Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Themen, die den Wolf im Allgemeinen betreffen.
Benutzeravatar
Dr_R.Goatcabin
Beiträge: 478
Registriert: 29. Jan 2016, 13:36

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von Dr_R.Goatcabin » 9. Feb 2019, 18:17

Übrigens, da gab's doch was. Oh ... weg ist der harte Praktiker. :mrgreen:

Vucetich et al. (2011): The causes and consequences of partial prey consumption by wolves preying on moose. https://doi.org/10.1007/s00265-011-1277-0

Abstract
For a wide range of taxa, partial prey consumption (PPC) is a frequent occurrence. PPC may arise from physiological constraints to gut capacity or digestive rate. Alternatively, PPC may represent an optimal foraging strategy. Assessments that clearly distinguish between these causes are rare and have been conducted only for invertebrate species that are ambush predators with extra-intestinal digestion (e.g., wolf spiders). We present the first strong test for the cause of PPC in a cursorial vertebrate predator with intestinal digestion: wolves (Canis lupus) feeding on moose (Alces alces). Previous theoretical assessments indicate that if PPC represents an optimal foraging strategy and is not caused by physiological limitations, then mean carcass utilization is negatively correlated with mean kill rate and the utilization of individual carcasses is uncorrelated with time between kills. Wolves exhibit exactly this pattern. We explore how the typical portrayal of PPC by wolves has been not only misleading but also detrimental to conservation by promoting negative attitudes toward wolves.

Miller et al. (1985): Surplus killing as exemplified by wolf predation on newborn caribou. https://doi.org/10.1139/z85-045.

Abstract
We searched for newborn calf carcasses of migratory barren-ground caribou (Rangifer tarandus groenlandicus) in June 1982 in the Northwest Territories. On 17 June, we found 34 calves killed by wolves (Canis lupus), clumped in a 3-km2 area. The calves had been killed apparently within minutes of each other and about 24 h before being found. Wolves had not fed on 17 of the carcasses and had only partially eaten the other 17. Ground observations illustrate the speed of and efficiency with which wolves can kill calves: a single wolf killed three calves on one occasion and three and possibly four calves on a second occasion at average kill rates of 1 calf/min, and 1 calf/8 min or 1 calf/6 min between the first and last deaths. We attributed the surplus killing of newborn caribou calves to their high densities and their vulnerability on the calving grounds. We recommend that a distinction be made between "surplus killing" and "excessive killing" by predators.

Kruuk (1972): Surplus killing by carnivores. https://doi.org/10.1111/j.1469-7998.1972.tb04087.x

Summary
(1) Observations are reported in which carnivores killed considerably more prey animals than they could possibly eat, and causal and functional aspects of this behaviour are discussed. The species concerned were especially foxes and Spotted hyaenas, and references are quoted about surplus killing by other Canidae, Felidae and Ursidae.

(2) It is argued that satiation in carnivores does not inhibit further catching and killing, but it probably does inhibit searching and hunting. Thus carnivores are able to procure an “easy prey” but normally satiation limits numbers killed.

(3) Many, if not all, carnivores possess behaviour patterns which allow utilization of a kill at a later time, or allow other members of the same social unit or offspring to use the food.

(4) Several prey species showed a lack of anti‐predator reaction under particular climatological circumstances; it is argued that this lack of response usually has survival value. Sometimes anti‐predator behaviour is accidentally made ineffective.

(5) Surplus kills are made possible by (2) and (4) above, and only very rare circumstances give a predator access to so many prey that (3) is ineffective. It is suggested that surplus kills are the consequence of behavioural compromises in both predator and prey to meet opposing environmental requirements.
Lack of prey response kann sonst nützlich sein? Noch mehr Fragen ... :?
Ansonsten gut; sowas kam thematisch in meiner Liste noch nicht vor. Jede Menge Weisheit aus Losung lesen (übrigens: hier gibts ein großes Mimimi, wenn der Wolf <1% Schaf im Stuhl hat, während in Italien das gut mal um den Faktor 100 vermehrter sein kann); jede Menge Modellrechnungen zu kill rate und prey density + Verbindung zu Jahreszeit etc. pp, aber Gelegenheitsschnappen war wohl eher noch keinen Artikel wert.
"Though this be madness, yet there is method in 't ..."

Benutzeravatar
TheOnikra
Beiträge: 866
Registriert: 30. Jan 2016, 10:06

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von TheOnikra » 10. Feb 2019, 20:57

harris dein Humor in allen Ehren, aber hast du vielleicht schon mal was von solchen Beobachtungen mitbekommen?
Wie ist da deine Einschätzung?
Die Welt ist für alle da!

harris
Beiträge: 731
Registriert: 27. Dez 2011, 00:47

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von harris » 10. Feb 2019, 23:08

TheOnikra hat geschrieben:
10. Feb 2019, 20:57
harris dein Humor in allen Ehren, aber hast du vielleicht schon mal was von solchen Beobachtungen mitbekommen?
Wie ist da deine Einschätzung?
Was meinst Du? Die hier im Forum? Ja schon genug ;-)
Soll hier jemand was von Beobachtungen oder Erfahrungen was berichten? Evtl. auch noch von solchen, die nicht oder gegenteilig in den "Büchern" stehen? das soll wohl ein Witz sein :lol:
Der Hirte berichtet was auch seinen Erfahrungen, wie er sie erlebt und gesehen hat. Und was passiert hier? Er wird runter gebuttert und angemärkelt.
Was ist wenn ein "Wissenschaftler" morgen in sein Buch eine Seite rein klebt und die Beobachtungen vom Hirte bestätigt? Aha, dann ist es erst offiziell.
Vorher nicht. Das Beste ist, ihr bleibt hier alle bei Euren Theorien, googelt schön rum, gießt die Blumen im Wildpark auf dem Balkon und gut ist. Ach so, nicht vergessen, sich immer schön gegenseitig auf die Schultern klopfen, jemanden der anderer Meinung ist anzupöbeln, neue Leute mit Erlebnissen als blöd einzustufen und zum Schluß noch mit 5 Gleichgesinnten "diskutieren". Ach so und am Wichtigsten ist es einen Dr. dabei zu haben, der noch nie einen Beitrag mit eigenen Worten geschrieben hat, den man auch nur annährend mit Argumenten oder Wissen gebrauchen kann. Aber lieber zu allem und jedem einen dummen Spruch macht, irgendwelche Verlinkungen (die zum Teil garn nichts mit der Sache zu tun haben) hier rein stellt und die Leute ohne Grund (bloß weil sie irgendwas kritisch oder anders sehen) beleidigt. Aber irgendwelche tolle Bildchen wo man sich fragt, 3 oder 4 Klasse (sorry wollte die Schüler nicht beleidigen).
Gibt genug gaaaaaanz schlaue hier, die alles schon gesehen haben, alles schon erlebt haben. Frag die. Welche Antwort wirst du von denen bekommen? Rate mal. Einen Link!!!
Ach und immer schön weiterhin Beiträge von bestimmten Leuten willkürlich löschen. Bei Lieblingen oder denen mit der selben Meinung noch in Schutz nehmen. (Beispiel Luchs/Schneeleopard :lol: :lol: )
Soviel zu meiner Einschätzung. Viel Spaß hier noch unter euch. Und lasst ja keinen dazu kommen, es sei denn er ist Prof.

Benutzeravatar
TheOnikra
Beiträge: 866
Registriert: 30. Jan 2016, 10:06

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von TheOnikra » 10. Feb 2019, 23:22

@harris
Hab ich jetzt etwa die Beobachtungen von Nutzer der Hirte bezweifelt? Bin ich andere harris?
Es geht mir darum ob es den überhaupt einen Widerspruch darstellt. Eine Beobachtung sollte man doch auch kritisch hinterfragen können um zu überprüfen ob hier und da nicht falsche Schlussfolgerungen gemacht wurden oder ob andere Faktoren dazu beigetragen haben.

Wenn du ein Problem mit mir hast dann sag es doch einfach!
Die Welt ist für alle da!

Erklärbär
Beiträge: 971
Registriert: 2. Feb 2018, 02:50

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von Erklärbär » 10. Feb 2019, 23:50

 
Ach so, nicht vergessen, sich immer schön gegenseitig auf die Schultern klopfen, jemanden der anderer Meinung ist anzupöbeln, neue Leute mit Erlebnissen als blöd einzustufen und zum Schluß noch mit 5 Gleichgesinnten "diskutieren". 
Mir ist auch schon aufgefallen, dass dieses Forum überwiegend aus Karteilleichen besteht. Den Grund dafür hast Du treffend beschrieben.

Eine offene Diskussionskultur existiert hier nicht, hat natürlich neben der Psycho- und Sozialstruktur der Vielschreiberlinge auch damit zu tun, dass das Thema dazu prädestiniert, dass Leute nur noch in Schwarzweiss denken und Schattierungen völlig verschüttgehen.

Diskutiere mal mit NABU-Leuten über Kormorane - ähnlich. Aber selbst da gibt es noch welche, die in der Lage sind, zumindest zuzuhören. Ein paar Leute gibt es hier auch, nur melden die sich schon nicht mehr. Schade.

Eine gute Moderation könnte einiges bewirken. Das meine ich jetzt nicht böse, ich verstehe, dass das hier nicht leistbar ist. Es macht zuviel Arbeit und es gibt keinen neutralen Standpunkt beim Thema Wolf. Deswegen werden, wenn ich das richtig interpretiere, überwiegend meine Beiträge gelöscht.

Trotzdem, fröhliches Diskutieren wünscht Euch
Erklärbärchen!

harris
Beiträge: 731
Registriert: 27. Dez 2011, 00:47

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von harris » 11. Feb 2019, 07:50

Dr_Goatcabin hat geschrieben:
9. Feb 2019, 18:17
Übrigens, da gab's doch was. Oh ... weg ist der harte Praktiker. :mrgreen:
Schade wenn es erlaubt ist so mit Forumsmitgliedern umzugehen. Und sich darüber lustig zu machen wenn sie hier langsam oder auch schnell die Schnautze voll haben. Aber andere dafür unbehelligt weiter ihren Schrott schreiben dürfen.

Zack...schnell wieder löschen.... lieber Admin

Benutzeravatar
Redux
Beiträge: 722
Registriert: 3. Feb 2016, 15:37
Wohnort: Herzkammer der Rheinischen BRD

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von Redux » 11. Feb 2019, 08:54

Erklärbär hat geschrieben:
10. Feb 2019, 23:50
 
Ach so, nicht vergessen, sich immer schön gegenseitig auf die Schultern klopfen, jemanden der anderer Meinung ist anzupöbeln, neue Leute mit Erlebnissen als blöd einzustufen und zum Schluß noch mit 5 Gleichgesinnten "diskutieren". 
Mir ist auch schon aufgefallen, dass dieses Forum überwiegend aus Karteilleichen besteht. Den Grund dafür hast Du treffend beschrieben.

Eine offene Diskussionskultur existiert hier nicht, hat natürlich neben der Psycho- und Sozialstruktur der Vielschreiberlinge auch damit zu tun, dass das Thema dazu prädestiniert, dass Leute nur noch in Schwarzweiss denken und Schattierungen völlig verschüttgehen.

Diskutiere mal mit NABU-Leuten über Kormorane - ähnlich. Aber selbst da gibt es noch welche, die in der Lage sind, zumindest zuzuhören. Ein paar Leute gibt es hier auch, nur melden die sich schon nicht mehr. Schade.

Eine gute Moderation könnte einiges bewirken. Das meine ich jetzt nicht böse, ich verstehe, dass das hier nicht leistbar ist. Es macht zuviel Arbeit und es gibt keinen neutralen Standpunkt beim Thema Wolf. Deswegen werden, wenn ich das richtig interpretiere, überwiegend meine Beiträge gelöscht.

Trotzdem, fröhliches Diskutieren wünscht Euch
Erklärbärchen!


Mein lieber Erklärbär. Nein ich galube nicht, daß es sich vorwiegend um deine Kommentare handelt. Und offene Diskussionskultur ? Ich bin mir nicht 100% sicher, daß du daran interessiert bist. Trotzdem hats du einen guten argumentativen undleider auch propagandistischen Kampf geliefert. Hut ab !
NO DOGS NO MASTERS !

Lutra
Beiträge: 2105
Registriert: 5. Okt 2010, 21:30
Wohnort: Pulsnitz

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von Lutra » 11. Feb 2019, 10:10

Der Hirte hat geschrieben:
9. Feb 2019, 14:32
Warum reißen Wölfe immer wieder viele Schafe einer Herde , egal ob diese nun eingezäunt ist oder einen freien Schlafplatz hat , und verzehren nur Eins oder auch garkeins?Wenn es vergleichbar wäre mit dem Verhalten eines Marders in einem Hünerstall, wie ist es dann zu erklären das sich Wölfe in Kanada z.B. aus einer Karibuherde ein Tier auswählen, spurtreu dieses hetzen, reißen, und verzehren, während die anderen Tiere unbehelligt bleiben.
Bitte keine en langatmigen Literaturnachweise, sprecht aus Erfahrung, die ich dann mit der meinen abgleiche
Ich dachte eigentlich, die Sache mit dem surplus killing sei soweit klar...
Na ja, mal meine persönlichen Beobachtungen bei Mufflons, die allerdings wahrscheinlich nicht wissenschaftlich sind und nicht zu verallgemeinern. Zumal kommen in meinem allgemeinen Streifgebiet keine Mufflons vor.
Also was ich bisher erlebt habe, dass Muffelherden schnell fliehen, aber schon recht bald wieder stehen bleiben und sich umsehen nach ihrem "Feind", was in den Fällen eben ich war. Dieses Verharren kommt den Wölfen sicher zugute. Es wurde ja schon oft erwähnt, dass die Flucht der Muffel in ihrer ursprünglichen Heimat in die Felsen erfolgt. Nun ist ja das Muffel in unseren Regionen noch einigermaßen ein Wildschaf. Wie sich nun Hausschfe verhalten bei Gefahr kann uns vielleicht der Hirte erzählen. Ich nehme aber an, dass sie nicht so flüchten wie Rehe oder Rotwild. Die Wolfsrisse an freilaufenden ausgebrochenen Schafsherden in unserer Gegend erfolgten fast immer auf relativ engem Raum in der Nähe der Koppel. Also scheint das Fluchtverhalten ähnlich wie bei den Mufflons zu sein, was dann eben den Jagdtrieb der Beutegreifer immer von neuen auslöst, wenn weitere Beute drumherumsteht oder -läuft.

Nina
Beiträge: 818
Registriert: 10. Feb 2016, 13:25

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von Nina » 11. Feb 2019, 16:25

Der Hirte hat geschrieben:Nina, du hast dich als Fachmann im Herdenschutz bezeichnet, nicht irgendwer, und deswegen reagierte du so angezickt
Der Hirte hat geschrieben:Ich will nix mehr von euch, ich bin raus
Nee, klar, ich reagiere angezickt. :lol:

Ich habe mich hier nirgendwo selbst als "Fachmann im Herdenschutz" bezeichnet - das ist schlicht von Dir frei erfunden und erlogen.

Leider hast Du voreilig die Biege gemacht, bevor ich meine Bitte an Dich richten konnte, die entsprechende Zeile doch mal zu zitieren.

Harris hat ja auch mal frei erfunden, dass ich mich angeblich ständig auf Wikipedia berufen würde - und musste sich mangels fehlendem Nachweis geschlagen geben.

Is' halt so - wer einfach nur munter drauf los behauptet, sollte darauf vorbereitet sein, bei Nachfrage auch mal liefern zu müssen.

Leider kommt auch von Dir, harris, reflexhaft die alte Leier:
harris hat geschrieben:Das Beste ist, ihr bleibt hier alle bei Euren Theorien, googelt schön rum, gießt die Blumen im Wildpark auf dem Balkon und gut ist.
Pferde auf einem Balkon? Sicher, harris. ;-)

zaino
Beiträge: 1521
Registriert: 20. Mai 2015, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Overkill Ist der Wolf auch schon Verhaltensgestört

Beitrag von zaino » 11. Feb 2019, 21:19

Bei Mufflons heisst es, sie sind Sprinter und Klettertiere - wo sie keine Felsen haben, in die sie flüchten können, rottet der Wolf sie aus.

Sind auch Schafe.
???

Ich hab vor einem Menschenleben mal Ethnologie studiert. U. A. eine Seminararbeit bzw. ein Seminar über die Mongolen. Faszinierendes Völkchen übrigens. Sie halten ja Kamele, Yaks, anderes Rindvieh, massenhaft Pferde, und und und... Schafe halten sie auch, finden sie aber von allen Tieren sonst vergleichsweise zum Haareraufen: Mühsam weil doofer als die anderen. Sorry to say. Ist es möglich, dass Schafe mal eher im Kreis rennen statt sich vom Acker zu machen?
Und das ist jetzt nicht böse gemeint. Die weitaus meisten Schafe sind eingezäunt. Also selbst wenn sie schlauer wären, hätten sie keine Chance, es sei denn, der Zaun wäre ausreichend gesichert.

Surplus Killing passiert vermutlich, weil im genetischen Programm KEINER Tierart Zäune vorgesehen sind. Weder für die Grasfresser noch für die Prädatoren.
Pferde rennen in Panik IN Zäune, oder werden bei Auseinandersetzungen verletzt, weil der Schwächere in der Zaunecken nicht auskann...
Beutegreifer kriegen den Rappel, wenn das Steak schreiend im Kreis wetzt, statt zu verschwinden.... auch einleuchtend.

Also sucht Euch eine logische Erklärung aus.
Zuletzt geändert von zaino am 11. Feb 2019, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.

Antworten