Bundestag diskutiert über Wolf

Über freilebende Wölfe in Deutschland.
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maxa67
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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von maxa67 » 3. Feb 2018, 08:56

Ihr hab aber schon den Antrag von der Afd gelesen,oder?
Ja sicher Onikra und ich bin in diesem Punkt mit Karsten Hilse, seines Zeichens mein direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Bautzen nicht einer Meinung. Was den AFD Antrag so zielführend macht, ist das Bestreben nach klareren Definitionen um eben Grauzonen zu vermeiden und das ist ansatzweise schon recht konkret. Egal ob klare Definition von Hybriden oder klare Entschädigungsbedingungen nicht nur für klassische Nutztierhalter sondern auch für Gebrauchstiere oder wie bei uns schon vorgekommen, Wildtiergatter.
Hat man klare Definitionen, kann man auch schneller reagieren. Kurzum: Das Experiment Wiederansiedlung der Wölfe istr gelungen, aber aufgrund der Erfahrungen der letzten 15 Jahre muß eine Neubewertung sein.
Die Zielrichtigung, die Teilbejagung des Wolfes gefällt mir auch nicht, aber der Ansatz für eine Entscheidungsfindung ist gut. Erst folgt die Analyse, dann bewertet man und entscheidet. Der Antrag zielt nicht auf Absolutismen wie bei Grünen oder FDP ohne unaufgeregte Bestandsaufnahme sondern im ersten Schritt eben erstmal auf genau solch eine.

holsteiner in nrw
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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von holsteiner in nrw » 7. Apr 2018, 14:00

Öffentliche Anhörung zum Wolf am 18.04.

Oh je, bei der Liste der „Sachverständigen" schwant mir böses... Aber seht selbst:


Die Sachverständigen sind Dr. Nicole von Wurmb-Schwark (ForGen - Forensische Genetik und Rechtsmedizin in Hamburg am Institut für Hämatopathologie Hamburg), Eberhard Hartelt (Deutscher Bauernverband), Helmut Dammann-Tamke, MdL (Deutscher Jagdverband), Ilka Reinhardt (LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland), Prof. Dr. Wolfgang Köck (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung), Wernher Gerhards (Verein Sicherheit und Artenschutz), Hilmar Freiherr von Münchhausen (Deutsche Wildtier Stiftung), Frank Hahnel (Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde) und Andreas Schenk (Bundesverband Berufsschäfer).

Quelle: https://www.bundestag.de/presse/hib/-/549714
holsteiner in nrw und nun in Niedrsachsen ;)

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HOWL
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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von HOWL » 11. Apr 2018, 16:22

feldmärker hat geschrieben:
2. Feb 2018, 12:25
Old Trapper hat geschrieben:
2. Feb 2018, 12:22

Dem ist nichts Vernünftiges mehr hinzuzufügen!
Du sprichst mir aus der Seele.

Old Trapper
... dito...
Na dann werde ich das mal tun!


Wieso, Maxxa, behauptest du, der Mensch müsse eingreifen, wenn du noch im selben Satz feststellst, dass das Problem im Grunde der Mensch ist? Widersprichst du dir damit nicht gerade selbst?

Um es noch mal klar zu stellen: Gewalt ist keine Lösung. Die Lösung durch die Waffe, egal ob in Bezug auf andere Menschen oder (andere) Tiere, hat noch nie zum versprochenen Erfolg geführt. Wenn du denen erst einmal die Waffe in die Hand drückst, glaubst du dann ernsthaft, sie werden an einem bestimmten Punkt halt machen? Schon jetzt, wo der Schutz ach so militant ist, wie ihr sagt, gibt es Wildereivorfälle noch und nöcher. Und dann kommst du, Maxxa, und forderst FDP-haft die Bejagung des Wolfs. Und das Schönste daran ist, du räumst auch noch selbst ein, dass du im Grunde keine Ahnung hast, welche Zahl an Wölfen denn verträglich wäre, sprich wann diese muntere Wolfshatz eigentlich legitim sein sollte.

Ursache erkannt, Problem verschärft. Gratulation.

Und zu der populistischen Debatte im Bundestag, die einem wieder vor Augen führt, dass Politiker fern jeder Realität leben, bleibt mir nur zu sagen ... husch husch, zurück in den Mußtopf. Die Debatte müsste von Biologen, Umweltwissenschaftlern und den betroffenen Weidethierhaltern geführt werden und nicht von Rechtsanwälten und Karrieremenschen ohne jedweden Fachhintergrund. Wieso sollte ich mir von Menschen, die unser Land bisher noch immer erfolgreich ins Chaos regiert haben, jetzt gerade sagen lassen, was das Beste für den Wolf ist? Absurd. Peinliche Aktion da unter der Glasschüssel wieder ... echt ...
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Nina
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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von Nina » 18. Apr 2018, 22:47

Hier mal eine Zusammenfassung von heute:

Experten uneins im Hinblick auf eine Bejagung der Wölfe in Deutschland: http://www.bundestag.de/dokumente/texta ... elt/549138

Da sind ja ein paar tolle Experten darunter.

War das Hamburger Labor, das heute eine steigende Wolfspopulation mit einer zunehmenden Verpaarung mit Hunden verknüpft hat, nicht genau dieses hier?

Husumer Nachrichten, 31.10.2015: Wolfs-Hybriden in SH? Eine DNA-Analyse sorgt für Verwirrung
Das Hamburger Labor [...] habe mittlerweile eingeräumt, dass es in der Bewertung vielleicht etwas unglücklich formuliert habe, so dass der Eindruck entstehen könne, ein Hybrid habe die Schafe gerissen.

Husumer Nachrichten, 31.10.2015: Wolfs-Hybriden in SH? Eine DNA-Analyse sorgt für Verwirrung https://www.shz.de/lokales/husumer-nach ... 86051.html
Ein Schlagabtausch mit Senckenberg wäre da vielleicht mal interessant gewesen, denn das Hamburger Labor scheint ja vor allem von den Wolfsgegnern gern herangezogen zu werden.

Und Experte Werner Gerhards wünscht sich "regelmäßige Wolfstreibjagden" - das müsste der "Experte" von dem Gutachten sein, das Wölfe als Ursache für ein Ausbüxen von Pferden in Meißen festgestellt haben will.
Derweil zweifelt man auch im Umweltministerium an der Expertise des Gutachters. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass Herr Gerhards wissenschaftlich tätig ist“, heißt es aus der Pressestelle.

Der Sächsischen Zeitung verweigerte Wernher Gerhards die Auskunft darüber, woher sein Fachwissen stammt.

SZ Online, 07.01.2014: Zweifel am Wolfsgutachten http://www.sz-online.de/sachsen/zweifel ... 45768.html

Lutra
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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von Lutra » 19. Apr 2018, 22:02

Ich habe mir gerade mal die Anhörung im Umweltausschuß angesehen und -gehört, über zwei Stunden, sehr interessant.

http://www.bundestag.de/mediathek?video ... =mediathek

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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von holsteiner in nrw » 19. Apr 2018, 22:38

Lustig, bin auch grad dabei. Habe noch ne Stunde vor mir. Am besten finde ich die Grimassen, die die Beteiligten „Experten" haben, wenn andere „Experten" ihre Antworten geben...
holsteiner in nrw und nun in Niedrsachsen ;)

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Redux
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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von Redux » 20. Apr 2018, 19:28

Ja das ist ärgerlich wenn man den kompletten Jägerwahnsinn ohne mit der Wimper zu zucken dort ausgebreitet gehört. Eine angenehme Überraschung bietet aber der Mann vom Schafszuchtverband. Frage mich die ganze Zeit wo die Jäger eigentlich die Natur schützen so daß sie sich als Naturschutzorganisation verkaufen können. Bestandsregulierung dürfte ja wohl kein Extraaufwand sein.
SALVE BARBARI !

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Re: Bundestag diskutiert über Wolf

Beitrag von Lutra » 20. Apr 2018, 20:03

Wer hat denn die geladenen "Experten" ausgewählt? Waren das die Antragssteller der Parteien? Weiß das jemand?
Die Frau vom Genlabor war doch ganz klar wolfsgegnerfreundlich und schon beim ersten Statement weit von ihrem eigentlichen Fachbereich entfernt.
Wernher Gerhards, bei dem kann ich mir schon denken, wer ihn auf die Gästeliste gesetzt hat. Der war wohl eher zur Belustigung da.
Gefallen hat mir, wie Ilka Reinhard manche Fragen geklärt hat.
Auch die Vertreter der Schäfer waren gut dabei und haben denen, die sich angeblich so unheimlich um sie sorgen, mal etwas Wind aus den Segeln genommen und gezeigt, wo der Schuh ihnen wesentlich mehr drückt als durch den Wolf.
Hoffentlich haben die Politiker was mitgenommen bei der Anhörung.
Auch als Wähler dieser Leute sollte man sich öfter mal solche Sitzungen zu Gemüte führen find ich.

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