Studien und wissenschaftliche Paper zu Wölfen

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Nina
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Re: Studien und wissenschaftliche Paper zu Wölfen

Beitrag von Nina » 23. Nov 2019, 15:07

Sobald jedoch von den beteiligten Ländern ein umfassender Bewirtschaftungsplan auf Bevölkerungsebene für eine grenzüberschreitende Bevölkerung ausgearbeitet wurde, scheint die grenzüberschreitende Bevölkerung ein geeigneter Maßstab für die Bewertung nach Artikel 16 zu werden. Dies würde mehr Managementflexibilität schaffen. Bis ein günstiger Erhaltungszustand erreicht ist, ist der Spielraum für Ausnahmeregelungen auf Ausnahmefälle beschränkt, in denen festgestellt wurde, dass die betreffende Ausnahmeregelung die Aussicht auf einen günstigen Zustand nicht beeinträchtigt.
Hoffentlich führt die Google Translation hier nicht zu folgenschweren Missverständnissen, im Zuge derer die "grenzüberschreitende Bevölkerung" anstatt der länderübergreifenden Wolfspopulation nach einem Bewirtschaftungsplan bewirtschaftet wird. Im Gegensatz zu den Wölfen hat die Bevölkerung bei uns in Niedersachsen den günstigen Erhaltungszustand jedenfalls schon lange erreicht. Ob daraus jetzt Managementmaßnahmen folgen müssen, lasse ich mal dahingestellt, aber Art. 16 ist hier wohl nicht anwendbar. :D

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Dr_R.Goatcabin
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Re: Studien und wissenschaftliche Paper zu Wölfen

Beitrag von Dr_R.Goatcabin » 25. Nov 2019, 16:05

Pilot et al. (2019): Global Phylogeographic and Admixture Patterns in Grey Wolves and Genetic Legacy of An Ancient Siberian Lineage. DOI: 10.1038/s41598-019-53492-9. Volltext Google Translation.


Abstract
Die evolutionären Beziehungen zwischen ausgestorbenen und vorhandenen Linien liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie Arten auf Umweltveränderungen reagieren. Der graue Wolf gehört zu den wenigen großen Fleischfressern in der Holarktis, die das Aussterben der Megafaunen im späten Pleistozän überstanden haben. Er reagierte auf die tiefgreifenden Umweltveränderungen dieser Zeit mit dem Verlust eindeutiger Abstammungslinien und phylogeografischer Veränderungen und wurde domestiziert. Wir haben globale genomweite phylogeographische Muster in modernen Wölfen rekonstruiert, einschließlich zuvor unterrepräsentierter sibirischer Wölfe, und ihre evolutionären Beziehungen zu einem zuvor genotypisierten Wolf aus Taimyr, Sibirien, datiert auf 35 Kya [non-SI; Abk. für 35.000 Jahre B.P.], untersucht. Die abgeleitete phylogeographische Struktur wurde durch Beimischung von Hunden, Kojoten und Goldschakalen beeinflusst, was die Bedeutung der Berücksichtigung dieses Prozesses in phylogeographischen Studien betont. Die Taimyr-Linie unterschied sich von den modernen sibirischen Wölfen und bildete eine Schwesterlinie der modernen eurasischen Wölfe und Haushunde mit einer zweideutigen Position in Bezug auf nordamerikanische Wölfe. Wir entdeckten einen Genfluss von der Taimyr-Linie zu arktischen Hunderassen, aber Populationscluster-Methoden zeigten eine größere Ähnlichkeit des Taimyr-Wolfs mit modernen Wölfen als mit Hunden, was komplexe Beziehungen zwischen diesen Linien nach der Divergenz impliziert. Unsere Studie zeigt, dass Introgressionen von ökologisch unterschiedlichen konspezifischen und kongenerischen Populationen in der Evolutionsgeschichte der Wölfe häufig vorkamen und deren Anpassung an den Umweltwandel hätten erleichtern können.
"Though this be madness, yet there is method in 't ..."

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