irgendwo hinter E-Netz stehen. Nur im Herbst/Winter kommen die wieder in die Koppeln mit festem Zaun und da bedienen sich dann die Wölfe. Für die anderen Schafshalter in der Region ist es natürlich nicht so prickelnd, wenn bei einem die Wölfe an leicht zu bekommende Schafsspeise gewöhnt werden.
Ah so ist das mit teilweise E-Zaun gemeint.

http://www.sz-online.de/nachrichten/pil ... 76489.html
Das Bild irritiert mich immer noch. Soll das weiße Band jetzt in Zukunft unter Strom gesetzt werden oder soll das wieder ein nicht ordungsgemäß angebrachtes Flatterband sein. Beides macht für mich keinen Sinn. Sollte das nicht in etwa so aussehen: (Bild G)
http://www.protectiondestroupeaux.ch/fi ... zaeune.pdf
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Lutra
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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von Lutra » 14. Feb 2018, 20:36

TheOnikra hat geschrieben:
14. Feb 2018, 19:16

Das Bild irritiert mich immer noch. Soll das weiße Band jetzt in Zukunft unter Strom gesetzt werden oder soll das wieder ein nicht ordungsgemäß angebrachtes Flatterband sein. Beides macht für mich keinen Sinn. Sollte das nicht in etwa so aussehen: (Bild G)
Das Flatterband wurde vom Landratsamt zur Verfügung gestellt und vom Schäfer oben auf den Zaun festgebunden, nichts mit Flattern.
Bild G zeigt das, was schon zum Anfang der Wolfsbesiedelung in der Lausitz an einem Damwildgatter praktuziert wurde: E-Litze mit 15cm Isolatorenstützen außen vor den Knotengitterzaun montiert, hat da auch funktioniert. Der Wolf kommt ja erst mal an den Zaun ran, um zu sehen, wie da reinzukommen wäre. An der ca 30cm hoch angebrachten Litze bekommt er eine gewischt und hat was gelernt, genau so, als ob ein Hirte mit dem Knüppel angerannt kommt. Ist eigentlich simpel, eigentlich...

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maxa67
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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von maxa67 » 22. Jun 2018, 10:06

Kleine Bilanz beim Rosenthaler Rudel. Die Wölfis waren ja mal wirklich fleißig ... :twisted:

https://www.sz-online.de/nachrichten/ro ... 60779.html

Erklärbär
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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von Erklärbär » 22. Jun 2018, 13:02

Herdenschutzzäune ohne Effekt??? Wie das???

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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von Schattenwolf » 22. Jun 2018, 14:53

Erklärbär hat geschrieben:
22. Jun 2018, 13:02
Herdenschutzzäune ohne Effekt??? Wie das???
Hatten wir das nicht schon in einem anderen Thread? Lutra hatte da auch was zu geschrieben.
Speziell die Zäune des betroffenen Schäfers Just nutzen oft wirklich nichts. Sie sehen zwar schön aus und haben sicher allerhand gekostet, würden jeden Tier- oder Wildpark zieren, aber ohne Strom bringts nicht wirklich was. Das Interessanteste im verlinkten Artikel war für mich, dass er für seine letzten Opfer nicht mal Entschädigung bekommen hat. Die gibts eigentlich bei uns hier immer, wenn der Zaun einigermaßen in Ordnung ist.
Unser jetziger Ministerpräsident will sich natürlich vor den Landtagswahlen nächstes Jahr etwas als der große Um-die-Sorgen-der-Bevölkerung-Kümmerer profilieren. Wenn er bei der letzten Bundestagswahl nicht die Direktkanditatur in seinem Wahlkreis an den AfD-Mann verloren hätte, könnte er jetzt in Ruhe für ordentlich Geld in Berlin sitzen. Aber so muß der Arme sich nun auf seinem ABM-Posten rumärgern.
Das Rosenthaler Rudel ist eigentlich eines wie jedes andere. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wird zugelangt.
AKA Direwolf.

Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.
Charles Darwin

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von maxa67 » 22. Jun 2018, 19:35

Ich bin mal ganz böse und streue ne statisische Auffälligkeit ein: Die einzige Ecke in Ostsachsen wo die CDU wie gewohnt die meisten Stimmen erhalten hat, teilweise sogar noch "Vor 2015er Werte >50%, ist das Kerngebiet des Rosenthaler Rudels, was sich halbwegs mit dem erzkatholischen Kerngebiet der Sorben deckt. Von Wittichenau bis Crostwitz. Und auch nur dort, war die CDU stärker als die AFD, die anssonsten alles von Dresden ostwärts zwischen 30 und 43 % alles abgeräumt hat. Inklusive dreier CDU Erbmandate (Sächsische Schweiz/Osterzgebirge, LK Bautzen und LK Görlitz). Dort hätteste bis vor 4 Jahren noch nen aufblasbaren Teddy unter der CDU Flagge nominieren können, der wär auch in den Bundestag eingezogen. In Görlitz hat ein gewisser Herr Kretschmar, Landesgeneralsekretär, jung und rothaarig, nach 27 Jahren den CDU Sitz verloren. Dafür wurde er dann mit dem Ministerpräsidentenposten in Sachsen geehrt.
Ich überlasse es jetzt eurer freien Fantasie, diese Auffälligkeit in alle Richtungen zu interpretieren. Für mich persönlich isses Karma ... :lol: Die CDU bettelt regelrecht um ein Debakel bei der nächstjährigen Landtagswahl. Die Bayern habens mittlerweile kapiert, daß es so nicht mehr läuft. Auch Bayern sind lernfähig ... :-P

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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von Lutra » 22. Jun 2018, 20:55

maxa67 hat geschrieben:
22. Jun 2018, 10:06
Kleine Bilanz beim Rosenthaler Rudel. Die Wölfis waren ja mal wirklich fleißig ... :twisted:

https://www.sz-online.de/nachrichten/ro ... 60779.html
Der Artikel stimmt hinten und vorne nicht. Es geht schon damit los, dass das Rudel östlich von Kamenz lebt und nicht westlich. Dann haben die Wölfe keineswegs "bestmögliche Herdenschutzzäune" überwunden. Die funktionieren dort in der Gegend genau so gut wie anders wo. Soviel ich weiß, hat die Grüne Liga auch keine Klage eingereicht, sondern nur damit gedroht, worauf die Abschußbewilligung ganz schnell zurückgezogen wurde.

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maxa67
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Re: Landrat fordert Wolfsabschuß

Beitrag von maxa67 » 24. Jun 2018, 21:00

Wir brauchen uns nicht über die erheblichen Recherchedefizite und die Unterwürfigkeit der Sächischen Zeitung aufregen. Das war und ist leider wieder ein Staatsblättl. Und die Wolfshasser da vorne bei dir betreiben ganz schön lautstark Lobbyarbeit. Da wird, wie bei der Hybridenhysterie so viel ungeprüft übernommen und ins dumme Volk hinein kolportiert, welches noch von Rotkäppchen traumatisiert, sowas dankbar zur Bestätigung aufgreift.

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