Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Die Beziehung zwischen Mensch und Wolf, Zusammenleben, Herdenschutz, Konflikte und Lösungen.
Erklärbär
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Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von Erklärbär »

https://brf.be/regional/1296247/

Interessante Fakten aus der Schweiz und Frankreich.
Dort gibt es trotz Herdenschutz immer mehr Nutztierrisse.

In Ländern, in denen Wölfe reguliert werden dürfen, gibt es dagegen weniger Probleme. Und trotzdem gibt es dort genug Wölfe. Artenschutz offenbar kein Problem.

Ist auch klar, wenn ein Einbrecher zu erschossen werden droht, bricht er lieber dort ein, wo er nichts zu befürchten hat.
 Es werde gesagt, dass die Bauern ihre Tiere nur ausreichend schützen müssten, um mit dem Wolf zusammenleben zu können. Das sei aber nicht so, sagt Stoffel.

In der ganzen Schweiz habe es im letzten Jahr 500 Wolfsrisse gegeben – und das bei etwa 50 Wölfen im ganzen Alpenbogen und etwa 200 Herdenschutzhunden. Es sei relativ einfach für den Wolf, sich aus den großen Beständen von Hirschen und Gemsen zu ernähren. Nach einigen Jahren würden die Wildbestände jedoch abnehmen und das Wild werde scheuer.

Georges Stoffel ist überzeugt, dass das Wild Strategien entwickelt, um dem Wolf zu entkommen und dass ihm das auch gelinge. Für den Wolf werde es dann schwieriger, zu jagen und stattdessen greife er Nutztiere an. Die Schweiz sei aber noch nicht in einer akuten Wolfsphase wie im französischen Alpenbogen, wo es 500 Wölfe und mehrere Tausend Herdenschutzhunde gebe. Trotzdem hätte es dort im letzten Jahr 12.500 Risse gegeben.
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TheOnikra

Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von TheOnikra »

Erklärbär hat geschrieben: 6. Jul 2019, 06:29 https://brf.be/regional/1296247/

Interessante Fakten aus der Schweiz und Frankreich.
Dort gibt es trotz Herdenschutz immer mehr Nutztierrisse.

In Ländern, in denen Wölfe reguliert werden dürfen, gibt es dagegen weniger Probleme. Und trotzdem gibt es dort genug Wölfe. Artenschutz offenbar kein Problem.
LAUT G. STOFFEL! Wie schnell die Meinen einzelner für dich schon zu Fakten werden ist echt nicht mehr lustig.
Ist wird auch nirgends gesagt wie viele Risse letztendlich bei Herden mit HSH gegeben hat. Die Aussagekraft über die Wirksamkeit von Herdenschutz ist gleich Null
Außerdem wird doch in Frankreich der Wolf reguiert und wie erwartet sind die Risse weiterhin sehr hoch. Danke für den Beweis das Bejagen von Wölfen nichts bringt!
Erklärbär
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Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von Erklärbär »

Du musst genauer lesen, was da steht!

"Herdenschutz funktioniere nur in Ländern, in denen es den Wolf schon immer gegeben habe und die die Berner Konvention unter Vorbehalt des Wolfes unterzeichnet haben. Im Balkan, in Slowenien, Spanien und in einigen Ostländern dürften Wölfe reguliert werden und trotzdem gebe es dort immer noch Tausende von Wölfen. Es sei absolut keine Rede von einer Ausrottung des Wolfes."

In Frankreich gab es wohl lange keine Wölfe mehr, insofern hat dort die Konditionierung nicht gegriffen. Vermute ich.

Die Zahlen aus dem Interview sind nachprüfbar. Dann sind es Fakten oder Fake.
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zaino
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Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von zaino »

Ähm, echt jetzt: "Der Wolf vermehre sich jährlich um 30 Prozent und es werde keiner geschossen. Man spricht von derzeit 15.000 bis 20.000 Wölfen in Europa. Also könne man davon ausgehen, dass jedes Jahr 6.000 Wölfe hinzukommen."

Nur weil der Typ das sagt (und er sagt nicht viel anderes als die Besorgtbürger hier), müssen die Zahlen beispielsweise ja nicht stimmen.
Ich hab da meine Zweifel.
TheOnikra

Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von TheOnikra »

Erklärbär hat geschrieben: 6. Jul 2019, 13:42 In Frankreich gab es wohl lange keine Wölfe mehr, insofern hat dort die Konditionierung nicht gegriffen. Vermute ich.
Oder das der Herdenschutz dort noch nicht flächendeckend genug ist, oder HSH noch nicht Ausgebildet sindn oder noch keinen Kontakt zu Stromzäunen gehat haben oder ...
Also warum sollte da jetzt ausgerechnet der Faktor Regulierung ausschlaggebend sein? Und was ist mit Polen?
Das sagt doch überhaupt nichts aus. Korrelationen sind keine Kausalitäten. Von daher sind die Zahlen da schon nicht mehr relevant.

Außerdem was soll "Die werden ja nicht ausgerotten." Bitteschön für eine Begründung sein. Rupfen wir jetzt Eidechsenschwänze abn nur weil die nachwachsen? Dann kann man ja auch bei der Massentierhaltung bleiben.
zaino
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Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von zaino »

Erklärbär hat geschrieben: 6. Jul 2019, 06:29 https://brf.be/regional/1296247/

Interessante Fakten aus der Schweiz und Frankreich.
Dort gibt es trotz Herdenschutz immer mehr Nutztierrisse.

In Ländern, in denen Wölfe reguliert werden dürfen, gibt es dagegen weniger Probleme. Und trotzdem gibt es dort genug Wölfe. Artenschutz offenbar kein Problem.
KEIN Landwirt scheint zugeben zu wollen, dass empfohlene Schutzmaßnahmen, die ihn Mühe kosten, etwas bringen könnten. Meine Beobachtung. Leider.

Im von Dir persönlich eingestellten Filmchen konzentriert sich die französischen Einsatztruppe auf die Situationen, wo HS tatsächlich in die Hosen ging. Ok.

Ob in Ländern, in denen der Wolf auf der Abschußliste steht, in der Tat mehr oder weniger passiert, gibts dafür Zahlen?
DIe zetern evt. einfach viel weniger. Die wenden etwas Zeit auf, wie die Franzosen, beobachten geduldig die "Brennpunkte" und vergrämen oder entnehmen gezielt, also genau DEN Wolf, der an die Schafe geht oder an der Stalltür buddelt etc. etc. Das hat viel weniger Einfluss auf die Wolfspopulation als blindwütiges "Dezimieren".

Bei uns hakts einfach bei den Stichworten "Geduld", "Brennpunkte im Auge behalten" u.s.w. Und bei dem Interviewten genauso, fürchte ich.

An einem Punkt liegt er schon mal falsch: Das Wild verzieht sich weder noch verändert es sein Verhalten allzu auffällig. Niemand kann ernsthaft glauben, dass gesunde Wölfe kein Wild kriegen, weils plötzlich "schneller rennt" etc. ;)
wolfsam
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Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von wolfsam »

Wer noch etwas über Herrn Georges Stoffel wissen möchte, schaut mal hier: https://www.suedostschweiz.ch/zeitung/b ... nz-bedroht
zaino
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Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von zaino »

Auch immer das Gleiche - ein Wolfsriss ist nicht hinnehmbar!!! Aber, wie in einem älteren Film erklärt wird, wenn jemand eine ganze Herde beim Abtrieb "vergißt" und das arme Viehzeugs dann im Winter elendig verhungert, erfriert, von Lawinen weggeputzt wird und über MOnate langsam und qualvoll draufgeht, stört das keinen?

Dass die Almwirtschaft sozusagen am Boden liegt, das ist ein alter Hut, der war schon abgetragen, bevor der Wolf wieder auftauchte, oder auch der Bär. Am End tät auf der Alm weniger passieren als "unten", weil da eigentlich immer einer hüten sollte. Die Tiere werfen beim Sömmern, es gibt Gewitter, Muren etc. Also ein paar Hunde und ein, zwei Mann mit Stock - Flatterband und einem guten E-Zaun bei Nacht fürs Kleinzeug (Schafe, Geißen) und der Käs' wäre gebissen. Das Thema ist doch eher, dass da keiner mehr 'rauf will, weil mühsam, kein Netz, schlecht bezahlt, langweilig, ungesellig, und ja, heute ist es einfach wichtig, fürs Alter vorzusorgen, das können Teilzeit-Almer nicht so gut, das sehe ich ein. Aber schiebt das doch bitte, bitte, nicht dauernd alles dem Wolf in die Socke!
Erklärbär
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Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von Erklärbär »

Der Wolf macht es sich eben in einer ökologischen und sozialpolitischen Nische gemütlich. Er gibt den Hirten und Sennern lediglich den Rest Es ist ja unbenommen, dass die so schon genügend Probleme haben.

Aber es ist bekanntlich immer ein Tropfen, welcher das Fass zum Überlaufen bringt. Ob der Tropfen gut oder schlecht ist, spielt dabei effektiv erst mal keine Rolle.
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Redux

Re: Warum Herdenschutz kaum funktioniert

Beitrag von Redux »

Nee die sind schon lange nicht mehr lebensfähig! Produktionsfolkore für volle Kassen
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