Wolf im Westerwald

Über freilebende Wölfe in Deutschland.

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Caronna
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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von Caronna » 24. Apr 2018, 10:41

n kurzer Kommentar wäre angebracht gewesen!
ein Wolf ist leider was wenig um sich zu etablieren, ein Paar wäre das mindeste um sich zu etablieren. Natürlich kämen auf die Halter von Tieren dann Arbeit zu.
Grüße aus der Eifel
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Redux
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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von Redux » 24. Apr 2018, 11:09

Caronna hat geschrieben:
24. Apr 2018, 10:41
n kurzer Kommentar wäre angebracht gewesen!
ein Wolf ist leider was wenig um sich zu etablieren, ein Paar wäre das mindeste um sich zu etablieren. Natürlich kämen auf die Halter von Tieren dann Arbeit zu.
Da geht jetzt schon die Diskussion so von wegen Schutzzone los, nur weil der Wolf zweimal nicht gesichertes Gehegedammwild gerissen hat.
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Caronna
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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von Caronna » 24. Apr 2018, 12:35

... "Am 11. April wurde von einem Jagdpächter bei Leutesdorf ein totes Reh gefunden." ...(in der gleichen Meldung, nicht in einem Gehege!) na so was, wieder ein Wolf der sich nicht als Veganer herausgestellt hat!
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harris
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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von harris » 24. Apr 2018, 13:00

Redux hat geschrieben:
24. Apr 2018, 11:09
Caronna hat geschrieben:
24. Apr 2018, 10:41
n kurzer Kommentar wäre angebracht gewesen!
ein Wolf ist leider was wenig um sich zu etablieren, ein Paar wäre das mindeste um sich zu etablieren. Natürlich kämen auf die Halter von Tieren dann Arbeit zu.
Da geht jetzt schon die Diskussion so von wegen Schutzzone los, nur weil der Wolf zweimal nicht gesichertes Gehegedammwild gerissen hat.
...nur weil der Wolf...
zweimal DEINE Pferde gerissen hat...
zweimal DEINEN Hund angegriffen hat..
zweilmal DEINE Rinder angegriffen hat....
Ich will hier nichts "schlimmreden", aber überleg mal ehrlich... ^^
Ok, wann soll der Halter von Damwild denn anfangen das Gehege "Wolfsicher" zu machen? Der Wolf war vorher nicht da oder evtl. nur vermutet. nun mach ihm bitte keinen Vorwurf. Normalerweise ist jeder Tierhalter dazu verpflichtet, dass seine Tiere andere nicht gefährden. Also ausbruchsicher machen. Jetzt geht es ja anders rum. Das Gehege muss einbruchsicher sein... Eigentlich ist Deutschland Wolferwartungsland, das ist richtig. Dann können eigentlich alle Tierhalter (incl. Pferde) ab jetzt verpflichtet werden (damit sie Zuschüsse bekommen können) ihre Weiden mit einem 2m Zaun, Untergrabungschutz, Flatterband und Elektro zu sichern. Liebe Pferde und Rinderhalte, dann legt mal alle los, damit euch nicht gleiches wiederfährt... ;-) auf gehts, Deutschland wir eingezäunt....

Gruß Harris

Nina
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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von Nina » 24. Apr 2018, 15:05

Ja genau, alle Rinder und Pferde müssen jetzt wie in "Jurassic Park" eingezäunt werden... Moment mal, war "Jurassic Park" nicht auch 'ne Natur-Doku wie King Kong, Der weiße Hai und Godzilla?

Hat da nicht gerade auch ein Jagdfunktionär empfohlen, in Jack Londons Roman "Wolfsblut" nachzulesen, wie gefährlich Wolfshybriden sind?
In einem Interview behauptet Baden-Württembergs Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann allen Ernstes, das Wesen von Wolfshybriden und die Gefährlichkeit dieser Spezies könnte man bei Jack London nachlesen. Im Roman „Wolfsblut“.

Wolfsmonitor, 24.04.2014: Laientheater, oder: Woher soll er es auch wissen? http://wolfsmonitor.de/?p=13323#more-13323
Für ein funktionierendes Wolfsmanagement sind derartige Kompetenzen weder hilfreich noch ausreichend. Das bringt den interessierten Leser doch gleich wieder zu der Feststellung zurück, die der jagdpolitische Sprecher der FDP, Karl-Heinz Busen, am 02.02.2018 in seiner Rede im Bundestag getroffen hat:
"Unerklärlich ist mir, dass die vorhandenen Strukturen unseres deutschen Jagdrechts beim Wolfsmanagement nicht herangezogen werden."

Karl-Heinz Busen, jagdpolitischer Sprecher der FDP, Rede im Deutschen Bundestag am 02.02.2018
Ja, warum nur überträgt man den Jägern nicht die Verantwortung für das Wolfsmanagement? :lol:

Nina
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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von Nina » 24. Apr 2018, 15:59

harris hat geschrieben:Dann können eigentlich alle Tierhalter (incl. Pferde) ab jetzt verpflichtet werden (damit sie Zuschüsse bekommen können) ihre Weiden mit einem 2m Zaun, Untergrabungschutz, Flatterband und Elektro zu sichern. Liebe Pferde und Rinderhalte, dann legt mal alle los, damit euch nicht gleiches wiederfährt... ;-) auf gehts, Deutschland wir eingezäunt....
Wie hilfreich undf kompetent sollen derartige Übertreibungen eigentlich auf den Leser wirken?

Unter den bundesweit von 2002 - 2016 von Wölfen gerissenen 3455 Nutztieren belief sich der Anteil von Rindern auf gerade einmal 3,3% und der von Pferden unter dem Sammelbegriff "andere" bei < 0,2%. Bei 12,3 Mio. Rindern in Deutschland liegt der Anteil derer, die in 15 Jahren einem Wolfsangriff zum Opfer gefallen sind, bei 0,0001%. Wenn wir voraussetzen, dass die 0,2% "andere" ausschließlich Pferde waren, sprechen wir bei rund 1,1 Mio. Pferden in Deutschland von einem Anteil an Wolfsopfern von 0,0006% - verteilt auf einen Zeitraum von 15 Jahren, wohlgemerkt.

Selbst für Schafe sieht z. B. aktuell das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg keine "konkrete Gefahr" durch Wölfe.
Setzt man diese Zahl ins Verhältnis zu den insgesamt in Niedersachsen im Jahr 2015 gehaltenen 167.100 Schafen [...], sind damit im Jahr 2015 lediglich 0,0002% der Schafe Opfer eines Wolfsangriffs geworden. Selbst unter Berücksichtigung des Umstandes, dass es in den Jahren 2016 und 2017 im Vergleich zu 2015 offenbar vermehrt zu Wolfsangriffen auf Schafe gekommen ist [...], kann daraus nicht der Rückschluss gezogen werden, dass ein Wolfsangriff auf die von dem Antragsteller gehaltenen Schafe [...] in absehbarer Zeit hinreichend wahrscheinlich war und deshalb die Anordnung eines wolfsabweisenden Grundschutzes nach der Anlage 1 der Richtlinie Wolf i.S.d. § 3 Abs. 2 Nr. 3 TierSchNutztV erforderlich wäre.

OVG Lüneburg 11. Senat, Beschluss vom 17.01.2018, 11 ME 448/17, Tierschutzrechtliche Anordnung zum Schutz von Schafen vor Beutegreifern durch wolfsabweisenden Zaun http://www.rechtsprechung.niedersachsen ... E180000293
Sind die Leute, die immer von 2m Zäunen für Schafe, Rinder und Pferde und der "Verdrahtung" der Landschaft sprechen, nicht irgendwann mal selbst genervt von ihren eigenen Übertreibungen angesichts dieser Zahlen und mit dem (hoffentlich vorhandenen) Hintergrundwissen, dass beispielsweise das Fluchttier Pferd schon einen ganz anderen Anspruch allein an die Hütesicherheit der Einzäunung stellt als Schafe oder Gatterwild?

Gern verschwiegen wird natürlich dann auch noch, dass Deutschland bereits "eingezäunt" ist - in den Wäldern, zum Schutz der Forstkulturen vor dem von Jägern überhegtem Schalenwild:
... "erst durch derartig überhöhte Wildbestände, wie sie in Niedersachsen (und Deutschland allgemein) zu finden sind, wird die Nahrungsaufnahme des wiederkäuenden Wildes zum Problem, da sie die Walderneuerung in Frage stellt. [...] Ein Ergebnis der Bundeswaldinventur 3, bei der in Niedersachsen mit Stichtag 01.10.2012 4.600 Stichproben erfasst wurden, sind > 50.000 ha Waldflächen eingezäunt, um so Wildschäden am Jungwuchs weitgehend zu vermeiden. Das entspricht ca. 15.000 Kilometer Zaun, also der Größenordnung der Außengrenzen der EU – allein in Niedersachsen."

Statement des Niedersächsischen Ministers für Umwelt, Energie und Klimaschutz zur Entwicklung der Nutztierrisse, 16.11.2016, Anhang Faktensammlung https://www.umwelt.niedersachsen.de/sta ... 49054.html

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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von SammysHP » 24. Apr 2018, 18:54

harris hat geschrieben:
24. Apr 2018, 13:00
Ok, wann soll der Halter von Damwild denn anfangen das Gehege "Wolfsicher" zu machen?
Jetzt zum Beispiel. Klar, wenn man nicht präventiv eine Menge investieren möchte, obwohl weit und breit noch kein Wolf zu sehen ist, dann muss man halt abwarten, bis einer gesichtet wird oder schlimmstenfalls Tiere gerissen werden. Aber spätestens jetzt sollten alle Viehhalter in der Umgebung ernsthaft darüber nachdenken, wie sie mit der Situation umgehen wollen.

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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von Lutra » 24. Apr 2018, 20:00

Redux hat geschrieben:
24. Apr 2018, 11:09
Caronna hat geschrieben:
24. Apr 2018, 10:41
n kurzer Kommentar wäre angebracht gewesen!
ein Wolf ist leider was wenig um sich zu etablieren, ein Paar wäre das mindeste um sich zu etablieren. Natürlich kämen auf die Halter von Tieren dann Arbeit zu.
Da geht jetzt schon die Diskussion so von wegen Schutzzone los, nur weil der Wolf zweimal nicht gesichertes Gehegedammwild gerissen hat.
Für mich ist die von Erklärbär verlinkte Pressemitteilung recht sachlich, unaufgeregt und nüchtern, wie man sie sich eigentlich von einer Behörde wünscht. Klar, die Damwildgehege sind so ein Problem, allgemein großflächig mit Wildschutzzaun gesichert. In Sachsen gab es da auch gleich zu Beginn der Wolfsbesiedlung einen Übergriff am Bärwalder See. Dort wurde dann außen am Zaun mit 15 cm langen Isolatoren in ca 20 cm Höhe eine Elektrolitze angebracht mit gutem Erfolg. Ein Hochsicherheitszaun ist da nicht unbedingt erforderlich.
Und klar, wenn irgendwo der Wolf frisch auftaucht, ist die Aufregung erst mal groß, immer wieder und überall. Man hat ja noch nie was aus anderen Gegenden erfahren, wo es schon länger Wölfe gibt. ;)

harris
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Re: Wolf im Westerwald

Beitrag von harris » 25. Apr 2018, 09:20

SammysHP hat geschrieben:
24. Apr 2018, 18:54
harris hat geschrieben:
24. Apr 2018, 13:00
Ok, wann soll der Halter von Damwild denn anfangen das Gehege "Wolfsicher" zu machen?
Jetzt zum Beispiel. Klar, wenn man nicht präventiv eine Menge investieren möchte, obwohl weit und breit noch kein Wolf zu sehen ist, dann muss man halt abwarten, bis einer gesichtet wird oder schlimmstenfalls Tiere gerissen werden. Aber spätestens jetzt sollten alle Viehhalter in der Umgebung ernsthaft darüber nachdenken, wie sie mit der Situation umgehen wollen.
Genau!! Da wollte ich drauf hinaus. Daher kann man ihm wenn es "das erste mal" passiert auch keinem vorwurf machen und sagen "schlecht gesichert gegenen Einbruch".
Mehr wollte ich nicht.

Gruß Harris

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