Hütte für Herdenschutzhunde?

Die Beziehung zwischen Mensch und Wolf, Zusammenleben, Herdenschutz, Konflikte und Lösungen.
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TheOnikra
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Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von TheOnikra » 28. Mai 2017, 22:30

Anlässig der Petition. mal so in den Raum geworfen?

Erst mal geht bei der Petition nur darum:
Der Deutsche Bundestag möge eine Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV) beschließen, die es Weidetierhaltern unter bestimmten fest definierten Voraussetzungen erlaubt, Herdenschutzhunde zum Schutze von Weidetieren einzusetzen.

Der Bundestag möge diese fest definierten Voraussetzungen gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren zum Thema und insbesondere unter Einbeziehung der Weidetierhalter festlegen und gesetzlich verankern.
Näheres ist da erstmal nichts und die aufgeführten Änderungspunkte:
*Feststellung: Für Herdenschutzhunde sind eine Schutzhütte und ein witterungsgeschützter, schattiger Liegeplatz mit wärmegedämmten Boden erforderlich.
*Stromführende Elemente in Herdenschutzzäunen sind problematisch, wenn sich der Herdenschutzhund innerhalb der Herde (und damit auch innerhalb des Schutzzauns) befindet und in aufgerichtetem Zustand mit seinen Vorderpfoten berühren kann.
*Wird der Hund zusammen mit den Schafen in einem Stall untergebracht, so ist § 5 Abs. 1 S. 2 TierSchHundeV zu beachten, dass heißt im Stall muss grundsätzlich die Fläche der Fensteröffnungen ("Fläche der Öffnungen für das Tageslicht") mindestens ein Achtel der Bodenfläche betragen, selbst wenn die Anforderungen, die für Schafe insoweit gelten, weniger weitgehend sind.
zu 2. habe ich jetzt nirgends Einwände entdeckt. Zu 3. habe ich jetzt gar keine Äußerung entdeckt
Also zu Problem Nummer 1
Was mir hier schon ins Auge fällt ist das und also Schutzhütte und Unterstand. Frage Ist da wirklich beides Verlangt?
Die Schwierigkeit das alles zu tranzportieren kann ich mir gut vorstellen, wie der Wanderschäfer berichtet.
So jetzt mal die andere Seite. Die besagt das ein Hütte sowohl vor Regen, Sturm ect. schützen soll und auch als Rückzugsgebiet herhalten muss.
Hier mehr dazu:
http://www.herdenschutzhundhilfe.de/wp- ... Fragen.pdf

Frage wie sieht es denn mit den Hunden aus. Sind die wirklich so "verweichlicht" das sie das wirklich brauchen. Zu meinen Gedankengängen Huskys liegen angebunden im Schnee, die Transportboxen sind extra nur zum liegen gedacht und das zum vergnügen des Menschen. Andere nennen das artgerechte Haltung, weil es ihrer Natur entspricht und so.
Wieso das ganze jetzt nur für die Hunde gilt und nicht für die Schafe ist mir da nicht ganz klar. Würde da nicht Unterstandsregeln für Schafe reichen, es muss ja kein komplett Wegfall sein.

Und außerdem fände ich von Prinzip her Schade das es jetzt an einer noch nicht mal festgelegenen Forderung scheitert. Es muss ja nicht alles genau so Umgesetzt werden. Aber wer weiß vielleicht bietet sich da ja auch eine Voraussetzung an, mit der beide Seiten zufrieden sind. (Zeitliche Rahmenbedingunen.

Was ist eure Meinuhg dazu.
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SammysHP
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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von SammysHP » 28. Mai 2017, 23:04

Die genannten Punkte sind ja die Hürden, die so in "einem Schreiben vom 26. August 2016 durch die Stabstelle der Landesbeauftragten für Tierschutz des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg genannt" wurden. Es geht wohl darum, diese Punkte zu lockern, um einen Herdenschutz durch Hunde überhaupt umsetzen zu können. Hier meine Meinung zu den einzelnen Punkten:

1. Das geht aus irgendeinem Tierschutzgesetzt oder so hervor und ist regelmäßig ein Problem bei Hunden, die draußen "leben". Damit haben viele Huskyhalter zu kämpfen, deren Hunde in einem großen Auslauf schlafen. Dort muss man aus dekorativen Zwecken ;) einen entsprechend wettergeschützten und isolierten (!) Unterstand bauen. Von den Hunden geht da niemand rein, aber die Behörden schreiben es vor. Ist bei Gehegewölfen übrigens genauso.

2. Hunde spüren ganz genau, wenn auf einem Zaun Strom drauf ist! Ich beobachte regelmäßig, wie meine Hunde 1 mm vor einem Weidezaun mit der Nase stehen bleiben, den Zaun angucken und genau wissen, dass das Weh tut. Abgesehen davon bringt es einen gesunden Hund nicht um, tut nur höllisch weh und ein zweites Mal wird er sicher aufpassen.

3. Das macht doch absolut keinen Sinn. Warum sollte ein Hund – Achtung, die leben in Höhlen! – Probleme mit Fenstern haben, die für Schafe (die leben auf der Wiese!) ausreichend sind? Zudem braucht man in einem geschlossenen Stall keinen Herdenschutzhund. Der Hund wird also nur über Nacht dort rein kommen, damit er (aus Gewohnheit) bei der Herde bleiben kann.

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TheOnikra
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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von TheOnikra » 29. Mai 2017, 19:23

@Sammy Danke für die Antwort Das mit Huskys und Wölfen sehe ich auch so. Aber wie sieht es den jetzt direkt bei Herdenschutzhunden aus im Bezug auf diese Aussage
HSH haben zwar auch dichte Unterwolle, die aber nicht so gut isoliert ist und dauerhaft draußen
schützt. Meine Stella fühlt sich da nicht so wohl, sie sitzt unter dem Vordach des Stalles und ist sicher
froh das zu haben.

Gibt es hier zu irgendwelche Erfahrungen, die nicht so "vermenschlicht" sind.

Und ganz ehrlich das hört sich schon nach den Wolfsgegnern an. "Das Schaf fühlt sich bei Anwesenheit des Wolfes nicht wohl, es froh wenn er tot ist."

Da Zweifel ich an so manchen Wolfsfreunden die dann sowas gegen diese Petition verbreiten. Man muss hier jetzt nicht einen auf Veganersekte machen.
Tschuldigung so seh ich das.
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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von kangal2 » 30. Mai 2017, 19:07

Die Petition des Schäfers sollte jeder Wolfsfreund unterstützen, denn er tut genau das, was hier von ihm gefordert wird, d.h., er will es gern tun.

Elli H. Radinger, NABU usw. haben bereits gezeichnet.

http://www.elli-radinger.de/petition-ti ... denschutz/

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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von Lutra » 30. Mai 2017, 20:05

Ich habe mich da noch nicht so damit beschäftigt, aber bei uns hier in Sachsen scheint das kein Problem zu sein. Ich hab noch keine Hütte auf den Weiden für die Herdenschutzhunde gesehen. Es ist doch irgendwie kein Akt, in solchen Fällen Ausnahmegenehmigungen zu geben?

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TheOnikra
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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von TheOnikra » 30. Mai 2017, 20:58

@ Lutra Ich glaube das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden geregelt. Ausnahmen müssen ja auch erst mal erlaubt sein.
Aber wo, wie, was genau wüsste ich auch gern.
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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von kangal2 » 31. Mai 2017, 09:39

"Was also Herdenschutzhunde betrifft, so ist eine bundesweite Ausnahmeregelung zur Tierschutz-Hundeverordnung längst überfällig. Momentan wird die Arbeit der Herdenschutzhunde in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt, die meisten Behörden schauen weg oder dulden es einfach. Aber eine Duldung und ein Verschweigen bietet nicht die dringend benötigte Rechtssicherheit für die Nutztierhalter."

http://www.elli-radinger.de/petition-ti ... denschutz/

Geht also auch um Rechtssicherheit in dieser Beziehung.
Duldung oder Wegschauen seitens der Behörden kann ja nun nicht die Lösung sein.
Da würde ich mich als Schäfer auch bedanken.

balin
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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von balin » 1. Jun 2017, 04:31

Das mit der Hundehütte macht mir keine so großen Sorgen, zumal da eine rumsteht und die Hund zusätzlich ja immer in die Halle können.
Für mich ist das Kernproblem das mit der ständigen Aufsichtspflicht durch den Hundehalter. Wohl habe ich 5km Zaun aussenrum, aber wenn man Standweide betreibt, sind die Tiere doch oft sich selbst überlassen und selbst wenn man mal da ist oft ausser Hör- und Sichtweite.
Mir bleibt praktisch nichts anderes übrig, als das Publikum auszusperren. Ich möchte mir Ärger ersparen.
Könnte natürlich auch vorne eine Aufklärungstafel instalieeren, die Passanten darauf hinweisst, daß bei Nutztieren nicht automatisch die Gefährdungshaftung greift, sondern vom Spaziergänger durchaus auch verantwortliches Handeln eingefordert wird.
So arg viel Rechtssicherheit habe ich aber nicht dabei, weil ein öffentlicher Weg bei mir mit abgezäunt ist.
Es gibt da mehr wie eine Baustelle im Herdenschutz.....!

Schafwächter
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Re: Hütte für Herdenschutzhunde?

Beitrag von Schafwächter » 2. Jun 2017, 19:12

Einen stall haben wanderschäfer gewöhnlich am betriebssitz und der rest läuft über triebgenehmigung wg seuchen etc. Hunde jeglicher art sowie nachtpferche sind ohnehin Grauzone. Im süden brabbeln sich schäfer und teils sogar der nabu in eintracht zurecht es geht nicht. Wer sich etwas umsieht und die konsequenzen zieht wäre schon viel weiter in der diskussion mit den Behörden etc. Aber man wollte ja noch abwarten ob im norden die messer gewetzt undund flinten geputzt werden. Da ist der schmücker ja ehrlicher gegen die die sich hier bzw dazu aus dem süden zu wort melden.
Die kangal die bei mir nicht mit den Schafen eingezäunt sind laufen bei mir z.zt.

auf ca 100 ha um die schafzäune herum in der ihrerseits eingezäunten solaranlage. Das sind Verhältnisse wie ich sie auch aus Rumänien kenne und wohl auch nötig sind um die hunde gesund zu halten. Natürlich kann man auch mit hütten an den symtomen des bewegungamangels gelenkverscheiss etc herumdoktorn.

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