Dänischer Wolf kein Hybrid

Über freilebende Wölfe in Europa.
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Nina
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Dänischer Wolf kein Hybrid

Beitrag von Nina » 4. Sep 2019, 16:25

In dem Fall des illegal geschossenen Wolfes in Dänemark ist das gerichtliche Berufungsverfahren auf den 23.-25.09.2019 angesetzt.
Das erste Urteil wurde sowohl von der Verteidigung als auch von der Staatsanwaltschaft angefochten. Der Staatsanwaltschaft war die Strafe für den Schützen zu gering angesetzt, während die Verteidigung darauf beharrte, dass das bei dem Abschuss aus dem Auto heraus getötete Tier ein Hybrid gewesen sei. Zuvor hatte der Schütze angegeben, aus Gründen der Selbstverteidigung geschossen zu haben. Wolfsfreunde, die eigentlich die Wölfe hatten filmen wollen, wurden Zeugen der Tat und konnten mit ihrem Filmmaterial dokumentieren, dass die Wölfin aus dem Auto heraus abgeschossen wurde.

Ein neues DNA-Gutachten sollte nun klären, ob es sich bei dem getöteten Wolf tatsächlich - wie von der Verteidigung behauptet - um einen Hybrid-Wolf gehandelt habe. Das Gutachten liegt nun vor. Es kommt laut Staatsanwalt Ulrik Panduro zu dem Schluss, dass keine Hunde-DNA nachgewiesen werden konnte und es sich bei dem erschossenen Tier um einen wilden Wolf gehandelt habe.

Vgl. TV Midtvest, 09.07.2019: Dna-Analysen er klar: Dræbt ulv var ikke hybrid https://www.tvmidtvest.dk/artikel/draeb ... kke-hybrid

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Nina
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Re: Dänischer Wolf kein Hybrid

Beitrag von Nina » 25. Sep 2019, 16:58

Berufungsgericht bestätigt Urteil gegen den Jäger, der in Däenmark aus dem Auto heraus einen Wolf erschoss

Auch in der zweiten Instanz wurde gerichtlich bestätigt, dass es sich bei dem Abschuss der Wölfin in Westjütland um eine rechtswidrige Tat gehandelt hat. Das Gericht beließ es bei einer Bewährungsstrafe von 40 Tagen, hat dem Verurteilten aber zusätzlich nun auch noch den Jagdschein entzogen.
Damit blieb das Vestre Landsret weit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Tat mit sechs Monaten ohne Bewährung zu ahnden, verschärfte das erstinstanzliche Urteil jedoch dahingehend, dass dem Verurteilten die Jagderlaubnis für zwei Jahre entzogen wird.

Vgl. Danmarks Radio, 25.09.2019: Ulvedom: 67-årig får 40 dages betinget fængsel og mister jagttegn https://www.dr.dk/nyheder/regionale/mid ... r-jagttegn

Nachdem der Täter zunächst behauptet hatte, in "Notwehr" geschossen zu haben, konnten zufällig gedrehte Filmaufnahmen von Wolfsfreunden detailliert beweisen, wie der Wolf zunächst beobachtet und dann gezielt mit drei Schüssen aus dem sicheren SUV niedergestreckt wurde. Danach berief sich der Angeklagte darauf, auf einen Hybriden geschossen zu haben. Da die im erstinstanzlichen Verfahren nach Meinung des Täters unzureichende DNA-Analyse keinen Hinweis auf einen Hybriden ergab, beantragte die Verteidigung ein zweites, detaillierteres Gutachten und eine Aussetzung des Verfahrens. Nun, da auch das zweite Gutachten einen Hybriden ausschloss, zog der heute Verurteilte zunächst die Seriosität des verantwortlichen Instituts (Senckenberg) in Zweifel und beantragte abermals ein weiteres (drittes) Gutachten auf eigene Rechnung - dieses Mal von einem privaten Labor in - Achtung Überraschung - Hamburg. "Schreibereien in Deutschland" hätte seiner Meinung nach Zweifel an der Integrität des Senckenberg-Institutes aufkommen lassen. Der Forderung nach einem erneuten Gutachten wurde allerdings nicht stattgegeben, nachdem die ersten beiden Gutachten den Hybridenverdacht zweifelsfrei ausräumen konnten.

Vgl. TV Midtvest, 23.09.2019: Ulvedrab for landsretten: Mourits Troldtoft vil have endnu en DNA-undersøgelse https://www.tvmidtvest.dk/artikel/tilta ... ersoegelse

Zeitgleich wurde bekannt, dass der Schütze und Landbesitzer sich über Jahre Schäden durch Rotwild vom dänischen Staat in Höhe von knapp 800.000 Kronen erstatten liess - den dritthöchsten Betrag, der an einen Eigentümer bezahlt worden ist - und zusätzlich jährlich mehr als 100.000 Kronen durch Verpachtung von Rotwildjagdgelegenheiten einnahm, welche er durch die Rückkehr der Wölfe als gefährdet und geschmälert sah, wie er bereits 2017 gegenüber der Zeitung Dagbladet Holstebro-Struer erklärt hatte.

Vgl. Jydske Vestkysten, 23.09.2019: Dømt for ulvedrab hat fået 779.525 kroner i erstatning fra staten https://jv.dk/artikel/d%C3%B8mt-for-ulv ... fra-staten

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Dr_R.Goatcabin
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Re: Dänischer Wolf kein Hybrid

Beitrag von Dr_R.Goatcabin » 25. Sep 2019, 17:12

40 Tage auf Bewährung und Schein abgeben, für klar belegtes Verbrechen? Warum steckt man ihm zum Ausgang nicht alternativ ´nen Lolli zu und sagt schulterzuckend "shit happens"? :x
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wolfsam
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Re: Dänischer Wolf kein Hybrid

Beitrag von wolfsam » 2. Okt 2019, 10:27

Es zieht sich offensichtlich durch alle?, jedenfalls mehrere Länder, diese Angst davor, klare und auch mal drastische Sanktionen auszusprechen. Bloß niemanden zu weh tun. Woher wohl nur diese Verdrossenheit in der Bevölkerung kommt? ......

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