Der nächste Bruno?

Themen über frei lebende Bären und Luchse in Europa (keine Gehegetiere).
Miscanthus
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Der nächste Bruno?

Beitrag von Miscanthus » 11. Apr 2012, 15:41

Ein neuer Bruno? Bär im Grenzgebiet gesichtet
http://www.merkur-online.de/nachrichten ... 72656.html

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Grauer Wolf
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Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Grauer Wolf » 11. Apr 2012, 16:18

Interessant...

Allerdings sollte sich Meister Petz eine Kevlarweste zulegen, wenn er über die deutsche Grenze will... An seiner Stelle wäre mir hier die Luft zu bleihaltig... :x

Gruß
Wolf
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Miscanthus
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Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Miscanthus » 11. Apr 2012, 16:35

Hmmm, jetzt wo der Stoiber nicht mehr in Amt und Würden ist und der Schnappauf auch nicht.......Mal sehen, wenn´s wirklich ernst wird, wie Seehofer und Söder sich schlagen. Aber ich glaub, ich will´s nicht wirklich wissen, hoffentlich kehrt er um......

aka

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von aka » 11. Apr 2012, 17:16

auch aktuell:

"Der Bär griff einen Mann an" - gestern glaube ich.
http://polskalokalna.pl/wiadomosci/podk ... 83125,3328
Drei Angriffe zwischen 22 und 27 April 2010 im Nationalpark Hohe Tatra oder "Der Bär wie eine Nadel im Heuhaufen"
http://www.tvn24.pl/0,1654112,0,1,niedz ... omosc.html
"Der Bär schenkte mir das Leben" - vor drei Jahren.
http://www.nowiny24.pl/apps/pbcs.dll/ar ... /884271231
(im gleichem Artikel die "interessantesten" Fälle aus dem Zeitraum 1997 - 2007)

Ist halt irgendwie an der "Tagesordnung" . Es gibt nicht viele Bären in Polen - 100 - vielleicht 150 ? WWF - Polen tröstet daß
nur 6 % der Begegnungen zwischen Mensch und Tier enden so wie oben beschrieben (mit 160 Nähte in einem Fall).
Das ist oft nicht mal Erwähnungswert für Landesmedien - wenn überhaupt. Is halt so.

Irgendwie - wenn ich mir vorstelle, daß zu einem solchen Fall in Deutschland käme - scheint mir hier die ganze Bruno - Hysterie ganz schön geheuchelt.
Und zwar von Allen oder oder den meisten Beteiligten - auch von denen, die am lautesten wegen bleihaltiger Luft schreien.
Im Grunde genommen will hier keiner solche Meldungen - wie oben aufgeführt - lesen obowohl viele die Bereitschaft bekunden die Tierchen mit offenen
Armen empfangen zu wohlen. Das gehört aber zusammen.

Solche Fälle lassen sich aber nicht vermeiden - man muß damit leben - und ich glaube daß ohne dieser Erkenntniss wird hier kein Bruno Platz finden.

Flanellhemdmann

Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Flanellhemdmann » 11. Apr 2012, 17:26

Wird eh zerstoert werden das Tier, keine Scheu vor Menschen, da werden die ersten 'Experten' gleich 'unnatuerliches' Verhalten attestieren, daher glaube ich nicht, dass er es lange Ueberleben wird in Deutschland. Erstaunlich aber, dass so ein Tier suedlich der Grenze nicht direkt getoetet wird.
Aber man kann den Menschen in der Umgebung auch nicht zumuten sie zu informieren und sich baerensicher zu verhalten.

polarwolf
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Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von polarwolf » 11. Apr 2012, 17:49

aka hat geschrieben:
Solche Fälle lassen sich aber nicht vermeiden - man muß damit leben - und ich glaube daß ohne dieser Erkenntniss wird hier kein Bruno Platz finden.
Ich hoffe alle die die ständig beim auftauchen von Wolf und Bär zu den Waffen rufen und immer und überall gefahren herbei beschwören kommen auch zu dieser Erkentniss.

Gruß Jochen

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Grauer Wolf
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Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Grauer Wolf » 11. Apr 2012, 17:58

Leider ist mein Polnisch nicht existent...
aka hat geschrieben:Solche Fälle lassen sich aber nicht vermeiden - man muß damit leben - und ich glaube daß ohne dieser Erkenntniss wird hier kein Bruno Platz finden.
Natürlich ist die Natur kein Streichelzoo. Solche Fälle lassen sich aber minimieren, wenn man nicht blind wie ein Maulwurf durch den Wald tapert, sondern statt dessen seine von der Natur verliehenen, eigentlich sehr leistungsfähigen Sinne benutzt.
Wenn hierzulande einer nicht aufpaßt, kann er ebensogut in eine Rotte Wildsauen "rasseln", die einen auch fürchterlich zurichten können. Während der Durchschnittsbär wohl eher schüchtern ist, kenne ich Wildsauen als oft ausgesprochen aggressiv, zumindest zu manchen Jahreszeiten. Bei denen bin ich immer höllisch auf der Hut und lasse sie bei einer Begegnung nie aus den Augen resp. Ohren und Nase...
Meine Bemerkung bezüglich "bleihaltig" bezog sich aber darauf, daß man seinerzeit wer weiß wie lange "versuchte", Bruno einzufangen und dazu sogar "Experten" einflog: Alles ohne Erfolg. Als Bruno dann zum Abschuß freigegeben wurde (lt. Ministerium am 25.6.2006), ging das auf einmal blitzschnell, binnen weniger als 24 Stunden, und JJ1 wurde auf sehr stümperhafte Weise mit einem Schuß in Lunge und Leber durch schwerste innere Verletzungen getötet. Auf gut deutsch: Das Tier hat sich zu Tode gequält!
Sehr merkwürdig, das alles, nicht wahr? Den gleichen Treffererfolg hätte man auch mit einem Betäubungsgewehr haben können. Es gibt nämlich Leute, die können so was... Ich würde mal sagen, man hatte seinerzeit gar kein Interesse daran, Bruno lebendig zu erwischen, sondern war geil auf eine Bärenhatz, und ich befürchte, nein, bin fast sicher, daß das bei einem weiteren Bären ebenfalls der Fall wäre...

Gruß
Wolf
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Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von aka » 11. Apr 2012, 19:39

Verschwörungstheorie.
- sofern ich mich entsinnen kann, ging es es nicht darum, daß der Bruno irgendjemanden was getan hat,
sonder was tun hätte können. Womöglich. Narkosegewähr oder Blei ?. Was is da der Unterschied ?. Hätte man das Tierchen nach Kamtschatka
verbannt ? Oder in irgendein Käfig ? Gehege ?. Die Wirkung is die gleiche. Der deutsche Wald bleibt sauber und sicher.

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Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Lupus » 11. Apr 2012, 20:23

Ich glaube der Merkur macht da etwas durcheinander gebracht. Der Merkur schreibt, dass es sich beim Bären in der nähe von Landeck vermutlich um M13 handelt der ziemlich zutraulich sein soll, dieser Bär ist aber seit vier Tagen im Unterengadin unterwegs und hat erst gestern ein Bienenstock geplündert und ist fotografisch dokumentiert. Die Entfernung vom Unterengadin zu Landeck scheint mir nicht so gross zu sein aber im Bericht von Merkur wird geschrieben, das das Tier vor einigen Tagen von einem Pistenfahrer gesehen worden ist. M13 ist aber aus dem Südtirol in die Schweiz eingewandert. M13 wird sehr gut an der Ohrmarke erkannt und aus Italien ist die bestätigung in die Schweiz gekommen, dass es sich beim schweizer Tier um M13 handelt. Wird wohl noch ein weiterer Bär in der Gegend sein. In der Trentinopopulation, die mittlerweile ca. 33-36 Tiere umfasst, werden jährlich zwischen fünf und zehn Jungtiere geboren die sich nach ca. 1.5-2 Jahren auf Wanderschaft machen. Die streifgebiete der Jungbären sind gross und darum wird es in Zukunft immer öfters vorkommen, dass sich Jungbären im Engadin und Tirol blicken lassen. Es sind immer männliche Jungbären, die das Teretorium im Trentino grossräumig verlassen.

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Re: Der nächste Bruno?

Beitrag von Grauer Wolf » 12. Apr 2012, 08:39

aka hat geschrieben:...sonder was tun hätte können. Womöglich. Narkosegewähr oder Blei ?. Was is da der Unterschied ?. Hätte man das Tierchen nach Kamtschatka
verbannt ? Oder in irgendein Käfig ? Gehege ?. Die Wirkung is die gleiche.
Wenn ich mich recht erinnere, hat er 2...3 Schöpse auf dem Gewissen und ein paar Bienenstöcke, da Bären nun mal auf Süßes stehen. Menschen ist JJ1 "Bruno" immer ausgewichen...
aka hat geschrieben:Der deutsche Wald bleibt sauber und sicher.
Da sind wir uns wohl einig. Das erscheint mir für die meisten ein erstrebenenswerter Zustand zu sein: Hauptsache, sicher, sauber und die Wege schön gefegt und mitten drin ein Waldcafé... Am besten noch die Bäume stutzen, damit einem nur ja kein Ästchen auf den Kopf fällt... :x
Wenn ich sehe, welche Menschenhorden oft den Wald unsicher machen und ihn als Kulisse für unzählige Freizeitaktivitäten benutzen, angefangen bei Mountainbikern, die rücksichtslos durchs Gelände prügeln, über Geo Cacher, die keinerlei Respekt vor der Natur haben und nachts mit Taschenlampen querkant durchs Revier stolpern (darüber beklagte sich ein junger Jäger, mit dem ich mich lange unterhielt) bis hin zu den "stolzen" Eltern, deren Sprösslinge mit Pilzen Fußball spielen oder Büsche kaputtschlagen (wehe, man sagt was, dann gilt man gleich als asozialer Kinderfeind), und die selber vollgesch*** Kinderwindeln in natürliche Wasserquellen für die Tiere stopfen, weil der Weg zum nächsten Papierkorb ja eine Zumutung wäre, dann ist so ein Bär (oder Wolf) natürlich ein Riesenstörenfried. Der könnte ja auch die laut schwadronierenden Spaziergängerhorden und klappernden "Stöckler" auf den gepflegten Wegen erschrecken... Also wirklich... Diese deutsche Vollkasko- und Vergnügungsmentalität geht mir so was auf den Keks...
Es hat schon seinen Grund, warum ich die Wege verlasse und tief in den Wald hineinwandere, was hierzulande leider nicht so weit ist, da es große Wälder gar nicht mehr gibt... Dort ist wenigstens noch ein wenig Frieden und ich habe das Gefühl, daß die Tiere um mich herum (ich begegne fast immer welchen) das gleiche denken... Wer in die Natur hineingeht, sollte daran denken, daß er ein Teil von ihr ist, ihr mit Respekt begegnen und sie nicht nur als Spielplatz und Abfalleimer mißbrauchen... Wer Respekt und Umsicht walten läßt, der gerät auch nicht in Schwierigkeiten mit der Fauna...
Das mußte ich einfach mal loswerden, auch und gerade im Zusammenhang mit dem bärischen Migranten...

Gruß
Wolf
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