Wölfe in Bayern

Über freilebende Wölfe in Deutschland.
Benutzeravatar
Richard M
Beiträge: 551
Registriert: 31. Jan 2015, 17:13
Wohnort: Landkreis Augsburg

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von Richard M » 9. Mär 2018, 08:21

Das Landesamt für Umwelt ist auch der Meinung, dass es sich bei der Sichtung bei Rettenberg um keinen Wolf gehandelt hat.
Dafür wurde aber im Veldensteiner Forst im Grenzbereich von Oberpfalz-Mittelfranken-Oberfranken das dritte Wolfspaar in Bayern nachgewiesen: https://www.br.de/nachrichten/mittelfra ... n-100.html
In Schwaben wird´s wohl noch ein paar Jährchen dauern, bis sich ein Paar findet.
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

Benutzeravatar
Richard M
Beiträge: 551
Registriert: 31. Jan 2015, 17:13
Wohnort: Landkreis Augsburg

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von Richard M » 11. Apr 2018, 12:45

Jäger in Bayern sagen mal wieder Schreckensszenarien über Wölfe voraus. Diesmal wurden die deutlichen Warnungen bei der Hegeschau des Jagdvereins Gunzenhausen ausgesprochen: http://www.nordbayern.de/region/gunzenh ... -1.7454456
Im Artikel ist ein Reh-Kadaver abgebildet, den vermutlich ein Wolf erbeutet hat. Was macht es für einen Sinn, dem Wolf die natürliche Beute wegzunehmen? Die Beute hätte ihn noch mehrere Tage ernähren können. Jetzt braucht er neue Nahrung.
Der Politiker warf auch noch ein weiteres Argument in die Waagschale: Die nach der DDR-Grenzöffnung ausgewilderten, alles andere als menschenfreundlichen Grenzhunde könnten sich mit der Wolfspopulation vermischt haben, zumindest werde diese Option gerade erforscht. Erweise sich die Vermutung als wahr, resultiere daraus "eine extreme Bedrohung".
Das lese ich zum ersten mal. Fast 30 Jahre nach dem Ende der DDR soll es da auf einmal solch eine Bedrohung geben?
"Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie begeistert etwa Touristen sind, wenn sie einen Wolf sehen", so Westphal ironisch.
Ich wäre ehrlich begeistert und würde diesen wundervollen Anblick so sehr verinnerlichen, dass er mich für den Rest meines Lebens erfreuen würde.

Und für alle, die noch auf eine Aufklärung zur getöteten Touristin Griechenland warten, liefert der Jagdvereinsvorsitzende Harald Fritsch folgendes:
Derweil ist der Fall eines Todesopfers aus Nordgriechenland lange bekannt. Dort wurde eine Touristin "mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit von einem Wolf getötet", so Fritsch. Die Nachrichtenagentur dpa zitierte einen Gerichtsmediziner mit den Worten: "Es waren sicher Wölfe. Das haben wir nach einer mehrstündigen Untersuchung zusammen mit einem Veterinärexperten festgestellt." 
Für mich gilt in diesem Fall aber das hier: http://www.gzsdw.de/kontaktburo_wolfe_i ... _Touristin
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

zaino
Beiträge: 1337
Registriert: 20. Mai 2015, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von zaino » 11. Apr 2018, 13:11

Tut mal wieder weh, so viel geballter, an den Haaren herbeigezogener Blödsinn, nur um den grade mal am Rande aufgetauchten Wölfen endlich an den Pelz zu dürfen. Mannmannmann.... :(
Und oh weh, wie bööööhze: Sie fressen die Rehe, die bei uns doch der Nr. 1-Feind des Waldbauern sind. Aber insgesamt ist bei uns jedes Wildtier ein Feind, der bekämpft werden muss. Oder doch eher Kanonenfutter für die Jägerschaft?

Nina
Beiträge: 538
Registriert: 10. Feb 2016, 13:25

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von Nina » 11. Apr 2018, 13:53

Dass die wildlebenden Wölfe in Deutschland angeblich nur Nachfahren der an den DDR-Grenzen eingesetzten sowjetischen Wachhunde sein sollen, habe ich erstmals in der Bundestagsdebatte am 02.02.2018 von dem CDU-Abgeordneten Klaus-Peter Schulze gehört, der auf Gelächter und Zwischenrufe zwar darauf bestand, diese Theorie persönlich nicht selbst aufgestellt zu haben, sich aber dennoch nicht zu schade war, "genetische Untersuchungen" (nicht die "vorliegenden") zu fordern, die diesen Punkt ggf. "abräumen" könnten. Er hat es in seiner Rede auch nicht versäumt, auf die möglichen Gefahren der Übertragung der Afrikanischen Schweinepest durch Wölfe hinzuweisen, was wissenschaftlich ebenso jeglicher Grundlage entbehrt:
Das hat das Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Sitz in Greifswald) jetzt unmissverständlich klar gestellt. Dafür war es höchste Zeit – denn ein paar Querdenker aus dem jagdlichen Umfeld waren schon (und sind immer noch) emsig dabei, den Wolf als möglichen Vektor (Verbreiter) des Virus ins Spiel zu bringen.

Ulrich Wotschikowsky, Wolfsite, 17.02.2018: Der Wolf und die Afrikanische Schweinepest http://woelfeindeutschland.de/der-wolf- ... weinepest/
Irgendwie überkommt mich dabei immer das Gefühl, dass manchen Vertretern aus Jagdkreisen kein "Argument" zu lächerlich ist, um sich irgendwie doch noch den heißen Wunsch nach der langersehnten Wolfsbejagung im eigenen Land von den politischen Mehrheiten erfüllen zu lassen.

Grandios in dem Zusammenhang war die Entrüstung von Karl-Heinz Busen, dem jagdpolitischen Sprecher der FDP in obengenannter Bundestagsdebatte, warum man den Jägern nicht das Wolfsmanagement überträgt:
"Unerklärlich ist mir, dass die vorhandenen Strukturen unseres deutschen Jagdrechts beim Wolfsmanagement nicht herangezogen werden.
Da haben wir über 390.000 ehrenamtliche Natur- und Tierschützer, die in den vergangenen Jahrzehnten ihre Leistungsfähigkeit bewiesen haben.
Statt die Jägerinnen und Jäger in den Prozess einzubinden, wird in den Bundesländern eine bürokratisch und unglaublich komplizierte Struktur mit Wolfsmanagementplänen und Wolfsberatern geschaffen."

Karl-Heinz Busen, jagdpolitischer Sprecher der FDP, Rede im Deutschen Bundestag am 02.02.2018
Sieht er die guten Gründe dafür nicht oder will er sie nicht sehen?

Lutra
Beiträge: 1799
Registriert: 5. Okt 2010, 21:30
Wohnort: Pulsnitz

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von Lutra » 11. Apr 2018, 19:29

In dem verlinkten Artikel sind tatsächlich Behauptungen enthalten, die man voll berechtigt als Lügen bezeichnen kann. So die zum "Rosenthaler Rudel" bei uns in der Lausitz hier, es hätte gelernt, die Schafe zum Ausbruch aus der Koppel zu treiben. Bei dem Vorfall, auf den hier wahrscheinlich angespielt wird, ließ es sich nicht nachweisen, weshalb die Schafe außerhalb der Koppel waren. Das Landratsamt Bautzen zog nicht umsonst ganz schnell seine "Entnahmeverfügung" für einen Wolf dieses Rudels zurück, als mit Klage dagegen gedroht wurde. Die wußten genau, dass sie dabei arg in Erklärungsnot gekommen wären, falls die Sache vor Gericht gelandet wäre. Und in Bayern wird genau dieses linke Ding nun als Begründung von Forderungen eines Interessenverbandes benutzt. In den Medien sind die zur Zeit wirklich sehr aktiv. Das ist irgendwie beängstigend und traurig.


feldmärker
Beiträge: 333
Registriert: 16. Jun 2017, 19:34

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von feldmärker » 13. Apr 2018, 09:22

Donnerstag, 12. April 2018
Natur
Landesamt für Umwelt: Wolfsnachweis im Landkreis Regen

+++ Am 9. April 2018 wurde im nördlichen Landkreis Regen im Gemeindegebiet von Viechtach ein wolfartiges Tier beobachtet und gefilmt. Experten des LfU und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) konnten auf dem Video eindeutig einen Wolf identifizieren. Das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportion auf, die es von einem Hund eindeutig unterscheiden. Behörden, Interessensverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert. +++

https://www.lfu.bayern.de/pressemitteilungen/c/1008117/
Bild

Benutzeravatar
Richard M
Beiträge: 551
Registriert: 31. Jan 2015, 17:13
Wohnort: Landkreis Augsburg

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von Richard M » 14. Apr 2018, 09:11

feldmärker hat geschrieben:
13. Apr 2018, 09:22
Landesamt für Umwelt: Wolfsnachweis im Landkreis Regen
Das habe ich gelesen. Warum es darüber jedoch so viele Berichte gibt, kann ich nicht nachvollziehen. Voriges Jahr hatten die Wölfe im bayerischen Wald erstmals nach ihrer Rückkehr Nachwuchs. Da die Wölfe sich vermehren und nicht unsichtbar sind ist es logisch, dass Menschen ab und zu einen Wolf sehen. Hier noch die Filmaufnahme, die der Landwirt gemacht hat: https://www.br.de/nachrichten/niederbay ... f-100.html
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

Benutzeravatar
Richard M
Beiträge: 551
Registriert: 31. Jan 2015, 17:13
Wohnort: Landkreis Augsburg

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von Richard M » 17. Apr 2018, 08:54

Die bayerische Staatsregierung unter dem Ministerpräsident und ehemaligen Heimatzerstörungsminister Söder möchte heute einen "bayerischen Aktionsplan Wolf" beschließen. Der neue Umweltminister Huber hat schon angekündigt, dass er beim Wolf anderst rangehen wird, wie seine Vorgängerin Ulrike Scharf. Er möchte die von der CSU immer propagierten wolfsfreien Zonen festlegen. Da bin ich ja mal gespannt...
https://www.br.de/nachrichten/wie-bayer ... t-100.html
Petition Der Wolf gehört zu Deutschland: https://www.change.org/p/bundesminister ... eutschland

Erklärbär
Beiträge: 162
Registriert: 2. Feb 2018, 02:50

Re: Wölfe in Bayern

Beitrag von Erklärbär » 17. Apr 2018, 16:16

Das wird wohl der Elch-Test für die neue CSU Garnitur! Umfallen gilt nicht!

Das sind doch nur Schwätzer, da bin ich auch mal gespannt. ^^

Antworten