Wölfe in Sachsen

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
Lutra
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Lutra » 8. Nov 2018, 12:29

maxa67 hat geschrieben:
8. Nov 2018, 09:11
Sachsen plant Wolfsverordnung
Ach herrje...
Die Doppelzuständigkeit hat sich Sachsen selbst eingebrockt durch "Wolf ins Jagdrecht". Kritiker haben damals schon diesen Punkt für problematisch gehalten. "Umgang mit Hybriden", da soll wohl der Angstgegner der CDU bedient werden. Also mindestens ist aus dem Artikel erkenntlich, welche Parteien in punkto Wolf noch halbwegs normal ticken.
Bei der Förderung der Weidetierhaltung hat sich schwarz-rot jedenfalls vornehm zurückgehalten.

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Dr_Goatcabin
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Dr_Goatcabin » 8. Nov 2018, 13:37

Was anderes außer Schweiß-Weiß im Denken ist doch auch nicht zu erwarten; vor allem, wenn man bedenkt, wer im Märchen wen frisst ... und welche Wählerschaft die Partei hier bedienen muss. ;)
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TheOnikra
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von TheOnikra » 8. Nov 2018, 18:16

Sie soll die Konflikte zwischen Artenschutz und den Belangen der Nutztierhalter entschärfen.
Und deshalb wird sich 100% auf eine Seite von Rotkäppchen gestürzt?
Die sollten mal ihren eigenen Managmentplan durch lesen und vorallem mal verstehen lernen. Es wäre auch erst mal angebracht Vergrämungsmaßnahmen zu vereinfachen von den wir ja schon so viele hatten, also 0,0.
Dabei stellt sich so wie so die Frage wie notwendig Schritt 3 ist wenn Schritt noch nie zum Einsatz kam. Nach dem Prinzip kann also nicht so schlimm sein wie es oft dargestellt wird.
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Dr_Goatcabin
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Dr_Goatcabin » 8. Nov 2018, 18:32

Ich glaube, das scheiterte vor allem immer daran, dass es in D keine Befugten gibt (oder zuwenige), die mit dem entsprechenden Equipment für die Vergrämung umgehen können. Da müssen auch erst Leute aus dem Ausland geholt werden. Die Munition dafür ist auch nach Entfernung etc. auszuwählen. Du musst den richtigen Übeltäterwolf finden UND dann noch treffen, selbst wenn der Wind doof kommt, und die Reichweite ist recht begrenzt.

Alles nicht ganz trivial. Bisher wird da trotzdem klar gespart, wie bei so vielem im Management. ... Den üblichen Spasten ist es sowieso egal; da wird immer rumort. Leute verdienen Geld bei Aktivität rund um den Wolf (pöse, wenns nicht in die eigene Tasche geht), oder Herdenschutz bringt nichts; schiesst das Vieh doch einfach so ab.
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von TheOnikra » 8. Nov 2018, 18:45

Das ist schon klar, aber das ist ja genau das Problem. Darüber wird sich nie gedanken gemacht und auch keine Forderungen gestellt um diese zu ermöglichen. gummigeschosse wären ja nicht das einzige Mittel zur Vergrämung. Gerade jetzt wo Soft-catch-Fallen zugelassen sind gäbe es weitere Optionen. Was natürlich fleißig unter dem Teppich gekehrt wird.
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von Lutra » 8. Nov 2018, 19:51

Die beste Vergrämung ist meiner Meinung nach ein ordentlich aufgebauter E-Zaun, ev. zusätzlich noch Herdenschutzhunde. Wichtig wäre noch eine Fernüberwachung des Zaunes, damit man mitbekommt, wenn der Zaun umgefallen oder das Weidezaungerät ausgefallen ist und schnell eingreifen kann. Das zu entwickeln sollte gefördert werden.
Von der Vergrämung mit Gummigeschossen halte ich nicht viel. Dafür müsste ja mindestens ein Vergrämer bei der Herde hocken und auf den Wolf warten. Das käme dann einer ständigen Behirtung gleich, die eigentlich das beste wäre, aber die sich angeblich heute niemand mehr leisten kann.
Das politische Geplänkel um eine Wolfsverordnung bringt jedenfalls gar nichts, außer Aktivität vorzutäuschen.

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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von TheOnikra » 8. Nov 2018, 20:33

Lutra hat geschrieben:
8. Nov 2018, 19:51
Dafür müsste ja mindestens ein Vergrämer bei der Herde hocken und auf den Wolf warten.
Also genau das was bei scharfer Munition doch immer angepriesen wird. Deshalb wäre es doch mal nett das öffters in Erwägung zu ziehen. ;-)


Nun E-Zäune, Herdenschutzhunde, Einstallen und Hirten decken auf jeden Fall viel ab, aber es kann nie schaden etwas in der Hinterhand zu haben. Gerade bei bestehenden Rudlen gäbe es da gute Chancen für eine Koordinierung. Jetzt nicht mit Gummigeschossen, aber andere "Bestrafungen" kombiniert mit bestimmten Signalen ... Bsp. Wir hatten hier schon mal darüber geredet Chilie in Schafsfell zu schmieren und da wäre der Gedankengang ja auch in Richtung eines Geschmacksstoffes der Wölfen unangenehm ist, Schafen jedoch nichts ausmacht.

Vielleicht bin ich da auch einfach zu sehr Experimentierfreudig ^^
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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 13. Nov 2018, 08:00

Esel, wir brauchen mehr Esel.

Eigentlich geht sein Konzept ja auf aber bei 5 Schafherden hat er nur 3 Eselpaare deshalb:
Herde ohne Esel angegriffen
Wölfe reißen Schafe in Quersa. Genau in der Herde, die keinen Schutz durch Esel hatte.

https://www.sz-online.de/nachrichten/he ... 48997.html

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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 13. Nov 2018, 09:33

Hatten wir das schon? Wolfsriß in Großkmehlen, das liegt im Grenzbereich des brandenburger Hohenbocka Rebiers zum Revier Königsbrücker heide nördlich von Dresden.
https://www.lr-online.de/lausitz/senfte ... d-34423249

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Re: Wölfe in Sachsen

Beitrag von maxa67 » 15. Nov 2018, 09:46

und weiter gehts:

Wölfe jagen Schafe und Ziegen in die Röder
https://www.sz-online.de/nachrichten/wo ... 50520.html

und natürlich absolut ungeschützt.

Die location vor den Toren Radebergs und Dresdens
https://www.google.de/maps/place/Grundm ... 3124?hl=de

Hierbei handelt es sich möglicherweise um Tiere des neuen Rudels Laußnitzer Heide, wobei die territoriale Ausdehnung gegenüber dem im Monitoring angegebene Gebiet, welches sich im Wesentlichen nördlich der A4 bewegt, ein gewisses Achtungszeichen setzt. Das wäre dann das erste Rudel, was zur Überquerung der A4 beständig Tunnel und Brücken nutzen würde. Interessanter Fall.
Ein Besuch vom Stolpener Rudel halte ich aufgrund der großen Offenlandflächen bis dahin für eher unwahrscheinlich.
Als 3. Option kämen höchstens noch die ersten Wanderwölfe in Betracht.
Und eine ganz spektakuläre Vermutung wäre noch, daß die Dresdner Heide doch als Revier besetzt wird oder vielleicht sogar schon ist. Siehe auch den Fall mit der Wolfsbegegnung am Weißen Hirsch.
viewtopic.php?f=23&t=2908&p=36780#p36780
Das liegt im Süden des riesigen Waldgebietes der Dresdner Heide, während der Fall nur 2 km vom nördlichen Rand der Dresdner Heide passiert ist. Die hätten dann genausoviel Waldfläche wie "meine" 3 nördlichen Rudel Dauban, Kollm und Niesky.

Ich freue mich aufs Hyperventilieren der Städter... :lol:
Lutra, was sagstn du dazu, ist ja nur 10 km von dir weg.

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