Das Sterben der Schäfer

Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein
Wolfs-Theoretiker
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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Wolfs-Theoretiker » 2. Dez 2019, 11:33

Hallo Caronna,

da haben die linksrheinischen Schafe bis jetzt ja noch Glück, weil noch kein Wolf eine geeignete Stelle gefunden hat,
um den Rhein zu überqueren. Aber in absehbarer Zeit wird es dazu kommen.
Wie Du schreibst, sind es Gemeindemitarbeiter aus dem Berufsstand der Schäfer,
welche mit Hilfe der Schafe die Landschaften der Stadt Aachen pflegen.
(Kurze Frage, gehören die Schafe der Stadt?) Wenn ja, dann hat diese Art von Schäfer keinen Verlust durch den Wolf.
Ja denen kann es egal sein, was passiert wenn der Wolf da ist.
(Kurze Frage, wer finanziert die Herdenschutzhunde, wovon der Gemeinde-Schäfer gesprochen hat?)
Da wird wohl der Gemeindemitarbeiter nicht für Schutzmaßnahmen aufkommen müssen und er wird auch nicht sterben,
wenn der Wolf alle Schafe wegholt.
Er wird umgeschult und bekleidet einen anderen Posten eines Gemeindemitarbeiters.
Anderst sieht es doch mit den gewerbemäßigen Schafshalter und den Schafzüchtern aus,
denen geht es auf Grund Deiner Erklärungen(Wolle/Fleisch etc..) eh schon ans Eingemachte, wie es so schön heißt.
Aber wirklich schlimm sind die Hobby-Schafhalter und Kleinbetriebe betroffen,
weil wegen zu geringe Anzahl der Nutztiere wird jeder Antrag für die Bezuschußung von Schutzmaßnahmen ja eh abgelehnt.
Es müssen schon wenigstens 100 Schafe sein oder so. Wenn nun einer 95 Schafe hat, was dann?
Ja, auch hier stirbt der Schäfer nicht, sondern im Sinne des Wortes, nur der Beruf des Schäfers. Ha, Ha, Ha

Wenn Du mal auf der anderen Seite vom Rhein bist, dann frag da doch mal einen schon geschädigten Schäfer, was er vom
Wolf und vom Wolfsschutz hält. Die ander Rheinseite geht bis an nördliche und östliche Waterkant.

So nun machs gut und bis bald mal wieder.

Grüsse, WT
"Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen." Jean-Jacques Rousseau

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Nina
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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Nina » 2. Dez 2019, 13:03

Wolfs-Theoretiker hat geschrieben:Aber wirklich schlimm sind die Hobby-Schafhalter und Kleinbetriebe betroffen,
weil wegen zu geringe Anzahl der Nutztiere wird jeder Antrag für die Bezuschußung von Schutzmaßnahmen ja eh abgelehnt.
Es müssen schon wenigstens 100 Schafe sein oder so. Wenn nun einer 95 Schafe hat, was dann?
Ein Blick in die Förderrichtlinien der Bundesländer kann Deinem Informationsdefizit Abhilfe schaffen.
Beispiel Niedersachsen und Nordhein-Westfalen:
Wer kann Anträge auf Zuwendungen für Präventionsmaßnahmen stellen?
Natürliche und juristische Personen des Privatrechts sowie Personengesellschaften, die eine Nutztierhaltung im Haupt- oder Nebenerwerb betreiben, können Förderanträge stellen. Auch Kleinsttierhalter und Hobbytierhalter sind seit dem 24.10.2018 antragsberechtigt.

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz: Informationen für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter
RICHTLINIE ÜBER DIE GEWÄHRUNG VON BILLIGKEITSLEISTUNGEN UND ZUWENDUNGEN ZUR MINDERUNG ODER VERMEIDUNG VON DURCH DEN WOLF VERURSACHTEN WIRTSCHAFTLICHEN BELASTUNGEN IN NIEDERSACHSEN (RICHTLINIE WOLF), 26.02.2019
https://www.umwelt.niedersachsen.de/sta ... 29504.html
Bei Dir in NRW:
Zuwendungen für Prävenstionsmaßnahmen
[...] Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen des Privatrechts sowie Personengesellschaften mit Haupt- oder Nebenerwerb. Auch Hobbytierhaltungen können eine Förderung von Präventionsmaßnahmen beantragen.

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: Eckpunkte der „Richtlinien über die Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen“ („Förderrichtlinien Wolf“), 27.09.2019 https://wolf.nrw/wolf/web/babel/media/r ... punkte.pdf

Lutra
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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Lutra » 2. Dez 2019, 13:15

Erklärbär hat geschrieben:
2. Dez 2019, 09:20
Frag mal Deinen Schäfer, wie das preislich reinhaut mit den Hunden und dem Zaun. Dann schreibe hier, was er gesagt hat. Danke.

Gruß Erklärbär
Über Zaun, Schafe, Hunde haben wir schon oft gesprochen. Den Zaun (Euro-Netz) nutzt er schon, seit er Schafe hat, ca. 30 Jahre. Früher hatte er viel mehr Schafe. Die waren praktisch sein Haupterwerb. Mit Wegfall der Mutterschafprämie hat er fast alle abgeschafft. Die er jetzt noch hat, und es sind mit der Zeit wieder mehr geworden und Ziegen dazugekommen, hält er zur Beweidung im Naturschutzgebiet. Da diese entsprechend honoriert wird, lohnt sich die Sache auch einschließlich Herdenschutzhunde. Zwei Hunde hat er nach dem großen Wolfsriß von seiner Familie zum Geburtstag geschenkt bekommen und sie sind bei ihm sogar als Foto auf einem Sofakissen verewigt.
Speziell über die ganzen Kosten haben wir noch nicht gesprochen. Aber ich kann ja bei Gelegenheit mal fragen. Die ganze Sache ist aber letztlich eine Kosten-Nutzen-Frage wie bei jedem Gewerbe. Wenn ich genug Einkommen erziele, im speziellen Fall durch Naturschutzmaßnahmen, kann ich auch die Kosten tragen. Dieses Einkommen muß aber auch halbwegs kalkulierbar sein und nicht mit größten Unsicherheiten behaftet. In dem Sinne war das früher die Mutterschafprämie und heute wäre es eine Weidetierprämie, die es in 22 EU-Staaten gibt und die die Bundesregierung immer wieder ablehnt.Wenn Weidetierhalter von der Gesellschaft gewünschte Dienstleistungen bringen, Freihaltung von Offenlandflächen, positive Auswirkungen auf viele Tier- und Pflanzenarten, dann sollten diese Dienste auch honoriert werden, dann rechnet sich die Sache auch wieder. Alleine mit dem Verkauf von Fleisch und Wolle wird das zur Zeit nichts mehr in Deutschland, da ist das Sterben der Schäfer längst im Gannge, auch ganz ohne Wolf.

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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Lutra » 2. Dez 2019, 13:18

Wolfs-Theoretiker hat geschrieben:
2. Dez 2019, 11:33

Aber wirklich schlimm sind die Hobby-Schafhalter und Kleinbetriebe betroffen,
weil wegen zu geringe Anzahl der Nutztiere wird jeder Antrag für die Bezuschußung von Schutzmaßnahmen ja eh abgelehnt.
Es müssen schon wenigstens 100 Schafe sein oder so. Wenn nun einer 95 Schafe hat, was dann?
Keine Ahnung, aber davon jede Menge... :roll:

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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Erklärbär » 2. Dez 2019, 21:01

Ganz klar, dass Schäfer für den Erhalt von Naturschutzflächen entlohnt werden sollen. So wie die Bauern was bekommen, wenn sie Wege freihalten und mit dem Mulcher drüberfahren.

Dennoch wird das großflächig mit wolfssicheren Weiden niemals funktionieren. Dafür gibt es zuvieles, was nicht machbar ist. Heute habe ich mit einer Wanderschäferin gesprochen, die hatte 800 Schafe. Da wird nachts nur ein Elektrozaun gesteckt, wenn da ein Wolf reinwill, schafft der das, v.a. wenn die Schafe in Panik alles niederrennen. Die Hunde kann man da nachts auch nicht allein lassen. Soll die bei ihren Schafen übernachten? Unzumutbar...
Wölfe werden bei uns immer mehr gesichtet, alles ne Frage der Zeit, wann die zuschlagen...
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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Redux » 2. Dez 2019, 21:20

immer das gleiche Gelaber wieso hat sie keine herdenschutzhunde ? genau weil sie zu geizig ist. es gibt 800 schäfer in diesem land die kein mensch braucht und nein die bekommen längst genug. schluß damit. diese veralteten produktionstechiken sind unrentabel und längst nicht mehr weltmarktfähig und der wolf kann da gar nix für. wer schützen will kanns tun wer nicht macht halt zu. und bloß keine weiteren millionen vom staat. und daß jemand der 800 schafe hat zu geizig ist ein paar herdenschutzhunde anzuschaffen zeigt schon daß die ganze zunft keine zukunft hat. ach ja und bei der herde übernachten ist gar kein schlechte idee, aber das ist deutschen schäfern selbstverständlich nicht zu zumuten. tja andere sind einfach besser und billiger und das mit wolf. und im unterschied zu wurst, bier und brot sehe ich da auch kein nationales kulturgut in gefahr.
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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von zaino » 2. Dez 2019, 22:00

... und mimimimimi.... frisch aufgeforstete Bäumchen schützen (wird subventioniert) geht nicht, lieber die blöden Rehe alle abknallen.
Oder einen gesunden Mufflonbestand ausrotten, bevor sie ein paar Bäume schälen... oder oder oder... Geht nicht, mimimimi.... nur totschießen ist ein realisierbare Variante - was sie nachweislich ja doch nicht ist.
Raps wächst angeblich nur, wenn man ihn schön begiftet, genau wie viele andere Ackerfrucht.... Und so zieht sich das wie ein roter Faden durch.
Statt mit der Natur immer gegen, gegen, gegen.... zwanghaft...
Und MIT dem Wolf koexistieren geht mal überhaupt ganz und gar nicht, nein, das ist eine Gemeinheit, dass es den überhaupt gibt!!! Hinweg mit ihm...

Ich bin das ständige Gewimmer genauso leid wie Redux ....Ningelgitten war das Wort, richtig?
Gehtnicht, ja aber.... geht nicht... ja aber... MACHEN statt QUATSCHEN und Rumheulen wäre auch mal eine Option.
Mit wievielen gusseisernen Bratpfannen muss man eigentlich auf Köpfe einhauen, bis da mal Verstand 'reinrinnt?

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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Erklärbär » 2. Dez 2019, 22:51

:lol: :lol: :lol:

Ihr seid echt drollig.

Nix kapiert... :-?

Die hatte noch keinen Wolfsriss. Also, warum Panik und hyperkinetischer Aktionismus?

Die soll nachts bei ihre Schafen schlafen..tsts..realitätsfremd ist Euch ein Begriff, nehme ich an?
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Wolfs-Theoretiker
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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Wolfs-Theoretiker » 2. Dez 2019, 23:05

Hallo Lutra,
danke für Dein Feedback.

Deine Antwort ist wenigsten ehrlich gemeint. :roll:

Grüsse, WT
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Re: Das Sterben der Schäfer

Beitrag von Wolfs-Theoretiker » 2. Dez 2019, 23:44

Hallo Nina,
guten Abend und danke für Deine Aufklärungen.
Bin zwar auch Halter von zwei Kamerunschafen(nachlass von Seiten des verstorbenen Schwiegervaters),
welche hier das Gnadenbrot kriegen. Unser Grundstück 6500 m² ist nur teilweise eingezäunt,
lediglich da wo die Schafe laufen. Natürlich kein E-Zaun sondern nur 1 mtr hoher Schafsdraht.
Das würde einen Wolf nicht aufhalten, aber unsere Landschaft ist kein durchgängiger Wald und besteht zum größten Teil
aus Weiden für Kühe und Pferde, weil sich das Gelände nicht so gut für Ackerbau eignet.
Was den Wolf eventuell daran hindert zu uns vorzudringen sind die relativ dicht beeinanderliegenden Bauernanwesen.
Gut gestreut sind kleine Anwesen und grössere Anwesen und welche sowohl in den kleinen Wäldern,
als auch im offenen Land liegen.
So sieht es rund um Velbert und eigentlich im gesamten Niederbergischen aus.
Wobei im Oberbergischen(eine Tagesreise für einen Wolfes), da hat der Wolf schon wiederholt zugeschlagen.
Aber da ist mehr Wald und weniger offenes Land. Auch die bäuerlichen Anwesen sind nicht so dicht gestreut.
Da iat es geländemäßig wesentlich ruhiger, aber noch bergiger als bei uns.
Da hat der Wolf gute Versteckmöglichkeiten und Ruhe, welche es bei uns nicht wirklich gibt.
Unser Land ist von vielen Wanderwegen durchzogen und da ist immer wer unterwegs.
Das empfindet der Wolf als unangenehm und er verdünnisiert sich aus unserer Gegend.
Aber wenn einer Auftaucht, dann werde ich Dich umgehend informieren.

Grüsse, WT
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