Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 2007

Über freilebende Wölfe in Deutschland.
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SammysHP
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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von SammysHP » 24. Nov 2010, 11:08

Als gering würde ich die Strafe nicht empfinden. Hinzu werden ja sicherlich noch Gerichts-, Anwalts- und Sachverständigen-Kosten kommen. Außerdem war er ja nicht der Hauptschuldige. Selbst wenn er es aus gutem Willen heraus gemacht hat, so hat er es unprofessionell umgesetzt und ist weißt über seine Kompetenzen hinausgegangen und dafür gehört er bestraft. Daher finde ich die Strafe angemessen.

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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von C.J.W. Handendoek » 24. Nov 2010, 11:13

Auch, wenn die Strafe milde ist, die Begründung ist maßgebend.

Hat mal jemand das Aktenzeichen des Berufungsverfahrens? Das steht nicht mal in der Presseerklärung des Landgerichts.
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SammysHP
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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von SammysHP » 24. Nov 2010, 12:25

"Jäger müssen Wölfe leiden lassen" ist ja schon etwas krass ausgedrückt. Es wäre leicht möglich gewesen, einen Tierarzt zu holen und/oder sich die Genehmigung durch den Amtsveterinär einzuholen. Dieser kann sie wohl sogar am Telefon geben, wenn die Fachkenntnis der anwesenden Person sichergestellt ist. Ich kann mir sogar vorstellen, dass das ganze anders ausgegangen wäre, wenn Herr W. auf kurze Entfernung einen präzisen Schuss abgegeben hätte. Aber in dieser Situation hat er halt eine Menge falsch gemacht, das lässt sich nicht abstreiten.

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Grauer Wolf
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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von Grauer Wolf » 24. Nov 2010, 15:54

Ich halte die Strafe für einen sehr schlechten Witz. Imho wurde mal wieder so rumgedeichselt, daß der Kerl mit 50 Tagessätzen nicht vorbestraft ist und seinen Jagdschein behält. Wann endlich wird es einmal usus, daß Jäger, die ein streng geschütztes Tier abknallen oder so verletzen, daß es getötet werden muß, unnachsichtig den Jagdschein verlieren und zwar auf Lebenszeit und daß sämtliche Waffen entschädigungslos eingezogen werden, nicht nur die Tatwaffe...
Bei diesem Geschehen hätte die Jagd sofort abgebrochen und ein entsprechend qualifizierter Tierararzt gerufen werden müssen. Ein Handy hat doch heute jeder dabei...
Am meisten fuchst mich, daß dieses A********, das dem Grauen das Rückgrat zerschossen hat, vermutlich ungestraft davonkommt, zumindest ungestraft durch die weltliche Justiz. Ich hoffe trotzdem, daß er auf eine gewisse Art und Weise für dieses schändliche Verbrechen sehr teuer bezahlt!

Wer so grausam mit Tieren umspringt, hat imho im Zweifelsfall auch keine Achtung vor menschlichem Leben! :x
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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von SammysHP » 24. Nov 2010, 17:04

Ich halte die Strafe für einen sehr schlechten Witz.
Wäre ich nicht bei der Verhandlung dabei gewesen, hätte ich vermutlich auch so gedacht. Aber man hat dadurch echt einen anderen Blick auf die Sache bekommen. Man darf auch nicht vergessen, dass keine Strafe - egal wie hoch - diese Taten rückgängig machen kann. Ich würde Herrn W. raten, seinen Jagdschein freiwillig abzugeben (hat er das nicht sogar schon?), macht einen besseren Eindruck. Vor allem wird er sich dieses teure Hobby jetzt wohl eh nicht mehr leiste können.
Bei diesem Geschehen hätte die Jagd sofort abgebrochen und ein entsprechend qualifizierter Tierararzt gerufen werden müssen. Ein Handy hat doch heute jeder dabei...
Ein Abbruch, Analysieren der Situation und sofortiges Alarmieren des Amtsveterinären wäre das einzig Richtige gewesen. Vielleicht sollte man sogar mal auf den Ausrichter einen genauen Blick werfen, schließlich muss er für die Sicherheit auf der Jagd sorgen, was auch einen sofortigen Abbruch und Kommunikation beinhaltet. Das ist hier zusätzlich schief gelaufen, wie es scheint.
Am meisten fuchst mich, daß dieses A********, das dem Grauen das Rückgrat zerschossen hat, vermutlich ungestraft davonkommt, zumindest ungestraft durch die weltliche Justiz.
Genau das ärgert mich auch. Kann so etwas verjähren? Die Staatsanwaltschaft sollte echt mal Druck machen und ein unabhängiges Gutachten über seine Gesundheit erstellen lassen. Ich möchte mal wissen, wie schwer Krebs sein muss, damit man nicht verhandlungsfähig ist.

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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von Grauer Wolf » 24. Nov 2010, 17:14

@ sammysHP:
Schau Dir mal das an:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgung ... Strafrecht
Ich weiß nur nicht, ob bei bereits erfolgter Anzeige/laufendem Prozeß, was ja wohl der Fall ist, eine Krankheit als Unterbrechung zählt, also nicht mitgerechnet wird...
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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von nuno22 » 26. Nov 2010, 17:44

Herr W. ist schon bestraft genug. Er ist ein von Gram gebeugter Mann, der mit 54 aussieht wie 73.

Seinen Jagdschein muss er irgendwie neu beantragen. Müssen sie doch alle paar Jahre. Und da ging man eh davon aus, dass die Behörde ausführen wird, dass er sich als ungeeignet, weil nicht zuverlässig erwiesen hat durch den Wolfsabschuss. So kann die Behörde argumentieren und im den Jagdschein nicht geben. Da er eh erst im Tötiungsjahr 2007 den Schein gemacht hat, wird ihm auch nicht wirklich was fehlen.

Ich denke mal, die gehen in die Revision. Allerdings wird das all sein Hab und Gut aufbrauchen, weil das ein teurer Spass werden wird. Der Anwalt macht das ja auch nicht umsonst und die Verfahrenskosten werden so schon in den 5stelligen Bereich gehen.

Handy Empfang war in der Gegend nicht. Ehemaliges "Zonenrandgebiet" und dann noch quasi im Wald. Das war glaubhaft! Außerdem Samstag, wo bitte schön erreicht man da den Amtsveterinär? Aber man kann draus lernen und die Jagdleiter sollten Jagden bei dem bekannt geben und sich dem seine Privatnummer geben lassen. Will keiner hoffen, dass das nochmal vorkommt.

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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von SammysHP » 26. Nov 2010, 19:28

Handy ist sicherlich eine schwierige Sache. Ich bin häufiger im Outdoorbereich aktiv und ein paar Sachen fallen mir spontan ein: Signalpfeife/-horn oder Funkgeräte (ab 15 €/Gerät). Es gibt genügend Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Irgendeiner muss so oder so Kontakt zur Außenwelt haben. Man braucht sich ja nurmal vorzustellen, ein Jäger verletzt sich währen der Jagd schwer, dann muss auch ein Krankenwagen her.
Normalerweise wird eine Jagd auch organisiert, sprich es werden Ablauf und Verständigungsmöglichkeiten besprochen. Aber das hatten wir ja schon gesagt.

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Re: Berufungsverhandlung Wolfsabschuss Gedelitz Dezember 200

Beitrag von nuno22 » 27. Jan 2011, 21:03

In der aktuellen JÄGER wird erwähnt, dass Heinrich W., der Todesschütze von dem Wolf im Wendtland, Revision zum Oberlandesgericht Celle eingelegt hat!

Christian

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