Luchse im Pfälzer Wald

Themen über frei lebende Bären und Luchse in Europa (keine Gehegetiere).
Benutzeravatar
Grauer Wolf
Beiträge: 4514
Registriert: 6. Okt 2010, 17:04

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von Grauer Wolf » 3. Sep 2014, 17:48

friloo hat geschrieben:
und hin und wieder mal ein Schaf
dann muß der Mensch halt seine Schafe besser schützen, da reichen schon Herdenschutzhunde. Das kann doch nicht so schwer sein.
Beim Luchs sind das nicht mal unbedingt die Schafe, die man gewöhnlich nicht tief im Wald findet. Die Hauptbeute des Luchses ist das Reh und hier liegt der Knackpunkt. Für viele Jäger gerade der älteren Generation sind Raubtiere, die Rehe fressen, hier also der Luchs, ein Haßobjekt ersten Ranges.

Der Post den ich hier verfaßt habe inkl. des Links zu YT paßt im Grunde genauso auf den Luchs oder den Bären, der hier alle Jubeljahre mal auftaucht.
viewtopic.php?p=13995#p13995

Gruß
Wolf
"Lernt mit uns zu leben, denn wir sind nicht mehr viele..."
Canis lupus

"Gesegnet ist das Land, in dem viele Wölfe laufen..."
Sprichwort der Comanches

Benutzeravatar
SammysHP
Administrator
Beiträge: 3172
Registriert: 4. Okt 2010, 18:47
Wohnort: Celle
Kontaktdaten:

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von SammysHP » 3. Sep 2014, 17:51

Nein, so einfach ist das nicht. Du kannst nicht einfach (ziemlich teure) Herdenschutzhunde in irgendeine Herde setzen. Das lohnt sich nur, wenn sie größer ist. Außerdem musst du selbst qualifiziert genug für den Einsatz von Herdenschutzhunden sein. Dazu kommen vermutlich noch behördliche Auflagen etc.

Ein ordentlicher Zaun dürfte meistens die günstigere und mindestens genauso effektive Methode sein, zumindest bei Wölfen. Wie Luchse (um die es hier ja geht) mit Zäunen umgehen, weiß ich allerdings nicht.

Benutzeravatar
friloo
Beiträge: 82
Registriert: 22. Aug 2014, 19:13

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von friloo » 13. Sep 2014, 14:53

Hi,

nun vielleicht mache ich es mir wirklich etwas einfach, bin eben nicht vom Fach. :D

Trotzdem, es gibt Gegenden in Europa wo Luchs, Wolf, Bär wild vorkommen und die Menschen dort halten trotzdem Schafe, Ziegen, Schweine und Rinder. Vielleicht sollte man die einfach mal fragen, schließlich kennen sie das Problem
Je älter ich werde, um so mehr nervt mich Dummheit.

mfg Hans

chienloup
Beiträge: 45
Registriert: 7. Mai 2015, 16:25

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von chienloup » 16. Jun 2015, 18:32

Die ersten Luchse sollen nun ab kommenden Winter aus dem Schweizer Jura umgesiedelt werden:
http://www.bauernzeitung.ch/sda-archiv/ ... gesiedelt/
Hoffentlich verstehen die sich mit den Karpatenluchsen so wie geplant und sorgen für die gewünschte genetische Auffrischung. Bei den Wölfen aus den Westalpen und dem Dinarischen Gebirge hatte das im Trentino ja ganz von allein geklappt.
Wir zerstören Millionen Blüten, um Schlösser zu errichten, dabei ist eine einzige Distelblüte wertvoller als tausend Schlösser.

Alpenwolf
Beiträge: 418
Registriert: 30. Mär 2015, 17:40

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von Alpenwolf » 17. Jun 2015, 09:27

Ja, die Aussetzindustrie, ein Millionengeschäft.

Benutzeravatar
Richard M
Beiträge: 497
Registriert: 31. Jan 2015, 17:13
Wohnort: Landkreis Augsburg

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von Richard M » 17. Jun 2015, 10:41

Alpenwolf hat geschrieben:Ja, die Aussetzindustrie, ein Millionengeschäft.
:?:
Was wollen Sie uns mit diesem Satz sagen?

Für mich bedeutet die Auswilderung der Luchse, dass sie mit der Unterstützung der Menschen in ihre Heimat zurückkehren. Ihre Heimat, in der sie von früheren Menschen ausgelöscht wurden. Wenn die heutigen Menschen erkennen, dass wir unseren Mitgeschöpfen in der Vergangenheit viel zu viel Schaden zugefügt haben, finde ich die Bemühungen zum Erhalt der Tierwelt mehr als in Ordnung. Es ist unsere Pflicht!

zaino
Beiträge: 1004
Registriert: 20. Mai 2015, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von zaino » 17. Jun 2015, 11:06

na im bayerischen Wald werden ja konsequent auch natürlich zugewanderte Luchse vergiftet und entsorgt. Und das mit Erfolg. Lassen Sie die Hoffnung nicht fahren, Herr Alpenwolf.

Ich wiederhole ich, aber mir geht immer diese Ansage im Kopf herum zum Thema Wolf: "Gollum will nicht, dass es sie gibt"...

jurawolf
Beiträge: 967
Registriert: 5. Okt 2010, 23:32

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von jurawolf » 17. Jun 2015, 12:32

Alpenwolf hat geschrieben:Ja, die Aussetzindustrie, ein Millionengeschäft.
Wäre in den Vogesen nicht alles weggewildert worden, bräuchte man nun im Pfälzer Wald keine Luchse aussetzen. Das wäre mir auch lieber.

Benutzeravatar
Grauer Wolf
Beiträge: 4514
Registriert: 6. Okt 2010, 17:04

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von Grauer Wolf » 17. Jun 2015, 12:45

jurawolf hat geschrieben:Wäre in den Vogesen nicht alles weggewildert worden, bräuchte man nun im Pfälzer Wald keine Luchse aussetzen. Das wäre mir auch lieber.
So sieht's aus und die Bemerkung über die Ausssetzindustrie ist zynisch. Erst schlachtet die Jägerschaft über Jahrzehnte die Beutegreifer ab (Raubzeug: Der Begriff spricht schon Bände) und jetzt wird über die Menschen hergezogen, die das mühsamst reparieren. Also manchmal... :x

Gruß
Wolf
"Lernt mit uns zu leben, denn wir sind nicht mehr viele..."
Canis lupus

"Gesegnet ist das Land, in dem viele Wölfe laufen..."
Sprichwort der Comanches

Alpenwolf
Beiträge: 418
Registriert: 30. Mär 2015, 17:40

Re: Luchse im Pfälzer Wald

Beitrag von Alpenwolf » 17. Jun 2015, 13:38

Richard M hat geschrieben:
Alpenwolf hat geschrieben:Ja, die Aussetzindustrie, ein Millionengeschäft.
:?:
Was wollen Sie uns mit diesem Satz sagen?

Für mich bedeutet die Auswilderung der Luchse, dass sie mit der Unterstützung der Menschen in ihre Heimat zurückkehren. Ihre Heimat, in der sie von früheren Menschen ausgelöscht wurden. Wenn die heutigen Menschen erkennen, dass wir unseren Mitgeschöpfen in der Vergangenheit viel zu viel Schaden zugefügt haben, finde ich die Bemühungen zum Erhalt der Tierwelt mehr als in Ordnung. Es ist unsere Pflicht!
Die Luchse kehren nicht mit der Unterstützung der Menschen in ihre Heimat zurück, sondern mit harten Euros aus der EU-Kassa, im konkreten Fall sind das € 2,75 Mio, also über € 100.000.- für einen Luchs. Dass die einschlägigen NGOs unter diesem Aufhänger noch zusätzlich Geld einsammeln
macht die Sache ja nur nur spannender.

Antworten